Jay Ray
| Zitat: |
Original von Chris
Könnte man Frieden vielleicht im weitesten Sinne als Nichtvorhandensein oder Stillstand eines dialektischen Prozesses bezeichnen? |
Oberflächlich - ja. Ansonsten halt ichs mit Bierce:
"Friede, der - in der Weltpolitik eine Periode des Betrugs zwischen zwei Perioden des Kampfes."
Es sei denn, Du meinst die Art "Frieden", die bei Lems
Schweigenden Stern auf der Venus herrscht...
Chris
| Zitat: |
Original von Jay Ray
| Zitat: |
Original von Chris
Könnte man Frieden vielleicht im weitesten Sinne als Nichtvorhandensein oder Stillstand eines dialektischen Prozesses bezeichnen? |
Oberflächlich - ja. Ansonsten halt ichs mit Bierce:
"Friede, der - in der Weltpolitik eine Periode des Betrugs zwischen zwei Perioden des Kampfes." |
Das stimmt natürlich - als hätte es in der Weltpolitik in irgendeinem Bereich jemals keinen dialektischen Prozess gegeben.
Shamatic
@chris:
| Zitat: |
| Könnte man Frieden vielleicht im weitesten Sinne als Nichtvorhandensein oder Stillstand eines dialektischen Prozesses bezeichnen? |
Was meinst du hier mit einem "dialektischen Prozess" ? Das Auftauchen von "Widersprüchen" ?
Chris
| Zitat: |
Original von Shamatic
@chris:
| Zitat: |
| Könnte man Frieden vielleicht im weitesten Sinne als Nichtvorhandensein oder Stillstand eines dialektischen Prozesses bezeichnen? |
Was meinst du hier mit einem "dialektischen Prozess" ? Das Auftauchen von "Widersprüchen" ? |
Nicht das Auftauchen, sondern das Sich-Abarbeiten an Thesen und Antithesen, um Synthesen zu schaffen, die wiederum neue Antithesen darstellen oder hervorrufen. Wie ein kompletter Stillstand praktisch aussehen sollte, ist mir jedoch vollkommen schleierhaft. Wahrscheinlich kann sich so ein Stillstand nur auf bestimmte Bereiche oder Faktoren beziehen.
Roadside
Hm.
Wenn es mit dem Frieden nicht klappt - wieso dann nicht (und ich denke, soweit ist man) mit der Abwesenheit von Krieg versuchen? Ich meine, Carl von Clausewitz hatte mal gesagt, Krieg sei bloß die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln. Der Mann lebte im 18. Jahrhundert, mittlerweile sind wir weiter, und das höchste Ziel sollte es sein, keinen Konflikt mehr mit Waffen führen zu müssen. Das ist ein verdammt kleiner Schritt auf dem Weg zum Frieden, wenn man sich anschaut, was dem alles noch im Wege stehen kann, aber ein Anfang wäre es.
Nun vom politischen zum seelischen oder inneren Frieden:
Sicher hängt sowas von vielen äußeren Einflüssen ab. Letztendlich ist das aber alles eine individuelle Sache (in meinen Augen zumindest). Was man mit seiner Außenwelt anstellt, bleibt immer einem selbst überlassen. Es ist sicher nicht einfach, mit Emotionen und Gefühlen so umgehen zu können, ein Maximum an Glück* zu erreichen, aber ich denke, sowas lässt sich trainieren. Ich orientier mich da hin und wieder an der Stoa und dem bisschen, was ich von Seneca gelesen hab.
* Überhaupt, warum ist die deutsche Sprache die einzige, die ich kenne, in der Glück die zwei völlig verschiedenen Bedeutungen einmal von Happyness und dann von Luck hat (ich nehm einfach mal die englischen Begriffe, weil die für jedermann verständlich sind und ich keine Lust hab, groß zu erklären, was ich meine). Wieso ist das so? o..o
Shaya
Ich glaube nicht, dass es Frieden nur geben kann, wenn alle die gleiche Meinung haben. Das wäre vielleicht sogar noch schrecklicher, als Krieg.
