Der Wert des Wertes

wollekopp
Hallo allerseits,

Einfuehrend ein Zitat aus Ludwig Wittgensteins: "Tractatus Logico-Philosophicus.":

"Der Sinn der Welt muss außerhalb ihrer liegen. In der Welt ist alles, wie es ist, und geschieht alles, wie es geschieht; es gibt in ihr keinen Wert - und wenn es ihn gäbe, so hätte er keinen Wert."

Im "Tractatus" kann wohl aber kaum eine Aussage aus dem Gesamtzusammenhang gerissen werden. Das Werk gliedert sich in strukturiert aufgebaute, nummerierte Saetze. So beginnt es mit 1 "Die Welt ist das, was der Fall ist." und schreitet Schritt fuer Schritt fort. Doch kurz vor Schluss heisst es unter 6.54 "Meine Sätze erläutern dadurch, dass sie der, welcher mich versteht, am Ende als unsinnig erkennt, wenn er durch sie - auf ihnen - über sie hinausgestiegen ist. (Er muss sozusagen die Leiter wegwerfen, nachdem er auf ihr hinaufgestiegen ist.) Er muss diese Sätze überwinden, dann sieht er die Welt richtig." Dies sei der Vollstaendigkeit wegen als ein Rahmen gefasst, soll jetzt aber von mir nicht weiter behandelt werden, vielleicht weiss sich dies bezueglich ja noch jemand zu Wort zu melden...

Jetzt zu Sinn und Wert: Es gibt Saetze wie die der Mathematik, die sich schon selbst beweisen. Bei 2=2 brauche ich kein Zutun mehr. Das ist wirklich eine der wenigen tatsaechlichen Gegebenheiten. Alles andere, was nicht durch sich selbst schon logisch, also absolut notwendig ist, das geschieht zufaellig, denn es koennte von der Logik her auch anders sein. Weiter im Zitat:

"Wenn es einen Wert gibt, der Wert hat, so muss er außerhalb alles Geschehens und So-Seins liegen. Denn alles Geschehen und So-Sein ist zufällig. Was es nichtzufällig macht, kann nicht in der Welt liegen, denn sonst wäre dies wieder zufällig. Es muss außerhalb der Welt liegen."

und folgend unter 6.42:

"Darum kann es auch keine Sätze der Ethik geben.
Sätze können nichts Höheres ausdrücken."

Sinn und Wert lassen sich nicht aus der reinen Logik ableiten wie sich in der Mathemathik logisch schliessen laesst. Es gibt keine logische Notwendigkeit fuer Sinn und Wert, also gaebe es einen Wert nur zufaellig und wie ich das verstehe, haette dieser fuer Wittgenstein damit keinen Wert, eben darum, weil er zufaellig waere. Mit "ausserhalb der Welt" ist ausserhalb der Logik gemeint, ausserhalb des Denkbaren, und da nun Saetze eben nur das ausdruecken koennen, was sich in dieser Welt der Logik befindet, und nichts hoeheres, kann es schliesslich auch keine Saetze der Ethik ausdruecken.

Zuerst, was meint ihr dazu? Habe ich das richtig verstanden?

Zweitens jetzt die Frage, ob nicht auch ein zufaelliger Wert zaehlen koenne, so wie mir auch das Essen zaehlt, das - in logischem Sinne - vollkommen zufaellig auf meinen Tisch kam.

Und schliesslich drittens: zeigt Wittgenstein damit also, dass es dem Menschen UNMOEGLICH ist, mit Sicherheit ueber Sinn und Wert bescheid zu wissen? Ich meine, das waere phaenomenal, das hiesse faktisch fuer den Menschen, dass es ausserhalb von Glauben (das ist der Sinn von ausserhalb) keinen Sinn fuer ihn gaebe.

