Heideggers geheime Botschaft: "Gott existiert WEIL er unlogisch ist"

La Santa
Liebte Philo-Gemeinde !

Nach vielen Wochen meines Besucher-Daseins, möchte ich nun auch aktiv an Eurem Kreis teilnehmen. Meine Person ist so unbedeutend, dass ich nicht wage mich näher vorzustellen, aber ich möchte Euch berichten, wovon ich als Frei-Christin überzeugt bin, also einer Christin der Bibel, nicht der Kirchen, die nur Teufelswerk.

Warum ich mich an Philosophen wende ?
Weil sie (falls nicht schon im Schein des Liebes-Lichtes aufgeklärt), die Torwächter des Atheismus sind. Sie haben die Pforte zwischen kalter Logik und universaler Liebe noch nicht gänzlich verschlossen. Sie sind nicht die Materialisten des Verstandes, die sich "wissenschaftlich neutral" jeder anderen These offen zeigen, sei sie doch nur "beweisbar" , wo diese "Jünger des Menschengeschaffenen" in Wahrheit doch nur mit Blindheit des Herzens geschlagen sind.

Warum ich mich aber vor Allem an Euch richte:
So unbedeutend mein leider viel zu kleiner Geist ist, so beschenkt war der meines Großvaters, einem engen Studienfreund Heideggers. Mein Großvater erzählte mir kurz vor seinem Tod, von einem Gespräch, dass er mit Heidegger geführt hatte. Ich sollte aber nur in Notzeiten davon berichten.

Diese sehe ich gekommen !

Bischoff Mixa, Käsmann und Gesellen beschmutzen das Schönste, dass uns geschenkt. Wir brauchen wieder die Gewissheit an Gottes Liebe und Heidegger hätte sie beweisen können.

Natürlich wollte ich wissen, warum Heidegger nur meinem Großvater davon erzählt hatte. Die Antwort war damals, dass Heidegger "die Menschheit nicht reif, für einen solchen Gedankenschritt sah." (Mein Großvater vermutete aber auch, dass sich Heidegger um seine wissenschaftliche Reputation sorgte, natürlich war auch er, wie wir alle, nur ein Mensch, ich werfe ihm also wirklich nichts vor !).

Ich kann nun nicht beurteilen, ob sich irgend etwas an der Einsichtsfähigkeit der Menschen geändert hat, aber ich habe Angst, dass es bald schon zu spät seien könnte und hoffe, dass mein Großvater nicht zornig auf mich ist.

Hier Ausschnitte aus meinen Notizen:
(Die Sprache Heideggers ist mir völlig unzugänglich. Mein Großvater versuchte sie mir "zu übersetzen" und dabei möglichst nahe beim Original zu bleiben. Ich gebe nun unumwunden zu, dass ich den Beweis nicht verstehe. Tatsächlich brauche ich ihn auch nicht, da ich bereits die Existent Gottes sicher spüre. Ich hoffe aber, dass er atheistische Philosophen nachdenken läßt. Vielleicht können mir auch ein paar Heidegger Experten helfen ?)

DAS unbelebt Seiende unterscheidet sich von DEM belebt Seienden, durch die Möglichkeit der Reflexion. Wer sich aber in Relation seiner Selbst setzen kann, beweist die Existenz der Abstraktion, mithin also die Existenz DES Abstrakten(als Idee) schlechthin. Wenn aber das Abstrakte als Idee des Abstrakten, zu sich selbst in Relation steht, existiert also die "Reflexion des Abstrakten". Dies aber steht im Widerspruch zur Voraussetzung, die ja behauptet, dass nur "lebendig Seiendes", reflektieren kann. Für Heidegger war aber wohl die Voraussetzung "selbst-setzend", denn die Fähigkeit zur Handlung der Reflexion bedeutet für ihn notwendig Lebendigkeit. Das Abstrakte handelt jedoch "als Idee", den die "Idee des Handelnden" ist nur Aspekt des Abstrakten. Aus dem logischen Widerspruch zeigt sich nun zunächst die Begrenztheit des Menschen und doch zugleich die Existenz des GLEICHZEITIG Lebendigigen und Unbelebten ! Dies muss dann aber Gott sein.


