Gott los - und dann?

theophanu
@ barbara

Zitat:
ich zweifle sehr an der Nüchternheit der Wahrheit. Meine Erfahrungen deuten eher darauf hin, dass Wahrheit viel mit Überschwang, Ekstase, Schwindel, Freude, Hemmungslosigkeit und anderen Symptomen zu tun hat, die der Betrunkenheit ähneln.
Interessanter Hinweis! smile Die Wahrheit, die ich bis jetzt erkennen kann, ist an Nüchternheit nicht zu toppen. Das nimmt ihr aber nichts von ihrer Schönheit.
Würde man versuchen, diese Wahrheit zu beschreiben, würde man sich in einen Rausch reden, der einem Betrunkenen ähnelt, ja! Das Problem ist nämlich kein kleines in der Kommunikation der Wahrheit: Etwas, was einen selbst tief ergriffen hat, dem anderen ohne Begeisterung und Überschwang mitzuteilen, funktioniert nämlich nicht. Und so trifft ein, daß Erkenntnis nicht zu kommunizieren ist.

Zitat:
Du hast auch nicht das Recht, ihm irgend etwas gegen seinen Willen wegzunehmen, wenn du es mit etwas Besserem ersetzen könntest.
Ja, das stimmt.
Zitat:
Abgesehen davon, warum bist du denn so sicher, dass du recht hast?
Das allerdings habe ich an keiner Stelle gesagt :-)
winken Theo
theophanu
Es wird Einstein gerne nachgesagt, er wäre (christlich) religiös gewesen. Es hat ihn verwundert, aber nicht weiter bekümmert.
Erst in späteren Jahren sah es sich wohl gezwungen, sich dazu öffentlich zu äußern wie Schneemann hier aufzeigt.
Erik van Thom
Zitat:
Original von theophanu
Es wird Einstein gerne nachgesagt, er wäre (christlich) religiös gewesen. Es hat ihn verwundert, aber nicht weiter bekümmert.
Erst in späteren Jahren sah es sich wohl gezwungen, sich dazu öffentlich zu äußern wie Schneemann hier aufzeigt.

Dann hatte er seine eigene Spiritualitaet, aber spirituell war er. Und damit ist doch deine Anfangsfrage "gottlos, was dann" beantwortet, oder? Und gottlos (auch wenn es sein persoenlicher war) war er ja nicht.
Partygänger
Hallo frau theophanu. großes Grinsen

Eigentlich ist deine thread eingangsfrage eine märchenfrage...
Die sogenannten rationalisten werden nie beweisen können das es kein gott gibt.
Wie sollen sie das auch können???
Sie können ja nur das geschöpfte des schöpfers untersuchen... und wenn jene das im sinne des geschöpften machen knuddel , werden diese erkennen, dass es der schöpfer selbst ist, der sich durch die brille geschockt des menschlichen bewusstseins in seinem eigenem geschaffenen universum abgebildet hat !

Von der rationalen einsicht, bis zur geistigen Aussicht zu gelangen,
wird man eine wegstrecke der liebe zurücklegen müssen, um zu spüren
wer wirklich -ist hy !

RoFL
theophanu
Ach Herr Partygänger,

Zitat:
Von der rationalen einsicht, bis zur geistigen Aussicht zu gelangen, wird man eine wegstrecke der liebe zurücklegen müssen, um zu spüren wer wirklich -ist hy !
um diesen Weg geht es doch genau: Was kann ich denn mehr tun, als den Glauben eines anderen Menschen zu achten und mich,
obwohl ich das schönste Geschenk für ihn in Händen halte, zurückzuziehen?
Wenn das nicht Nächstenliebe ist, was dann?
Vermutlich drücke ich mich einfach zu unklar aus unglücklich
Aber ich bin sicher, Dein erster Geselle würde mich verstehen.
John
Zitat:
Wer entscheidet denn, wer lügt und wer die Wahrheit spricht? Mit welchem Recht erhebt sich der Halb-Wissend-Halb-Gläubige über den Gläubigen? Ich bitte um Trennung von Religion und Glaube und von Rationalität und Erkenntis!


Religion ist institutionalisierter Glaube. Glaube ist eine höchstpersönliche Angelegenheit. Diesen Glauben jemandem zu nehmen, ist falsch.

Einen wegen der Institutionalisierung, bzw. Indoktrinierung entstandenen "Halb-Glauben" eines Halb-Gläubigen ins Wanken zu bringen, ist richtig.

Rationalität ist zu erkennen, was ich erkennen kann und was nicht. Und wo ich lediglich auf Glauben, der eben persönlich sein und bleiben sollte, angewiesen bin.

Wer Glauben mit Wissen gleichsetzt und behauptet, er weiß, dass es Gott gibt, der lügt, bzw. er belügt sich selbst. Für den, der sagt, er weiß, dass es ihn nicht gibt, gilt das Gleiche.

Wer sagt, er glaubt das eine oder das andere, aber er weiß es nicht, spricht die Wahrheit.

Genügt das als Antwort?

