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die von dir beschreibenen Kyniker hören sich ja jetzt schon eigensinnig frech an...
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Hierzu empfehle ich eine wunderbare Stelle bei Schopenhauer

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„Demnach hatten die alten, ächten Kyniker, Antisthenes, Diogenes, Krates und ihre Jünger, ein für alle Mal jedem Besitz, allen Bequemlichkeiten und Genüssen entsagt, um der Mühe und Sorge, der Abhängigkeit und den Schmerzen, die unvermeidlich damit verknüpft sind und nicht dadurch aufgewogen werden, für immer zu entgehn. Durch nothdürftige Befriedigung der dringendesten Bedürfnisse und Entbehrung alles Ueberflüssigen gedachten sie leichtesten Kaufes davonzukommen. Sonach begnügten sie sich mit Dem, was in Athen und Korinth so ziemlich umsonst zu haben war, wie Lupinen, Wasser, ein schlechtes Tribonion, Schnappsack und Knittel, bettelten gelegentlich, so weit es hiezu nöthig war, arbeiteten aber nicht. Sie nahmen jedoch durchaus nichts an, was über obige Bedürfnisse hinausgieng. Unabhängigkeit, im weitesten Sinn, war ihre Absicht.
Ihre Zeit brachten sie zu mit Ruhen, Umhergehn, Reden mit allen Menschen, viel Spotten, Lachen und Scherzen: ihr Charakter war Sorglosigkeit und große Heiterkeit. Da sie nun, bei dieser Lebensweise, kein eigenes Trachten, keine Absichten und Zwecke zu verfolgen hatten, also über das menschliche Treiben selbst hinausgehoben waren, dabei auch stets voller Muße genossen, eigneten sie, als Männer von erprobter Geistesstärke, sich trefflich, die Berather und Ermahner der Uebrigen zu werden.“ (Welt als Wille und Vorstellung Band II Kapitel 16)
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| vielleicht hat A. ja nicht in erster Linie kynisch unterrichtet und Diogenes ist aus seinen Lehrern die Idee und Gedanke an das kynisch sein entstanden?? |
Antisthenes (übrigens selbst Schüler des Sokrates) ist m.E. ein waschechter Kyniker (man lese auch die Anekdoten über ihn im Diogenes Laertius) und soweit ich weiß, wollte er im Kynismus die praktische Philosophie seines Lehrers sozusagen vervollkomnen. Aber wenn du hierzu etwas anderes findest, kannst du es ja mal posten. Diogenes war dann allerdings wohl derjenige, der die Sache erst richtig populär gemacht hat.
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reinhard hat mich nachdenklich gemacht mit seinem Vergleich Kyn. Philosophie und buddhistischer Mönch...
Wie denkst du darüber? |
Auch hierzu kann man Schopenhauer wunderbar heranziehen:
„Auch hierin also, wie in so vielem Andern, zeigen sie große Aehnlichkeit mit den Bettelmönchen der neuen Zeit, d.h. mit den besseren und ächten unter diesen, deren Ideal man sich an dem Kapuziner Christoph, in Manzoni's berühmtem Roman, vergegenwärtigen mag. Jedoch liegt diese Aehnlichkeit nur in den Wirkungen, nicht in der Ursache. Sie treffen im Resultat zusammen; aber der Grundgedanke Beider ist ganz verschieden: bei den Mönchen ist er, wie bei den ihnen verwandten Saniassis, ein über das Leben hinausgestecktes Ziel; bei den Kynikern aber nur die Überzeugung, daß es leichter sei, seine Wünsche und Bedürfnisse auf das Minimum herabzusetzen, als in ihrer Befriedigung das Maximum zu erreichen, welches sogar unmöglich ist, da mit der Befriedigung die Wünsche und Bedürfnisse ins Unendliche wachsen; daher sie, um das Ziel aller antiken Ethik, möglichste Glücksäligkeit in diesem Leben, zu erreichen, den Weg der Entsagung einschlugen, als den kürzesten und leichtesten[...] –
Die Grundverschiedenheit des Geistes des Kynismus von dem der Askese tritt augenfällig hervor an der Demuth, als welche der Askese wesentlich, dem Kynismus aber so fremd ist, daß er, im Gegentheil, den Stolz und die Verachtung aller Uebrigen im Schilde führt" (ebenda)
Wenn der Kynismus nun auch nicht in erster Linie auf Altruismus ausgerichtet sein mag, halte ich ihn deswegen jedoch in keinster Weise für moralisch bedenklich oder gar verwerflich! Ob Spott und Hohn allerdings immer angebracht und der richtige Weg sind, etwas zu bewirken, darüber lässt sich wohl tatsächlich streiten...
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| Hm, vielleicht gehe ich ja auch mal in die Geschichte als Kynikerin ein |
Warum nicht

jemanden, der zeigt wie es auch anders geht, kann die Gesellschaft immer gebrauchen!
Gruß Thanasius