ObitusVeneris
„Der neue Geist des Kapitalismus“ geschrieben von Boltanski und Chiapello, darüber denke ich gerade nach und würd mich gern darüber austauschen. Meine Fragen an euch: Was denkt ihr darüber? Was fehlt an der Theorie, was beeindruckt euch? Plausibel/ Nicht Plausibel? Interessant? Langweilig, nichtig?
Boltanski und Chiapello nehmen eine französische Perspektive ein und wollen über den Kapitalismus nachdenken, dabei setzen sie zeitlich hier an:
Zeitraum: 1965-1995
1995-1975: (kritische Bewegung und Krise des Kapitalismus)
1975-1990: (Abschwächung der Kritik, Veränderung und Wiederbelebung des Kapitalismus )
Kernpunkt ihrer Theorie ist:
Die Autoren gehen davon aus, dass der Kapitalismus auf die Kritik der Menschen reagiert. Indem der Kapitalismus darauf reagiert, verändert er sich. Kritik wird also als Motor für den Kapitalismus angesehen. (hab den Kapitalismus hier gerade personifiziert, ich weiß)
Die Autoren unterscheiden 2 Arten der Kritik:
Künstlerkritik: in den 68er z.b. Wunsch nach Autonomie, Individualität
Sozialkritik: hier werden eher die Missstände der Arbeiter angeprangert: schlechte Arbeitsbedingungen etc.
Warum funktioniert der Kapitalismus (der für die Autoren zunächst erst einmal amoralisch ist)?
Die Autoren gehen von normativen Rechtfertigungen aus, die den Kapitalismus am Leben halten. Ich stell mir das so vor: Jemand findet die Käfighaltung von Hühnern moralisch nicht vertretbar. „Der Kapitalismus“ reagiert darauf, et voila: es gibt Bioeier – von glücklichen Hühnern. (Ich habe nicht vor eine Biodebatte zu beginnen, es soll nur ein anschauliches Bsp. sein). Der Kapitalismus kann also weiterfunktionieren (so die Autoren), weil die (moralische) Kritik „aufgenommen“ wurde. Deswegen funktioniert das mit dem Kapitalismus so gut, er ist normativ gerechtfertigt.
Aspekt der Flexibilität:
Das Biobeispiel, war nur mein eigenes Bsp. Boltanski/Chiapello gehen davon aus, dass die Kritik der 68er (die ihren Ursprung schon früher hatte, sprich: Forderung nach Autonomie, Individualität), insofern vom Kapitalismus vereinnahmt worden ist, dass nun flexible Arbeitsstrategien herrschen. Netzwerk ist hier das Stichwort und Projektarbeit und vor allem Flexibilität!
Interessant finde ich: es wird allgemein als ungewöhnlich empfunden, wenn man bspw. eine lange Beziehung führt, nicht im Ausland war, oder in der Heimat verwurzelt ist. In der Tat scheint ja etwas dran zu sein. Anderseits finde ich, dass an der Theorie ein Außen fehlt, kann es aber nicht näher erläutern, weil ich es selbst noch nicht so genau fassen kann, was ich meine.
Was denkt ihr?
Boltanski, Luc; Chiapello, Eve (2001): Die Rolle der Kritik in der Dynamik des Kapitalismus und der normative Wandel. In: Berliner Journal für Soziologie. Bd. 11, S. 459-477.
Boltanski, Luc; Chiapello, Ève (2003): Der neue Geist des Kapitalismus. Konstanz: UVK-Verl.-Ges.
Ps das ist sehr komprimiert, also fragt ganz einfach nach
Pps wer den Aufsatz haben möchte, an mich wenden ;-)
Ppps. Der Text heißt NEUER Geist, weil Boltanski/ Chiapello davon ausgehen, dass es 2 vorherige gab, nun aber quasi der neue Geist des Kapitalismus sich anders rechtfertig, z.b. dadurch, dass man flexibel sein muss...Traditionalismus eher als verpönt gilt...
Erik van Thom
“Kapitalismus mit menschlichem Antlitz”, also, ohne Massentierhaltung, dem Halten an nationales und internationales Recht, umweltverträglich, und mit leistungsgerechter Vergütung, was wäre denn daran auszusetzen?
