Der neue Geist des Kapitalismus

Archibald
@ Obitus:

Das Problem ist halt das der Marktwirtschaft vs. staatliche Reglementierung.

Wer mit Legebatteriehühnereiern mehr verdienen kann als mit welchen von freilaufenden, der wird marktwirtschaftlich nie Änderung herbeiführen.

SDchmecken mir aber die Eier von "glücklichen Hühnern" nicht besser, sind aber teurer als die der Legebatterie, kann sich so nichts ändern.

Dagegen hilft nur staatliche Reglementierung, welche von Konservativen und Liberalen aber als "Unfreiheitlich" abgelehnt wird.

Die diesen Kräften entgegengesetzten Linken versuchen aber nun alles, um staatliche Reglementierung als "freiheitlich" darzustellen.

Das Ganze klappt recht gut mit marxistischer Metaphysikablehnung/ Materialismus, welche die Idee "Freiheit" nur als materielle Projektion sieht und, diese Idee somit ihrer Definition und somit auch ihrem eigenen Wesen beraubt!
Epic
Die Autoren unterscheiden 2 Arten der Kritik:#
Was denkt ihr?
Der Autor ist völlig unfähig , komplexe, individuelle strukturen zu erkennen, um vernünftige denkrichtungen und urteile zu fällen..und geschweige denn über ganzheitliche staatliche strukturen.
Eine sogenannte "staatshure" die darauf abzielt ein korrumpierendes destruktives kapitalistisches system aus egoistischen gründen aufrecht zu erhalten.
mehr hibt es nicht zu sagen.
karlchen
Sollten wir vllt. nicht einen neuen Faden aufmachen mit dem Titel: Was ist Kapitalismus? Aber den gibts (gabs) bestimmt schon öfters ... !? smile
Epic
ne karlchen, braucht man nicht, alle staatsformen formen sich auf ein und dasselbe hin,- wenn im menschen keine innere psychologische transformation (vernünftiges denken)stattfindet,so ist jede staatsform im grundzug ein und diesselbe.
Werden zwar unter anderen namen gehandhabt, aber innerlich völlig gleich.
ObitusVeneris
Zitat:
Original von Epic
Die Autoren unterscheiden 2 Arten der Kritik:#
Was denkt ihr?
Der Autor ist völlig unfähig , komplexe, individuelle strukturen zu erkennen, um vernünftige denkrichtungen und urteile zu fällen..und geschweige denn über ganzheitliche staatliche strukturen.
Eine sogenannte "staatshure" die darauf abzielt ein korrumpierendes destruktives kapitalistisches system aus egoistischen gründen aufrecht zu erhalten.
mehr hibt es nicht zu sagen.


nur kurz, hab keine zeit (archi zu dir wollt ich auch noch was sagen, aber erst später-->zeit):

kritik an den thesen interessiert mich (deswegen ja das thema), doch bitte genauer und (bitte) sachlich - dir scheint etwas an der theorie zu fehlen (mir ja selbst auch), doch bitte erläuter dies noch mal .. genauer. zur zeit sind es für mich nur wörter, die ich gedanklich nicht richtig füllen kann.. nur so schwammig..
aber wenn du nichts mehr dazu sagen willst, ist s auch ok..

ich habe das thema bewusst relativ "eng" aufgezogen ...

alles andere später
Epic
Im grunde ist es ein sehr umfangreiches thema, würde ich es versuchen in kurzen sätzen und mit wenigen worten überschaubar zu machen, dann würdest du ebenso viele und noch mehr widersprüche sehen als wie du sie jetz ("nicht")siehst.

Alle heute bestehenden staatsformen sind im kern diesselben.
Demokratie , kommunismus,kapitalismus, das sind im grunde nur begrifflichkeiten, die allesamt die gleichen oberflächenstrukturen repräsentieren.

-Politik und staatsformen kommen und gehen wie der wandeln der vier jahreszeiten.-
Und in wahrheit sind alle politik, machtsrukturen, staatsformen völlig überflüssig
Um das zu verstehen muss der mensch eine psychologische transformation in seiner tiefenstruktur vollziehen.
Dann werden die zusammenhänge von ganz alleine evident und man wird sehen in welch schein man einst träimend wandelte...

