flores
Hume verabschiedete sich 1734 philosophierend von der bisherigen
Metaphysik und allen rationalistischen Theorien über menschliches Handeln:
„Ich habe herausgefunden, dass die Philosophie ueber menschliches
Handeln seit der Antike mit derselben Unzulaenglichkeit arbeitet wie die
Naturwissenschaften. Beide gehen m.E. ausschließlich von Hypothesen,
d.h. ueberwiegend von Erfindungen aus, anstatt sich auf Erfahrbares und
Erforschbares zu beziehen…. ich bin sicher, dass man nicht viel mehr tun
muss, um zu verwertbaren Ergebnissen zu kommen, als alle diese alten
Vorurteile zugunsten der eigenen Meinung oder der anderer
wegzuwerfen." (Der 23 jährige David Hume in einem Brief an einen
Arzt 1734)
Seine Forschungen samt seiner Meinung hat Hume wenige Jahre später in
seinem Werk "Treatise Concerning Human Nature" veröffentlicht. Einige
fundamentalistische Calvinisten haben ihn der Gottlosigkeit angeklagt.
Seine Fachkollegen haben geschwiegen. Hume war davon ausgegangen,
dass er derart neue philosophisch weitreichende Ergebnisse veröffentlicht
habe, die unausbleiblich einen Diskurs in Gang setzen würden.
Kant war ein halbes Jahrhundert später der erste, der eine gründliche
Stellungnahme zu Humes Resümees über Kausalität, Substanz und
Bewusstsein abgab.
Schelling schrieb: Der "…Skeptizismus Humes war nach Kants eigner
Angabe dasjenige, wodurch er den Hauptanstoß zu seiner eignen
Philosophie erhielt." Friedrich Wilhelm Joseph Schelling (1966):
Zur Geschichte der neueren Philosophie. Münchener Vorlesungen.
Herausgegeben von Manfred Buhr, Leipzig. S. 95.
Humes Forschungsergebnisse galten als gefährlich: " Hume, der Skeptiker,
ein Mann, dessen Anschauungen den Materialismus samt dem
Dogmatismus der Religion und Metaphysik gleichzeitig aufheben."
Friedrich Albert Lange (1974) : Geschichte des Materialismus und
Kritik seiner Bedeutung in der Gegenwart. Band 2, Frankfurt/M. S.
314.
Mauthner, der viel später eine Revisitierung Humes forderte, bemerkte: Es
war die schrecklichste Tat Humes, dass er den Kausalitätsbegriff in Frage
stellte. Vgl. Fritz Mauthner (1923): Wörterbuch der Philosophie.
Neue Beiträge zu einer Kritik der Sprache, Bd. 1 Leipzig: S. 516 ff.
Und Hirschberger kommentierte: " Die destruktive Wirkung der Humeschen
Philosophie zeigt sich besonders in seiner Stellung zur alten Metaphysik,
speziell in seiner Kritik des Kausal- und Substanzbegriffes. Das gerade war
es, was Kant aus seinem dogmatischen Schlummer erweckte."
Johannes Hirschberger (1991): Geschichte der Philosophie. Band
2, Freiburg i. Br., Basel, Wien. S.232.
Ich bin im letzten Vierteljahr diesen Zusammenhängen nachgegangen.
Hinsichtlich meines Versprechens im Anschluss an das Lesen in der
ENQUIRY CONCERNING HUMAN UNDERSTANDING (Quellenstudium) einen
weiteren Hume-Thread zu eröffnen, kam ich zu dem Schluss, dass der
Rahmen, den die obigen Zitate abstecken, auch der Rahmen für einen
Thread hier bei PHILOWELT sein könnte, um uns gemeinsam in
Humesches Philosophieren zu vertiefen.
Die einleitende Arbeitsfrage könnte sein:
Welches sind die Folgen für Metaphysik und rationalistische Theorien,
wenn Humes Auffassung über Kausalität zutreffend ist?
Da könnten m.E. alle, die möchten einen Einstieg finden.
…
Dies und mehr könnten Tore zum Diskurs sein.
Wer Interesse hat, kann in meinem Hume-Webblog rumlesen und dort
Einstiege finden. David Hume
Dort finden sich auch Humetexte und meine Meinung.
Auch die ENQUIRY, dort vor allem die Abschnitte IV und V dürfte Zugänge
zum Diskurs ermöglichen.
