Konventionelle Begriffe von Schuld und Verantwortung
Mit den Begriffen ist das immer so eine Sache, es kann einem niemand vorschreiben, wie man sie definiert wissen will, da gibt es in dem Sinne kein „falsch“, nur eine eher unglückliche Definition: Ich könnte mit „Schuld“ ein kleines Nagetier bezeichnen, das ich eben im Amazonasdschungel entdeckt habe. Falsch wäre das nicht, es führt nur zur Verwirrung, weil der Begriff schon grob belegt ist.
Die Idee mit der Schuld und den Schulden finde ich schon mal gut, wird aber im allgemeinen nicht so verstanden. Schuld bedeutet bei uns in aller Regel, der Verursacher eines unerwünschten Ereignisses zu sein.
Ich habe die Vorfahrt missachtet, es kam zu einem leichten Unfall, ich bin Schuld.
Aber wir kennen durchaus auch die andere Bedeutung, etwa, wenn wir sagen: „Ich stehe in deiner Schuld.“, z.B. wenn wir das Gefühl haben, jemand hätte uns einen Dienst erwiesen, den er uns nicht hätte erweisen müssen.
Oder eben, wenn wir Schulden haben, Geld geliehen haben, usw.
Verantwortung ist eine breiterer und offenerer Begriff. Ich kann verantwortlich dafür sein, dass meiner Tochter kein Leid geschieht, dass mein Hund keine Kinder beißt, aber auch, dass ich was aus meinem Leben mache, oder dafür, dass ich die Verantwortung für etwas übernehme, an dem ich nicht Schuld bin, im Sinne von: etwas, eine Situation, ein Zustand, den ich nicht verursacht habe. Müll liegt im Wald und ich sammle ihn ein, obwohl ich ihn dort nicht hingeworfen habe.
Aber getrennt sind die Bedeutungsbereiche nicht komplett.
Wenn ich sage, dass ich die Verantwortung dafür habe, dass mein Hund keine Kinder beißt, dann wird von mir verlangt, dass ich mich auch vorausschauend verhalte, also den Hund in z.B. bestimmten Gebieten an die Leine nehme. Tue ich das nicht und geschieht ein Unglück bin ich schuldig, weil ich meiner Verantwortung nicht nachgekommen bin.
Die Frage ist immer, wie weit reicht meine Verantwortung in bestimmten Fällen, wie vorausschauend hätte ich sein müssen. Wenn meine Tochter mein Haus abfackelt, weil sie mit den Streichhölzern spielt, die ich herumliegen ließ, dann ist meine Tochter in gewisser Weise schuld, dass das Haus brennt, denn sie hat es ja verursacht, aber ich bin auch schuldig, ich hätte es ahnen können, das so etwas passiert.
Ich hätte die Verantwortung gehabt, meine zweijährige Tochter konnte das noch nicht überblicken.
Es gibt also die Situation, in der dem kausalen Verursacher nicht die moralische Schuld zugesprochen werden kann. Dann war man schuldig, aber nicht verantwortlich (das zündelnde Kind).
Aber auch die andere Situation gibt es, man kann die Verantwortung spüren, oder bewusst übernehmen, ohne der Verursacher gewesen zu sein, der Müll im Wald.
Komplizierter, aber in der Sache ähnlich, sind soziale Situationen.
Wenn ich eine schwere Kindheit hatte, weil meine Eltern vieles falsch gemacht habe, dann bin ich daran nicht schuld. Als Kind konnte ich das nicht überblicken, ich war ausgeliefert. Aber, ich kann später einmal die Verantwortung dafür übernehmen und sagen: „Gut, es war wie es war, jetzt mache ich dennoch das Beste draus und werde mich nicht drauf zurückziehen zu sagen: ‚Kann ich nicht, das haben meine Eltern für immer versaut.‘“
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Ein Ausflug (mit Rückflugticket):
Ein anderer Aspekt ergibt sich, wenn man mit einem anderen Schuldbegriff arbeitet, wie er in esoterischen Denksystemen eingeführt wird. Hier wird Schuld verstanden, im Sinne der Schulden und wann immer man über diesen Schuldbegriff und die sich daraus ergebenden Folgen diskutiert, sollte man im Hinterkopf behalten, dass es hier
nicht um den Begriff der Schuld geht im Sinne von: Ich habe etwas falsch gemacht.