Liebe grüße an Alle, Eure La Santa
carsten aus bochum
Ah, die geheimen Quellen sprudeln wieder.

Was mir noch nicht klar ist, ist, inwieweit die Idee des Abstrakten ohne Belebtes mit sich selbst in Relation stehen kann.
Ich verstehe es so, als reflektierten Ideen über sich selbst, wie das genau gedacht ist erfahre ich hieraus nicht, oder ich verstehe es nicht.

So wie ich es verstehen könnte, hat die Idee aber durchaus schon Konjunktur mit verschiedenen Gesichtern.
Das wäre dann der Fall, wenn wir davon ausgehen, dass nicht der Mensch (oder das Dasein) Idee oder Abstraktes benutzt in dem der Mensch denkt und die Abstraktionen sei Werkzeug sind, sondern umgekehrt, es denkt ihn. Der Mensch wäre quasi ein Instrument der Abstraktion, das kennen wir aus verschiedenen philosophischen Richtungen. Der „eigentümlich zwanglose Zwang der besseren Argumente“ ist etwas, dem der vernünftige Mensch sich zu fügen hätte – ähnliches finden wir bei Kant, ausgebaut zu zwingenden Letztbegründungen bei Apel, wir finden in Dawkins Idee der egoistischen Gene den Menschen als Erfüllungsgehilfen der Evolution und in Idee der Meme (einer Art geistiger Gene) kommt möglicherweise Heideggers Gedanken hier habe. Auch bei Luhmann finden wir diese Gedanken. In allen Fällen gibt es eine überindividuelle Größe, die man entweder in Richtung blinder, zufälliger Natur auflösen kann, die aber auch in Richtung Idee aufgelöst werden kann, die dann – so könnte man es deuten – auf eine evtl. nichtmenschliche Intelligenz verweisen könnte.
Man müsste halt untersuchen inwieweit auf Ideen aus einer zufälligen Setzung heraus einen gewissen Zwang entwickeln, das bedeutet, eine Sprache, ein paar Prämissen und ein paar definierte logische Operationen müssen vermutlich auf lange Sicht zu ähnlichen Resultaten führen, das sieht dann die „Zauber“ oder Fügung aus, wäre aber eher in Richtung Sprache aufzulösen. Immerhin, im Anfang war das Wort ...

Hat denn Dein Großvater noch ein PS diktiert. Zwinker
Die meisten geheimen Quellen erweisen sich komischerweise als außerordentlich ergiebig, am Ende sogar oft mit Website.

Gruß,

Carsten
Ergo
Herzlich Willkommen La Santra im Realen, nach Verlassen der abstrakten Mitgliedschaft, ... smile

- wobei der "herzliche" Gruß ja eine Unmöglichkeit darstellt, da ich als Atheist vor dem Tor, in meiner "kalten Logik" ohne dem "Schein des Liebes-Lichtes", diesen Eingang gänzlich verschloß, was natürlich die Frage aufwirft: Warum es Torwächter gibt, wenn ich mich doch freiwillig ausschloß?
Wäre es nicht christlich die Tore offen zu halten für die verirrten Schäfchen?

Da ich mich ein wenig mit Heidegger beschäftigte in letzter Zeit, ... siehe Heidegger "Sein und Zeit", wage ich es, als deutlich Ausgegrenzter, dennoch hier zu kommentieren, versuche mich aber in Zurückhaltung.

Zitat:
DAS unbelebt Seiende unterscheidet sich von DEM belebt Seienden, durch die Möglichkeit der Reflexion.


Es ist nur innerhalb des belebt Seienden, dessen Bewußtsein welches die Reflexion, als Widerspiegelung der Realität des Seins (Gesamtheit der belebten, und unbelebten Natur) beherrscht.

Zitat:
Wer sich aber in Relation seiner Selbst setzen kann, beweist die Existenz der Abstraktion, mithin also die Existenz DES Abstrakten(als Idee) schlechthin.


