Das Vorlaufen in den Tod

Janus
Hallo liebe Forengemeinde,

meine Frage bezieht sich auf die Todesanalyse Heideggers in "Sein und Zeit". Er sucht dort, nachdem er den Charakter der "Verfallenheit" an das "Man" erläutert und von einem "uneigentlichen", fliehenden "Sein-zum-Tode" gesprochen hat, einen Weg, "eigentlich" auf den Tod als das, was er die eigenste, unbezügliche, gewisse (als solche unbestimmte) und unüberholbare Daseins-Möglichkeit nennt, zuzugehen. Er lehnt aber so ziemlich alle Arten der Auseinandesetzung mit dem eigenen Tod als "ausweichend" ab: Verdrängung, Umsetzen der Möglichkeit in Wirklichkeit (Selbstmord), erwartendes "Gespanntsein"... Das einzige, was ihm einen existenziellen Zugang zum Tod (und damit dann die Freiheit, sein eigenes Leben zu gestalten) möglich werden lässt, ist das "Vorlaufen". Wie kann ich mir so einen Seinsmodus denn rein praktisch vorstellen? Heidegger meint zuletzt, die volle Wahrheit des Todes enthüllt sich in der Angst. Wozu dann das "Vorlaufen"?Besteht das Vorlaufen in der Angst?

Ich beziehe mich auf die Paragraphen 50-53 in:

HEIDEGGER, MARTIN (1967): Sein und Zeit. Tübingen. Elfte, unveränderte Auflage

Viele Grüße
Janus
ohk
Stellst du die Frage jetzt abstrakt oder fragst du dich das konkret? Was treibt dich zur Philosophie? Studierst du das? Ist das ein Hobby?
nachdenklich
Zitat:
Original von Janus
Hallo liebe Forengemeinde,

meine Frage bezieht sich auf die Todesanalyse Heideggers in "Sein und Zeit". [...] Das einzige, was ihm einen existenziellen Zugang zum Tod (und damit dann die Freiheit, sein eigenes Leben zu gestalten) möglich werden lässt, ist das "Vorlaufen". Wie kann ich mir so einen Seinsmodus denn rein praktisch vorstellen? Heidegger meint zuletzt, die volle Wahrheit des Todes enthüllt sich in der Angst. Wozu dann das "Vorlaufen"?Besteht das Vorlaufen in der Angst?

Ich beziehe mich auf die Paragraphen 50-53 in:

HEIDEGGER, MARTIN (1967): Sein und Zeit. Tübingen. Elfte, unveränderte Auflage


Bei Heidegger darf man keinen Tiefsinn suchen, wo keiner ist. Das "Vorlaufen" kommt von dem Wort "vorläufig", in dem Sinn: Irgendwann sterben wir, aber "vorläufig noch nicht" (Sein und Zeit, § 52, 16. Aufl., Tübingen 1986, S. 258 ).
ohk
Vorläufig ist etwas anderes. Es sei denn, ich irre mich und du kannst mir den Bezug von temporär und Vorlaufen genauer erörtertn.
Vorlaufen ist vorlaufen.
_________________________________________________________________

"Folgt mir nicht!" (Nietzsche)



Hahahah - so komisch, dass ich drüber lachen muss. Hat aber Methode. Gratuliere, nachdenklich.
Janus
Zitat:
Original von nachdenklich
Das "Vorlaufen" kommt von dem Wort "vorläufig", in dem Sinn: Irgendwann sterben wir, aber "vorläufig noch nicht" (Sein und Zeit, § 52, 16. Aufl., Tübingen 1986, S. 258 ).


