wollekopp
Hallo allerseits,
Einfuehrend ein Zitat aus Ludwig Wittgensteins: "Tractatus Logico-Philosophicus.":
"Der Sinn der Welt muss außerhalb ihrer liegen. In der Welt ist alles, wie es ist, und geschieht alles, wie es geschieht; es gibt in ihr keinen Wert - und wenn es ihn gäbe, so hätte er keinen Wert."
Im "Tractatus" kann wohl aber kaum eine Aussage aus dem Gesamtzusammenhang gerissen werden. Das Werk gliedert sich in strukturiert aufgebaute, nummerierte Saetze. So beginnt es mit 1 "Die Welt ist das, was der Fall ist." und schreitet Schritt fuer Schritt fort. Doch kurz vor Schluss heisst es unter 6.54 "Meine Sätze erläutern dadurch, dass sie der, welcher mich versteht, am Ende als unsinnig erkennt, wenn er durch sie - auf ihnen - über sie hinausgestiegen ist. (Er muss sozusagen die Leiter wegwerfen, nachdem er auf ihr hinaufgestiegen ist.) Er muss diese Sätze überwinden, dann sieht er die Welt richtig." Dies sei der Vollstaendigkeit wegen als ein Rahmen gefasst, soll jetzt aber von mir nicht weiter behandelt werden, vielleicht weiss sich dies bezueglich ja noch jemand zu Wort zu melden...
Jetzt zu Sinn und Wert: Es gibt Saetze wie die der Mathematik, die sich schon selbst beweisen. Bei 2=2 brauche ich kein Zutun mehr. Das ist wirklich eine der wenigen tatsaechlichen Gegebenheiten. Alles andere, was nicht durch sich selbst schon logisch, also absolut notwendig ist, das geschieht zufaellig, denn es koennte von der Logik her auch anders sein. Weiter im Zitat:
"Wenn es einen Wert gibt, der Wert hat, so muss er außerhalb alles Geschehens und So-Seins liegen. Denn alles Geschehen und So-Sein ist zufällig. Was es nichtzufällig macht, kann nicht in der Welt liegen, denn sonst wäre dies wieder zufällig. Es muss außerhalb der Welt liegen."
und folgend unter 6.42:
"Darum kann es auch keine Sätze der Ethik geben.
Sätze können nichts Höheres ausdrücken."
Sinn und Wert lassen sich nicht aus der reinen Logik ableiten wie sich in der Mathemathik logisch schliessen laesst. Es gibt keine logische Notwendigkeit fuer Sinn und Wert, also gaebe es einen Wert nur zufaellig und wie ich das verstehe, haette dieser fuer Wittgenstein damit keinen Wert, eben darum, weil er zufaellig waere. Mit "ausserhalb der Welt" ist ausserhalb der Logik gemeint, ausserhalb des Denkbaren, und da nun Saetze eben nur das ausdruecken koennen, was sich in dieser Welt der Logik befindet, und nichts hoeheres, kann es schliesslich auch keine Saetze der Ethik ausdruecken.
Zuerst, was meint ihr dazu? Habe ich das richtig verstanden?
Zweitens jetzt die Frage, ob nicht auch ein zufaelliger Wert zaehlen koenne, so wie mir auch das Essen zaehlt, das - in logischem Sinne - vollkommen zufaellig auf meinen Tisch kam.
Und schliesslich drittens: zeigt Wittgenstein damit also, dass es dem Menschen UNMOEGLICH ist, mit Sicherheit ueber Sinn und Wert bescheid zu wissen? Ich meine, das waere phaenomenal, das hiesse faktisch fuer den Menschen, dass es ausserhalb von Glauben (das ist der Sinn von ausserhalb) keinen Sinn fuer ihn gaebe.
Gruss,
wollekopp
Einfuehrend ein Zitat aus Ludwig Wittgensteins: "Tractatus Logico-Philosophicus.":
"Der Sinn der Welt muss außerhalb ihrer liegen. In der Welt ist alles, wie es ist, und geschieht alles, wie es geschieht; es gibt in ihr keinen Wert - und wenn es ihn gäbe, so hätte er keinen Wert."
Im "Tractatus" kann wohl aber kaum eine Aussage aus dem Gesamtzusammenhang gerissen werden. Das Werk gliedert sich in strukturiert aufgebaute, nummerierte Saetze. So beginnt es mit 1 "Die Welt ist das, was der Fall ist." und schreitet Schritt fuer Schritt fort. Doch kurz vor Schluss heisst es unter 6.54 "Meine Sätze erläutern dadurch, dass sie der, welcher mich versteht, am Ende als unsinnig erkennt, wenn er durch sie - auf ihnen - über sie hinausgestiegen ist. (Er muss sozusagen die Leiter wegwerfen, nachdem er auf ihr hinaufgestiegen ist.) Er muss diese Sätze überwinden, dann sieht er die Welt richtig." Dies sei der Vollstaendigkeit wegen als ein Rahmen gefasst, soll jetzt aber von mir nicht weiter behandelt werden, vielleicht weiss sich dies bezueglich ja noch jemand zu Wort zu melden...
Jetzt zu Sinn und Wert: Es gibt Saetze wie die der Mathematik, die sich schon selbst beweisen. Bei 2=2 brauche ich kein Zutun mehr. Das ist wirklich eine der wenigen tatsaechlichen Gegebenheiten. Alles andere, was nicht durch sich selbst schon logisch, also absolut notwendig ist, das geschieht zufaellig, denn es koennte von der Logik her auch anders sein. Weiter im Zitat:
"Wenn es einen Wert gibt, der Wert hat, so muss er außerhalb alles Geschehens und So-Seins liegen. Denn alles Geschehen und So-Sein ist zufällig. Was es nichtzufällig macht, kann nicht in der Welt liegen, denn sonst wäre dies wieder zufällig. Es muss außerhalb der Welt liegen."
und folgend unter 6.42:
"Darum kann es auch keine Sätze der Ethik geben.
Sätze können nichts Höheres ausdrücken."
Sinn und Wert lassen sich nicht aus der reinen Logik ableiten wie sich in der Mathemathik logisch schliessen laesst. Es gibt keine logische Notwendigkeit fuer Sinn und Wert, also gaebe es einen Wert nur zufaellig und wie ich das verstehe, haette dieser fuer Wittgenstein damit keinen Wert, eben darum, weil er zufaellig waere. Mit "ausserhalb der Welt" ist ausserhalb der Logik gemeint, ausserhalb des Denkbaren, und da nun Saetze eben nur das ausdruecken koennen, was sich in dieser Welt der Logik befindet, und nichts hoeheres, kann es schliesslich auch keine Saetze der Ethik ausdruecken.
Zuerst, was meint ihr dazu? Habe ich das richtig verstanden?
Zweitens jetzt die Frage, ob nicht auch ein zufaelliger Wert zaehlen koenne, so wie mir auch das Essen zaehlt, das - in logischem Sinne - vollkommen zufaellig auf meinen Tisch kam.
Und schliesslich drittens: zeigt Wittgenstein damit also, dass es dem Menschen UNMOEGLICH ist, mit Sicherheit ueber Sinn und Wert bescheid zu wissen? Ich meine, das waere phaenomenal, das hiesse faktisch fuer den Menschen, dass es ausserhalb von Glauben (das ist der Sinn von ausserhalb) keinen Sinn fuer ihn gaebe.
Gruss,
wollekopp