Man beweist die Existenz der Abstraktion natürlich nicht allein durch die Betrachtungsrelation des Beobachters selbst. Jede sinnliche Wahrnehmung kann im Bewußtsein des Seienden zur rationalen Erkenntnis führen durch Vorgänge der Verallgemeinerung. Schon Platon macht darauf aufmerksam, dass es zur Erkenntnis notwendig sei, eine Idee begrifflich abzusondern. Es hängt immer ein untrennbarer "Kometenschweif" an der Abstraktion (nicht DEM Abstrakten), der gekennzeichnet ist durch die sinnliche Wahrnehmung des Betrachters als Fakt, welcher im Bewußtsein das Denken anregt, die Summe anderer sinnlicher Wahrnehmungen in einer Verallgemeinerung zu abstrahieren, wobei die Form der Abstraktion geboren wird mittels der Vorstellungsbilder, welche von der ursächlichen Wahrnehmung stammen.
Die Abstraktion erfährt dadurch dennoch eine Entfernung des Sinnlich-Konkreten, aber nur in Form der besseren Perspektive, um antiproportional der Wahrheit näher zu kommen.
Die Abstraktion ist damit nicht Endpunkt des Erkenntnisprozesses, sondern nur Bindeglied zwischen sinnlich Konkretem zu Konkretem im höheren Sinne.
Macht man jetzt den Fehler, die Abstraktion als Vorgang selbst dimensionär zu erschaffen, in dem man sagt: das Abstrakte selbst existiert, ... als Konstruktion eines ideellen Objektes, geschieht eine Festsetzung ohne objektive Grundlage in seinen Eigenschaften und Beziehungen aus der objektiven Wahrnehmung heraus und "die Abstraktion der Abstraktion" wird zur "leeren Abstraktion", der nichts Reales entspricht, ... eine bloße Spekulation, wie die Existenz Gottes ja auch keiner Wahrnehmung sondern nur einer Spekulation entspricht!

Die fortsetzende Betrachtung der Aussage Heideggers erübrigt sich dadurch, da von falscher Annahme ausgegangen wird!

Böse Atheisten! AARRGH!!
La Santa
Lieber Carsten !

Zitat:
Was mir noch nicht klar ist, ist, inwieweit die Idee des Abstrakten ohne Belebtes mit sich selbst in Relation stehen kann.

Die Sprache der Philosophen ist mir zu hoch. Kann nur hoffen, das andere hier etwas zur Aufklärung Deiner Einwände beitragen können.

Zitat:
Hat denn Dein Großvater noch ein PS diktiert.

Höre Deinen Zweifel und verstehe ihn. Habe nur das Vertrauen in die Redlichkeit meines Großvaters. Für Philosophen sicher als Begründung untauglich.

liebe Grüße
La Santa
Lieber Ergo !

Deine Erklärungen scheinen mir ähnlich schwer wie das Zitat und kann nicht behaupten, viel verstanden zu haben. Hoffe hier auch auf eine Diskussion zwischen den Philosophen des Forums, zu denen ich mich nicht zählen darf.

Und dennoch kann ich etwas sagen:
Dein Männchen, das vergeblich gegen eine Wand rennt, tut dies, weil die Pforte zum Licht von Dir verschlossen wurde ?
Auch wenn Du mich für somderbar hältst, ich glaube aber, daß der Heilige Geist Dich dieses Männchen setzen ließ. Als DENK(doch)MAL.

liebe Grüße
Ergo
Zitat:
Original von La Santa
Lieber Ergo !

Deine Erklärungen scheinen mir ähnlich schwer wie das Zitat und kann nicht behaupten, viel verstanden zu haben. Hoffe hier auch auf eine Diskussion zwischen den Philosophen des Forums, zu denen ich mich nicht zählen darf.

Und dennoch kann ich etwas sagen:
Dein Männchen, das vergeblich gegen eine Wand rennt, tut dies, weil die Pforte zum Licht von Dir verschlossen wurde ?
Auch wenn Du mich für somderbar hältst, ich glaube aber, daß der Heilige Geist Dich dieses Männchen setzen ließ. Als DENK(doch)MAL.

liebe Grüße


Hallo La Santa, ...

Wäre ich nur Atheist könnte man die Sichtweise des Eigenverschlusses anwenden, wenn auch nur um umgedreht dann von mir ausgehend anzunehmen, dass die Nichtatheisten dies in ihrer Welt genauso handhaben! Was ja im Allgemeinen sogar zutrifft.

