Diogenes

Reinhard
Zitat:
Schließlich kann ich Lao-Tse und Konfuzius auch sehr viel abgewinnen und vielen anderen großes Grinsen


Hallo R.M., hast schon recht, was nützt das alles, wenn man sich selber nichts abgewinnen kann, weil man sich selber nicht mag.

Liebe Grüße
Reinhard
Roter Mohn
Hallo Reinhard,

kann es sein, dass im Rahmen meines letzten Beitrages, der Antwortsteller, in diesem Falle du, also du über das Wort "abgewinnen" gestolpert bist und zwar im womöglich auf mich bezogenen negativem Sinne? Bitte korrigiere mich, wenn ich das falsch verstehe, denn ansonsten verstehe ich deine Antwort nicht in Bezug, mich selbst nicht mögen etc.

Ich kann Konfuzius´ Lebensregeln für mich als bereichernd annehmen während ich das bei Lao-Tses naturbezogenem Denken genauso kann (Tao = der Weg).

Ich stehe noch am Anfang, meine Gedanken innerhalb der Philosophie genau zu definieren. Unter dem Wort abgewinnen, verstehe ich entweder befürworten, zustimmen, oder ein mich gedankliches Bereichern im Sinne von Horizonterweiterung in Bezug auf den gesamten philosophischen gedanklichen Kontext.
In diesem Sinne befinde ich mich noch "auf dem Weg".
Reinhard
Hallo R.M., ob etwas zu einem Gewinn wird, entscheidet sich doch nicht rein theoretisch. Erst wenn die Nagelprobe kommt, wird Wahrheit daraus und die ist nicht immer angenehm. Ob man den Ansprüchen, die man theoretisch an sich selber stellt auch gerecht wird, hängt doch sehr mit dem Selbstvertrauen zusammen und wer das nicht hat, mag sich auch nicht. Sicher sein, kann man sich da wohl nie. So inetwa habe ich das gemeint.

Mit freundlichen Grüßen
Reinhard
Roter Mohn
Hallo Reinhard,

meine eigenen philosophischen Gedanken, die selbstverständlich über das allgemeine Alltagsgeschehen hinausgehen prägen doch in gewisser Weise mein Alltagsleben - und in diesem Alltagsleben fühle ich mich wohl, weil ich es mir so gut es möglich ist, dabei bin nach eigenen Vorstellungen zu gestalten - und meine philosophischen Gedanken prägen dieses Alltagsleben auch praktisch, z.B. kein Konsumdenken fördern, so wenig Elekronik wie möglich um das Gespräch zu fördern usw.
Alles was mir wichtig ist, versuche ich im Rahmen des Möglichen umzusetzen, somit lebe ich ganz Praktische Philosophie. War es nicht Hesse der gesagt hat, wer das Mögliche erreichen will, soll das Unmögliche versuchen - ja, auch das versuche ich, ansonsten halte ich mich an Franziskus gebetet hat: Herr gibt mir die Fähigkeit dinge zu ändern die ich ändern kann und lass mich akzeptieren was ich nicht ändern kann und schenke mir die Weisheit beides voneinander zu unterscheiden.
Hier finden sich die von mir sehr befürworteten kynischen Züge, wie auch die spirituell befürworteten franziskanischen Züge wieder....
Da sich Schopenhauer auch positiv über die Kyniker ausgelassen hat, habe ich heute angefangen, in seine Biographie reinzuschauen...was ich höchst interessant fand - und werde versuchen, in entsprechende Literatur heute reinzulesen.
Ich bin hierbei über die philosophische Richtung des Solipsismus gestoßen. Ich finde, Solipsismus könnte in diesen Thread hier reinpassen. Was meinst du dazu?
Zwinker Röteste Rote Mohngrüße.............warte ich gespannt auf deine Antworten winken
Reinhard
Zitat:

Ich bin hierbei über die philosophische Richtung des Solipsismus gestoßen. Ich finde, Solipsismus könnte in diesen Thread hier reinpassen. Was meinst du dazu?