Gruss,

wollekopp
kämpfer der sonne
sicherlich gibt es in der welt sogenannte werte die ich nicht als wert sehen kann, denn der wert der sogenanten werte ist sehr zweifelhaft.

ein wahrer wert hat einen sinnvollen wert.

das geld hat kaum einen wahren wert, da der sogenannte wert von vertrauen in die währung abhängt.

die liebe ist ein echter wert, weil sie einen sinn hat. wenn ich jemanden liebe, dann hängt das nicht von wirtschaftsfakten ab oder der gesellschaft sondern von der person und rückt den charakter aus. habe ich eine wertvolle persönlcihkeit so bin ich auch ein mensch von wert.

und wenn ich liebe in mir habe, dann erhöht die liebe meinen wert und ist nicht nur wie das geld ihr eigener wert.
Ergo
@wollekopp

Es ist in allen Aussagen mehr falsch als relativ wahrhaftig, was es äußerst schwer macht in diese "Materie" einzusteigen.

Wenn etwas nicht richtig ist, bringt es nichts Äste abzuschneiden, oder den Stamm zu lackieren, ... man muss der Sache an die Wurzel gehen!

Deswegen begnüge ich mich auch nur mit der Wurzel:

1. Das Allumfassendste Sein ist das unendliche Universum, welches entstand aus einer Vorgängerform, existiert und vergeht in einer Folgeform. Hierbei folgt die Veränderung innerer Gesetzmäßigkeiten unendlicher Kombination.

2. Die Frage nach dem Sinn und dem Wert stellt nur das extrapolierte menschliche Bewußtsein, ohne jemals auf diese Frage eine Antwort zu erhalten, weil das Sein nicht kompatibel ist mit einer so kategorisierten Ausrichtung.

3. Sicher ungewollt beschreibt L.Wittgenstein das Ergebnis sogar richtig, nur sein Weg war falsch.

4. 2=2 ist seit der Relativitätstheorie als Absolutum überholt! Es gibt keinerlei Fixpunkte der Erkenntnis, ...alles ist im Fluß.

5. Falsche Wege führen natürlich auch mal zu falschen Ergebnissen, wie im Fall:
"Darum kann es auch keine Sätze der Ethik geben. Sätze können nichts Höheres ausdrücken."
Der Mensch besitz mittels seines Bewußtseins die Möglichkeit aus Abbildern der Realität eine Erkenntnis zu gewinnen, die er gelegentlich als neue Qualität, allem bisherigen vornanstellt. Die Sprache ist dabei das Mittel der Übermittlung dieser Qualität. Ein Satz, der also erstmals eine neue Erkenntnis ausdrückt ist demnach ein "Höherer Satz".

6. Das ist tatsächlich das Dilemma : ... wer sich heute mit den Wissenschaften und der passenden Weltanschauung, Gedanken über Sinn und Wert des Gesamtuniversums macht, kommt zum nüchternen Schluß, das dieser Deckel zugeklappt werden kann, aus Mangel an Substanz.
wollekopp
Es haengt von uns ab, ob wir einen Wert als solchen anerkennen wollen/koennen. Liebe kann auch ein ausreichender Sinn sein, vor allem findet sich darin Weg und Ziel.

Aber diesen Wittgenstein versteh ich immernoch nicht ganz. Er schreibt doch selbst am Ende, dass sein Weg falsch war, nur warum, verstehe ich schon nicht. Ergo?

Seit wann hat die reine Logik denn etwas mit der Relativitaetstheorie (eine Theorie!) am Hut?

Dass die Saetze nichts hoeheres ausdruecken koennen verstehe ich so, dass sie nichts beschreiben koennen, was ausserhalb der Welt, also ausserhalb der Logik liegt.

Wittgenstein drueckt sich wie ich denke oft unpreazise aus. Dass es keine Saetze der Ethik geben koenne, will denke ich viel mehr heissen, dass sie zu nichts fuehren, in seinen Augen sogar unsinnig sind, weil es keine Antwort darauf gebe.
Nylen
Die Sache ist eigentlich relativ simpel.

Für Wittgenstein gibt es zwei Arten von Sätzen. Von Behauptungen über die Welt. Nämlich sinnige oder sinnvolle und unsinige oder sinnlose Sätze.