Ein reiner Atheist ist aber der Kaiser im Märchen: "Des Kaisers neue Kleider", ... ihm fehlt äußere Substanz in Form eines allumfassenden Weltbildes.
Wobei ich weniger den Materialismus hervorhebe, dem er ja fast automatisch folgt, sondern der DIALEKTIK, welche alle Bereiche seines Lebens bestimmen sollte.
Diese Dialektik wiederum schließt keine Türen, sie lehnt sie nur an, um sie bei Bedarf zu benutzen.
Natürlich kommt er mit der Zeit zu Erkenntnisbildern, die das Eine bejahen und ein Andere verneinen, aber nur in Form einer Wahrscheinlichkeitsrechnung. Jede Aussage hat somit die Möglichkeit wahr gewesen zu sein, wahr zu sein, oder wahr zu werden. Die absolute Aussage ist nicht möglich.
Auf Gott bezogen heißt dies: Ein höheres Sein ist "äußerst" unwahrscheinlich!
Amateur
Zitat:
Auf Gott bezogen heißt dies: Ein höheres Sein ist "äußerst" unwahrscheinlich!

Es ist unwahrscheinlich, dass Du im Lotto gewinnst, aber sicher, dass irgendwann, Irgendeiner gewinnen wird.
So wie es unwahrscheinlich ist, dass einer von uns Gott ist, aber sicher, dass es einen gibt ?

Halte ja Heidegger für einen völlig verwirrten Wortverdreher, aber mit Wahrscheinlichkeit kann man ihm wohl nicht beikommen ?!
Ergo
Zitat:
Original von Amateur
Zitat:
Auf Gott bezogen heißt dies: Ein höheres Sein ist "äußerst" unwahrscheinlich!

Es ist unwahrscheinlich, dass Du im Lotto gewinnst, aber sicher, dass irgendwann, Irgendeiner gewinnen wird.
So wie es unwahrscheinlich ist, dass einer von uns Gott ist, aber sicher, dass es einen gibt ?

Halte ja Heidegger für einen völlig verwirrten Wortverdreher, aber mit Wahrscheinlichkeit kann man ihm wohl nicht beikommen ?!


Ich sehe es zum größten Teil genau umgedreht!

Es gibt nur einen Grad der Wahrscheinlichkeit und danach könnte ich schon morgen im Lotto den Hauptgewinn holen, oder erst in 100 Millionen Jahren!

Da wir aber hier im Philosophieforum sind und nicht beim Kartenlegen von Tante Emma, müßte dir auffallen, dass ich nicht von der Annahme ausgehe ohne Lottoschein einen Lottogewinn zu machen. Die Lottoannahmestelle ist real, der Lottoschein ist real, die Möglichkeit zu gewinnen ist mathematisch berechenbar. Nehme ich aber eine Determination aus der objektiven Realität weg, geht mein Warten auf den Lottogewinn gegen unendlich.
Wir können also nicht einen Weihnachtsmann erfinden und dann behaupten, es ist zwar unwahrscheinlich, dass er nächstes Weihnachtsfest durch unseren Kamin kommt, aber das es einen gibt ist sicher!
winken

Eigentlich ist es nicht so, dass ich Heidegger nicht beikomme, ... vielmehr ist er nicht in der Lage mir beizukommen Freude
Amateur
@ergo
Das Ganze sollte auch spaßig gemeint sein. Mir ging es bei diesem Einwand um Folgendes:
Wahrscheinlichkeit ist ein Attribut, dass man Ereignissen zusprechen kann, aber nicht Existenzaussagen. Soll heißen: Wenn Du annehmen darfst das ein regelmäßiges eintretendes Ereignis häufig die Ausprägung X haben wird, so kannst Du für das demnächst eintreffende Ereignis, die Ausprägung X "wahrscheinlich" nennen.
Etwas immer konstantes, ist dann aber entweder "wahr", oder "falsch". "Unwahrscheinlich" kann es jedoch nicht genannt werden.