Das Denken der Esoterik wird meistens vor dem Hintergrund eines Begriffs von einer angestrebten Ganzheit oder Vollkommenheit gesehen.
Populär geworden ist dieser Begriff in den esoterisch-psychosomatischen Ansätzen von Dethlefsen und Dahlke.
Kranksein wird hier mit Schuldigsein, mit Sündigsein assoziiert, aber eben mit einem Schuldigsein im Sinne der Einheit, der Ganzheit etwas zu schulden = etwas
nicht gemacht, etwas versäumt zu haben, nicht etwas getan zu haben und deshalb schuldig zu sein.
Und Sünde wird hier auf den griechsichen Urbegriff harmatia und das Verb harmatanein zurückgeführt, was auch den Punkt verfehlen heißt, im Sinne von das Ziel, das Gemeinte, die Einheit verfehlen.
Demzufolge ist also Kranksein die Ursituation des Menschen und es bedeutet, in der Schuld stehen, im Zustand der unvermeidlichen Sünde zu sein, noch nicht vollkommen, ganz oder eins zu sein.
Der Mensch
ist demzufolge also nicht am Anfang seines Lebens gesund und
wird dann irgendwann krank, sondern der Mensch
ist krank und hat genau dadurch und darüber die Chance gesund, heil, vollkommen, ganz oder eins zu werden.
Diesem ersten Schritt folgend stellen konkrete Symptome, oder auch unangenehme soziale Situationen, eine Aufforderung da. Sie zeigen an, wo etwas fehlt. Der Mensch ist also schuld an seinen Symptomen, aber nicht im konventionellen Sinne, da er etwas falsch gemacht hat, sondern in jenem esoterischen Sinne von: er schuldet der Ganzheit etwas, er ist noch unvollkommen – kann aber erstmal nix dazu.
Vor diesem Hintergrund kann man es wagen, schonend darauf hinzuweisen, dass eine Kritik an diesen Ansätzen, die lautet: „Da ist ein Mensch krank und wenn er krank ist, braucht er Zuspruch und Hilfe und nicht noch eingeflüstert zu bekommen, er selbst sein an seiner Krankheit schuld“, im Kern verfehlt ist.
Diese Deutung verwendet den Schuldbegriff, aus der konventionellen Welt, im Sinne der Verursachung und da lautet es dann: „Du bist krank, weil du so ein mieser Vogel bist.“ Und das ist nicht im Sinne der Erfinder.
Dennoch findet man 99% der Kritik an diesen Ansätzen, aus dieser Ecke kommend.
Die Symptome sind also ein Angebot, die Schulden einzulösen, indem man die Botschaft der Symptome (unterstellt, sie haben eine – etwas, was man nicht unterstellen muss) deutet und bewusst lebt.
Der Effekt bleibt unterm Strich derselbe, d.h. entweder ich kann die Botschaft, das Thema unbewusst über Krankheit bearbeiten, dann ist an sich alles in Ordnung, das Thema ist angeliedert, es ist nur in Form einer subjektiv oft als leidvoll erlebten Erfahrung geschehen. Die Alternative wäre, die Botschaft zu deuten und das Thema ins Bewusstsein zu heben und auf einer anderen Ebene freiwillig zu leben, einzulösen.
Wichtiger Zwischenschritt:
Wer das zu absurd findet, der möge sich vor Augen führen, dass wir auch in der konventionellen Weltsicht psychosomatische Symptome zu identifizieren meinen, oder Konversionssymtomatiken kennen, oder Somatisierungen und aus guten Gründen ein Band zwischen Körper und Psyche sehen, auch der Zusammenhang zwischen Krankheiten und Stress ist zwar sagenhaft unscharf, aber konventionell gültig und in der Psychoneuroimmunologie und Psychoneuroimmunologie nachgewiesen.
Man hat also nun prinzipiell drei oder vier Möglichkeiten mit dem Komplex Krankheit und Psyche und Schuld/Verantwortung umzugehen.
