Wittgensteins Werk & Sprachphilosophie

Zanderdan
Hallo Nylen,

sagenhaft, wie du überall den Popper ins Spiel bringst Zwinker ...


Zitat:
Zum Hintergrund gehört möglicherwiese auch eine implizite angeborene Grammatik...aber das ist umstritten. Aber eine Disposition zum erlernen des gebrauchs der Sprache.


Meinst du Chomsky? Den find ich nun sterbenslangweilig (als Linguist). Eine Disposition hat glaube ich keine Auswirkungen auf LW. Mir scheint, die kann man annehmen oder nicht, ohne dass sich was ändert?

Zitat:
Aber was Wittgenstein meint ist wohl eher so etwas wie Quine vorschwebt. Ein Begrifflichkeitennetz. Ein Netz aus akzepzierten (festen) und variablen Sätzen (flüssig). An der Peripherie sind die Sätze flüssig. es kann aber passieren das ein Kernsatz unseres Weltbildes umgeworfen wird, was Auswirkung auf viele andere Sätze hat.


...das gefällt mir sehr gut.

Zitat:
Möglich.....aber Kuhn hat Konsequenzen kaum aus Wittgenstein gezogen da er seine schriften ausser dem Traktakt kaum gekannt haben dürfte.


Dochdochdoch. Sein "Paradigma" kommt direkt von Wittgenstein. Die ganze "Struktur wissenschaftlicher Revolutionen" könnte man angewandten Spätwittgenstein nennen...imo...

Zitat:
Auf Wittgenstein angewendet sagt Popper, wir stützen uns überhaupt nicht auf ein bestimmtes Geflecht von Sätzen und diversen festen Kernsätzen, sondern auf Pakete von impliziten Sätzen.
Eine Theorie ist also ein Paket von impliziten oder expliziten Annahmen, welche überhaupt nicht bereits Bestandteil der Sprache sein müssen.


...und das nennt sich dann "kritischer Rationalismus" geschockt

Gruss

PS: findst nicht, dass in Wittgensteins Weltbild wie es in den Zitaten erscheint kein Platz für eine reale Wahrheit ist, an die man sich konvergierend annähern könnte?
Nylen
Ich glaube das wittgenstein grossartige Einsichten erzeugt hat bei mir.
Ich bin kritischer Rationalist, und benutze eine andere akademischere Sprache als Wittgenstein. Trotzdem versuche ich seine Einsichten zu würdigen in meinem Denken. Das führt dazu das ich natürlich Ekkektiker bin. Anders gesagt wandle ich Philosophien um in meine Sprache.
Auf diese Weise gibt es keine inkommensurabilität smile

Einige haben schon geschmunzelt wie ich die beiden angeblichen Antagonisten Popper und Wittgenstein oft zusammenbringe.

Ich behaupte sogar das ihr Spätwerk ähnliche Konsequenzen haben. Ihre Biographie ist sehr verwandt. Ihr Frühwerk stand sich diametral gegenüber. Das Spätwerk tut das nicht.