Ich glaube nicht, dass man das miteinander gleichsetzen kann. Dieses "irgendwann, aber vorläufig noch nicht" charakterisiert eher die Haltung der "Verfallenheit" bzw. das uneigentliche Sein-zum-Tode. Das Vorlaufen fasst Heidegger, so wie ich das verstanden habe, als genaues Gegenteil dieser Haltung. Er beschreibt dann auch sehr genau, was er sich unter dem Vorlaufen vorstellt. Meine Frage ist nicht, was Vorlaufen im Heideggerschen Sinne bedeutet, sondern wie ich zu dieser Haltung kommen kann. (Die Frage, ohk, ist also ganz konkret. Heidegger ist mir im Rahmen meines Studiums begegnet und beschäftigt mich jetzt darüber hinaus.)

Zitate über das Vorlaufen werde ich später noch anführen.

Viele Grüße
Janus
ohk
Na dann prost Mahlzeit - so nen Geist wird man eher nicht so leicht los. Zur Eigentlichkeit - kA: Die Frage führt sich ja schon ad absurdum.

________________________________________________________________
Nachtrag: "Im Sein-zum-Tode steht sich das Dasein seinem eigensten Sein-können bevor" Was der unterschied zwischen uneigenem Sein und eigenem Sein ist - meine zweitausgabe von SeinUndZeit ist noch nicht eingetrudelt, müsste das Kapitel über eigentlichkeit nochmal nachlesen, um den unterschied zum eigentlichen auszuarbeiten. Was uneigen, das weiß man.

Insofern, Janus, lass dir gesagt sein: Wenn du die Frage nach Angst etc. nicht aus deinem eigenen Erleben beantowrten kannst - lass es. Unangenehmes als Mittel gegen/für sich selbst zu wissen macht es auch nicht besser.
_________________________________________________________________
Weniger persölich gesprochen: Die unmittelbare Konfrontation mit dem Tod / Lebensbedrohlichen Gegebenheiten führt zu einer Vereinzelung, die gegen das mit-seiende "man" eine Rückführung auf das Individuum mit sich bringt, so dass es den Titel als solches verdient.
ohk
Ausgeführt:
Da ist dann keine Zeit für philosophische Gedanken, Sinnfragen und sonstigen Schlonz. Wer grade damit beschäftigt ist, die Fausthiebe zweier Schläger abzuwehren macht sich Gedanken um ganz andere Sachen. Da ists dann auch ruhig im Kopf. Das nackte Überleben ist eben doch das primäre, wenns drum geht. Und davon hat man dann auch was: wenigstens ein paar Minuten ruhe vor der Zivilisationsmaschinerie, die im Kopf vor sich hin tickert und zu geistigen Höhenflügen befähigt. Insofern muss ich mich zurücknehmen, wenn dir Action fehlt: Ist nur leider ein Vernunftschluss sich von Ärger fernzuhalten - und "die Vernunft" steht a-priori Kopf.
Reinhard
Zitat:
Er beschreibt dann auch sehr genau, was er sich unter dem Vorlaufen vorstellt. Meine Frage ist nicht, was Vorlaufen im Heideggerschen Sinne bedeutet, sondern wie ich zu dieser Haltung kommen kann. (Die Frage, ohk, ist also ganz konkret.


Hallo Janus, da willst Du also ein Rezept, letztlich ein Rezept des Lebens. Was würdest Du nun machen, wenn einer Dir eins geben könnte? Nach diesem Rezept leben? Du möchtest eigentlich eine Erlösung von der tiefsten Schuld der Erbsünde, dem Tod. Also paradiesische Zustände auf Erden. Da sehe ich nur eine Möglichkeit, doch leider oder gottseidank liegt diese im Prinzip der christlichen Gnadenwahl, also nicht in Deiner eigenen Hand. Da kann man nur ein Heiliger werden, indem man das Vierte des Heideggerschen Gevierts verabsolutiert. Wo Neues entsteht, muss Vorhandenes untergehen, eine Wiedergeburt während des selben Lebens gibt es nicht ohne ein Vergessen des Vorherigen.

Entweder man begreift das oder man wird durch Demenz dazu geführt. So ein Unsinn entsteht, wenn man bei anderen abkupfert ohne sich der entscheidenden Konsequenz zu stellen, wie Herr Heidegger das bei Kierkegaard getan hat. Rein philosophisch macht diese Frage nämlich überhaupt keinen Sinn, schon deswegen nicht, weil Philosophie richtig verstanden immer nur theoretisch ist, ob einem das nun passt oder nicht.