Was ist ein sinnvoller Satz. Für Wittgenstein im Traktatus nur ein Satz für den ich sagen kann unter welchen Umständen er wahr ist, also ein Satz der Naturwissenschaft, oder weiter gefasst, Sätze deren Wahrheit ich unseren Sinnen offenbaren kann.

Alle anderen Sätze sind unsinnig oder sinnlos.

Am Ende des Traktatus schreibt Wittgenstein.

Meine Sätze erläutern dadurch, dass sie der, welcher mich versteht, am Ende als unsinnig erkennt, wenn er durch sie - auf ihnen - über sie hinausgestiegen ist. (Er muss sozusagen die Leiter wegwerfen, nachdem er auf ihr hinaufgestiegen ist.)
Er muss diese Sätze überwinden, dann sieht er die Welt richtig.


Der gesamte Traktat ist unsinnig, in dem oben beschriebenen Sinne. Er ist um ein geläufiges Wort zu gebrauchen Metaphysik, nicht Naturwissenschaft oder Physik.

Werte sind nun wenn man sie behauptet, etwa in dem Satz: "Es gibt Gerechtigkeit", klar unsinnige Sätze.

Wittgenstein ist nicht der Meinung es gäbe keine Religion, Ethik oder Werte, aber jegliche Behauptungen auf diesem Gebiet müssen unsiinig sein und bleiben.

Wir können streng genommen nicht vernünftig über diese Dinge sprechen. Und worüber man nicht sprechen kann, dazu muss man schweigen.
Ergo
@wollekopp

Nein, ... es hängt nicht vom Bewußtsein ab, ob ein Wert Substanz hat.
Sie verstehen unter "Wert" nur den Teilbereich von Werten, den sie für den Menschen als wichtig erachten.
Wir betrachten aber die Gesamtheit der Aussage im Universum, bevor wir uns speziellen Erscheinungen zuwenden.
Für ein Feuer ist brennbares Material von Wert, ... so wie Wasserstoff für die Kernreaktion auf der Sonne.
Für die Hintergrundstrahlung des Universums hat der Raum als Träger des Signals einen Wert, ...usw.

Beim Thema Liebe(männliche) kann ich ihnen sogar belegen, das wir manipuliert werden bei der Wertbestimmung. Denn Weg und Ziel der Arterhaltung finden wir doch schon im Sexualtrieb, ... warum gab uns die Natur noch diesen Bonus??
Nun, ... wir werden durch Botenstoffe in unserem Kopf zu "Drogensüchtigen", die im sozialen Leben mit der geliebten Person für mindestens 4 Jahre diesen Drogen ausgesetzt werden, damit gewährleistet ist, dass wir uns in dieser Zeit, um Frau und Kind kümmern, bis sie aus dem Gröbsten raus ist, ... dann schwächt sich nach und nach diese stärkste Form der Liebe ab!

Die Relativitätstheorie ist nicht deshalb eine Theorie, weil sie wissenschaftlich minderwertig ist, sondern weil sie in der Formulierung zwar richtig, aber wieder einen Spezialfall darstellt, denn es fehlen noch wichtige Aussagen zur Quantentheorie. Erst in der Vereinigung beider könnte man dann sagen: Quantenrelativitätslehre, ...obwohl sie relativistisch und dialektische betrachtet sowieso immer nur Modell sein kann.

Reine Logik, reine Wahrheiten, reine Aussagen, sinnige und sinnvolle Sätze, sind alles Größen eines bestimmten Bezugssystem zu bestimmter Zeit und unterliegen wie alle Dinge und Erscheinungen im Universum der ständigen Veränderung.

Nein, ... Sätze in einem Bezugssystem, zu einer bestimmten Zeit, die ungleich sind zum Universum und ungleich zur Logik, sind natürlich alles andere als höhere Sätze. Dadurch werden höhere Sätze nicht definiert.