Und was wären die realistischen Alternativen?
Neo
@Erik:
| Zitat: |
Original von Erik van Thom
“Kapitalismus mit menschlichem Antlitz”, also, ohne Massentierhaltung, dem Halten an nationales und internationales Recht, umweltverträglich, und mit leistungsgerechter Vergütung, was wäre denn daran auszusetzen?
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Nichts. Aber das wäre kein Kapitalismus sondern eine soziale und ethische Marktwirtschaft.
Tarvoc
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Original von Neo
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Original von Erik van Thom
“Kapitalismus mit menschlichem Antlitz”, also, ohne Massentierhaltung, dem Halten an nationales und internationales Recht, umweltverträglich, und mit leistungsgerechter Vergütung, was wäre denn daran auszusetzen? |
Nichts. Aber das wäre kein Kapitalismus sondern eine soziale und ethische Marktwirtschaft. |
Das ist so formuliert doch nur 'ne Frage der Benennung. Die eigentliche Frage ist doch,
ob so etwas möglich ist, bzw. ob eine solche Vorstellung nicht bereits versteckte Widersprüche enthält.
mark
| Zitat: |
Original von Tarvoc
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Original von Neo
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Original von Erik van Thom
“Kapitalismus mit menschlichem Antlitz”, also, ohne Massentierhaltung, dem Halten an nationales und internationales Recht, umweltverträglich, und mit leistungsgerechter Vergütung, was wäre denn daran auszusetzen? |
Nichts. Aber das wäre kein Kapitalismus sondern eine soziale und ethische Marktwirtschaft. |
Das ist so formuliert doch nur 'ne Frage der Benennung. Die eigentliche Frage ist doch, ob so etwas möglich ist, bzw. ob eine solche Vorstellung nicht bereits versteckte Widersprüche enthält. |
warum sollte es denn eine frage des wirtschaftssystems sein, wenn den einen die moralvorstellungen der anderen nicht gefallen?
Tarvoc
Sorry, ich versteh' die Frage nicht.
Erik van Thom
Was den Kapitalismus zum Kapitalismus macht, ist Sache mit dem Geldverleih und der Zinswirtschaft, oder?
(Dass wenige Leute nicht arbeiten und ganz viel Geld haben, und viele arbeiten und ganz wenig haben, ist beispielsweise nichts, worauf der K. das Monopol haette - das gibt es auch im kommunistischen Nord-Korea, das gab es in der DDR, im Feudalismus etc.)
Neo
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Original von mark
warum sollte es denn eine frage des wirtschaftssystems sein, wenn den einen die moralvorstellungen der anderen nicht gefallen? |
mark es geht eben nicht darum, dass einige das wollen, und andere nicht, es geht darum, das die überwiegende Mehrheit gegen Ausbeutung und Ungerechtigkeit, für Menschlichkeit und menschenwürdiges Leben sind, diese Umstände also gar nicht haben wollen, egal, welches Wirtschaftssystem sie befürworten. das problem ist nur, dass das eine nicht mit dem anderen zu haben ist, und hier klafft ein psycholgischer Widerspruch, der den meisten nicht klar ist und der deshalb offen angesprochen werden muß, etwas was ich gerade in dem Parallelthread versuche.
mark
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Original von Neo
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Original von mark
warum sollte es denn eine frage des wirtschaftssystems sein, wenn den einen die moralvorstellungen der anderen nicht gefallen? |
mark es geht eben nicht darum, dass einige das wollen, und andere nicht, es geht darum, das die überwiegende Mehrheit gegen Ausbeutung und Ungerechtigkeit, für Menschlichkeit und menschenwürdiges Leben sind, diese Umstände also gar nicht haben wollen, egal, welches Wirtschaftssystem sie befürworten. das problem ist nur, dass das eine nicht mit dem anderen zu haben ist, und hier klafft ein psycholgischer Widerspruch, der den meisten nicht klar ist und der deshalb offen angesprochen werden muß, etwas was ich gerade in dem Parallelthread versuche. |
was steht da im widerspruch?