1. a. Man kann sagen: Krankheit ist ein Körpergeschehen und hat überhaupt nicht mit Psyche und noch weniger mit Schuld zu tun. Krankheit ist eine Dysfunktion die ausgelöst wird durch, Trauma, Viren, Bakterien, Gendefekte, Vergiftungen und sonst nichts.
1. b. Erweiternd hierzu kann man sagen, dass es da schon einen Zusammenhang zwischen Krankheit und Psyche geben mag, dass aber Psyche letztlich auch nur Körpergeschen ist, denn das was wir Psyche nennen, ist der Ausdruck sich überlagernder und wechselseitig beeinflussender Neurotransmittersysteme, die ihrerseits Veränderungen im Hirn auslösen, also Psyche ist letztlich identisch mit dem Körper.
Das kann man so sehen, müsste dann aber die Veränderungen der bekannten psychischen Phänomene restlos biologisch-körperlich herleiten können, denn dann kann man sagen, wir brauchen eine mehr oder minder autonome Ebene der Psyche nicht. Doch davon sind wir weit entfernt, man hat im Grunde keine Ahnung, was eine Neurose biochemisch bedeutet und wie man sie biochemisch behandelt.
2. Man kann sagen, wie es esoterische Ansätze tun: Irgendein Körpergeschehen ist immer da und immer auch beteiligt, aber wenn es uns um die Bedeutung von Symptomen geht, bringt es uns nichts zu wissen, ob man im Durchzug gesessen hat, oder der Fisch nicht mehr gut war, oder die Eltern auch schon diese Erkrankung hatten.
Wir abstrahieren deshalb recht radikal von dieser Ebene, um an die Bedeutung zu kommen. Durch Fragen wie: Warum bekomme ich gerade jetzt, gerade diese Symptome? Wozu zwingen sie mich? Woran hindern sie mich? Was ist da zeitnah aufgetreten, an Ereignissen? Das (und mehr) ist es, was hier interessiert.
3. Der auf den ersten Blick intelligenteste Ansatz scheint der zu sein, beide Verfahren zu mischen. Kann ja sein, dass ich demnächst eine Prüfung habe, darum bin ich gestresst, das erhöht der Cortisolspiegel im Blut und senkt dadurch die Immunkräfte, deshalb bin ich im Durchzug krank geworden, was mir gewöhnlich nicht geschieht.
Auf den zweiten Blick ist diese Mischung aber wenig hilfreich, wenn sie zu früh geschieht und das passiert eigentlich immer. Denn, wo ist denn nun der Punkt, an dem ich berechtigt die psychische Ebene als Erklärung sinnvollerweise ein- oder ausblende? Dieser Ansatz schiebt die Verantwortung zu schnell wieder auf die Ebene, der Faktoren, für die man ja nichts kann: Es sind dann doch die Streptokokken die mich krank machen, weil ich eben gestresst bin und so wird bei allem letztlich der Faktor Psyche wieder rausgekürzt.
Zielführender finde ich, sowohl der körperlichen Ansatz, als auch den psychischen/psychosomatischen bis zum Ende zu treiben und sie
dann erst zu kombinieren, nach pragmatischen Gesichtspunkten.
Pragmatisch, das heißt, dass man bei subjektiv empfundenen Kleinigkeiten kein Fass aufmachen muss. Wer Kopfschmerzen hat, der nimmt eben ASS, oder trinkt mehr oder wartet ein paar Stunden, der Rest ist eine Frage ob man die andere Weltsicht üben will oder nicht.
Bei längeren, schwereren oder chronischen Krankheiten finde ich den Ansatz in jedem Fall hilfreich und zielführend.
Nun stellt sich die grundsätzliche Frage, warum man sich überhaupt damit beschäftigen soll.
Ich glaube, dass diese psychosomatischen Ansätze, auch die esoterischen, dem Menschen eine Vision nahebringen, dass und in welcher Weise er die Verantwortung für sein Leben immer schon hat und sie, exemplarisch an Krankheitssymptomen, aber durchaus auch darüber hinaus, erkennen kann.