Wittgenstein meint, ... das alle Sätze die er zu veränderlichen Größen bildet, ... (denn Moral und Ethik sind sich ständig verändernde Großen in einer Gesellschaft) eine Relativität in der Aussage schon von Beginn an mitführen, dies sogar dem Land, der Religion und der gesellschaftlichen Schicht geschuldet beim Beispiel Ethik!

Da also alle Sätze prinzipiell unwahr sind, oder wahr um unwahr zu werden, oder unwahr, um wahr und dann wieder unwahr zu werden, heißt das nicht, dass es sinnlos wäre überhaupt eine Aussage zu tätigen, denn dies stellten wir ja schon fest:
Es ist möglich zu einer bestimmten Zeit innerhalb eines klar definierten Bezugssystems eine wahre Aussage zu bestimmen.


@nylen
Der Wittgenstein kann ja schreiben was er will, richtig ist Folgendes:

Jeder Satz ist wahr und unwahr zugleich. Der scheinbar sinnvolle Satz stirbt dann den "Heldentod", wenn die Aussage durch eine neue Erkenntnis ungenau, unspezifisch, zu spezifisch, oder unrichtig wird.
Der scheinbar sinnlose Satz, hat laut Wahrscheinlichkeitsrechnung in der Unendlichkeit der Zeit/Veränderung die Chance wahr zu werden, da wir unmöglich den Erkenntnisstand der Zukunft heute bereits kennen können. Wir sind nicht in der Lage mit absoluter Sicherheit einer sinnlosen Aussage den Stempel der unendlichen Blödheit aufzudrücken, selbst Aussagen aus der Vergangenheit, selbst Aussagen aus unsern Erlebtem, haftet diese Relativität an.

Ein Beispiel:
Cleopatra sagt 40 Jahre vor Christi Geburt:
Baut mir eine Solaranlage auf die Pyramide, damit ich nach meinem Tod meine Surroundanlage hochfahren kann, um mir Platten von ACDC anzuhören.

Jeder Mensch dieser Zeitepoche erkennt diesen Satz als unsinnig an. Er ist gleichermaßen sinnlos, selbst für den der den Inhalt versteht, weil in der damaligen Zeit dieser Wunsch ins Leere läuft wegen Unerfüllbarkeit.
Heute, 2050 Jahre später ist dieser Satz plötzlich sinnig und sogar sinnvoll, setzen wir einmal voraus, dass Cleopatras Sarkophag noch immer in einer Pyramide läge und die Toten tatsächlich hören könnten. Freude

Der Satz: Es gibt Gerechtigkeit. ...hat keinewegs eine klare unsinnige Aussage, ... er ist nicht eineindeutig formuliert, aber für alle Bezugssysteme unsinnig ist er nicht!

Zitat:
Original von Nylen
Wir können streng genommen nicht vernünftig über diese Dinge sprechen. Und worüber man nicht sprechen kann, dazu muss man schweigen.


Der erste Satz dieser Aussage verabsolutiert etwas, wo es das Absolute nicht gibt. Um aus diesem allgemein falschen Standpunkt des Überbaus, dann im zweiten Satz, .... der 1. Ableitung des Fehlers, die Sachaussage noch obskurer zu machen, indem der prozentuale Fehlanteil der Aussage mindestens den doppelten Unsinnswert trägt!
wollekopp
Interessanter Gedankengang, dass selbst Wahrheit und Unwahrheit wie auch Sinn und Unsinn eines Satzes vom Bezugssystem abhaenge.

Hier treffen wir aber zusammen, nicht nur auseinander: "Nein, ... es hängt nicht vom Bewußtsein ab, ob ein Wert Substanz hat.'' (Ergo) Ich meinte keine Abhaengigkeit in diesem Sinne, sondern eben auch, dass es im anderen Bezugssystem auch andere Werte gibt, die wir uns schliesslich selbst bilden. Von einem hoeheren Wert (also sozusagen naturgegeben) kann in der Philosophie nicht die Rede sein.

