@ reinhard
Hallo Reinhard,
| Zitat: |
| Ob jemand über ausreichende Offenheit verfügt, unterliegt selbst noch keinerlei Wertung, die tritt erst ein mit seinem Tun oder Lassen in bestimmten Situationen. |
Ja, auch wenn es manchmal länger dauert, weil die Enttäuschung das Hirn trübt. Dann kann man nur hoffen, daß der andere noch da ist, wenn man wieder klar ist.
| Zitat: |
| Dass Menschen leicht abgestempelt werden, erfährt man ja nicht gerade selten. Und da liegt für mich der Hase im Pfeffer. Es ist ja eine einfache Art andere abzustempeln, zumal die Versuchung immer da ist, sich selbst damit zu erhöhen. Reflexe der Eitelkeit. |
Das ist schon Eitelkeit, seine Wahrnehmung, seine (Ver-)Urteilskraft absolut zu setzen.
| Zitat: |
| Streng genommen kann man nur jede Tat aus ihrem einzigartigen Zusammenhang heraus werten, doch unsere Not zu verallgemeinern, als zusammengefasste, vereinfachende Wertung, trügt uns immer wieder. |
Das unterliegt einem riesigen philosophischen Komplex, über den ich mir in den letzten Tagen so meine Gedanken gemacht habe.
Wie ich glaube, liegt das Problem einzig darin,
a) daß wir Menschen alle aus Individuen bestehen und es nur immer Ähnlichkeiten im Empfinden geben kann, die so gerne und so falsch verallgemeinert werden
- aber, und hier liegt die einzige und angebrachte "Verallgemeinerung"
b) wir sind zwar das Viele aber wir sind auch das Eine. Wenn wir wirklich verstehen wollen, was uns zusammenhält, dann kann es nur das sein. Und genauer überlegt heißt das, zu sehen bzw. sehen zu wollen, was wir uns, dem Einen, antun, wenn wir die einen Teile von uns pflegen und andere krankwerden oder sterben lassen. Als Individuum spüren wir das andere Individuum zwar nicht, weil es aufgrund der extremen "Verdünnung" nicht möglich ist. Wenn man aber Leid oder Schmerz am anderen erkannt hat und stillschweigend darüber hinwegsieht, lassen wir zu, daß wir selbst, weil alles eins, krank sind und krank bleiben. Das zu erkennen - dafür braucht es noch nicht einmal Moral.
| Zitat: |
| Als erstes würde es schon genügen, Teile des konventionellen Ballastes über Bord zu werfen, der durch die falsch verstandenen philosophischen und religiösen Dogmen uns immer wieder in eine Doppelmoral hineintreibt. |
Manchmal ist es schon seltsam. Ich kam heute morgen hierhin, um im Thread Eine/Viele die Frage zu stellen, die sich genau um das dreht, was wir hier schreiben.
Wenn erkannt wird, was das Eine ist, passen alle persönlichen "Götter" unter ein Dach. Ob mein Gott Physik ist, dem anderen die Dreieinigkeit
(die im Übrigen so schön aus der Antike heraus erklärt werden kann, worüber, wenn ich nicht irre, es noch keinen Thread gab. Da gibt es soviel zu erkennen, was noch aus dem Dunkel des reinen Glaubens in die Erkenntnis geholt werden könnte.),
Religionen oder Philosophien jeder Couleur, ist fast gleich,
wenn den Menschen klargemacht werden kann: Seht hin: Wir alle (incl. nicht-menschlichen Lebens) sind EINS.
Und wenn ich nun sehe, was das für eine Arbeit nach sich zieht, gehe ich erstmal wieder ins Bett, ziehe mir die Decke über die Ohren und träume mich weg. Oder auch nicht :-)
Bis dann, Theo