Götter und Unsterblichkeit

Nylen
Heute nacht als ich aufwachte und nicht wieder schlafen konnte habe ich einen kleinen Text verfasst den ich nun für euch poste und zur Diskussion stelle:

Oft lesen wir seit es die Vorstellung eines einzigen Gottes gibt dessen primäre Attribute seien Allmacht, AllWissen und Höchste Güte.
Der Islam kennt derer Attribute Gottes weit mehr. Doch was hätte ein Ägypter, Sumerer, Römer oder anderer Polytheist wohl dazu gesagt?
Das primäre Attribut eines etwa römischen Gottes war seine Unsterblichkeit. Unsterblichkeit!
Es gibt den berühmten Ausspruch Heraklits gemäß dem Götter nur unsterbliche Menschenn seien, Menschen dagegen sterbliche Götter.
Ein weiteres wichtiges Atribut ist also der Aufenthaltsort in der göttlichen Sphäre, dem Olymp, oder dem Himmelreich.
Doch mir geht es es hier um Unsterblichkeit.
Es gibt das Sprichwort: Man kann nichtb sterben wenn man in unzähligen Köpfen verbleibt.
So verstanden das wohl die Antiken Völker die ihre unvergesslichen Herrscher vergöttlichten. divus Julius (Cäsar) und Divus Augustus fallen einem da spontan ein.
Platon nun setzte die Götter in das Ideenreich und die unsterblichen menschlichen Seelen, Engeln gleich hinzu. Die Christen machten daraus das Reich der Himmel.
Ich denke Unsterblichkeit, Göttlichkeit und Leben in unserer Errinerung hängen tief verzahnt zusammen.
Was denkt ihr dazu?
Ergo
ich denke: ...wärst du besser nicht aufgewacht! Zwinker
mark
Zitat:
Original von Nylen
Heute nacht als ich aufwachte und nicht wieder schlafen konnte habe ich einen kleinen Text verfasst den ich nun für euch poste und zur Diskussion stelle:

Oft lesen wir seit es die Vorstellung eines einzigen Gottes gibt dessen primäre Attribute seien Allmacht, AllWissen und Höchste Güte.
Der Islam kennt derer Attribute Gottes weit mehr. Doch was hätte ein Ägypter, Sumerer, Römer oder anderer Polytheist wohl dazu gesagt?
Das primäre Attribut eines etwa römischen Gottes war seine Unsterblichkeit. Unsterblichkeit!
Es gibt den berühmten Ausspruch Heraklits gemäß dem Götter nur unsterbliche Menschenn seien, Menschen dagegen sterbliche Götter.

das ist ja schon der hinweis darauf, dass monotheismus nicht einfach die streichung aller götter bis auf einen ist sondern dass es sich dabei um eine gänzlich andere vorstellung handelt. die findet man übrigens ja auch schon anderswo. bei den ägyptern zum beispiel.
wo götter im polytheismus noch "schlicht" besondere wesentheiten in der welt sind, ist gott im monotheismus zumindest immer zu einem guten teil transzendent. so direkt vergleichn lässt sich das nicht, die unsterblichkeit wird aber dank transzendenz ohnehin zur farce. allmacht, allwissen etc kommen aber dann erst dazu, denn keiner wesenheit in der welt kann man sowas plausibel andichten.
Zitat:

Ein weiteres wichtiges Atribut ist also der Aufenthaltsort in der göttlichen Sphäre, dem Olymp, oder dem Himmelreich.
Doch mir geht es es hier um Unsterblichkeit.
Es gibt das Sprichwort: Man kann nichtb sterben wenn man in unzähligen Köpfen verbleibt.
So verstanden das wohl die Antiken Völker die ihre unvergesslichen Herrscher vergöttlichten. divus Julius (Cäsar) und Divus Augustus fallen einem da spontan ein.

der alte julius göttlich? na.
in der nachfolge waren das wohl eher politische kategorien, vergänglichkeit und deren unabwendbarkeit war damals sicher stärker in den köpfen präsent als heute. anders ist ja gar nicht zu verstehen, warum diese erklärten und geradezu exemplarischen königshasser ausgerechnet mit tyrannischen gottkaisern endeten. aber vielleicht war das auch so ein effekt wie beim schifahren mit dem einzige baum auf der piste: nicht auf den baum, nicht auf den baum, nicht auf den...*krach*
nicht, dass ausgeschlossen werden kann, dass nicht auch idioten unter den kaisern waren die dachten, statuen brächten unsterblichkeit, mag ja sein. aber augustus oder marc aurel? wahrscheinlich war nichtmal nero wirklich so bescheuert.
Zitat:

Platon nun setzte die Götter in das Ideenreich und die unsterblichen menschlichen Seelen, Engeln gleich hinzu.

ich würde sowas nicht allzu wörtlich nehmen. reich der ideen. da gruselts mich.
Zitat:

Die Christen machten daraus das Reich der Himmel.

was man nicht alles instrumentalisieren kann.
aber schon bei platon kann man ja sehen, wie naiver götterglaube und vernunftgemässes verweisen mythischer wesen in eben den mythos schon damals nebeneinander existierten. platon argumentiert aber mit solchen leuten ganz in deren bildern. das fällt uns heute natürlich auf. ich denke aber, dass es viele stellen gibt, die einem nicht in dieser art auffalllen, letztlich aber ähnlich gestrickt sind. da nimmt man das ganze dann zu wörtlich. wenn ich da nur an atlantis denke...
mit wahrheit in einem naivrealistischen sinn hält er sich einfach nicht lange auf.
Zitat:

Ich denke Unsterblichkeit, Göttlichkeit und Leben in unserer Errinerung hängen tief verzahnt zusammen.
Was denkt ihr dazu?

ich finde unsterblichkeit als jemandem in erinnerung bleiben ziemlich abstrus. hört sich für mich wie eine ausrede an.
unsterblichkeit gehört sicher zur göttlichkeit. war das nicht so in der geschichte mit dem apfel, dass der mensch aus dem paradies vertrieben wird, damit er sich nicht auch noch die unsterblichkeit derart unverfroren nimmt? aber nachdem sich das mit dem wissen bzw der erkenntnis ja doch eher relativiert hat nach dem apfel, wer weiss was da nach einem genuss der birne der unsterblichkeit noch übrig bleiben würde von der vorstellung vom ewigen leben. wohl bestenfalls schmale lippen, stirnrunzeln und betretenes scheigen.
so grundsätzlich faktisch kann man ja nicht sehen, dass der praktischen unsterblichkeit im sinne von "zufälliger" langlebigkeit irgendwas entgegen stünde. ausser eben zufälliger widriger umstände. das wär ja schon recht göttlich, von unten betrachtet. aber irgendwie sicher unsterblich wärs ja nicht('relativ unsterblich' nennen sie das bei perry rhodan. eigentlich ein idiotischer begriff, auch wenn leicht nachvollziehbar ist, was er meint). das differenziert das bild wohl auch nicht so genau aus von den unsterblichen göttern. und im transzendenten sinn einer aus unsere sicht sich selbst bedingender und damit notwendiger unsterblichkeit wäre es natürlich ohnehin nicht. aber da man das nicht werden kann und eigentlich auch nicht sein...kann man wohl abhaken.
unsterblichkeit ist am ende doch ziemlich schwammig.

gruss
Nylen
Zitat:
Original von Ergo
ich denke: ...wärst du besser nicht aufgewacht! Zwinker


Alter Schelm großes Grinsen

@Mark

Danke für eine ernst gemeinte sachliche Antwort. Ich muss das erst alles gründlich lesen aber in den meisten Punkten gebe ich dir jetzt schon recht. Es ist ein unausgereifter Gedanke weshalb ich es ja erst hierher stelle. Immerhin ist er einigermassen originär (originell *hoff*).

Sobald ich mehr Zeit habe. Werde ich deine Anregungen aufgreifen und nochwas dazu schreiben. Bis dahin erstmal Danke.
Telltale
Hi Nylen,

zunächst mal gute Besserung aber ich habe Dir tausendmal gesagt, dass an der Steckdose lecken nicht mit einer Verstärkung der Hirnströme, sondern im Krankenhaus endet. Naja, wer nicht hören kann...

Zitat:
Original von Nylen
Doch was hätte ein Ägypter, Sumerer, Römer oder anderer Polytheist wohl dazu gesagt? Das primäre Attribut eines etwa römischen Gottes war seine Unsterblichkeit. Unsterblichkeit!

Keine Regel ohne die Ausnahme, die in Zweifel zieht, dass es sich überhaupt um eine Regel handelt. Im Fall "Primäres Attribut: Unsterblichkeit!" lautet die Ausnahme: Germanische Götterwelt.

Zitat:
Original von Nylen
Es gibt den berühmten Ausspruch Heraklits gemäß dem Götter nur unsterbliche Menschenn seien, Menschen dagegen sterbliche Götter.

Und nun sage mal selbst, ob dieser Ausspruch "dunkel" ist oder nicht viel eher die griechische Lebensart und ihre Götterwelt in Perfektion beschreibt.
Und ganz nebenbei macht dieser Ausspruch auch noch Kleinholz aus dem "Primären Attribut".

Zitat:
Original von Nylen
Es gibt das Sprichwort: Man kann nichtb sterben wenn man in unzähligen Köpfen verbleibt.

Ja, eine romantische Vorstellung, die demjenigen, der einerseits in den Köpfen weiterlebt, während er andererseits in der Gruft vermodert, genau dann am A vorbeigehen sollte, wenn er kein Narr war.

Zitat:
Original von Nylen
Platon nun setzte die Götter in das Ideenreich und die unsterblichen menschlichen Seelen, Engeln gleich hinzu.

Hast Du dafür einen Beleg aus Platons Werken?
Zwar spricht er oft von Gott und Göttern, doch dass er wirklich an sie geglaubt hat, scheint mir zweifelhaft. Ich erinnere nur an die "Apologie", wo Sokrates einzige Verteidigung gegen den Vorwurf der Götterleugnung sein Daimonion ist (Nebenbei bemerkt: eine rhetorische Glanzleistung).

Zitat:
Original von mark
das ist ja schon der hinweis darauf, dass monotheismus nicht einfach die streichung aller götter bis auf einen ist sondern dass es sich dabei um eine gänzlich andere vorstellung handelt. die findet man übrigens ja auch schon anderswo. bei den ägyptern zum beispiel.

Allerdings. Doch auch da nur bei Echnaton. Mich würde wirklich mal interessieren, wie der Typ auf die Idee mit Aton gekommen ist und warum - sollten die Gründe dafür profan sein - er der einzige König geblieben ist, der so einen Versuch gewagt hat.

Gruß
Telltale