Neo
@ mark: Du nimmst mich auf den Arm, ja?
I) Ich will keine Ausbeutung und Menschenverachtung
II) Kapitalismus will ich (wähl ich)
Wenn I das Gegenteil ist von II) dann ist die Aussage ich will I) und zugleich II) nicht lösbar, da widersprüchlich und daher { }.
Jetzt klarer?
Shamatic
Boltanski und Chiapello hatte ich dieses Semester auch in der Soziologie behandelt, nur leider nicht sehr umfangreich. Ich werde mich mal vll wieder ein bisschen einlesen. Mich würde aber interessieren wie deren Begriff "Geist des Kapitalismus" mit den Begriffen Basis/Überbau zusammenhängt, weil im Grunde wird damit ja auch ein symbolisch vermittelter normativer Zusammenhang (oder so) gemeint, welcher sich mit kapitalistischen Produktionsabläufen "verzahnt"...
| Zitat: |
Original von Erik van Thom
“Kapitalismus mit menschlichem Antlitz”, also, ohne Massentierhaltung, dem Halten an nationales und internationales Recht, umweltverträglich, und mit leistungsgerechter Vergütung, was wäre denn daran auszusetzen?
Und was wären die realistischen Alternativen? |
Du tust ja hier gerade so, als sei "Kapitalismus mit menschlichem Antlitz" (was auch immer man dabei sich im Einzelnen vorstellen vermag) bereits eine "realistische Alternative". Du denkst dir einen von allem "Negativen" "gereinigten" "Kapitalismus" und nimmst an, dass diese homogene Vorstellung ohne größere Probleme "realisiert" werden könne. Zumindest tust du so als sei diese Vorstellung eines "rein guten Kapitalismus" um einiges einfacher zu "realisieren" als alles andere denkbare. Oder verstehe ich dich hier falsch ? (Die reale Geschichte zeigt, dass die Entwicklung der bürgerlich-kapitalistischen Ökonomie (mit "ihren" Kategorien) nie ohne die negativen Symptome stattgefunden hat, unabhängig von der historisch-regional unterschiedlichen Ausprägung dieser Wirtschaftsform].
| Zitat: |
| Was den Kapitalismus zum Kapitalismus macht, ist Sache mit dem Geldverleih und der Zinswirtschaft, oder? |
Das wäre in der Tat zu einfach. Es geht um die ökonomischen Kategorien wie "Kapital" und "Lohnarbeit" und ihre wechselseitige Realisierung d.h. der Zusammenhänge und Formen, wie heute gesellschaftlich produziert wird. Diese Form hat sich erst mit der sich entwickelnden Hegemonie des "Bürgertums" zur allgemeinen gesellschaftlichen Produktionsweise entwickelt.
@neo:
| Zitat: |
| Nichts. Aber das wäre kein Kapitalismus sondern eine soziale und ethische Marktwirtschaft. |
Also um mal etwas klarzustellen: Der Begriff der "sozialen Marktwirtschaft", welcher oft als Name für die politisch-ökonomische Situation im "Nachkriegsdeutschland" verwendet wird, meint in diesem Sinne nur eine bestimmte Regulationsform kapitalistischer Ökonomie und keinesfalls die Aufhebung dieser grundlegenden Struktur. Ich weiß also jetzt nicht, was das Umdrehen an Begriffen soll, geht es doch um die Realität, welche mit diesen Begriffen bezeichnet wird.
mark
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Original von Neo
@ mark: Du nimmst mich auf den Arm, ja?
I) Ich will keine Ausbeutung und Menschenverachtung
II) Kapitalismus will ich (wähl ich)
Wenn I das Gegenteil ist von II) dann ist die Aussage ich will I) und zugleich II) nicht lösbar, da widersprüchlich und daher { }.
Jetzt klarer? |
wenn du damit behaupten willst, kapitalismus bedeute zwingend notwendig ausbeutung und menschenverachtung, dann ist das quark.
Neo
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Original von mark
wenn du damit behaupten willst, kapitalismus bedeute zwingend notwendig ausbeutung und menschenverachtung, dann ist das quark. |
Nein, und ich bin nicht der einzige der das so sieht. Lies Robert Kurz.