Hallo RM, Solipsismus, was ein furchtbares Wort, ist hier sicher schon vielfach besprochen. Solipsismus ist aber keine philosophische Richtung, sondern eine notwendige Denkfolge des subjektiven Idealismus. Oft so eine Art Schreckgespenst für Materialisten, die Wahrheits und Sinnsuche in der objektiven Welt der Mittelbarkeit betreiben. Erkenntnistheoretisch besagt er, dass alle Erkenntnis rein subjektiv ist und wir nichts kennen als unsere eigenen Empfindungen und Vorstellungen.

Zu widerlegen ist er logisch nicht, da wir ja tatsächlich z.B. nicht das Licht sehen, sondern nur das was unsere polare Retina unserem Gehirn übermittelt und das was das Gehirn daraus macht. Das lässt sich sinngemäß auf jede andere Sinneswahrnehmung übertragen. Schopenhauer bemerkt gewitzt aber nicht konsequent, dazu, dass er wie eine uneinnehmbare Festung ist, aber man könne sich doch herumschleichen, was er denn auch tut und so seine Willensmetaphysik als Deutung des kantschen Dings an sich etabliert. Andererseits bemerkt er aber auch, dass ein reiner Solipsismus, auch außerhalb der erkenntnistheoretischen Zusammenhangs, ins Tollhaus gehört. Insgesamt würde das ja bedeuten, dass außer mir nichts existiert und wenn dem so wäre, könnte ich einpacken. Auf jeden Fall bräuchten wir uns hier aber nicht auszutauschen.

Insofern ist er bei der Beschreibung der Welt als Vorstellung logisch konsequent, sieht er aber den eigentlichen Kern allen Seins als Willen an, wird er selbst interpretierbar.

Für mich bedeutet das, dass nichts weiter damit ausgesagt wird, als dass die Welt nie allein logisch, sprich durch unsere Erkenntnis, beschreibbar ist und das jede Erkenntnis den Aspekt der Subjektivität nie außer Acht lassen darf.

Wenn man so will, drückt das bekannte Cogito von Descartes diesen subjektiven Standpunkt aus, beschränkt aber m.E. nicht das Sein aufs Ich, sondern das Ich auf die Erkenntnis davon. Würde man den Umkehrschluss gelten lassen, müßte man annehmen, dass unser Geist, im Sinne einer rein geistigen Welt, immer nur Teil eines übergeordneten Geistes sein kann und ihn als undefinierbaren Weltgeist oder als Gott ansehen. Gott kann er aber nicht sein, denn der ist Liebe durch und durch und eben nicht reiner Verstand. Der Weltgeist ist eine Geisteskrücke mit Absolutheitsanspruch.

Man kann also nie Solipsist sein wollen, das ist jeder, nur sich fragen wie man zu diesem Thema steht.

Mit freundlichen Grüßen
Reinhard
Roter Mohn
Hallo Reinhard,

das Beispiel mit dem Licht und was das Gedächtnis letztendlich daraus macht gefällt mir.
In deinem letzten Abschnitt schreibst du: man kann kein Solipsist sein wollen", ok ist bei mir ankommen, von meiner Warte aus, wollte ich nur noch mal mitteilen, dass ich mir keine philosophische Richtung aussuche um diese sein zu wollen, sondern ich versuchen die bestehenden Richtungen zu verstehen und sie im Rahmen meines eigenen Daseins zu begreifen, da ich, wenn ich von mir ausgehe, mir keine philosophischen Gedanken mache um möglichst neuartige Gedankenkonstrukte zu erfinden, sondern will eher damit versuchen, mein Menschsein in diesem Leben auf irgendeine Art zu begreifen und so sinnvoll wie möglich dieses Leben zu gestalten..die kynische Richtung sagt mir hierbei zu, weil sie sich mit meinen vor der Erkenntnis der Existenz des Kynischem bereits durch meine eigene Erkenntnis gewonnenen Gedanken einigermaßen deckt und wie gesagt...das Möglichste davon versuche ich dabei umzusetzen, zumal ich der Meinung bin, dass alles bisherigen philosoph. Gedanken aus einer einzigen Quelle fließen und jede Richtung eine Facette des Umfangreichen Seelischen und Geistigen des Menschen erfasst. Natürlich machre ich mir auch konsequent eigene Gedanken, d.h. erst durch meine eigenen Gedanken stolpere ich auf bereits existierende Gedanken. In Diogenes habe ich reingeschaut aus purem zufall, weil mich der anpassungszwang mal wieder aufgeregt hat . es war ein zufälliger griff ins bücherregal und ich dachte mir fallen die augen raus, was ich da las bes. die paralellen, gedanklich etc