Um es technisch zu sagen: "Es liegt keine Stichprobe vor"

Heidegger ist tatsächlich beizukommen, man muss wohl nur seine Sprache entzaubern, aber Wahrscheinlichkeitstheorie kann da in diesem Fall nicht helfen. Wir sind also inhaltlich nah beieinander, es ging mir nur um das Argument.
Chris
Zitat:
Original von La Santa
DAS unbelebt Seiende unterscheidet sich von DEM belebt Seienden, durch die Möglichkeit der Reflexion. Wer sich aber in Relation seiner Selbst setzen kann, beweist die Existenz der Abstraktion, mithin also die Existenz DES Abstrakten(als Idee) schlechthin. Wenn aber das Abstrakte als Idee des Abstrakten, zu sich selbst in Relation steht, existiert also die "Reflexion des Abstrakten". Dies aber steht im Widerspruch zur Voraussetzung, die ja behauptet, dass nur "lebendig Seiendes", reflektieren kann. Für Heidegger war aber wohl die Voraussetzung "selbst-setzend", denn die Fähigkeit zur Handlung der Reflexion bedeutet für ihn notwendig Lebendigkeit. Das Abstrakte handelt jedoch "als Idee", den die "Idee des Handelnden" ist nur Aspekt des Abstrakten. Aus dem logischen Widerspruch zeigt sich nun zunächst die Begrenztheit des Menschen und doch zugleich die Existenz des GLEICHZEITIG Lebendigigen und Unbelebten! Dies muss dann aber Gott sein.

Jo, da hat er in manchen Punkten recht. Teilweise ließe sich aus dem Geschriebenen in der Tat der moderne Begriff, den die Theologie von Gott hat, in Einklang bringen. ABER: Das ist kein Gottesbeweis, geschweigedenn rechtfertigt das den Titel dieses Threads. Den letzten Satz muss man nämlich verstehen im Sinne von: "Dies ist das, was als Gott bezeichnet wird." Das würde am ehesten aufgeklärtem Denken entsprechen. Und mit "geheimer Botschaft" hat das auch nicht viel zu tun. Ich kann mir gut vorstellen, dass die grundlegenden Gedanken in den Zeilen tatsächlich heideggerisch sind, wenn auch sehr gestaucht wiedergegeben. Dass sich in den Ideen, die ich für heideggerisch halte, ein logischer Widerspruch fände und dass dieser einen Schluss auf die "Begrenztheit des Menschen" zuließe, kann ich nicht erkennen. Das halte ich für eine Fehlauslegung Deines Großvaters dessen, was Heidegger ihm gesagt hat.
Ergo
@Amateur

Zwinker na dann ist ja das Meiste in Butter!

Zitat:
Etwas immer konstantes, ist dann aber entweder "wahr", oder "falsch".


Bleibt also nur die Konstantenbestimmung, ... die wissenschaftlicher Realität, im Fall des Göttlichen, bis zum heutigen Tag widerspricht.
An das Bunggeeseil hänge ich mich nicht, ... stoß ich mir sicherlich mein Köpfchen! AARRGH!!

Zitat:
Heidegger ist tatsächlich beizukommen, man muss wohl nur seine Sprache entzaubern, aber Wahrscheinlichkeitstheorie kann da in diesem Fall nicht helfen.


Nee, das ist ja auch 'ne völlig ander Kiste! Der Boris hat ja auch nicht in der Besenkammer das gemacht was er am Besten kann, ... mit dem Schläger geschlagen, sondern sich inhaltlich angepasst! Obwohl, .... hätte er in dem Fall lieber nicht gemacht! großes Grinsen
Amateur
@ergo
Zitat:
Nee, das ist ja auch 'ne völlig ander Kiste!

Eben, aber warum machtest Du diese "Kiste" dann auf. Du warst es doch, der die Existenz Gottes "unwahrscheinlich" nannte. Ich befürchte, man kann nur sagen: "unentscheidbar".
La Santa
Lieber Ergo !

Zitat:
Auf Gott bezogen heißt dies: Ein höheres Sein ist "äußerst" unwahrscheinlich!