Von den neoliberalen Bestrebungen in unserer Politik will ich jetzt mal gar nicht reden.
mark
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Original von Neo
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Original von mark
wenn du damit behaupten willst, kapitalismus bedeute zwingend notwendig ausbeutung und menschenverachtung, dann ist das quark. |
Nein,...
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doch.
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...und ich bin nicht der einzige der das so sieht.
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oh, na wenn ich das gewusst hätte, das macht es natürlich überzeugend...
ich denk nicht dran.
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Von den neoliberalen Bestrebungen in unserer Politik will ich jetzt mal gar nicht reden. |
na, das passt: ich auch nicht.
gruss
Neo
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Original von mark
ich denk nicht dran. |
Ganz wies beliebt.
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Original von mark
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...und ich bin nicht der einzige der das so sieht.
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oh, na wenn ich das gewusst hätte, das macht es natürlich überzeugend... |
Du solltest bei dieser Haltung nur berücksichtgen, dass Systemkritiker wie Kurz, M. Hoffmann oder gar Herr Marx höchstelbst in dieser Hinsicht vlt ein etwas geschulteres und zuverlässigeres Urteilsvermögen haben, als ein Herr Neo oder Herr Mark.
Gruß
Tarvoc
Argumentum ad auctoritatem kommt eigentlich nur selten gut. Aus guten Gründen.
Neo
@ Shamatic:
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Original von Shamatic
Also um mal etwas klarzustellen: Der Begriff der "sozialen Marktwirtschaft", welcher oft als Name für die politisch-ökonomische Situation im "Nachkriegsdeutschland" verwendet wird, meint in diesem Sinne nur eine bestimmte Regulationsform kapitalistischer Ökonomie und keinesfalls die Aufhebung dieser grundlegenden Struktur. Ich weiß also jetzt nicht, was das Umdrehen an Begriffen soll, |
Also mir gehts nun wirklich nicht um Begriffsdrescherei, aber Fakt ist nunmal, dass diese gemäßigte Witschaftsform nicht gleichzusetzen ist mit dem Kapitalismus, wie ihn zB die Amerikaner und die Engländer praktizier(t)en und wie ihn die Neoliberalen wollen.
Der Unterschied zwischen der von Dir angesprochenen Wirtschaftsform des Nachkriegsdeutschland gegenüber USA und GB liegt auf der Hand, also kann man das nicht alles in einen Topf werfen und mit 'Kapitalismus' ettikettieren.
Dass die Grundmechanismen in inzwischen fast allen Wirtschaftsformen auf der Welt dieselben sind, mit unterschiedlicher Ausprägung, streite ich ja gar nicht ab.
Gruß
Neo
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Original von Tarvoc
Argumentum ad auctoritatem kommt eigentlich nur selten gut. Aus guten Gründen. |
Man sollte aber auch nicht sein eigenes Urteil über das der anerkannten Autoritäten stellen, das kommt mindestens ebenso schlecht. Jedenfalls wenn man kein Fachmann auf dem Gebiet ist.
Gerade Mark ist jemand, der das ganz vehement ablehnt, wenn du ihm mit deinen eigenen Überlegungen kommst und dich erdreistest, diese über die anerkannten Wissenschaften zu stellen.
ObitusVeneris
Interessant!
Ich habe noch einige Ergänzungen, die vielleicht helfen können:
Punkt 1: Kapitalismus/ Moral
Laut Boltanski und Chiapello funktioniert der Kapitalismus nicht OHNE moralische Rechtfertigung. Die Moralvorstellungen ändern sich im Laufe der Zeit, damit ändert sich auch die Form des Kapitalismus.
Punkt 2: Def. Kapitalismus (nach Boltanski/ Ch.)
- Amoralischer Prozess
- Unbegrenzte Anhäufung an Kapital + wiederholte Einspeisung (Ergebnis=Profit)
- Lohnarbeit (Arbeitnehmer verkaufen ihre Arbeitskraft)
- Konkurrenz
(soweit ich das sehe, wie Marx und Weber)
Punkt 3: Bewertung des Systems:
Kapitalismus ist ein absurdes System, da die Kapitalisten selbst einer ewigen Dynamik unterworfen sind (ständige Konkurrenz) und die Arbeitnehmer aus ihrer untergeordneten Rolle nicht rauskommen.