In New Age - Literatur a la "siimplify your life" meine ich ähnliche Ansätze darin widerzufindenm, auch Gedanken die ich hatte, bereits bevor ich von dieser Art von Büchern erfuhr.

Gehe ich davon aus, ich habe das Buch "smplify your life" entdeckt, oder sonstigen Ratgeber oder bin auf ein Buch über die Kyniker gestoßen, OHNE das ich mir davor Gedanken über dieses oder jenes gemacht habe und gewinne womöglich neue Erkenntnisse aus ihnen, was z.B. die Gestaltung meines Alltages betrifft, erschließt sich mir etwas, und fortan wird es existent in meinem Bewusstsein sein, was sich ansonsten mir nie eröffnet hätte und somit wäre es auch nie existent für mich geworden - Dies widerspiegelt sich für mich im Subjektivismus, von dem her kann ich dem Subjektivismus als existentes Gedankengut zustimmend gegenüberstehen. Und von ihm aus, begreife ich auch Descartes cogito ergu sum.

Dem Solipsismus dagegen weniger, indem mein Ich das einzig wirklich existente sein soll - denn dann gäbe es glaube ich auch keine iMuseen, die Beweise unserer menschlichen Vorgeschichte beherbergen, denke ich.

Was für mich persönlich allerdings wieder starke Aussagekraft hat, mit dem ich real etwas anfangen kann, ist der Gegenwartssolipsismus, als der S. der besagt, das ausschließlich der seelische Gegenwartsmoment realistisch ist. Dem kann ich zustimmen, m.E. ist das etwas, dass wirklich die einzig fassbare Realität ist, da meines Erachtens, die Ratio zwangsläufig höher gestellt werden muss um der Zivilisation / Gesellschaft standhaft zu begegnen, aber jede Ratio hat keinen Sinn, wenn ich als Mensch unglücklich bin, deshalb stelle ich selbst, also ich Roter Mohn den seelischen Moment höher als alles andere..(um mein Abi zu schaffen, werde ich allerdings eine Wende herbeiführen, und die Ratio wieder auffahren)

Wache ich morgens auf und bin traurig, ist das erstmal real und wichtig.
Allerdings stellt sich mir nun die Frage, was das dann ist, wenn ich durch Nachdenken, meinen Traurigkeitszustand nach dem Warum erforschen kann bzw. sowieso gegebenenfalls diesen gleich als unwichtig erklären oder verdrängen....ja dann wäre das eben der Gegenwartssolipsismus, dass ich den verdränge und die Traurigkeit in meiner Magengrube irgendwie rumtrage, dann ist das meine seelische Augenblicksrealität Zwinker - denn gedanklich sehr verändern, kann man einen seelischen Zustand wohl schwer, also zumindest nicht sofort, eher auf längere Sicht - aber ich kann natürlich wenn ich übermütig bin, zur Nervenschonung anderer mich dazubringen ruhig zu sein. Hmmmmmmmm....dann wäre dann wohl das erzwungene Ruhigsein der Gegenwartssolips. - was aber wäre dann die gedankliche Tat, mich erst - selbst - dazuzubringen ruhigzusein....fällt das dann in Ethik, Moral, Erziehung...(was ja alles an-erzogene und bei-gebrachte tugenden sind) gruebel

Mal so in Thread schick, bis denn winken
Reinhard
Hallo RM, na, Du bist ja ein helles Köpfchen. Das siehst Du schon ganz richtig, in der Gegenwart verschwinden Raum, Zeit, Kausalität und damit alle Fragen. Da gibts nur Antworten, ob man sie hören will oder nicht. Aber die Wahrheit ist nur dann schonungslos, wenn man sich zuvor eine andere zurechtgelegt hatte. Bleibt man schön bei sich selbst und seinen Möglichkeiten, dann gibt man sich die Chance auf eine augenblickliche Heiterkeit. Mehr kann kein Mensch erwarten.