Zum Thema Liebe muessen wir uns nicht streiten. Die Erkenntnisse der Wissenschaft sind mir bekannt. Der Punkt ist hier nur, dass ich als ein Individuum sehr wohl imstande bin, Liebe als ein Selbstzweck zu spueren. (Man soll mir jetzt auf die Finger klopfen, wenn ich das als einen subjektiv-positiven Befund bezeichne!?) Das geht unter die Sparte von jenen Eindruecken, deren 'Existenz', ob sie wirklich sind, keine Rolle spielt. Es kann beispielsweise meinetwegen sein, dass das Leben gleich Leiden ist, doch kann ich mich trotzdem wohl fuehlen - habe auch mal gelesen, dass Hume sich mit dieser Sparte von 'Erkenntnissen' beschaeftigt habe.
Ergo
Ich habe gerade eine irrationale Liebe der stärksten Form hinter mir 2005-2009 und bin wieder clean (nicht drogensüchtig). Die Theorie habe ich damit am eigenen Körper gespürt. Ich weiß also wovon ich rede, auch in der Praxis! Freude

Zum Wertbegriff:
...richtig erkannt, Werte sind veränderliche Größen. In der einen Gesellschaft sind Hundehaufen "unwert", in einer nächsten Gesellschaft werden sie vielleicht verehrt und angebetet! großes Grinsen großes Grinsen großes Grinsen
Es gibt tatsächlich eine Manufaktur in Japan, die Hundehäufchen vergoldet und verkauft.
flores
Wert scheint mir das, was für jeden einzelnen Wert hat.
Ein anregendes Google-Video mit Wolfgang Vossenkuhl unter
http://video.g**gle.com/videoplay?docid=...429268883227370

Hume nannte Neigungen bzw. Affekte als diejenigen Impulse des Menschen,
die Werte schaffen. Das, was einem Menschen angenehm ist, ist ihm auch
wertvoll.
Leider wird dies irrtümlich zum willkürlichen Lustprinzip umgedeutet.

Dass unser physisches Empfinden die Grundlage für rationale Begründungen
sein dürfte, dürfte sich m.E. heute auch durch die neurowissenschaftlichen
Forschungsergebnisse begründen lassen. Alles, was wir erleben, tun,
wahrnehmen wird von Emotionen begleitet. Handelt es sich um positive
Emotionen wiederholen Menschen gern das, was sie getan, gedacht, gelernt
haben.
Denkend können wir Menschen m.E. derartiges nicht hervorrufen, aber
denkend kann das Erlebte interpretiert und mit 'gut' bzw. 'schlecht'
bezeichnet werden.

flores roll
Nylen
Wert hat alles wovon wir Menschen sagen es habe Relevanz für uns. Hat es für mich keine Relevanz so keinen Wert.

Wir, als Werte schaffende wesen stehen nun in der moralischen Pflicht uns selbst gegenüber zu entscheiden welche werte zur Relevanz gelangen. Leider stossen die werte verschiedener Individuen aufeinander. Es kommt zum Wertestreit.

Das ist die Wurzel das man Gesetze ersann, und auch Religionen. Man versucht für alle geltende Werte zu schaffen.

Werte sind da künstlich variabel und veränderlich. Die Werte sollten an unsere Bedürfnisse angepasst werden und ich denke es ist dieser Anpassungsprozess der unsere Geschichte durchzieht.
Ergo
Das Problem ist das Fehlen von Konstanten im gesellschaftlichem Fluß selbst. Nicht eine zu nennende Größe kann fixiert werden. Es gibt nur sich langsam und sich schnell verändernde Dinge und Erscheinungen.
Im Spezifischen wie es die "Wertevorstellung" ist, wirken die gesellschaftlichen Bedingungen wie eine Gangschaltung. Es gibt veränderliche Einflüsse die damit in Stärke und/oder Wirkung variieren zueinander.

Da nicht nur der Wert an sich sich verändert, sondern sogar die Dinge, Erscheinungen und Umstände die wir als Wert betrachten, neu entstehen, wo andere gänzlich verschwinden, ist der "Wert des Wertes" eine Variable von 0 bis gegen Unendlich.
wollekopp
Ja das ist doch wunderbar! Ich sehe, wir verstehen uns.