Wir müssen unser denken vom gewohnt gewöhnlichen von anfang an des selbstverständlichen befreien.
Der denkweg mündet im ungedachten des bereits gedachten.
-Heidegger-
Stanley Alvarez
Zitat:
Original von Neo
Von den neoliberalen Bestrebungen in unserer Politik will ich jetzt mal gar nicht reden.

Ich schon... denn es passt ja durchaus zum Thema bzw. ist das Thema.

Der Neoliberalismus wird gerne als reines Feindbild herangezogen, als Sinnbild des Bösen und Unmoralischen. Dass hinter der neoliberalen Theorie eine Moralität und Humanität steckt, die nicht weniger überzeugend, wenn nicht vielleicht sogar überzeugender ist, als es die Theorien sozialistischer Tradition sind, das kommt den meisten überhaupt nicht in den Sinn. "Neoliberalismus ist schlecht - Punkt!"

Foucault hat einmal im Zuge seiner Gouvernementalitätsanalysen den "Geist" des Neoliberalismus so überzeugend dargelegt, dass daraufhin gewähnt wurde, er sei selbst Neoliberaler. Es ist eben nicht so leicht, dem neoliberalen Gedanken außerhalb von verbohrten Grabenkämpfen wirklich etwas entgegen zu setzen. Aber das weiß man natürlich nur, wenn man sich auch damit beschäftigt.

Zum eigentlichen Thema:
Ich finde die These von Boltanski und Chiapello durchaus zutreffend.
Heutige Unternehmenspolitik ist stark geprägt von den Werten der 68er. Was schreibt man denn heute guten Gewissens in seine Bewerbungsschreiben? Man sei kreativ, zuverlässig, engagiert, selbstständig und zugleich fähig, im Team zu arbeiten, und man wäre natürlich stets mit Motivation und Freude dabei etc. Und was ist denn mit dem seltsamen (wenn auch inzwischen rückläufigen) Trend des Motivationstrainings für Mitarbeiter? Das hat doch mit einer unterdrückten anonymen Arbeiterschaft nichts mehr zu tun. Hier ist jeder Herr seiner Selbst, hier kann jeder sein volles Potential entfalten, hier arbeitet man, um sich selbst zu verwirklichen, nicht des Geldes wegen. Das wird zumindest suggeriert.
Boltanski und Chiapello haben ja nicht behauptet, dass der neue Geist des Kapitalismus die Werte der 68er verwirklicht hätte, aber er hat sie integriert und arbeitet nun selbst damit... wenn auch womöglich in perversierter Form (wobei die Perversion erstmal erkannt werden muss).
ewig
Zitat:
Original von Stanley Alvarez
Der Neoliberalismus wird gerne als reines Feindbild herangezogen, als Sinnbild des Bösen und Unmoralischen. Dass hinter der neoliberalen Theorie eine Moralität und Humanität steckt, die nicht weniger überzeugend, wenn nicht vielleicht sogar überzeugender ist, als es die Theorien sozialistischer Tradition sind, das kommt den meisten überhaupt nicht in den Sinn. "Neoliberalismus ist schlecht - Punkt!"

Foucault hat einmal im Zuge seiner Gouvernementalitätsanalysen den "Geist" des Neoliberalismus so überzeugend dargelegt, dass daraufhin gewähnt wurde, er sei selbst Neoliberaler. Es ist eben nicht so leicht, dem neoliberalen Gedanken außerhalb von verbohrten Grabenkämpfen wirklich etwas entgegen zu setzen. Aber das weiß man natürlich nur, wenn man sich auch damit beschäftigt.