Wenn aber doch Heidegger sagt, Gott existiert, WEIL er unlogisch ist, existiert er dann nicht auch, wenn er "unwahrscheinlich" ist, wenn es also unlogisch wäre, eine hohe Wahrscheinlichkeit anzunehmen ?

liebe grüße
La Santa
Lieber Chris !

Ob es ein Beweis ist oder nicht, werde ich nicht beurteilen können. Was Du sagst klingt klug, aber sicher verstehe ich es nicht. Das gilt auch für dieses Zitat hier:
Zitat:
"Dies ist das, was als Gott bezeichnet wird."
Aber das was als Gott bezeichnet wird ist doch Gott, denn wenn es lebendig und zugleich unbelebt ist, was kann es sonst sein ?

liebe Grüße
Ergo
Zitat:
Original von La Santa
Lieber Ergo !

Zitat:
Auf Gott bezogen heißt dies: Ein höheres Sein ist "äußerst" unwahrscheinlich!

Wenn aber doch Heidegger sagt, Gott existiert, WEIL er unlogisch ist, existiert er dann nicht auch, wenn er "unwahrscheinlich" ist, wenn es also unlogisch wäre, eine hohe Wahrscheinlichkeit anzunehmen ?

liebe grüße


Es wär absolut kontraproduktiv, nur im eigenen Weltbildergebnis zu verharren, doch selbst wenn ich es versuche, es gelingt nicht, was stört ist wirklich die Summe aus abstrakter Logik aller Fakten, wissenschaftlichen Erkenntnissen und die daraus resultierende erdrückent kleine Wahrscheinlichkeit irgendeiner Schöpfungsgeschichte.
Ich muss passen.
Chris
Zitat:
Original von La Santa
Lieber Chris !

Ob es ein Beweis ist oder nicht, werde ich nicht beurteilen können. Was Du sagst klingt klug, aber sicher verstehe ich es nicht. Das gilt auch für dieses Zitat hier:
Zitat:
"Dies ist das, was als Gott bezeichnet wird."
Aber das was als Gott bezeichnet wird ist doch Gott, denn wenn es lebendig und zugleich unbelebt ist, was kann es sonst sein ?

liebe Grüße

Damit wollte ich ausdrücken, dass der Begriff "Gott" - also das, was man durchschnittlicherweise meint, wenn man "Gott" sagt - für das, was Heidegger hergeleitet hat, angebracht sein könnte. Das ist dann freilich nicht Gott. Wenn ich sage "Ein Holzkasten mit Türen, in den man Kleidung reinhängen kann ist das, was als 'Kleiderschrank' bezeichnet wird.", dann erhält das, was ich beschreibe, natürlich keinen Seinsstatus dadurch, dass ich es beschreibe. Es könnte auch auf der ganzen Welt keine Kleiderschränke geben, selbst wenn alle Menschen das mit dem Begriff "Kleiderschrank" meinten, was ich beschrieben habe.
Sprich: Dass ich Heideggers Gedanken zustimme, heißt, dass ich der Meinung bin, dass alle Menschen mit "Gott" etwas bezeichnen, auf das Heideggers Beschreibung zu einem gewissen Grad zutrifft. Dem entspricht ja auch Deine Frage "Was kann es sonst sein?"

Übrigens würde ich dieses "belebt und zugleich unbelebt" nicht überbetonen, denn - wie Dein Großvater anmerkt, bedeutete speziell für Heidegger "die Fähigkeit zur Handlung der Reflexion notwendig (...) Lebendigkeit". Dein Großvater scheint es mir etwas zu stark betont zu haben und hat daraus Schlüsse gezogen, die nur innerhalb von seiner Interpretation von Heideggers Sprache Sinn ergeben.
La Santa
Lieber Chris !

Zitat:
wie Dein Großvater anmerkt, bedeutete speziell für Heidegger "die Fähigkeit zur Handlung der Reflexion notwendig (...) Lebendigkeit". Dein Großvater scheint es mir etwas zu stark betont zu haben und hat daraus Schlüsse gezogen, die nur innerhalb von seiner Interpretation von Heideggers Sprache Sinn ergeben.

Wie würdest Du es interpretieren ?

liebe Grüße
nachdenklich
Zitat:
Original von La Santa
DAS unbelebt Seiende unterscheidet sich von DEM belebt Seienden, durch die Möglichkeit der Reflexion.


