Guten Tag Chris.
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| Wer ist hier das "Wir", von dem Du schreibst? Welche Position referierst Du dabei? |
Meine. Wobei ich streng genommen mit
meine die des Grundstoffs aller Zellen, aus denen ich bestehe, meine. Aus all den Zellen meiner belebten Natur erhellt sich das "wir", und wenn Du willst, rechne noch die einiger meiner Mitmenschen hinzu.
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| Diese "rationale Wurzel" ist erst im Mittelalter entstanden. |
Du versuchst, meine rationale Wurzel auf mein Mittelalter zurück zu führen? Oder an wessen hast Du gedacht?
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| Ein Bakterium oder ein Baum haben kein Ich-Bewusstsein. |
Das hängt - unserer Meinung nach - davon ab, was Du unter ICH-Bewusstsein verstehst, bzw. wessen Position Du referierst. Sofern ausdrücklich die des Christentums, würden wir Dir bestetigen, dass Du sie so weit korrekt wiedergibst, auch wenn wir seine Auffassung natürlich nicht teilen. Wir meinen mit ICH-Bewusstsein ein lebensnotwendiges Orientierungsvermögen, dessen Ergebnisse wir an Bäumen, Bakterien, Ei- und Spermienzellen in je eigentümlicher Weise beobachten können und das bei manchen der jüngst evolutionierten Arten von Lebewesen sehr stark zugenommen hat, allerdings nur quantitativ, der "Menge" nach. Und nur der Mensch, der dieser Menge nach mit Recht als die "Krone der Schöpfung" gilt, vermag sich als Geschöpf des Schöpfer zu verstehen... jedenfalls sehen wir uns in seinem Geiste eine Weile lang esistierend, so wie auch der Kosmos seit seiner Erschaffung in ihm evolutiv expandiert, um künftig wieder sein Ende zu finden.
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| In der Antike und auch schon vorher war es in vielen Teilen der Erde und in vielen Kulturen ohne Zweifel klar und logisch, dass die Welt bzw. der Kosmos ewig ist und keinen Anfang hat. |
Das dachten Einstein und wir ursprünglich auch, er und wir haben diese Position aber bald aufgegeben. Unsere überholte
“Steady state cosmology“ mag also in sich logisch gewesen sein, sie macht aber eine nicht notwendige Zusatzkomponente erforderlich (die
Kosmologische Konstante, die Einstein als "meine größte Esellei" aus seiner Gravitationstheorie wieder verscheuchte) und deckt sich auch nicht überein mit den Befunden, die die Teleskope liefern. Das All scheint vom Betrachter aus gleichmäßig in alle Richtungen zu expandieren, so müsste diese Fluchtbewegung einen Anfang haben, der sich im exakten Mittelpunkt jedes Betrachters befindet, egal wo und wann er im Kosmos lebt. Die Frage, was diesen "Punkt" - der an sich keine Dimensionen 'besitzt' - erschaffen haben mag, erzeugt einen unendlichen Regress (Suche nach der Ursache oder Schöpfer des Punktes, dem Schöpfer des Schöpfers usf.), d.h. wir können nur fragen, was die Allexpansion erstmals angestossen hat. Dafür haben wir bislang lediglich zwei brauchbare, komplementäre Hypothesen entdeckt: einerseits der nackte Zufall (gut geeignet zur Errichtung der modernen Physik, da sie keinen `Geist in den Atomen' und Bakterien benötigt) und anderseits das lebende, willentliche potente Prinzip "Gott der Allmächtige", und der würfelt nicht. Physik bewegt sich von ihm fort, Menschlichkeit auf ihn zu...
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| Übrigens ist die Aristoteles-Interpretation von Thomas von Aquin in der Hinsicht des unbewegten Bewegers falsch. Aristoteles hatte keine Fort-Bewegung von diesem Beweger vor Augen, sondern eine Hin-Bewegung. |
Solchen Irrtum trauen wir Thomas durchaus zu. Ob aber fort oder hin hängt - glauben wir - von den Fragen ab, mit denen sich das ICH-Bewusstsein des Menschen beschäftigt, bzw. ist es eine Sache der Perspektive, oder der Absichten, die das ICH jeweils verfolgt. Darüber sollte es sich im klaren sein, wenn es versucht, mit anderen Ichs zu einer Übereinkunft zu gelangen oder deren Positionen zu interpretieren. Uns z.B. stellte sich beim Interpretationsversuch der Allexpansionshypothese die Frage, wohin eigentlich diese Fluchtbewegung erfolgt, dabei stießen wir an die sog. "Hintergrundstrahlung", die als mitlerweile stark abgekühltes, nur noch schwach nachhallendes Echo des ultraheissen Urknalls gilt und das All wie eine Art ständig größer, (k)älter werdender Schirm umhüllt. Hinter dieser kugelförmigen 'Umhüllung` des Alls ist aber nach unserer unerschütterlichen Überzeugung nicht "Nichts" und das All wiederum entsprang 'aus' unserem eigenen Mittelpunkt, der genausowenig Nichts ist und auch nichts Vorstellbares enthält, so sind 'heißer Punkt' und 'kalte Hülle' offenbar nur 2 extremst entgegengesetzte Perspektiven oder Pole, anhand derer oder zwischen denen unsere Vernunft reflektiert, Gott aber denkt nicht rational, wie wir. Aristoteles' unfehlbar denkender Unbewegter Beweger trifft das auch sehr genau, für ihn war Menschlichkeit auch das Primäre...die 'Metaphysik' war also ein Mittel zum Zweck der
Nicomachischen Ethik, in der es um das "Glück" geht, nicht um Mechanik.
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| Wie schließt Du rational auf Gott? |
Wonach fragst Du beim "wie"? Woraus, teilten wir eingangs mit, heißt das, dass Du Dich nach der Funktion meines bewussten "rationalen" Denkens erkundigst? Dem Wie meiner Logik?
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| Er ist der Schöpfung immanent, aber Er bleibt für sie pinzipiell ‘unfaßbar‘; |
Hier bricht's dann weg ... worauf beziehst Du Dich, wenn Du schreibst, dass das, was wir Gott nennen, der Schöpfung immanent sei? |
Auf meine Schlüsse bzw. auf die Beziehung zwischen mir als Geschöpf und meinen undimensionalen, unbewegt alles Gute erschaffenden MittelPunkt. Da unmittelbarst vor ihm notwendig alle meine logischen Operationen 'wegbrechen' (wir gelangen maximal bis zu den 2 o.g, 'Antinomien', in denen sich alles uns Vorstellbare Erschaffene konstituiert), fragen wir uns, ob Du mit Deiner Logik vielleicht etwas zu 'begreifen' versuchst, das von unserer nicht zu begreifen ist? Liegt das nun daran, dass Deine und unsere Logik nach dem selben Prinzip funktionieren, oder haben wir nur etwas entscheidendes übersehen, das Du gleich begreifen wirst?