Du hast ja an dieser Stelle gerade ein wenig die Darlegung der "Moralität und Humanität" des Neoliberalismus verpaßt, die auf Dich "nicht weniger überzeugend" wirkt als die Theorien sozialistischer Tradition. Nun sieht leider die schiere Behauptung von Überzeugungskraft, die sich "natürlich nur" offenbart, "wenn man sich auch damit beschäftigt", bei einer politischen Denkungsart immer sehr nach Propaganda aus. Insofern möchtest Du vielleicht eine Argumentationslinie nachtragen, so daß wir alle etwas davon haben.
Stanley Alvarez
Nein, das war auch nicht Sinn der Sache. Es geht mir darum, diese Art der Feindbildkonstruktion zu hinterfragen. Es geht mir nicht darum, innerhalb eines "gut - böse"-Kostrukts zu beweisen, dass der als "böse" etikettierte Feind in Wirklichkeit "gut" ist, sondern darum, das Konstrukt selbst zu hinterfragen. So geht es mir auch nicht darum, zu beweisen, dass der Neoliberalismus moralisch und human sei, sondern darum, dieses Schema "moralisch - unmoralisch" selbst zu hinterfragen. Es geht mir nicht darum, den Neoliberalismus hoch zu halten, sondern darum, den Großteil seiner Gegner von ihrem hohen Ross der vermeintlichen "moralischen Überlegenheit" herunterzuholen (denn genau das wird ja suggeriert: moraliche Überlegenheit. Denn wenn der Neoliberalismus unmoralisch ist, dann sind auch dessen Anhänger unmoralisch und/oder schlicht dumm... im Gegensatz zu dessen Gegnern).

Wenn man die moralischen und human(istisch)en Grundlagen des Neoliberalismus per se verleugnet, ist keine sinnvolle Debatte möglich. Dazu muss ich nicht erst beweisen, dass diese moralischen Grundlagen existieren... sondern die Annahme der Existenz dieser Grundlagen hat Voraussetzung zu sein. Alles andere sind bloß ideologische Grabenkämpfe... gefordert wäre hier aber stattdessen eine differenzierte Ideologiekritik (die derweil beide "Seiten" zu beleuchten hätte).

Eine "überzeugende" Darlegung neoliberaler Theorie kann ich hier nicht bieten, da ich selbst nicht Anhänger, geschweige denn bewusster Vertreter des Neoliberalismus bin, noch habe ich (wie z.B. Foucault) mich eingehend mit dem neoliberalen Diskurs beschäftigt.
ewig
Zitat:
Original von Stanley Alvarez
Wenn man die moralischen und human(istisch)en Grundlagen des Neoliberalismus per se verleugnet, ist keine sinnvolle Debatte möglich. Dazu muss ich nicht erst beweisen, dass diese moralischen Grundlagen existieren...

Du könntest ja die Art der "moralischen und human(istisch)en Grundlagen des Neoliberalismus" wenigstens benennen, damit wir wissen, wovon Du überhaupt sprichst. Zum Vergleich: Die Kritiker des Neoliberalismus bemängeln an diesem vor allem eine stark antisolidarische Tendenz der Umgestaltung des Gesellschaftssystems. Welchen moralischen Wert hätte der Neoliberalismus denn anzubieten, welcher das Solidarprinzip in der aktuellen politischen Situation aufwöge?
Epic
Wenn man die moralischen und human(istisch)en Grundlagen des Neoliberalismus per se verleugnet, ist keine sinnvolle Debatte möglich. Dazu muss ich nicht erst beweisen, dass diese moralischen Grundlagen existieren...

und wenn man die wahren machenschaften der politik und aller machtsrukturen erkennt, ist ebenfalls keine diskussion über deren (nicht)wirksamkeit möglich.
Das man dann weiss dass alles bullshit ist.
Tarvoc
Zitat:
Original von Stanley Alvarez
Dass hinter der neoliberalen Theorie eine Moralität und Humanität steckt, die nicht weniger überzeugend, wenn nicht vielleicht sogar überzeugender ist, als es die Theorien sozialistischer Tradition sind, das kommt den meisten überhaupt nicht in den Sinn.

Nein, das kommt mir in der Tat nicht in den Sinn. fröhlich
Shamatic
@epic:

Zitat:
Um das zu verstehen muss der mensch eine psychologische transformation in seiner tiefenstruktur vollziehen.