Das Seiende ist so ungefähr alles, was wir wahrnehmen können. Die Grenze zwischen belebt und unbelebt ist wohl ziemlich fließend. Die Kriterien, die im allgemeinen dafür angegeben werden, schließen die Reflexion nicht ein. Diese wird in der Regel eher für den Unterschied zwischen Tier und Mensch angeführt. Doch es gibt auch Menschen, die aufgrund von Experimenten Tieren einfache Denkvorgänge zuschreiben.

Zitat:
Wer sich aber in Relation seiner Selbst setzen kann, beweist die Existenz der Abstraktion, mithin also die Existenz DES Abstrakten(als Idee) schlechthin.


Reflexion und "sich in Relation seiner Selbst setzen" sind verschiedene Dinge. Im Duden Bd. 5 (1974) wird Reflexion mit "Nachdenken, Überlegung, Betrachtung, vergleichendes u. prüfendes Denken, Vertiefung in einen Gedankengang" verdolmetscht. Da ist also nicht die Rede davon, daß man dieses Denken irgendwie auf sich selbst richtet.

Wer nun sein Denken auf sich selbst richtet, schafft eine Abstraktion, beweist sie aber nicht. Wenn ich ein Auto baue, habe ich dadurch nicht die Existenz des Autos bewiesen, sondern eben eines gebaut. Es gibt zwei Arten von Beweisen: 1. im strengen Sinn: in der Mathematik und Logik, d.h. innerhalb künstlicher Welten; 2. im juristischen Sinn: Tatsachen, glaubwürdige Zeugenaussagen usw.

Wer eine Abstraktion geschaffen hat, hat auch nicht die Existenz des Abstrakten bewiesen. Doch wenn er zwei verschiedene Abstraktionen schafft, kann er sie unter dem Oberbegriff "Abstraktes" zusammenfassen. Diesen Oberbegriff kann man ruhig als "Idee" bezeichnen, so wie es auch noch andere Ideen gibt, z.B. die platonische Idee des Einen oder Guten.

Zitat:
Wenn aber das Abstrakte als Idee des Abstrakten, zu sich selbst in Relation steht, existiert also die "Reflexion des Abstrakten".


Wenn das Wörtchen "wenn" nicht wäre ... Es gibt keinerlei Grund anzunehmen, daß eine von mir geschaffene Idee aus sich heraus mit sich selbst in Relation steht oder auf sich selbst reflektiert. Wenn ich mit Platon sage, daß Ideen unabhängig von mir existieren, erhebt sich wieder die Frage, woher diese Ideen kommen, wer sie gemacht hat. Wenn Ideen etwas sind, das sich bis ins Physische verdichten kann (etwa ein Lebensentwurf), so gibt es immer noch keinen Grund, ihnen trotz einer scheinbar eigenen Dynamik Bewußtsein über sich selbst zuzuschreiben.

Zitat:
Dies aber steht im Widerspruch zur Voraussetzung, die ja behauptet, dass nur "lebendig Seiendes", reflektieren kann.


Diese Voraussetzung habe ich bereits kritisiert, ebenso die Reflexionsfähigkeit von Abstraktionen. Mit anderen Worten: Bis jetzt hat Heidegger nur falsche Sätze produziert.

Zitat:
Für Heidegger war aber wohl die Voraussetzung "selbst-setzend", denn die Fähigkeit zur Handlung der Reflexion bedeutet für ihn notwendig Lebendigkeit.


Die Begründung ist schon richtig, doch umgekehrt ist es falsch: Aus der Lebendigkeit kann man nicht auf Reflexionsfähigkeit schließen. Die Voraussetzung ist also nicht "selbst-setzend", sondern einfach nicht gegeben.

Zitat:
Das Abstrakte handelt jedoch "als Idee", denn die "Idee des Handelnden" ist nur Aspekt des Abstrakten.


Etwas Abstraktes handelt nicht, eine Idee auch nicht. Vielleicht scheint es für uns so (etwa bei meinem Beispiel des Lebensentwurfs oder wenn ein Traum Wirklichkeit wird), doch tatsächlich ist der Handelnde jemand anders: zum Teil wir selbst, zum Teil (je nach Erfahrung) jemand oder etwas anderes (Gott, Außerirdische, Geister, Dämonen, Schicksal, Teufel, Unbewußtes usw.).