Mit freundlichen Grüßen
Reinhard
Roter Mohn
Hallo Reinhard,

das war angenehm für mich, mit deiner Definition, in der Gegenwart verlieren sich Raum und Zeit und damit alle Fragen... smile ...ich verstehe nur nicht was du einst mit....eine andere Wahrheit zurechtgelegt hat....

Ansonsten....wenn jetzt einiges klarer ist Freude .......mache ich mich mal auf den Weg zu Schopenhauer und Kant (Basis für Schopenhauer).

Habe gestern in einem Philosophie Buch ein Bild von Aristoteles mit dem Giftbecher gesehen...hat der sich etwa.....:O

Außerdem interessiert mich jetzt noch logischerweise, was sich hinter der Definition Objektivismus verbirgt...als gegenpol zum Subjektivismus großes Grinsen ...oder weisst du was darüber???????

Roteste Mohngrüße winken
Reinhard
Zitat:
...eine andere Wahrheit zurechtgelegt hat....


Hallo RM, eine ideologische, religiöse oder auch wissenschaftlich-logische.
Zitat:

Ansonsten....wenn jetzt einiges klarer ist Freude .......mache ich mich mal auf den Weg zu Schopenhauer und Kant (Basis für Schopenhauer).


Tipp vorweg, Du wirst bei Schopenhauer darauf aufmerksam gemacht, dass nur die erste Ausgabe der ersten Auflage der kantschen Kritik der reinen Vernunft von 1781 für ihn maßgeblich ist. Wenn Du also mit Kant anfängst, solltest Du das beachten.

Zitat:
Habe gestern in einem Philosophie Buch ein Bild von Aristoteles mit dem Giftbecher gesehen...hat der sich etwa.....:O


War wohl eher Sokrates. Die platonische Apologie des Sokrates gehört zum Pflichtprogramm.

Objektivismus ist Materialismus.

Schönes Wochenende
Reinhard
Roter Mohn
Hallo Reinhard,

ja, das mit Sokrates und dem (zu meinem großen Bedauern) Hinrichtungsurteil mit dem Giftbecher (Schierlinggift) habe ich inzwischen nachrecherchiert und nachgelesen.
Die Apologie von Platon habe ich mir gestern als Hörbuch ausgeliehen.

Statt über Sch. und Kant bin ich über Nietzsches Ecce Homo gestolpert .... und bin gerade dabei es zu lesen, er nennt sich selbst als den Jünger Dyonisus - stellenweise erwähnt er Aristoteles, Sokrates und ist damit wie mit seinen anderen Themen sehr interessant für mich.......
Reinhard
Zitat:

Statt über Sch. und Kant bin ich über Nietzsches Ecce Homo gestolpert ....


Hallo RM, na, das ist ja schon was, wenn man sich aussuchen kann, worüber man stolpert. Hetz man bloss nicht zu viel hin und her, die Neugier muss sich auch den Anforderungen von Gründlichkeit und Geduld stellen können, sonst verliert so mancher die Lust, denn beim philosophieren geht es ja nicht um Lösungen für den Augenblick, sondern um den Erhalt des kritischen Bewußtseins. Der Lesestoff ist unerschöplich und gute Bücher verdienen es durchaus mehrmals gelesen zu werden. Außerdem soll ja immer noch genug Zeit bleiben für Dyonisos und Apollon, sprich Rausch und Traum.

Mit freundlichen Grüßen
Reinhard
Roter Mohn
Hallo Reinhard,

ja akzeptiert....aber Nietzsche habe ich auch schon lange im Hinterkopf gehabt....seufz........und finde ecce homo gut.......smile ....Ich werde die bisher angeschnittenen Themen nicht aus den Augen verlieren, und viel Verschiedens lesen wird trotzdem keine Qualitätseinbussen bei mir haben, ehrlich Gut !

so, ecce homo ruft...... winken Freude
Reinhard
Zitat:
so, ecce homo ruft...... winken


Hallo RM, beeindruckender Sprachstil der Herr Nietzsche, nicht.