"Der Mensch" ? Menschen leben doch unter gesellschaftlich verschiedenen Bedingungen und haben verschiedene "Positionen" im alltäglichen Produktionsprozess, welchen konkret bestimmbaren Menschen meinst du dann eigentlich ? Wie soll denn ein Mensch eine "psychologische Transformation seiner Tiefenstruktur" vollziehen, wenn dieser beispielsweise konstant von bestimmten Formen der Lohnarbeit belastet wird, die dieser täglich ausübt ? Und überhaupt: Was bedeutet das und wie soll sowas überhaupt möglich sein, was würde sich denn überhaupt ändern, wenn solch eine "Transformation" bei einigen Individuen gelänge ? Würden diese dann immer noch ihrem täglichen, institutionalisierten "Geschäft" nachgehen, als sei nichts gewesen ? Wie glaubst du denn, würde so ein Mensch real handeln, wenn er diese "Transformation" vollzogen hätte ?

Ein paar nachhackende Fragen Zwinker
Epic
"Der Mensch" ? Menschen leben doch unter gesellschaftlich verschiedenen Bedingungen und haben verschiedene "Positionen" im alltäglichen Produktionsprozess, welchen konkret bestimmbaren Menschen meinst du dann eigentlich ?
Jeden einzelnen.

Wie soll denn ein Mensch eine "psychologische Transformation seiner Tiefenstruktur" vollziehen, wenn dieser beispielsweise konstant von bestimmten Formen der Lohnarbeit belastet wird, die dieser täglich ausübt ?
Ds ist ja der punkt.
Die machthaber wollen diese struktur aufrecht erhalten, und in diesem ganzen chaos bleibt keine zeit zum nachdenken,z.b über höhere wahrheiten und lebensführungen, die menschen leben im ständigen stress und das macht sie krank und lässt sie keinen stück geistig und seelig vorankommen.

Und überhaupt: Was bedeutet das und wie soll sowas überhaupt möglich sein, was würde sich denn überhaupt ändern, wenn solch eine "Transformation" bei einigen Individuen gelänge ?
Das lebenselixier muss jeder selber schmecken, oder könnte ich mit worten deuten und formen wie etwas schmeckt?
Manche dinge kann man nur erleben um sie zu wissen.
Ich bin mir sehr sicher, eine gewaltige "revolution" in der psychologischen tiefenstruktur des menschen , und diese wird zugleich die oberflächen struktur beinflussen.
Ein natürliches denken zwischen mensch, natur ,kosmos, ein in vollkommener freiheit.Gut ! wo jeder sich selbst ausleben kann anstelle dass er gelebt und genutzt wird.

Würden diese dann immer noch ihrem täglichen, institutionalisierten "Geschäft" nachgehen, als sei nichts gewesen ?
Das wäre dann eher eine strafe für diese menschen.

Wie glaubst du denn, würde so ein Mensch real handeln, wenn er diese "Transformation" vollzogen hätte ?
er würde völlig natürlich handeln, er könnte garnicht anders,als sich seinen wahren interessen hinzugeben und seine gaben auszuleben,- einfach nur er selbst sein.
Anstatt sein leben lang etwas zu machen was er garnicht machen will ein leben zu vergeuden in krankheit und elend.....


Ein paar nachhackende Fragen
na sicher doch und es freut mich dass es mal jemand macht ^^
Tarvoc
"Einfach nur er selbst sein", ach du Schande... fröhlich
Epic
"Einfach nur er selbst sein", ach du Schande...

man kanns auch anders verstehen.
Und so wie du das verstehst, sicherlich nicht.
Tarvoc
Jetzt sag mir nicht, wie ich zu sein habe! roll
Epic
Jetzt sag mir nicht, wie ich zu sein habe!
habe ich nicht, aber finde es schade das du bedauerst dass andere so sein wollen wie sie in wirklichkeit sind.

Einfach nur er selbst sein", ach du Schande...
Tarvoc
Zitat:
Original von Epic
habe ich nicht, aber finde es schade das du bedauerst dass andere so sein wollen wie sie in wirklichkeit sind.

fröhlich Wie kann man denn anders sein als man ist? roll
Epic
Wie kann man denn anders sein als man ist?
Das ist eine sehr tiefgründige und wichtige frage.
Und sie ist sehr komplex.
Beobahchte dich einmal 3 tage selber, jede geste jede regeung und jeden gedanken, vieles von dem was wir machen oder denken wollen wir garnicht.
Zu 99.9 prozent der menschheit lebt unbewusst, mich miteingeschlossen.
Aber ich arbeite daran und ich merke immer intensiver, die dinge die mir vorher unbewusst waren.