Zitat:
Aus dem logischen Widerspruch zeigt sich nun zunächst die Begrenztheit des Menschen und doch zugleich die Existenz des GLEICHZEITIG Lebendigen und Unbelebten ! Dies muss dann aber Gott sein.


Da dieser Widerspruch auf falschen Prämissen beruht, kann man aus ihm nichts Richtiges ableiten. Es ist merkwürdig, welche Faszination Paradoxe für manche Leute in der spirituellen Szene haben. Sie sind meist eine sprachlich ungenügende Annäherung an eine innere Erfahrung. Wenn ich auf der Basis von falschem Denken einen Knoten im Gehirn bekomme, kann ich daraus nicht auf Gott schließen.

Zusammenfassung: Der Gedankengang erscheint mir als Spielerei in der Tradition der mittelalterlichen Scholastiker, von denen sich Heidegger nie ganz losmachen konnte. Nur daß diese Scholastiker bei ihren Gottesbeweisen sauberer dachten als Heidegger. "Bewiesen" haben sie Gott trotzdem nicht.

Philosophisch relevant sind in dieser Hinsicht allein Erfahrungen, zu deren Beschreibung wir meinen, wir bräuchten das Wort "Gott". Meines Wissens gibt es eine solche Erfahrung nicht. Erfahren wurden nur Wesenheiten, die in der Hierarchie der geistigen Welt relativ unten stehen (Götter, Engel, Dämonen, Teufel, Geister, Gespenster, Außerirdische, Tote, aufgestiegene Meister). Dazu rechne ich auch den alttestamentarischen Jahwe und Jesu himmlischen Vater, die ja erfahren wurden, falls man die Bibel als Reflexion tatsächlicher Erfahrungen nimmt (ich tue das).

Am nächsten kommt der Gotteserfahrung noch das Yoga-Erlebnis der Einheit mit dem Brahman, das wahrscheinlich auch die Kabbalisten kennen (sie nennen es Ajin soph). Bei den griechischen Philosophen habe ich den Verdacht, daß sie ihr Absolutes (Unendliches, Eines, Gutes, Gott) eher als Gedanken in ihrem Kopf erlebten als daß sie es mit ihrem seelischen oder geistigen Auge als tatsächliche Wesenheit schauten.
Reinhard
Zitat:
Die Antwort war damals, dass Heidegger "die Menschheit nicht reif, für einen solchen Gedankenschritt sah."


Hallo La Santa, wenn das stimmt, dann ist das ein völlig unphilosophischer Anflug von intellektueller Überheblichkeit. Ich kann ja nur vermuten, dass er vermeinte, der Wahrheit ein gewisses Genüge getan zu haben, mit Weisheit hat das aber bei weitem nichts zu tun. Die Wahrheit vermeinen zu kennen und ihr nicht den Platz in aller Offenheit zu verschaffen, ist reines Misstrauen und das der Gegensatz zu Vertrauen und ein Mangel am Glauben. Er hätte sich lieber um ein besseres Verständnis seines Inspirators, Sören Kierkegaard, bemühen sollen, anstatt dessen Gedanken zu fleddern und in eine völlig unklare, schulphilosophenhafte Existenzialphilosophie umzumünzen, um dreisterweise danach Gott der Unlogik zu bezichtigen. Wenn schon, dann alogisch, denn Gott erreicht man nur durch den gelebten Glauben. Sonst nichts.

Mit freundlichen Grüßen
Reinhard
Amateur
Hallo nachdenklich !


Deine Antwort auf La Santa gefiel mir so gut, dass ich Dich auf den Lesethread von Thanasius Lakon aufmerksam machen wollte("Forum "Quellenstudium"), der demnächst beginnt.
Leute die Gedankengänge sezierartig analysieren können, werden immer gebraucht ! (Schön auch der absolut sachliche Ton!)

Hoffe also auf bald, Andreas

P.S.
Ich "hasse" Heidegger großes Grinsen