Ich meine damit, man kann doch durchaus gänzlich unterschiedliche Meinungen haben, solange man nur die Meinung des anderen akzeptiert und ihn nicht versucht von seiner eigenen zu überreden. Jedoch scheitern die meisten Menschen schon bei diesem Punkt.
Außerdem ist das Wort "Meinungsverschiedenheit" ein Euphemismus für "Streit", also nicht damit gleichzusetzen.
Ob es jedoch den völligen Frieden geben kann wage ich stark zu bezweifeln, weil dann doch wirklich alle Menschen mitziehen müssten und es ist doch nunmal so, dass wir Menschen nicht perfekt sind, es also immer welche gibt, die andere nicht tolerieren.
kämpfer der sonne
das problem der menschen ist die intoleranz, respeklosigkeit und das für sich in anspruchnemende recht auf die wahrheit.
die menschen müssen nicht die selbe meinung haben, nur die richtige einstellung zum leben.
Seitenlicht
Sonnenkämpfer, es ist immer noch eine Frage der Definition.
kämpfer der sonne
frieden herrscht, wenn die liebe gesiegt hat.
Seitenlicht
@ Kämpfer der Sonne
Ähmmm ... ich gebs auf.
Wäre ausreichend gewesen, wenn Du den Ansatz welchen ich aufzeigte, zumindest hättest nachvollziehen können. Aber gut, Du hast Deine Definition.
[Edit: ich liebe andere Menschen, aber meine Definition ist trotzdem sehr weitreichend.]
theophanu
Ist doch gar nicht schwer, Ihr Lieben,
seht Ihr das Gesetz der Welt:
Wo kein Krieg, da auch kein Frieden
wenn es Euch auch nicht gefällt.
Alles liegt auf einer Waage,
wo das Leben, dort auch Tod.
Plus und Minus halten gerade,
was sein muß aus purer Not.
Reinhard
Wer den Frieden wünscht, sollte erst mal zeigen, welche Opfer er dafür bringen würde. Frieden auf intellektuellem Wege erzeugen zu wollen, ist wie die Buchseiten auf denen dies verbreitet wird, fressen zu müssen, um satt zu werden. Wohlstandsgelaber, das den eigenen Wohlstand schützen möchte, nur leider immer zu Lasten anderer.
kämpfer der sonne
je schlechter die menschen umso mehr konflikte und krieg .
Seitenlicht
Ja, Sonnenkämpfer ey, dann quatsch doch nicht so viel von und über Liebe, tu es doch einfach und sag das auch zu anderen (selbst wenn Du sie nicht leiden kannst) schlicht und einfach wie Partygänger: Ich liebe Dich (so wie Du bist).
HaJo51
| Zitat: |
Original von nikoweird
Kann es ihn (Frieden) nur geben, wenn es nur noch die gleiche Meinung gibt? |
Nein!
| Zitat: |
| Ein anderes Wort für Streit ist ja auch Meinungsverschiedenheit. |
Meinungsverschiedenheit ist nicht = Streit.
Die Gleichsetzung von Meinungsverschiedenheit und Streit ist ein Faktor, der Streit auslösen kann.
| Zitat: |
| Kann es kein friedliches Nebeneinander geben? |
Nein!
Gruß von HaJo51
HaJo51
| Zitat: |
Original von nikoweird
(...) und ein Mensch kann nicht individuell mit sich Frieden schließen. Glaube ich nicht.. |
Ich glaube doch!
Ähnlich (oder eventuell genauso) wie 'kämpfer der sonne' meine ich, dass
'Frieden mit sich selbst' (oder auch Selbstzufriedenheit, 'Mit sich selbst im Reinen sein') sogar die Voraussetzung dafür ist, dass einem Mensch der Frieden mit anderen Menschen gelingt.
| Zitat: |
| achja, und was meint ihr eigentlich von der Meinung: ,,FRIEDEN=ERTRAGEN DES UNRECHTS'' ?? |
Ich meine, dass dies keine Frieden auslösende Meinung ist.
Soll heißen:
Etwas als zu ertragendes Unrecht zu bewerten, ist dem
'Mit sich selbst im Reinen sein' hinderlich.
Gruß von HaJo51
© Philo-Welt.de 2005-2008