Mit freundlichen Grüßen
Reinhard
Universum1
na dass hat mir gerade noch gefehlt. noch eine inkarnation eines apologeten der angst.
nunja
ohk
Hahaha - klar - mhmmhmmhm - hahahaha - klar -mhm - kla kla klar
aus gescheiterten versuchen kann man lernen - wenns kein philosophischer war. und auch dann schnallen das einige offenbar noch nicht und sorgen ohne die geringste ahnung für irgendwelchen kontraproduktiven quatsch.
zb dazu
ohk
Am Wahrheitsgehalt :schlecht: oder dem was einer werden will von Sein und Zeit hat man selbstverständlich zu knabbern wenn man das Phantasma "Sein" dann sich in allem inklusive des Bellens des Hundes entäußernd um sich zu haben meint. Autoinduzierte Geisteskrankheiten oder auch Metaphysik erhöhen den Wert des Individuums für die Gesellschaft, weil es dann mehr zu lachen gibt Gut ! und es macht die Leute auch viel weniger Durchschnittlich Gut ! . (soll ja Wesen geben, welche die Langeweile :schlecht: plagt). Zu Lachen haben "Wir" (Hahahahahahahahha) jedenfalls jede Menge dabei weiss ich meistens nicht mal warum - was mir, ginge ich zu einem psychiater, sicherlich einen platz in der klinischen einbrächte, aber ich ziehe es vor, frei rumzulaufen - no matter what - was mich im Sinne der Sinnfrage Heideggers zu einem überaus nützlichem Mitglied der Gesellschaft macht. "Müssen wir nicht selbst zu Göttern werden?", fragt Nietzsche und irgendwas in mir schreit im Stile des Doppeldenk 1984 "Ja! Ja!" - Geht natürlich nur ums eine so rational gesprochen, Sinngehuber und sonstiges - pathologisch ist es trotzdem. Das macht auch den Unterschied zwischen mir und "uns" aus. Irgendwer hat Spaß und darum gehts doch wohl, oder nicht? Depressionen als Instrumentum der Seelenzucht hat zB Nietzsche zur genüge erörtert. Die Sinnfragerei erbringt dann den Schwung auf die nächste Stufe. Da wird dann auch aus dem Pathos schnell der Logos und aus ist's mit Selbstmitleid, Sinnfrage etc. Die Vernunft scheint vor bewusster Selbstverstümmelung in gewissem Grade zurückzuschrecken, ob sie nun gesellschaftlich gefordert/notwendig ist, oder nicht. "Wir" haben da wenig Probleme "uns" das einzugestehen, aber es soll wohl Leute geben, die gewisse Skrupel haben, die ihnen erst abgewöhnt werden müssen, denn die fallen zumeist in den Bereich des Pathos, wie übrigens auch der Humor, was irgendwie Schade ist. Sicher bin ich mir in der Hinsicht nicht, ob mit dem Effekt der mentalen Selbstverstümmelung ein Stück Lebensqualität verloren geht oder nicht. Das ist wohl das Risiko, wenn man sich aus gewohnten Bahnen in den grenzenlosen Bereich reiner Technizität sämtlichen Erlebens aufschwingt und damit notwendig im Nihilismus westlicher Gangart minus dem althergebrachten landet, was eine erfolgreiche Intervention gegen sich oder eine Dummheit gewesen sein kann. Jedenfalls gewährt so ein Zustand eine gewisse Freiheit im Denken und Handeln, vor der man vorher zurückgeschreckt wäre.
Anbei bemerkt verdanken sich derartige Entrückungen aber weniger der angewandten Theorie als der Reflektion auf diese. Die notwendigsten Setzungen sind in Sein und Zeit ja gegeben. Später vllt. mehr.
Sophie
Zitat:
Original von Janus
Wozu dann das "Vorlaufen"?Besteht das Vorlaufen in der Angst?