Freundliche Grüße
Reinhard
Roter Mohn
Hallo Reinhard,

sowohl der Sprachstil, als das was er sagt, als das, was er alles um sich herum analysiert, seziert und seine Philosophie praktisch lebt...quasi durch sich selbst hindurch, durch seine eigenen Gedanken und Empfinden...wie ich das auch für mich empfinde....das zwischen mir, meinem Alltags- und insgesamtem Lebensempfinden und Philosophie keine Grenze empfinde.....und danach lebe und mir es auch gut tut, mich meinem Leben in Bezug auf meine Gedanken z.B. was ist sinnvoll was nicht, was bin ich, was ist mir aufgedrängt...das ich auch noch die zehnte Kaffeemaschine kaufe usw (als Beispiel). Aber bewusst wahrnehmen und trennen kann ich es schon und vergleichen.....hmm...sonst wäre es wohl auch keine Philosophie als solche ?? gruebel ...Also, ich meine, ich kann mich zur Erleichterung der Sache auch mal den Gegebenheiten anzupassen, ohne den Ärger z.B. hervorzurufen, den Sokrates und andere (wie wäre es mit Eugen Drewermann, der aufgrund seiner Äußerungen exkommuniziert wurde) hervorrufen durch ihr reden und nachfragen und sinnforschen oder einfach eine gewisse sog. Weisheit......

Diese Weisheit könnte der christl. Hl. Geist sein....


mehrfach angeregt.....lese ich jetzt gerade in die Apollogie des Platon rein..also die Verteidungsrede des Sokrates.......auch er hat seine Gedanken und Philosophie gelebt, er konnte gar nicht anders...und es ist gut so......


Wer sind die Diogenes, Aristoteles, Sokrates, Platon....der heutigen Zeit, des 21. Jahrhunderts???? frage ich mich gerade..... gruebel

winken großes Grinsen
Reinhard
Zitat:

Wer sind die Diogenes, Aristoteles, Sokrates, Platon....der heutigen Zeit, des 21. Jahrhunderts???? frage ich mich gerade..... gruebel


Hallo RM, keine Ahnung. Wie denn auch? Ich hoffe, Du erkennst, dass man sich keine Vorbilder nehmen sollte, denn das hieße ja, immer so werden zu wollen wie die. Dabei könnte man sich nur selber verlieren. Im Grunde genommen gibt es doch gar keine Philosophie, das ist doch auch nur eine Verallgemeinerung der Gedanken über das Allgemeine. Es kommt also nur auf den Umgang mit philosophischen Fragen an und ich meine auch noch, auf die Offenheit immer wieder daraus zu lernen. Zu jedem Philosophen gibt es eine Biographie.

Mit freundlichen Grüßen
Reinhard
Roter Mohn
Hallo Reinhard,

beim mich beschäftigen mit den zur Zeit anitiken griechischen Philosophen habe ich mich einfach gefragt, wer denn heute solche tiefgründigen und weiterreichende bzw. vorausschauenden Gedanken haben könnte....um eine solche Stelle in der Geschichts-Biographie der Weltgeschichte zu bekommen, wie eben ein Aristoteles oder Platon.....so meinte ich das.....was das mit den Vorbildern betrifft ist es in meinem Fall so, dass ich mir alles anhören und alles lesen kann...aber meine Gedanken zu allem mache ich mich mir grundsätlich selbst und eigenständig auch noch einmal, wäge für mich ab, überlege...

Ich überlege aber auch wie DER VERFASSER einiger Gedanken etwas gemeint haben könnte, aus welchem zeitl. / geschichtl. Zusammenhang heraus bzw. aus seinen lebensumständen und möglichem Zeitgeist heraus etwas gedacht haben könnte...versuche mich in ihn reinzuversetzen um ihn WIRKLICH zu verstehen....aber verlieren tue ich mich in den Äußerungen nicht....