Let's start!
flores
Metaphysik und allen rationalistischen Theorien über menschliches Handeln:
„Ich habe herausgefunden, dass die Philosophie ueber menschliches
Handeln seit der Antike mit derselben Unzulaenglichkeit arbeitet wie die
Naturwissenschaften. Beide gehen m.E. ausschließlich von Hypothesen,
d.h. ueberwiegend von Erfindungen aus, anstatt sich auf Erfahrbares und
Erforschbares zu beziehen…. ich bin sicher, dass man nicht viel mehr tun
muss, um zu verwertbaren Ergebnissen zu kommen, als alle diese alten
Vorurteile zugunsten der eigenen Meinung oder der anderer
wegzuwerfen." (Der 23 jährige David Hume in einem Brief an einen
Arzt 1734)
Seine Forschungen samt seiner Meinung hat Hume wenige Jahre später in
seinem Werk "Treatise Concerning Human Nature" veröffentlicht. Einige
fundamentalistische Calvinisten haben ihn der Gottlosigkeit angeklagt.
Seine Fachkollegen haben geschwiegen. Hume war davon ausgegangen,
dass er derart neue philosophisch weitreichende Ergebnisse veröffentlicht
habe, die unausbleiblich einen Diskurs in Gang setzen würden.
Kant war ein halbes Jahrhundert später der erste, der eine gründliche
Stellungnahme zu Humes Resümees über Kausalität, Substanz und
Bewusstsein abgab.
Schelling schrieb: Der "…Skeptizismus Humes war nach Kants eigner
Angabe dasjenige, wodurch er den Hauptanstoß zu seiner eignen
Philosophie erhielt." Friedrich Wilhelm Joseph Schelling (1966):
Zur Geschichte der neueren Philosophie. Münchener Vorlesungen.
Herausgegeben von Manfred Buhr, Leipzig. S. 95.
Humes Forschungsergebnisse galten als gefährlich: " Hume, der Skeptiker,
ein Mann, dessen Anschauungen den Materialismus samt dem
Dogmatismus der Religion und Metaphysik gleichzeitig aufheben."
Friedrich Albert Lange (1974) : Geschichte des Materialismus und
Kritik seiner Bedeutung in der Gegenwart. Band 2, Frankfurt/M. S.
314.
Mauthner, der viel später eine Revisitierung Humes forderte, bemerkte: Es
war die schrecklichste Tat Humes, dass er den Kausalitätsbegriff in Frage
stellte. Vgl. Fritz Mauthner (1923): Wörterbuch der Philosophie.
Neue Beiträge zu einer Kritik der Sprache, Bd. 1 Leipzig: S. 516 ff.
Und Hirschberger kommentierte: " Die destruktive Wirkung der Humeschen
Philosophie zeigt sich besonders in seiner Stellung zur alten Metaphysik,
speziell in seiner Kritik des Kausal- und Substanzbegriffes. Das gerade war
es, was Kant aus seinem dogmatischen Schlummer erweckte."
Johannes Hirschberger (1991): Geschichte der Philosophie. Band
2, Freiburg i. Br., Basel, Wien. S.232.
Ich bin im letzten Vierteljahr diesen Zusammenhängen nachgegangen.
Hinsichtlich meines Versprechens im Anschluss an das Lesen in der
ENQUIRY CONCERNING HUMAN UNDERSTANDING (Quellenstudium) einen
weiteren Hume-Thread zu eröffnen, kam ich zu dem Schluss, dass der
Rahmen, den die obigen Zitate abstecken, auch der Rahmen für einen
Thread hier bei PHILOWELT sein könnte, um uns gemeinsam in
Humesches Philosophieren zu vertiefen.
Die einleitende Arbeitsfrage könnte sein:
Welches sind die Folgen für Metaphysik und rationalistische Theorien,
wenn Humes Auffassung über Kausalität zutreffend ist?
Da könnten m.E. alle, die möchten einen Einstieg finden.
- Kausalität bei Hume,
bei Kant,
bei anderen Philosophen.
Vor- und Nachteile von Theorien,
Theorie- Praxis Probleme,
pragmatische Philosophie,
Skeptizismus
Metaphysik
…
…
Dies und mehr könnten Tore zum Diskurs sein.
Wer Interesse hat, kann in meinem Hume-Webblog rumlesen und dort
Einstiege finden. David Hume
Dort finden sich auch Humetexte und meine Meinung.
Auch die ENQUIRY, dort vor allem die Abschnitte IV und V dürfte Zugänge
zum Diskurs ermöglichen.
Let's start!
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