Hallo Janus,

ich zitiere hier einen Abschnitt aus Wikibooks. Vielleicht hilft dir das ja beim Verstehen weiter.


Erst angesichts des Todes und damit seiner Endlichkeit kann das Dasein (man könnte wieder sagen: die handelnde Person) die Möglichkeiten, die sich ihm bieten, auf sich selbst hin interpretieren und sich einen Entscheidungsspielraum eröffnen. Das heißt, es genügt in Heideggers Augen zum Person-sein nicht, dass die Person sich als Individuum zu allgemeinen Möglichkeiten verhält, sondern sie muss dies in Bezug zu einem durch den Tod begrenzten Ereignisspielraum tun. Nur wenn sie dies ständig tut, ist sie auch eigentlich. Das „Ständig-tun“ bezeichnet Heidegger als vorlaufend. Erst vorlaufend ist daher das Dasein in der eigentlichen Entschlossenheit, weshalb sie Heidegger auch vorlaufende Entschlossenheit nennt.

Einmal eigentlich geworden, ist dem Dasein auch die Möglichkeit des Zurückfallens in die Unentschlossenheit des Man klar geworden, wogegen es sich in der eigentlichen Entschlossenheit zur Wiederholung ihrer selbst jedoch verwahrt Der Tod wird bei all dem nicht „überwunden“, noch führt die eigentliche Entschlossenheit für Heidegger in die Weltabgeschiedenheit. Zwar ist ihre Grundstimmung die Angst, mit dieser einher geht jedoch eine „gerüstete Freude“ an der nun entdeckten Möglichkeit der Selbstbestimmung.



http://de.wikibooks.org/wiki/Martin_Heid...7_61%E2%80%9366
Janus
Ich bedanke mich bei Sophie für ihren nützlichen Texthinweis. Über die anderen Antworten bin ich etwas verdutzt. Ich habe eine Frage gestellt, die sich auf die "Umsetzbarkeit" der von Heidegger als "Vorlaufen" charakterisierten Seinshaltung bezieht und ob Heidegger selbst dazu etwas entwirft (bin noch nicht sonderlich tief in den Text eingedrungen) bzw. was andere dazu meinen. Was kommt, sind persönliche Unterstellungen. Man sei ein "Apologet der Angst" heißt es da und wolle ein "Rezept des Lebens", das einen von der "tiefsten Schuld der Erbsünde" erlöst. Über Sinn und Unsinn der Heideggerschen Philosophie kann man streiten, ebenso über Sinn und Unsinn meines Interesses an derselben, aber warum muss das ausgerechnet in diesem Thread sein, an dessen Anfang eine ganz konkrete Frage stand? ("Konkret" wurde hier offenbar missverstanden. Es war nicht nach einem Lebensrat gefragt, sondern: Wie kann ich mir das Ganze "plastisch" vorstellen? Oder: Zeigt Heidegger Wege auf, auf denen eben nicht (das) "man", sondern (das) ICH zu dieser Haltung kommen kann?)
ohk, Deine Betrachtungen scheinen mir sehr interessant, aber ich denke, dass auch sie sich ziemlich weit vom Thread-Thema entfernen. Ich würde darum bitten, nachdem ich hoffentlich einige Missverständnisse aus dem Weg räumen konnte, streng zum selbigen zu diskutieren. Text-Hinweise, auch auf Sekundärliteratur, sind willkommen.
Kann ein Individuum sich SO zum Tode verhalten, wie dies im Heideggerschen Vorlaufen beschrieben ist? Wenn ja, wie gelangt es dahin? Allein durch die Empfindung der Angst? Wenn ja, wie genau kommt es (das Individuum) zu dieser Angst?

Janus
nachdenklich
Zitat:
Original von ohk
Vorläufig ist etwas anderes. Es sei denn, ich irre mich und du kannst mir den Bezug von temporär und Vorlaufen genauer erörtern.
Vorlaufen ist vorlaufen.


