carsten aus bochum
Brandoms Wahl soll nicht auf das verweisen, was uns wesensmäßig ausmacht, sondern auf das, was uns unterscheidet.
Empfindungsfähig sind Katzen auch und zuverlässige Reaktionen zeigen auch Lichtschranken und Landminen. Doch Begründen tut nur der Mensch.
Wir haben Überzeugungen und überzeugt zu sein, heißt, etwas für wahr zu halten.
Wir können handelnd etwas wahr machen, beispielsweise die behauptende Festlegung: „Ich muss noch in die Stadt, einkaufen“ dadurch, dass man in die Stadt fährt und einkauft.
Brandom versucht die Beziehung zwischen dem Inferenz- und Wahrheitsbegriff zu klären, beide möchten Gehalte erklären, die sich durch ihre propositionale Form auszeichnen.
Inferenzen sind Schlüsse die sich aus dem Verstehen des Gehaltes von propositionalen Aussagen und praktischen Handlungen ergeben.
Soweit die kurze Zusammenfasssung (gestern und jetzt) von 1.1.1. und 1.1.2..
Wichtig scheint mir an dieser Stelle zu sein, dass Brandom, soweit ich ihn verstehe, die Trennung zwischen einer theoretischen und einer praktischen Welt und wie er (sehr viel) später deutlich machen wird, zwischen einer semantischen und einer praktischen Welt aufgibt, die seiner Auffassung nach die Wurzel vieler Übel ist.
Weitreichende theoretische Schwierigkeiten ergeben sich Brandom zufolge aus einer referenziellen oder korrespondenztheoretischen Einstellung, die Welt in Tatsachen (oder Wahrheiten) und Berichte über Tatsachen zertrennt.
Sprache, semantische Praktiken, so meint man, bilden Welt, die Wirklichkeit, Tatsachen oder Wahrheiten in der einen oder anderen Weise nur ab, doch wie Brandom in Kapitel 5, vermutlich in einem Herzstück des Buches, zeigen möchte, ist dies ein Irrtum.
Darum ein vorgreifendes Zitat:
„Diskursive Praktiken umfassen wirkliche Dinge. Sie sind solide – man könnte sagen körperlich: sie umfassen wirkliche Körper, auch unseren eigenen und den der anderen (belebte und unbelebte), mit denen wir praktisch und empirisch zu tun haben. Man darf sich diese Praktiken nicht als hohl vorstellen, als müssten sie noch mit Dingen angefüllt werden. Sie sind nicht dünn und abstrakt, sondern so konkret wie die Praxis des Nägeleinschlagens mit einem Hammer. ( Sie sind unser Zugang (unter anderem) zu dem, was abstrakt ist und nicht dessen Produkt.)“ (S.475)
Es gibt also in Brandoms Philosophie eine von Beginn an eine Verschränkung von Theorie (und doxatischen Festlegungen, wie er es später nennen wird) und Praxis (und deontischen Festlegungen), die Möglichkeit das eine durch das andere und mit dem anderen wahr zu machen – weshalb Handeln wahr machen bedeutet – weil beides in einem Netzwerk semantischer Praktiken verwoben.
Rationalität verbirgt sich also nicht in dem, was wir sagen (und denken) sondern auch in dem, was wir tun. Wir sollten wissen, wann wir eine Behauptung aufstellen und dieser aufgestellten Behauptung (die in den Augen der Betrachter eine Festlegung darstellt) auch nachzukommen haben, weil dies den kollektiven Erwartungen entspricht.
Das ist eine der praktischen Folgen, wenn man sich in einen Raum von Gründen gestellt versteht.
Empfindungsfähig sind Katzen auch und zuverlässige Reaktionen zeigen auch Lichtschranken und Landminen. Doch Begründen tut nur der Mensch.
Wir haben Überzeugungen und überzeugt zu sein, heißt, etwas für wahr zu halten.
Wir können handelnd etwas wahr machen, beispielsweise die behauptende Festlegung: „Ich muss noch in die Stadt, einkaufen“ dadurch, dass man in die Stadt fährt und einkauft.
Brandom versucht die Beziehung zwischen dem Inferenz- und Wahrheitsbegriff zu klären, beide möchten Gehalte erklären, die sich durch ihre propositionale Form auszeichnen.
Inferenzen sind Schlüsse die sich aus dem Verstehen des Gehaltes von propositionalen Aussagen und praktischen Handlungen ergeben.
Soweit die kurze Zusammenfasssung (gestern und jetzt) von 1.1.1. und 1.1.2..
Wichtig scheint mir an dieser Stelle zu sein, dass Brandom, soweit ich ihn verstehe, die Trennung zwischen einer theoretischen und einer praktischen Welt und wie er (sehr viel) später deutlich machen wird, zwischen einer semantischen und einer praktischen Welt aufgibt, die seiner Auffassung nach die Wurzel vieler Übel ist.
Weitreichende theoretische Schwierigkeiten ergeben sich Brandom zufolge aus einer referenziellen oder korrespondenztheoretischen Einstellung, die Welt in Tatsachen (oder Wahrheiten) und Berichte über Tatsachen zertrennt.
Sprache, semantische Praktiken, so meint man, bilden Welt, die Wirklichkeit, Tatsachen oder Wahrheiten in der einen oder anderen Weise nur ab, doch wie Brandom in Kapitel 5, vermutlich in einem Herzstück des Buches, zeigen möchte, ist dies ein Irrtum.
Darum ein vorgreifendes Zitat:
„Diskursive Praktiken umfassen wirkliche Dinge. Sie sind solide – man könnte sagen körperlich: sie umfassen wirkliche Körper, auch unseren eigenen und den der anderen (belebte und unbelebte), mit denen wir praktisch und empirisch zu tun haben. Man darf sich diese Praktiken nicht als hohl vorstellen, als müssten sie noch mit Dingen angefüllt werden. Sie sind nicht dünn und abstrakt, sondern so konkret wie die Praxis des Nägeleinschlagens mit einem Hammer. ( Sie sind unser Zugang (unter anderem) zu dem, was abstrakt ist und nicht dessen Produkt.)“ (S.475)
Es gibt also in Brandoms Philosophie eine von Beginn an eine Verschränkung von Theorie (und doxatischen Festlegungen, wie er es später nennen wird) und Praxis (und deontischen Festlegungen), die Möglichkeit das eine durch das andere und mit dem anderen wahr zu machen – weshalb Handeln wahr machen bedeutet – weil beides in einem Netzwerk semantischer Praktiken verwoben.
Rationalität verbirgt sich also nicht in dem, was wir sagen (und denken) sondern auch in dem, was wir tun. Wir sollten wissen, wann wir eine Behauptung aufstellen und dieser aufgestellten Behauptung (die in den Augen der Betrachter eine Festlegung darstellt) auch nachzukommen haben, weil dies den kollektiven Erwartungen entspricht.
Das ist eine der praktischen Folgen, wenn man sich in einen Raum von Gründen gestellt versteht.