Wie das konkret inhaltlich geht, kann hier nicht ausgeführt werden, dazu gibt es inzwischen reichlich Literatur.
Von der Struktur her, kann man das allerdings leicht nachzeichnen, indem man seine Krankheitssymptome nimmt, versucht auf das Wesen, die Idee, das Prinzip dieser Krankheit zu schließen, mit der Idee, dass es das ist, was mir zur Ganzheit (oder zumindest auf dem Weg dahin) fehlt und in dem Moment ist man nicht mehr passives Opfer willkürlicher Umstände, sondern steht aktiv in einem Kontext von Sinn und Bedeutung.
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Der Rückflug
Nun kann man sagen: Um Gottes Willen. Was soll denn dieser Quatsch? Eine Spekulation jagt die nächste, nichts davon ist auch nur im Ansatz bewiesen und wo vielleicht doch, schießt man kilometerweit über das Ziel hinaus.
Diese Reaktion ist verständlich und es ging mir nur geringfügig anders, als ich das erste Mal damit konfrontiert war. Warum auch immer, ich habe mich in dieses Gebäude eingedacht, -gefühlt, habe mich drauf eingelassen und fand die Geschichte am Ende recht rund. Das kann man auch so machen oder lassen, jeder hat die Wahl.
Auf der einen Seite war der Eindruck, dass man sich in zwei verschiedenen Kosmen bewegt, doch mir erschien die Kluft oder der nachträgliche Kurzschluss nie unüberwindbar. Jahre danach würde ich urteilen, dass es um Funktionalität auf der einen und Bedeutung auf der anderen Seite geht, dass aber die grundlegende Logik hinter beiden dieselbe ist, lediglich die Prämissen sind verschieden.
Parallel zu diesen esoterischen Ideen, die ich dann irgendwann verinnerlichte, faszinierte mich aber auch die „normale“ Psychologie weiter, hier vor allem die tiefenpsychologischen und psychodynamischen Ansätze und immer mehr der von Otto Kernberg.
Während man in den esoterischen Psychotherapie-Ansätzen versucht, die Deutung momentaner Symptome auf frühere Leben/ andere imaginierte Identifikationen zurückzuführen und so das Bild am Ende rund und ganz werden zu lassen, in der Idee, dass der Klient in die Lage versetzt werden sollte aus einer Einsicht in seine eigene Bilderwelt Verantwortung für seinen gegenwärtigen Ist-Zustand zu übernehmen, von dem er vorher den Eindruck hatte, er könne zu einem Teil seiner Probleme nichts dazu, sei weder schuldig (weder im konventionellen noch im esoterischen Sinne) noch verantwortlich, denn er kann die Situation ja auch nicht überblicken.
Kernbergs Idee steht nun auf völlig anderen Füßen. Den Hintergrund bildet hier die Objektbeziehungstheorie, die man grob so darstellen kann: In jedem Menschen gibt es ein Bild von sich selbst und das Bild von anderen Menschen (Selbst- und Öbjektrepräsentanzen). Beide Bilder sind immer verbunden durch oder über einen in der Mitte liegenden Affekt. Affekte wahrzunehmen, zu verarbeiten und zu äußern ist uns angeboren.
Je intensiver der Affekt ist (erstaunlicherweise im Guten wie im Schlechten) um so schädlicher, aber auch prägender (die sogenannten Spitzenaffekte). Das Kind verinnerlicht nach und nach die verschiedenen Affektbeziehungen zu mehr oder weniger komplexen Mustern. Das beste für Kinder aus dieser Sicht ist ein strukturierendes, unaufgeregtes, liebevolles und verlässliches Umfeld.
Ist das Kind nun chronisch Spitzenaffekten ausgesetzt, was durch Gewalt, sexuellen Missbrauch und/oder dem Zeugensein der erstgenannten geschieht, verzerren sich seine inneren Wahrnehmungen unter dem Eindruck dieser chronischen Spitzenaffekte. Das Kind ist in dieser Situation eindeutig ein unschuldiges Opfer und als Kind auch nicht verantwortlich, es versteht nicht was mit ihm geschieht, es kann es nicht verstehen.