Vorlaufen ist eine Heideggerei über die Tatsache, daß wir vorläufig noch nicht sterben.


Zitat:

________________________________________________________

"Folgt mir nicht!" (Nietzsche)



Hahahah - so komisch, dass ich drüber lachen muss. Hat aber Methode. Gratuliere, nachdenklich.


Das verstehe ich nicht. Was willst Du damit sagen?

Zitat:
Original von Janus
Ich glaube nicht, dass man das miteinander gleichsetzen kann. Dieses "irgendwann, aber vorläufig noch nicht" charakterisiert eher die Haltung der "Verfallenheit" bzw. das uneigentliche Sein-zum-Tode. Das Vorlaufen fasst Heidegger, so wie ich das verstanden habe, als genaues Gegenteil dieser Haltung. Er beschreibt dann auch sehr genau, was er sich unter dem Vorlaufen vorstellt. Meine Frage ist nicht, was Vorlaufen im Heideggerschen Sinne bedeutet, sondern wie ich zu dieser Haltung kommen kann. (Die Frage, ohk, ist also ganz konkret. Heidegger ist mir im Rahmen meines Studiums begegnet und beschäftigt mich jetzt darüber hinaus.)

Zitate über das Vorlaufen werde ich später noch anführen.


Brauchst Du nicht. Die Sätze mit "Vorlaufen" stehen in § 53. Meines Erachtens denkt da Heidegger nur darüber nach, wie es ist, angesichts der Tatsache zu leben, daß wir vorläufig noch nicht sterben.
ohk
"Das verstehe ich nicht. Was willst Du damit sagen?"
Weiß ich nicht - Welches Seiende sind wir wessen Meinung nach denn jeweils selbst?
nachdenklich
Zitat:
Original von ohk
"Das verstehe ich nicht. Was willst Du damit sagen?"
Weiß ich nicht - Welches Seiende sind wir wessen Meinung nach denn jeweils selbst?


Du schreibst also etwas, von dem Du selbst nicht weißt, was Du damit sagen willst? Warum verschwendest Du damit Deine Zeit?
Reinhard
Zitat:
("Konkret" wurde hier offenbar missverstanden. Es war nicht nach einem Lebensrat gefragt, sondern: Wie kann ich mir das Ganze "plastisch" vorstellen? Oder: Zeigt Heidegger Wege auf, auf denen eben nicht (das) "man", sondern (das) ICH zu dieser Haltung kommen kann?)


Hallo Janus, wurde hier missverstanden? Was willst Du denn nun, Dir etwas plastisch vorstellen, zu dieser Haltung gelangen? Ist Dir eigentlich klar, dass ein abstraktes Ich ein Nonsens ist? Das Ich bist Du. Hier wurde nichts missverstanden, Du hast missverständliche Fragen gestellt und wunderst Dich dann noch. Was heisst denn nun " zu dieser Haltung kommen? ".

Was Sophie hier anführt bedeutet doch eben, dass der Tod, ob man nun will oder nicht, in einem gewissen Sinne immer mit gegenwärtig ist und wenn man das nicht bedenkt, also verdrängt, nicht zu seiner Eigentlichkeit finden kann. Im Kern kann das ja nur bedeuten, dass ein ängstliches Festklammern an dem, das unweigerlich untergeht wenn jemand stirbt, nämlich das eigene Ich im persönlichsten Sinne, der Entwicklung der eigenen Möglichkeiten im Wege steht. Wie jemand zu sich selber finden kann. Das wäre dann im Kierkegaardschen Sinne das Sokratische, bei dem Heidegger unweigerlich verharrt. Nichts Neues unterm Firmament. Nur eine unmögliche Sprache, die den Lesestoff zu einer echten Herausforderung macht, um einen intellektuellen Eindruck zu hinterlassen.

