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Original von shipwater
Hallo an alle
Ich bin neu hier im Forum und suche ein paar Argumente, die die These "Ethik ist ohne Bezug auf Religion möglich" entweder stützen oder schwächen.
Für 'nicht möglich' habe ich bisher diese Argumente:
-Der Mensch ist egoistisch und handelt nur gut, wenn er dafür belohnt wird (durch Paradies etc.)
-Die Religion hat die Ethik erst formuliert (10 Gebote etc.) |
Das erste Argument ist schlicht falsch, und bedingt auch keine Religion. Es reicht wenn durch moralisches Handeln das Glückszentrum im Gehirn belohnt wird. Das kann ein Heilsversprechen sein, der ein elterliches Bon Bon. Keinesfalls aber muss dafür eine Religion da sein. Ja die antiken Religionen von Sumerien bis Rom waren überhaupt nicht als moralische Prüfinstanz gedacht.
Das zweite Argument ist ebenfalls schlicht falsch. Es gab Ethik und Moral lange vor den 10 Geboten. Überhaupt waren nicht die 10 Gebote entscheidend sondern die Codifizierung von moralischen Vorstellungen. Wie es die Altvorderen hielten so schreiben wir es auf. Dies geschieht einerseits in Gesetzen. Andererseits in moralischen Leitfäden wie z.B. Heldengeschichten in der Mythlogie.
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Für 'möglich' habe ich bisher diese Argumente:
-Menschen können auch aus Gutherzigkeit handeln, ohne eine Belohnung, dafür zu erhalten
-Sind die 10 Gebote wirklich ethisch vertretbar? Das 2.Gebot beispielsweise erinnert an Sippenhaftung...
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Das erste Argument halte ich für trivialerweise wahr. Ist aber nicht der Grund warum Moral und Ethik ohne Religion bestanden und bestehen.
Das zweite Argument ist deshalb schwach weil es wiederrum nur auf die 10 Gebote fixiert ist, nicht aber auch die letzten drei Bücher Mose, welche die eigentliche Ethik und Moral des Judentums und zum Teil des Christentums beinhalten.
Mehrere der Gebote sind Religionsspezifisch und übrhaupt gar nicht geeignet für eine weltumspannende Moralvorstellung.
Die Frage die du Anfangs stellst, muss differenzierter gedacht und beantwortet werden. Einmal schlicht historisch. Wie entwickelten sich Moral und Ethik über die Zeiten. Und welche Rolle spielten Religionen einrseits, das jüdisch-christlich-islamische Konglomerat anderseits. Diese ist nämlich eine Sonderform der Religion, als das sie diese moralischen Massstab unter den man sich unterwerfen mus überhaupt erst in die Welt brachten.
Desweiteren ist die Frage eine psychlogische. Ist das Erzeugen künstlicher Angst (Schuld und Sühne, Sünde etc) wirklich nötig, oder gar schädlich für eine gesunde moralische Entwicklung.
Das wirft dann die philosphische Frage auf, nach der "Du Sollst"-Moral, oder wie Nietzsche sagte, Sklavenmoral, und der "Ich will"-Moral, bzw Nietzsches Herrenmoral.
Meine Antwort ist ganz klar diese. Religiöse abgesicherte und formulierte Ethik und moral schadet dem Menschen. Es entmenschlicht ihn. Religion gehört schlicht abgeschafft. Zurück zur Erzeihung zu freien Menschen, bzw. können wir hier in Deutschland darüber ja nicht wirklich klagen. Aber jede rückwertige Tendenz muss bekämpft werden.
Denn das steckt hinter der Frage für mich. Haben Religionen nicht Gemeinschafft gespendet und gemeinsame Moral garantiert. Ja das haben sie, und danke dafür und tschüss.
Aber freie Individuuen brauchen keine Götter oder Religionen als moralische Instanz sondern sind ihr eigener Herr, und kennen den Unterschied zwischen dem was rechtens ist und nicht rechtens, und was Sitte ist und was nicht, ohne geschriebenen Codex.