Noch ein Schlenker: Was meint ihr dazu: Mein Wille ist mir meine einzige Gesetzmaessigkeit. Bedeutet, da mir Werte jeglicher Art als veraenderlich erscheinen, ich darin also nichts festes finde, zaehlt mir nur noch mein Wille, der zwar auch meinetwegen "irrational" sein mag, aber das ist egal: umgehen kann ich ihn nicht.

Fliege zur Zeit ziemlich mit diesen Gedanken. Fuer mich ergibt sich daraus ein vollkommen neuer Lebensstil...
Ergo
Auch wenn Werte, und der Wert von Werten, veränderliche Größen sind, so bilden sie darin keine Ausnahme. Wir Menschen sollten nicht den Plasmafernseher samt Ehefrau großes Grinsen aus dem Fenster werfen, nur weil in 50 Jahren beide für unser Leben nichts mehr wert sein dürften, oder als Wert selbst nicht mehr existieren. Der Wille ist nur als Bewußtseinsäußerung an dein Leben gekoppelt, inhaltlich aber auch eine veränderliche Größe.

Was ich mir vor 20 Jahren eingetrichtert habe, nachdem ich dieses ganzen Zusammenhang mal richtig vor Augen geführt habe, war:

Häng dein Herz nicht zu sehr an materielle und ideelle Dinge!! Dann ist die Enttäuschung kleiner. Hört sich depressiv an, aber für Pragmatiker ein gutes Rezept!
PhiloMuc
Zitat:
Original von Ergo
Häng dein Herz nicht zu sehr an materielle und ideelle Dinge!! Dann ist die Enttäuschung kleiner. Hört sich depressiv an, aber für Pragmatiker ein gutes Rezept!

Finde ich sehr gut! Jesus nannte deas "Sammelt keine Schätze, wo Motten und Rost sie annagen..."
Roter Mohn
auch Essen hat keinen Wert, denn es ist vom Irdischen dir aufgezwungen das du essen musst!
wollekopp
Aber genau das ist der Punkt: gerade diese Gedanken machen mich eben wegen der Theorie wieder zum Pragmatiker. Sie zeigen mir, dass aus ihnen selbst nichts hervorgeht: das System bricht also quasi aus sich selbst heraus zusammen.

Kommen wir noch einmal auf die Logik zurück: wenn ich schon anzweifeln muss, dass meine eigene Logik (also praktisch das, was ich als logisch betrachte) in höherem Sinne stimmig sei, dann kann ich mir auch wieder bei diesem Gedanken nicht sicher sein. Das endet dann darin, dass es sich selbst beim Denken so verhält, wie beim Essen, dass ich brauche, um zu Leben; sprich, ich verlasse mich auf meine Logik, weil ich mit für mich unlogischen Dingen eben nichts anzufangen weiß.
Was meine ich mit "in höherem Sinne stimmig"? Das heißt absolut, das heißt naturgegeben. Nun die Frage: ist die Welt logisch aufgebaut? oder ist die Logik (meine Logik) nur ein Werkzeug, also praktisch nur wie ein Modell der Wissenschaft? Und genau diese Frage kann ich eben auch nicht beantworten. Aus logischer Sicht kann man sagen: alles, was sich denken lässt, also die logische Form einhält, ist auch möglich. Nur ist das, was sich nicht denken lässt, nicht auch möglich? Hält sich nun die Logik an die Welt und nicht die Welt an die Logik (das ist das Werkzeug), dann ist auch für mich Unlogisches möglich. Und eben selbst diese Gedanken, die ich mir hier anstelle, basieren ebenfalls auf meiner eigenen Logik: es könnte sich auch alles anders verhalten. All das führt uns wieder auf den Erdboden zurück, weil das Denken schon an sich selbst scheitert.