Ich suche mir auch nicht zwanghaft Vorbilder.....aber ich denke, dass Vorbilder eine gewisse positive Energie mit für mich positiven Effekten auslösen können, so das es mir nicht peinlich ist, mich für besondere Persönlichkeiten, seien es Schauspieler, Philosophen, Schriftsteller, Künstler auch mal über das Normalmaß hinaus mich für sie zu interessieren...ihre Bilder ansehen, ihre Biographien lesen...und sowas wie eine vorübergehende geistige Freundschaft zu finden...

Oft ist es ja auch so, dass wenn man / ich sich / mich für jemanden besonders interessiert, was die Taten und oder Worte der entsprechenden Person betreffen....dann spricht das ja auch etwas an, was in mir schlummert...und was vielleicht nur darauf wartet gewecikt zu werden......

also nur keine Angst......aber auch kein Festklammern.......!

Die Frauenbewegung oder Arbeiterbewegung hätten sicherlich nicht solche Fortschritte gemacht, wenn nicht einer mal aufgestanden wäre..und andere gut fanden was diese Person gewagt hat und ihr nachgeeifert haben ..... und das meist aus eigener innerer überzeugung...

was ja was ganz anderes ist, wenn man einem Sektenguru verfallen ist, von ihm psychisch abhängig.....es sei denn die Person WILL psychisch von jemand abhängig sein..was in der Freiheit der Person liegt

ÜBRIGENS: mein Ausflug über Nietzsche war nicht schlecht....

denn: Nietzsche findet Diogenes genauso toll wie ich!!!!! Und Nietzsche mag ich auch......sein Denken, entrpricht so ungefähr meinem Denken, wie auch dem Denken Diogenes......

Die Info, dass Nietzsche Diogenes bewundert, habe ich aus einem Buch über die Vorsokratiker. Diogenes hat wohl selbst auch ein Buch über die Philosophen geschrieben.....der Titel ist mir momentan nicht präsent...
Reinhard
Zitat:

Oft ist es ja auch so, dass wenn man / ich sich / mich für jemanden besonders interessiert, was die Taten und oder Worte der entsprechenden Person betreffen....dann spricht das ja auch etwas an, was in mir schlummert...und was vielleicht nur darauf wartet gewecikt zu werden......


Hallo RM, selbstredend ist das so. Jeder ist doch wohl immer auf der Suche nach sich selbst. Und wie soll man sich anders kennenlernen, wenn nicht durch das Verständigen und sich verstehen lernen. Jeder Einzelne hat nun mal seine eigene Sichtweise, da er ja allenfalls in sich und nie in die Anderen hineinleuchten kann. Indem man aber trotzdem versucht, in die Anderen hineinzuleuchten, erfährt man immer mehr über sich. Die Schwierigkeit liegt doch darin, dass jeder sich nur aus dem Verhältnis heraus erkennen kann, das sich aus den Bedingungen ergibt, das er selber zu den gegenseitigen Bedingtheiten von Subjekt und Objekt erfährt. Man steht also in einem dreidimensionalen Raum und die Sprache, die uns zur Verständigung zur Verfügung steht, ist polarer Natur. Mitteilung und Anschauung sind ja schon zwei grundlegend verschiedene Welten. Zwei Räume, die nicht wie gegenständliche Abgrenzungen von einander getrennt sind, sie können sich nicht berühren, es gibt keine Brücke hinüber, man ist auf jeder Seite zugleich, wie soll man da an ein rettendes Ufer kommen?

Mit freundlichen Grüßen
Reinhard
Roter Mohn
Hallo Reinhard smile

hmm, mal überleg...ich vermisse in deiner Ausführung die sinnliche Ebene. Manchmal findet man jemand gut, weil er witzige Sprüch zur passenden Zeit einwirft, weil er süß sich verhält in manchen Situationen oder einer gefällt einen, weil er viel weiss, was mich zum Beispiel auch interessiert. Schon ist etwas geweckt, was womöglich an Interesse (bisher nicht gelebt) geschlummert hat. Wenn ich dem nachgehe, können sich womöglich ganz neue Dimensionen für mich auftun.

