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Original von Kai
Etwas haben zu wollen als Volkspsychose anzusehen, ist so, als würde man Sexualität als Volkspsychose ansehen. |
Sobald es zwanghaft und exzessiv betrieben wird (d.h. dass dabei andere wichtige essenzielle Bedürfnisse nicht nur temporär sondern dauerhaft in den Hintergrund gedrängt werden), ist es als krankhaft zu bezeichnen und therapiebedürftig, da hilft alles Beschönigen nüscht.
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Original von Stanley Alvarez
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| Nur... was ist letztendlich die Quintessenz dessen, worauf du "hinweist": Die Schuld liegt bei "egoistischen Minderheiten, mit asozialem, teilweise narzisstischem, auf jeden Fall aber parasitärem Verhalten"... also bei den Anderen. |
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| Ja natürlich, und denen muß man es auch genau so ungeschminkt und unverdünnt ins Gesicht schütten. |
Wie gesagt: Du scheinst immer noch nicht begriffen zu haben, dass ich die Existenz dieser "Anderen", dieser "Minderheit", dieser "Richtigen" selbst infrage stelle; und dass es die unhinterfragte Annahme ihrer Existenz ist, die ich an deinem Weltbild vermutlich am bedenklichsten finde. |
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Original von Stanley Alvarez
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Der Kapitalismus ist nicht die Ursache ihes Leids sondern das Symptom. Die Ursache liegt in ihrem verzerrten Werteempfinden, welche durch Konditionierung entstand. Stichwort 'Bukanowskisierung'.
Andererseits verstärkt aber gerade dieses Symptom wieder die Ursache. Ein Regelkreis mit positiver Rückkopplung. Wie bei einer unbehandelten Psychose. (Genaugenommen IST der Kapitalismus eine kollektive Psychose). |
Das Problem mit dieser Pathologisierung der gesellschaftlichen Verhältnisse ist ja, dass hier eine Art "Normal-" bzw. "Naturzustand" menschlicher Gesellschaften herbeiphantasiert wird. |
Ok, dann nochmals in aller Deutlichkeit, ganz konkret und phantasiefrei.
Ich halte die Bezeichnung Volkspsychose für den Kapitalismus und den Vergleich mit der weltweiten Drogenproblematik für äußerst zutreffend.
Man muß dabei ja zunächst mal unterscheiden: zwischen den parasitären, antisozialen Minderheiten, die zwar aufs engste in die Problematik eingebunden sind, womöglich sogar selbst mit der Krankheit infiziert, die aber letztlich doch die Nutznießer der bestehenden Gegebenheiten sind. Im Vergleich wären das dort die Drogenbarone, hier sind es die Großkapitalisten und Konzerneigentümer. Sie erkennen zwar die antisoziale und maligne Wirkung der systemischen Mechanismen ihrer Machenschaften, sehen aber keine Notwendigkeit, daran etwas ändern zu wollen, solange sie dadurch leben können, wie die Egel in der Lunge des Wirtsorganismus.
Auf der anderen Seite gibt es die große Masse an Kranken bzw. psychisch Verwirrten. Dort sind es die Junkies, die meinen sich jeden Tag die Nadel setzen zu müssen, weil sonst ihr Leben unerträglich wäre oder jeden Sinn verlieren würde, hier sind es die bürgerlichen Kleinbesitzer, die ihre Lebenssinn darin sehen, ihren Kleinbesitz zu vermehren, und die regelmäßig applaudieren, wenn die Kurse ihrer paar Aktien wieder um ein paar Prozent steigen, dafür aber wonaders wieder ein paar Tausend Leute auf die Strasse gesetzt oder durch Billiglöhner ersetzt werden, oder weil auf der anderen Seite des Globus wieder ein paar ausgebrannte Chinesen aus dem Fenster hüpfen.
Beiden gemein ist die gefährliche Illusion, dies alles sei ihre ureigenste persönliche Entscheidung und Freiheit, und das gehe niemanden etwas an, am allerwenigsten die Gesellschaft. 'Ich kümmere mich um meinen *Hintern*, was mit der Gesellschaft ist, geht mich nichts an'. Wie anders soll man so eine Denke bezeichnen, als 'asozial' ?
Jedem, der auch nur eine halbe Stunde ernsthaft über diese Problematik und Zusammenhänge nachdenkt, dem muß doch einleuchten, dass hier ein massives psychisches Problem vorliegt.
Eine kollektive Geistesstörung, die mit Realitätsverlust, Problemverdrängung und zwanghaftem Abwehrverhalten aufs deutlichste gekennzeichnet ist.