Das alles könnte man jetzt noch weiter ausführen: die Welt ist auf der anderen Seite eben auch nur das, was ich erfahre (und da gehört ja auch denken dazu, selbst wenn ich einen Gedanken hundert mal durchdenken kann). Mit dem Verhältnis von mir als Subjekt zum Objekt bin ich dann am Ende angelangt - der Solipsismus ist nicht falsch: man weiß es einfach nicht.

Ich sag' euch was: ich denke alles ist in objektivem Sinne kompletter Nonsense. Es kommt immer nur auf die Beziehungen an. Und so wird eben für mich auch die Philosophie selbst mehr und mehr zur Kunst: ich finde, es ist die schönste Kunstform.
Ergo
Im Thema: Der Wert des Wertes kommt nur besonders drastisch das zum Ausdruck, was allen Dingen, Erscheinungen und Prozessen eigen ist, ... nämlich die ständige Veränderung aller Komponenten!!!

Logik ist gebunden ans ideelle Sein und hat mit der materiellen Seite einen unangenehmen Partner an seiner Seite, welcher sich niemals vollständig dem Menschen offenbart! Logik hilft also sehr gut im theoretischen Bezugssystem und in bekannten Abschnitten des Universums, ... unterliegt aber über diese Zäune hinweg der Relativität und wird als Werkzeug immer stumpfer!
Der produktive Gedangengang ist also die relative Seite der Logik zu akzeptieren, als etwas selbstverständliches, ...da wiederum logisch vorhanden. In der Einheit von absoluter und relativer Logik vertritt der Mensch damit eine objektive Logik, deren Qualität von bekannten Eckpunkten abhängt.
Die Welt ist natürlich logisch aufgebaut, ... und zwar auf Basis von Notwendigkeit und Zufall von bestehenden Gesetzmäßigkeiten, in Form der daraus folgenden Kausalitäten. Das Sein besitzt eine logische Absolute Wahrheitsaussage, die zwar von keinem Bewußtsein jemals vollumfänglich Begriffen werden kann, dennoch abstrakt existiert. Die Welt folgt keinem höheren Plan, verändert sich aber oft vom Niederen zum Höheren Niveau. So wie wir den Grund kennen, warum Schiffe auf dem Meer schwimmen können und Vögel fliegen, so gibt es für absolut jeden Vorgang im Universum eine logische Aussage.
Dein Grundgedanke der Logik, wonach Alles was sich denken lässt auch machbar ist, ist verkehrt!
Der Fehler liegt im Primat dieser Welt!!! Nicht der Mensch steht an der Spitze des Seins! Wir können nur mit unserer Logik der Realität des Seins hinterherdenken, aber nicht aus unseren Gedanken logische Realität erwachsen lassen. Wenn wir mit unserer Logik die Übereinstimmung schaffen zur objektiven Realität unseres Universums, haben wir das Maximale erreicht!!! Diesen Fehler schleifst du in deine folgenden Aussagen mit ein und verlässt damit klar die LOGIK!
Deine Schlussfolgerung: Philosophie als Kunstform zu sehen schließt dann den Kreis komplett und du stehst komplett in der UNLOGIK!!!
Alex:L
Ganz einfach wenn du etwas hast was du liebst und etwas alltägliches(dürfte es meiner Auffasung garnicht geben) dann hast du bereits einen wert wie im Kleinen so im Großen. Jeder wert ist individuel und Relativ.Am wichtigsten ist aber das er Existiert und uns beeinflusst und dem tun einen sinn und Ausdruck gibt (natürlich immer Relativ und Individuel).Entschuldigt die Rechtschreib- fehler (bin müde).
kämpfer der sonne
Zitat:
Original von Ergo
Häng dein Herz nicht zu sehr an materielle und ideelle Dinge!! Dann ist die Enttäuschung kleiner. Hört sich depressiv an, aber für Pragmatiker ein gutes Rezept!


wie wärs mal mit der selbstliebe(nicht egoismus)

liebt man denn nicht eigentlich das wesen?
Alex:L
Aus angst vor enteuschung nicht hoffen ist ein Vernichtungsrezept was in die Depression Führt. Materie gehört genauso zum leben wie alles andere Geistige auch!