Weniger ist es wohl wichtig, das rettende Ufer zu finden, als den anderen auf irgendeinem Ufer zu finden (seinem oder meinem).

Die Mühe, den anderen mal aus SEINER Sicht und seinen Lebensumständen und seinen bisherigen gemachten Erfahrungen (sofern bekannt) zu verstehen ist dabei ein nicht unwesentlicher Faktor und sollte man sich schon machen. Man könnte das vielleicht als Zeitvergeudung verstehen....aber letztendlich ist es doch ein Mehr....leider kann man allerdings vom Gegenüber nicht erwarten, dass er sich diese Mühe macht....und womöglich weiss der gar nichts darüber, dass diese Mühe ganz sinnvoll wäre.....hmmmm...... winken
Reinhard
Zitat:
...ich vermisse in deiner Ausführung die sinnliche Ebene.


Hallo RM, Philosophie ist doch nie das Gefühl selber, sondern nur die Frage nach der Bedeutung. Wäre ja auch schade, wenn man immer so genau wüßte, was den Anderen für einen interessant macht. Träumen ist ja nicht verboten, allerdings nur zu träumen, ist schon gefährlich. In aller Regel merkt man doch schon sehr schnell, ob die Fassaden bröckeln und man stellt dann leicht fest, dass einem die eigene Erwartung die Fallstricke mit gelegt hat. Um beim Sinnlichen zu bleiben, ist es eben ein enormer Unterschied, ob jemand gewinnt wenn er sich auszieht oder verliert. Gerade in puncto Intellekt und Moral gilt dies besonders. Insgesamt hast Du schon recht, der Einzelne ist in seiner Gesamtheit eine Mitteilung für die Anderen und eben nicht nur durch die Sprache, die er benutzt. Auch in philosophischer Hinsicht kann man sich gerne mal treiben lassen und dem Zufall seinen Platz zubilligen, irgendwie kommt man doch wieder in eine Art Ordnung zurück. Wichtig scheint mir, am Ball zu bleiben.

Mit freundlichen Grüßen
Reinhard
Roter Mohn
Hallo Reinhard,

ja, am Ball bleiben...finde ich auch, dass man das nicht aus den Augen verlieren soll.

Kannst du eigentlich Latein?

Würdest du Anarchie irgendwo in der Philosophie unterbringen? wie findest du Wünsche nach Leben ohne Staat und Chef? Waren das nicht auch die Wünsche Diogenes und der Kyniker? Wenn ich das in google eingebe, erscheint ein Buch gleichnamigen Titels eines Autors namens Horst Stowasser .

(Heissen nicht die dt. / Latein -Wörterbücher Stowasser ????)

Kriegst du die Diskussion um Stuttgart 21 irgendwie mit? und den Bürgerprotest? 200 Bäume sollen dem Bau des neues Bahnhofes weichen, das finde ich schrecklich und aus diesem Grunde finde ich den Protest super. Was sollen alle Umweltbemühungen, wenn aufgrund von solchen Maßnahmen, andauernd Bäume ihr Leben lassen müssen. Die Kanzlerin war wohl da und sie ist wohl für den Bau (habe ich nur nebenbei mitbekommen). Also Fortschritt um jeden Preis?

Genauso wie beim Ausstieg aus dem Atom-Ausstieg? der Handel der Regierung mit den Atomkonzernen (und eine Brennelementesteuer gibt es ja immerhin auch noch dazu). Macht, Prestige, Fortschritt, Wirtschaftskraft, Geld? Alles um jeden Preis?

Kann man da was tun? Versuchen Anarchos in der Richtung was zu tun? Was ich gestern hier und da an Beiträgen gelesen habe, fand ich ganz gut, wenn ich auch etwas Angst vor Einseitigkeit und sinnloser sturer Gegenhaltungswut habe, die allerdings womöglich nur noch solange bestehen bleibt, wie ich mich noch besser in die Materie eingelesen habe., kann gut sein. Eigentlich bin ich auch eher der Typ, der gegenhalten will, da mir authentisch zu sein und zu leben wichtig ist.

Zum Schluss: Kennst du De Anima von Aristoteles?