Negative Folgen sind nahezu sicher.
Der Mensch wird nun typische Symptome zeigen, psychische und zuweilen auch körperliche, er wird sich als Opfer erleben und eine
Identität als Opfer errichten. Der Täter ist ja objektiv jemand anderes gewesen.
Doch
in der eigenen Psyche gibt es das Bild des Opfer und des Täters, verbunden über die schon genannten Affekte. Das führt dazu, dass diese Täteranteil im Opfer immer auch aktiv sind, man ist nur nicht mit ihnen identifiziert. Das geschieht psychisch über den Meachnismus der
Verleugnung, der etwas anderes darstellt, als der, der Verdrängung. Therapieziel ist es nun, die verleugneten Anteile genau in dem Moment zu deuten und zu spiegeln (in dem der Therapeut sein eigenes gegenwärtiges Empfinden in der Interaktion mit dem Klienten äußert) wenn sie auftreten.
Dadurch wird der Mechanismus der Verleugnung (der kognitve Anteil ist bewusst, der emotionale Antiel nicht = man weiß, dass man gestern die Wohnung kurz und klein geschlagen hat, aber da man nun wieder guter Dinge ist, kann man nicht verstehen, warum die anderen noch so ein Theater machen – was diese Handlung im anderen auslöst und dass die emotional nachhallt, kann nicht erfasst werden, für subtilere Handlungen, Äußerungen usw. gilt das natürlich in noch stärkerem Maße) schrittweise unterlaufen und der Klient in die Lage versetzt die gesamte Situation (Täter und Opferdasein) zu umfassen, zu erleben, zu verstehen und dadurch Verantwortung für sein Handeln zu übernehmen.
Hier wie dort ist die Integration des Täterpols und damit die Übernahme der Verantwort, ohne im konventionellen Sinne schuldig zu sein, das zentrale Element was heilend ist.
Das wird immer wieder zu der angeblichen Behauptung verkürzt, ich sei der Meiunung, Kernberg sei ein Anhänger oder Unterstützer esoterischer Ideen, was ganz gewiss nicht der Fall ist und hier auch nicht suggeriert werden soll. Es bleiben prägnante Unterschiede,
aber der zentrale Mechanismus über den Heilung geschieht, ist absolut identisch.
Verantwortung
Das führt am Ende dazu , dass man Verantwortung übernimmt, für Bereiche, in denen man im konventionellen Sinne nicht schuldig geworden ist. Im esoterischen Sinne sehr wohl, denn der Täterpol ist das, was einem zum Glück, zur Heilung, zu einem ganzheitlicheren Bild fehlt.
In einem gewissen Sinne, der in einem anderen Thread gerade diskutiert wird – so ungefähr ab hier:
God strikes back!? –
geht es auch um den Begriff der Verantwortung, vor dem Hintergrund der Frage inwieweit man mit Sartre sagen kann, der Mensch sei zur Freiheit verdammt und könne gar nicht anders, als, als Mensch, durchgehend in der Verantwortung zu stehen.
Also Beispiel könnte man vor unserem Hintergrund sagen, dass der Mensch sehr wohl die Wahl hat (und es daher im Rahmen seiner Verantwortung liegt), sich z.B. seinen Problemen die er hat zu stellen oder drauf zu pfeifen, er kann es auch lassen, auch das ist seine Wahl.
Aus dieser Sicht ist das richtig und nachvollziehbar, allerdings missachtet dieses Konzept m.E. die Möglichkeit das Freiheit dann sinnvoller und lebensnaher definiert ist, wenn man sie als ein graduelles Konzept ansieht, der Mensch ist Berufen zur Freiheit, unterwegs zur Freiheit und nicht in diesem Sinne zwingend verdammt zur Freiheit. Beim zur Freiheit verdammten Menschen kommt es m.E. zu einer Schieflage, dadurch, dass man einen schwer Heroinsüchtigen in der gleichen Weise frei nennen müsste, wie jemanden, der sein Leben in konventioneller Lesart frei und selbstbestimmt lebt, von der Freiheit (vom Ich) durch Erleuchtung beim Mystiker ganz zu schweigen.