Warum erscheint mir dies so einfach? Übersehe ich einen Haken?
theophanu
@ john

Du hast recht, es ist im Prinzip gar nicht so schwer, wenn man erstmal die Unterschiede zwischen Religion, Glauben und Wissen offengelegt hat. Und wenn ich mir die ganzen Threads ansehe, die um das Thema kreisen, haben wir hier schon mehrheitlich die gleiche Meinung.

Nur eines möchte ich noch hervorheben: Die Erkenntnis.
So wie ich sie erfahren habe, hat sich die reine Ratio in der Wahrheit erkannt. Erkennen ist also mehr als nur Rationalität. Leider kann ich es nicht besser beschreiben.

Ich habe eine Erkenntnis, andere haben die gleiche oder eine, die noch weiter darüber hinausgeht.
In dem Moment, wo mir ein rational denkender Mensch sagen würde, er habe die Erkenntnis, daß es Gott gibt, ist er für mich unantastbar.
Die anderen, die fest an ihren Gott glauben und das auch nicht zu hinterfragen wünschen, sind unerreichbar.
Die, die ernsthaft grübeln, ob oder ob nicht, werden ihren Weg finden. Von denen bin ich einer.

Ich habe etwas in einem anderen Thread geschrieben, was die anderen komplett überlesen haben - aber ich wurde darüber wach:
Erwacht ist bei mir das Bewußtsein darüber, was es wirklich heißt, einem Gott die Verantwortung zu nehmen und für alles das, was ich sage und tue, selbst geradezustehen. Mit allen Konsequenzen für mich - und für alle anderen, mit denen ich in Kontakt komme.

Für mich ist das vielleicht der Einstieg von einer oberflächlichen Differenzierung zu sehr viel mehr. Es bleibt also weiterhin spannend :-)
winken Theo
John
Zitat:
Erwacht ist bei mir das Bewußtsein darüber, was es wirklich heißt, einem Gott die Verantwortung zu nehmen und für alles das, was ich sage und tue, selbst geradezustehen. Mit allen Konsequenzen für mich - und für alle anderen, mit denen ich in Kontakt komme.


Ich finde jetzt gerade den Kontext zu dieser Aussage nicht, aber ich denke, es geht auch ohne.

Ein sehr vielsagender Satz. Konsequent durchdacht liegt er punktgenau auf meiner Linie, wenn ich ihn richtig verstehe.

Nur, dass ich als Mensch im Prinzip Gott eine Verantwortung nicht nehme, sondern nur mich nicht um sie drücke, d. h. niemanden suchen sollte, an den ich sie abgeben kann.

Die zentrale Bedeutung des Wortes VERANTWORTUNG müsste viel mehr in den Mittelpunkt rücken, vom Begriff SCHULD sollte man mehr abkommen.

Gerade am Beispiel Duisburg sieht man, wie und wer nun mit dem Begriff Verantwortung überhaupt in Interviews umgeht.

Interessant in diesem Zusammenhang auch der Begriff "politische Verantwortung".

Aber zurück zum Thema: "Gottlos (Gott los?) und dann?". Antwort: Dann hat der Mensch die Verantwortung für die Schöpfung - passt dieser Begriff? Eher nicht, besser: für das Geschehen in der Welt. Wem gegenüber? Sich selbst! Das sollte eigentlich genügen.

Der Mensch oder meinetwegen auch jeder einzelne Mensch an Freiheit bleibt ihm, durch sein Maß an Aktivitäten, aktiven Entscheidungen, den Umfang seiner Verantwortung zu bestimmen.

Beispiel: Ich übernehme in einer Gemeinschaft ein Amt (ehrenamtlich oder beruflich) und habe damit für einen bestimmten Bereich eine Verantwortung. (Schulklasse, Schule, Verein, Verband, Stadt, Land).

Auch bei einem Rücktritt, Herr Bundespräsident Wegen der Vorbildwirkung.

Diejenigen, die ihren Glauben weitergeben und in Form einer Religion manifestieren, sollten ebenfalls an ihre Verantwortung denken.

Mir ist klar, dass ich hier nur Streiflichter anbiete, die das Thema nicht voll ausleuchten kann, und hoffe, dass klar geworden ist, dass für mich dieser Begriff eine zentrale Stelle in der Gesellschaftsphilosophie einnehmen muss.
theophanu
@ john

Ich würde gerne länger auf Deine schöne Antwort eingehen, aber irgendwer aus meiner Familie fragt nach x oder y oder z,
was unbedingt noch in die Koffer muß....

mir bleibt daher nur zu sagen:

Zitat:
Nur, dass ich als Mensch im Prinzip Gott eine Verantwortung nicht nehme, sondern nur mich nicht um sie drücke, d. h. niemanden suchen sollte, an den ich sie abgeben kann.

Zitat:
Mir ist klar, dass ich hier nur Streiflichter anbiete, die das Thema nicht voll ausleuchten kann, und hoffe, dass klar geworden ist, dass für mich dieser Begriff eine zentrale Stelle in der Gesellschaftsphilosophie einnehmen muss.

...ich stimme Dir voll und ganz zu!!!
winken Theo