Otter
Hallo!
@ Nylen:
Nach welchen Kriterien ordnest du das Sprechen mit Gott, das Sehen von Außerirdischen und das Sehen von Engeln der Kategorie "spirituell" zu?
Zur Frage der Möglichkeit sinnvoller Verständigung:
Es liegt in der Natur der Sache, dass das bei inneren Erfahrungen schwieriger ist als wenn man sich auf die Außenwelt bezieht. Man kann sich gemeinsam vor den selben grünen Baum stellen und ihn gleichzeitig anschauen, um zu überprüfen, ob man mit dem Wort "grün" dasselbe meint. Man kann sich nicht in derselben Weise vor eine Einheitserfahrung stellen und sie gemeinsam anschauen. Aber was ist die Konsequenz daraus, was soll man tun? So wie Skinner und die Behavioristen jede Introspektion verteufeln, wei sie nicht objektivierbar ist? Das Sprechen über spirituelle Erfahrungen für illegitim erklären? (Viele Mystiker tun das ohnehin.) Wir sprechen hier jetzt über eher extreme Formen von spiritueller Erfahrung, Gipfelerfahrungen wie einer Einheitserfahrung. Aber das hängt ja im spirituellen Diskurs nicht im luftleeren Raum, man entwickelt eine gemeinsame Beschreibungssprache anhand der vielen kleinen Fortschritte, Rückschritte, Irritationen und Erfolgserlebnisse im täglichen Üben. Wer den Lernprozess selbst durchgemacht hat, überlieferte Beschreibungen der Erfahrungen studiert hat und mit vielen anderen Menschen laufend darüber kommuniziert, kann dann auch ungefähr nachvollziehen, was in einem anderen Praktizierenden vorgeht.
Bis zu einem gewissen Grad sind Vorgänge bei der Meditation auch objektivierbar. Misst man die neuronale Aktivität eines Meditierenden, dann zeigt sich ein sehr spezifisches Bild, das sich sowohl von dem eines Schlafenden als auch von dem eines Menschen deutlich unterscheidet, der nur ruhig dasitzt, aber nicht meditieren gelernt hat. Es gibt noch nicht sehr viel Forschung dazu, höchstens ein kleiner Splitter da und ein Fitzelchen dort, aber was bringt das? Was ändert das?
Gruß
Otter
@ Nylen:
Nach welchen Kriterien ordnest du das Sprechen mit Gott, das Sehen von Außerirdischen und das Sehen von Engeln der Kategorie "spirituell" zu?
Zur Frage der Möglichkeit sinnvoller Verständigung:
Es liegt in der Natur der Sache, dass das bei inneren Erfahrungen schwieriger ist als wenn man sich auf die Außenwelt bezieht. Man kann sich gemeinsam vor den selben grünen Baum stellen und ihn gleichzeitig anschauen, um zu überprüfen, ob man mit dem Wort "grün" dasselbe meint. Man kann sich nicht in derselben Weise vor eine Einheitserfahrung stellen und sie gemeinsam anschauen. Aber was ist die Konsequenz daraus, was soll man tun? So wie Skinner und die Behavioristen jede Introspektion verteufeln, wei sie nicht objektivierbar ist? Das Sprechen über spirituelle Erfahrungen für illegitim erklären? (Viele Mystiker tun das ohnehin.) Wir sprechen hier jetzt über eher extreme Formen von spiritueller Erfahrung, Gipfelerfahrungen wie einer Einheitserfahrung. Aber das hängt ja im spirituellen Diskurs nicht im luftleeren Raum, man entwickelt eine gemeinsame Beschreibungssprache anhand der vielen kleinen Fortschritte, Rückschritte, Irritationen und Erfolgserlebnisse im täglichen Üben. Wer den Lernprozess selbst durchgemacht hat, überlieferte Beschreibungen der Erfahrungen studiert hat und mit vielen anderen Menschen laufend darüber kommuniziert, kann dann auch ungefähr nachvollziehen, was in einem anderen Praktizierenden vorgeht.
Bis zu einem gewissen Grad sind Vorgänge bei der Meditation auch objektivierbar. Misst man die neuronale Aktivität eines Meditierenden, dann zeigt sich ein sehr spezifisches Bild, das sich sowohl von dem eines Schlafenden als auch von dem eines Menschen deutlich unterscheidet, der nur ruhig dasitzt, aber nicht meditieren gelernt hat. Es gibt noch nicht sehr viel Forschung dazu, höchstens ein kleiner Splitter da und ein Fitzelchen dort, aber was bringt das? Was ändert das?
Gruß
Otter