Mit freundlichen Grüßen
Reinhard
ohk
Hab die Frage ähnlich schon einmal gestellt unter nem anderen Account - ist aber eher ein abstrakt Theoretisches interesse, welches durch phänomenale Sachbestände bedingt ist und erst dadurch seine Notwendigkeit ausweist: ist ja alles schon da, also kommt man als Seiendes über Reflektion wohl kaum hinaus und auch wenn sich das Ich im Stile Kants prinzipiell in die Transzendenz verflüchtigt - bei der Auseinandersetzung mit dem Tod mag der Standpunkt zum jenseitigen weiterleben, Reinkarnation usw. eine Rolle spielen was mir der Grund scheint, dass Martin Heidegger da bestimmt unbestimmt bleibt - ist es doch nur als Seiendes gegeben.
Beantwortet wurde sie damals so wenig wie heute, was einen Gewissen Aufschluss gibt über den Sinn und Unsinn im Internet über sowas zu diskutieren - was nun den dies dies getippt habenden also zurückwirft auf sich. Ist aber auch eher nicht der Sinn von Sein sondern die Implikation der Totaldeduktion, die mir einige Terissenheit beschert was in Aufgehobenheit des Inhalts von Sein und Zeit und dem gewähnten Sinn dessen mir einige Empörung abzuringen vermag. Entweder wird ein ungeheurer Verrat an sich geübt oder über die Bedingungen der eigenen Existenz nachzudenken und seinen Quack dazu abzugeben, nachdem die Philosophie sich selbst aufgehoben haben sollte, ist ein Selbstzweck für sich.
Nachdem es also einmal kräftig geknallt hat, Gott mit einem zu sich kommenden "Da" dem ganzen Zirkus Existenz eingehaucht und/oder der Geist sich in der Form gesetzt hat, ist der Inhalt von Sein und Zeit bis auf wenige Paragraphen so trivial, dass man kaum einen Satz schreiben kann ohne ihn durchzuexzerzieren. Und was im Blick in den Theorie-Spiegel darüber hinausginge, bleibt auch bei Existenzialen Aussagen, der Zusicherung, dass es so sei. winken winken
Also wäre ich für eine Beantwortung der Frage doch sehr verbunden, da sie mir potentiell bei der Aufschlüsselung des eingangs erwähnten phänomenalen Sachbestandes, hülfe. Gut !
Aber da die Frage, was denn damit gesagt sein wollte offenbar vorrängig die Substanzielle Frage nach Existenz und Seinssinn hinter dem wie und so medialer seinsregionen zurücktreten lässt, kann davon Ausgegangen werden, dass sich eine Antwort irgendwie verbietet, right?
nachdenklich
Zitat:
Original von ohk
Hab die Frage ["Welches Seiende sind wir wessen Meinung nach denn jeweils selbst?"] ähnlich schon einmal gestellt ...


Wühlt da in Dir ein unbestimmter Drang nach Selbsterkenntnis? Wenn ja, kannst Du die Antwort auf Deine Frage nur selber finden. Dabei in Termini von Heidegger zu denken, erscheint mir bei der Suche nach einer Antwort eher erschwerend. Warum benützt Du nicht Deine eigenen Worte?
ohk
Selbsterkenntnis. Du weisst es, richtig?
Termini? Was das?
Außerdem denke ich nicht, sondern beobachte und befrage Zwinker
Dich oder mich falls das n Unterschied macht. Ist auch okay, oder?
*Nachdenk*

*Vordenk* Und ach ja - nein, die Antwort was im ganzen so vorgeht kann nicht ohne befragung/beobachtung von anderem geschehen. Zu Gründen steht da schon alles.

Was n Phänomen ist, ist aber allgemein bekannt oder?

So kann zb einer mit dem Spitznamen ohk sich Fragen, was es mit dem Phänomen "nachdenklich" so auf sich hat und ihm sogar Fragen stellen, wie es den Martin Heidegger interpretiert. Aber es will nicht antworten...
(Was wahrscheinlich auch besser so ist, denn was Philosophie ist, dass weiß ich doch nicht... - Antwort müsste oben stehen...)