--> Aber dennoch bedarf es an Massen, damit der Kapitalismus funktioniert, warum/ wie? Es muss einen Sinn geben, der ÜBER den Profit hinausgeht (bei Boltanski/ Chiapello ists die moralische Rechtfertigung). Max Weber beispielsweise sah in der Entstehung des Kapitalismus eine religiöse Motivation, meinte dann jedoch, dass der Kapitalismus auch jenseits dieser Motivation weiterexistiert hat. Dem widersprechen Boltanski/ Chiapello, da sie meinen, dass es nicht ohne moralische Rechtfertigung geht.
2 Sachen noch:
@ Shamatic zum Überbau/ Basis: Marx oder? Ich habe zwar einige Texte von ihm gelesen, aber die Begriffe kamen darin nicht vor. Ich weiß daher nicht, was Marx damit meint und wie Marx das Verhältnis zum Kapitalismus damit beschrieben hat. Also wenns der Diskussion hilft…? (meine nur schwammig was mit Gesellschaft ,Politik, Normen oder so?)
@mark „Kapitalismus bedeute zwingend notwendig Ausbeutung und Menschenverachtung = Quark“
erzähl mal bitte genauer
Cheers
mark
| Zitat: |
Original von Neo
Du solltest bei dieser Haltung nur berücksichtgen, dass Systemkritiker wie Kurz, M. Hoffmann oder gar Herr Marx höchstelbst in dieser Hinsicht vlt ein etwas geschulteres und zuverlässigeres Urteilsvermögen haben, als ein Herr Neo oder Herr Mark.
Man sollte aber auch nicht sein eigenes Urteil über das der anerkannten Autoritäten stellen, das kommt mindestens ebenso schlecht. Jedenfalls wenn man kein Fachmann auf dem Gebiet ist.
Gerade Mark ist jemand, der das ganz vehement ablehnt, wenn du ihm mit deinen eigenen Überlegungen kommst und dich erdreistest, diese über die anerkannten Wissenschaften zu stellen.
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also, wenn du dein persönliches urteil nicht über die anerkannten fakten stellen willst, dann nimm einfach mal zur kenntnis, dass auch soziale marktwirtschaft unter kapitalismus fällt.
zweitens ist doch nicht irgendein buch irgendeines autors das du gerade gelesen hast und für gut befunden deswegen schon anerkannte wissenschaftliche meinung.
es ist schon ein unterschied ob man mal eben gegen die hauptsätze der thermodynamik "verstösst" oder mit einem unbekannten herrn kurz nicht einer meinung ist. und seit wann ausgerechnet marx als anerkannter meinungsführer in sachen wirtschaft gilt, das musst du mir auch erstmal näher auseinandersetzen.
ist ja nicht so, dass wenn du mit überlegungen oder sogar spekulationen zu unvermeidlichen zinseffekten oder ähnlichem ankämst auf taube ohren stossen würdest. aber kapitalismus notwendig gleich menschenverachtung, tut mir leid, das hat mit anerkannter wissenschaft nichts zu tun.
nur sprechen ja aber wir beide und keiner von uns ist wirtschaftswissenschaftler. da der begriff des kapiatlismus mit ausbeutung und menschenverachtung primär nun wirklich nichts zu tun hat, im gegensatz zur sklavenhaltung, die per se schon als menschenverachtend angesehen wird, muss man schon arge purzelbäume schlagen bis man da eine notwendigkeit hineinimpliziert. das kann man auch gleich bleiben lassen, als übung mag es ja lustig sein, aber ansonsten ist es so langweilig wie alles an den haaren herbeigezogene.
es ist und bleibt ein wesentlicher unterschied ob ich nicht einer meinung mit dir und herrn kurz (falls der überhaupt derartiges sagt) bin oder ob dethlefsen gegen alle vernunft und erkenntnisse der empirischen wissenscahften seit 500 jahren märchen erzählt. ähnliches gilt für deine krummen geraden.
gruss
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