Hi Zeitenlicht.
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| „Wenn ich das richtig verstanden habe, meinst Du damit, daß Erfahrung und Wahrnehmung miteinander interagieren.“ |
Jein.
Das zum einen, zum anderen werden Erfahrungen auch sprachlich konstituiert.
Es fällt einem das auf, wofür es ein Wort gibt, wofür es keines gibt, das fällt manchmal buchstäblich raus aus der Wahrnehmung. Und besser als
ein Wort oder Begriff müsste man sagen Satz oder sogar Sprache.
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| „Für eine Beschreibung wird manchmal ein passenderes Wort gesucht - als das gerade vorhandene das jedoch nicht zufriedenstellend ist -, damit es besser ausgedrückt werden kann.“ |
Das stimmt, aber das war nicht alles was ich meinte, denn das kommt nachher erst auf einer Stufe hinzu, die Wahrnehmungen und Sprache bereits reflektiert, während es ja am Anfang eine konditionierte Zuordnung ist.
Aber man geht oft zu schnell über diesen Punkt weg.
Denn auch ein Konditionierungsvorgang: Mama zeigt auf Sittich, sagt: „Hansi“, zeigt auf ihrem Mann, sagt: „Papa“ usw. setzt voraus, dass das Kind den Gegenstand um den es geht – dem der Begriff, der Name zugeordnet werden soll –, erkennt und weiß, welcher, denn nun genau gemeint ist.
Das ist aus mehreren Gründen schwieriger zu denken, als man am Anfang meint, ich denke wir werden im Verlauf des Threads noch detaillierter drauf kommen.
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Zitat:
„Auf der anderen Seite wird dann bei noch näherer Betrachtung zumeist klar, dass es unterhalb der Sprache die man lernt eine Ebene geben muss, die sprachlos und dennoch erkennend ist – was auf den zweiten Blick schwieriger zu denken ist, als auf den ersten und nun muss man klären, wie diese Ebenen verflochten werden.“
„Bei mir geht alles über eine solche Ebene. Auch jetzt gerade. Ich bezeichne es etwa als vorsprachliche oder intuitive Ebene. Um über sie sprechen zu können, ist es an der Übersetzung, wie erfolgreich man es hervorholen und in Worte gegoßen werden kann.“ |
Diese Ebene verliert sich in aller Regel, weil sie im doppelten Sinne „nicht angesprochen“ wird.
Kleine Kinder leben tatsächlich in einer bildhaft-affektiven Welt, bevor sie in das Korsett der Sprache gesteckt werden. Sicher ist, dass das Kind hier zusätzliche Fähigkeiten gewinnt, noch nicht sicher ist, wie es zu der prinzipiellen Möglichkeit diese sprachlichen Fähigkeiten zu erwerben überhaupt kommt, aber sicher ist auch, dass das Kind Fähigkeiten verliert. Unsicher ist, in welchem Verhältnis diese Bereiche zueinander stehen.
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| „Die Position und die Form ist als immer gleiche Erfahrung abgespeichert, denen aufgrund dieser Erkennungsmerkmale Farben zugesprochen werden.“ |
Die Bedeutung von „unten“ muss ja auch erst erlernt werden.
Allerdings ist es richtig, dass es eine weitgehend sprachfreie Ebene geben muss, auf der man sich in Zeit, bestimmt aber im Raum zurechtfindet, es gibt das einfache, aber schlagende Argument: hätten wir keine Vorstellung einer gewissen objektiven Richtigkeit bezogen auf Dinge im Raum, würde wir heute nicht hier sitzen und drüber nachdenken, denn unsere Affenvorfahren, wären reihenweise auf den Boden geklatscht, hätten sie Positionen von Ästen nicht erkannt, Entfernungen und Geschwindigkeiten nicht richtig einschätzen können.
Nun kann man sagen, das seien alles mehr oder minder angeborene Automatismen, für die man kein Bewusstsein braucht. So ähnlich wie ein Kniesehnenreflex. Aber schon innerhalb des Tierreichs sind ja Reaktionen beobachtbar, die in uns deutenden Wesen den Eindruck auslösen, es handle sich nicht einfach um eine Reiz-Reaktions-Maschine, sondern offenbar um Lebewesen die bestimmte Intentionen haben – auch dann, wenn wir in ihren Sprachmustern gegenwärtig noch nicht erkennen können, das dort die Fähigkeit zu einer Ichbildung vorhanden wäre.
Als Mensch lernen wir eine Sprache und dieses Lernen von Sprache – zumindest so, wie man es sich klassicherweise vorstellt – setzt bereits voraus, dass es eine Fähigkeit zu einer Wahrnehmung gibt, die zwischen mir hier und dem anderen dort, der mir etwas mitteilen will, sowie einzelnen Gegenständen unterscheiden kann und zudem noch irgendwie erkennt, dass dieser Begriff etwas bedeuten soll und mit diesem Begriff nun auch jener Gegenstand gemeint ist.
Eine Einheit die also bestimmte Bedeutungen erkennt, Dinge der Außenwelt isolieren kann und von der wir annehmen, sie würde durch Sprache erst entstehen.
Soweit erst mal,
Carsten