Hi Klumpat.
| Zitat: |
| „du hast recht, aber im nachhinein bewertet die person das vermeintlich optimale verhalten als suboptimal.“ |
Das nennt man „Lernen“, oder?
| Zitat: |
| „jedes verhalten hat in einem motiv seinen ursprung. das motiv selbst ist egoistischer natur. somit ist jegliches verhalten egoistisch. da nun aber verhalten möglich ist (meine 3 beispiele), bei dem die person HINTERHER der ansicht ist, dass das verhalten NICHT optimal war, bleibt eben raum für skepsis. ich wollte für den vortrag, bei dem ich dieses thema gewählt habe (es ging schlussendlich um erziehung und manipulation), keinen raum für skepsis lassen und habe mir daher vorbeugend 3 beispiele ausgedacht, bei denen VERMEINTLICH kein egoismus im spiel ist. aber eben nur vermeintlich.“ |
Ah, okay, jetzt habe ich verstanden, was Du sagen wolltest, danke für die Klarstellung.
| Zitat: |
| „sehe ich nicht ganz genauso. ich denke, es gibt auch rein egoistisches verhalten. vermischt ist es dann, wenn egoismus der ursprung für prosoziales verhalten ist.“ |
Das sind ja zwei getrennte Dinge.
3) Ja, es gibt mit Sicherheit rein egoistisches Verhalten.
4) Ich glaube man kommt auf egoistischem Weg auf „natürliche“ Art und Weise zu prosozialem Verhalten. Irgendwann stellt man fest, dass die eigenen Bedürfnisse nicht damit befriedigt sind, immer nur erster zu sein, die meiste Beachtung zu bekommen, das größte Stück von Kuchen, sondern, dass es ein gutes Gefühl sein kann, anderen etwas Gutes zu tun, dass manches im Team besser gelingt, dass es eine Fähigkeit ist etwas deligieren zu können – ein guter Chef, lässt die Flossen raus, ein schlechter Chef meint, er müsse alles besser können als jeder seiner Mitarbeiter – und letzten Endes erkennt man vielleicht, dass es eine reife Fähigkeit zur Abhängigkeit gibt, d.h. das Gefühl einen anderen Menschen zu brauchen, in dem Sinne, dass es einem wichtig ist, was er sagt, wie er über mich denkt und das es mich traurig macht, wenn die Beziehung zu diesem Menschen zerstört wird. Dann spätestens ist Egoismus in echte sorgevolle Kooperation und Partnerschaft übergegangen.
| Zitat: |
Wenn ich jemandem eine Freude bereite und mich daran freuen kann, dass er/sie sich freut – ohne zu erwarten Lohn oder Dank zu bekommen – ist das dann Egoismus oder Altruismus?
„in meinen augen - und das soll meine argumentation nicht schmälern (ich darf nicht von einem fakt ausgehen) - handelt es sich um egoistisches verhalten. wie du schon sagst, hast du freude daran, wenn du jemand anderem eine freude bereitest. ein nahestehender mensch ist einem wichtig. beweggründ, die egoistischer natur sind, können folgende sein:
- du möchtest das zwischenmenschliche verhältnis "aufblühen" lassen bzw verstärken“ |
Aber ein zwischenmenschlcihes Verhältnsi zu pflegen, ist ja nicht zwingend egoistisch, wenn es wirklich eine Beziehung auf Augenhöhe ist, dann eher nicht.
| Zitat: |
| „- du denkst von dir, du bist ein netter mensch / guter freund / sohn, der seine mutter liebt / oder ähnliches. das selbstkonzept muss ja irgendwie aufrecht erhalten werden. so wirst du also "hin und wieder" nach diesem selbstkonzept handeln müssen, es erfüllen müssen. wer nie höflich ist, kann von sich nicht denken, höflich zu sein“ |
Ich muss ja nicht das Selbstbild haben ein netter Mensch zu sein.
| Zitat: |
| „- du erwartest, dass dir ebenfalls eine freude gemacht wird“ |
Ja, das ist ein bisschen manipulativ, aber auf der anderen Seite auch berechtigt, so ist unser konventionelles Spiel, wem gegeben wird, der hat zu geben. Wer das nicht kann, also geizig ist, steht gesellschaftlich nicht gut da und schafft er es über seinen Schatten zu springen, wird er erfahren, dass Dank und Freude der anderen eben auch ein Lohn ist, der im Laufe des Lebens immer kostbarer wird.
Dem Kind geht es Weihnachten um die Geschenke, gleich wer sie bringt, später geht es darum, dass jemand einen mit Aufmerksamkeit bschenkt, egal wie groß der materielle Wert oder die technische Ausführung ist. Aber dass man in der Jugend, wo man – vor allem als Mann – beziehungsmäßig ungeübt ist, eher materialistisch eingestellt ist (oder streng idealistisch, was ungefrähr das gleiche ist) ist glaube ich völlig normal, man probiert verschiedenen Konzepte aus und schaut, wie weit man jeweils damit kommt.
| Zitat: |
| „- dir wird sympathie enhtgegen gebracht bzw schwächst du eventuell vorhandene antipathie ab (bspw nach einem streit)“ |
Was hat das mit Egoimsus zu tun?
| Zitat: |
| „nebenbei: ich hoffe, ich trete mit meinen langen zitaten niemandem auf die füße. ich hoffe auch, dass meine posts noch ontopic genug sind. ich muss ja meine ansicht, weshalb man philosophiert, auch untermauern.“ |
Du trittst niemandem auf die Füße, on topic ist das nicht so wirklich, außer, dass vielleicht die Beschäftigung mit Psychologie, Philosophie und anderen Systemen, von denen man sich verspricht die Welt (und sich selbst) ein bisschen besser zu verstehen ein sehr ähnliches Motiv haben.
M.E. sind das sehr spannende Wege, die einander mehr oder weniger nahtlos ergänzen.
Gruß,
Carsten