Unendlichkeit

Ergo
Zitat:
Original von Sun Deluge
Das zur Existenz der Gedanken in der Zeit (vor dem Mensch, nach dem Mensch) - Zustimmung.

Ein anderer Aspekt ist die Tiefe der Gedanken selbst im hier und jetzt, die Möglichkeit zu unendlichen Variationen von Bedeutungen einzelner Wörter und Sätze (Aufbau) und die unendlichen Wortspiele und Wortneuschöpfungen, die nicht unbedingt bezüglich Wirklichkeit etwas zu tun haben müssen. Nicht zu vergessen, die Interpretationen. Wenn ich z. B. einen einprägsamen Satz in der Jugend gelesen habe, so kann ich ihn, je älter ich werde, anders deuten. Ich kann aber auch später, nachdem ich den Satz las, eine Biografie über den Autor lesen, sodass ich den Kontext besser versteh. Ohne die Biografie blieben mir nur Variationen aus meiner eigenen Beobachtersicht und Erfahrung. Ich muss also zugeben, dass es (die Idee der) Unendlichkeit gibt - als Vernunft.



Hier muss man etwas weiter ausholen:

Ihre Betrachtungsweise ist abhängig vom philosophischem Überbau. Wenn ich also auf der Grundlage des Idealismus argumentiere, komme ich zu einem anderen Ergebnis, als beim Materialismus. Dementsprechend können nur Materialisten untereinander, oder Idealisten untereinander zu einer Art Ergebnis kommen. Aber selbst dann gibt es verschiedene Betrachtungsweisen, weil sowohl der Empirismus, als auch der Rationalismus (beides erkenntnistheoretische Lehren), materialistische und idealistische Ausrichtungen erfahren hat, deren Aufsplittung in Richtung Empiriokritizismus, Positivismus, Neopositivismus weiter "blüht". Man muss sich also auch noch das Richtige herauspicken, ... nicht einfach!!!

Ich bin Materialist und sage dazu Folgendes:

Innerhalb unseres Bewußtsein/Denkprozesses ist der Gedanke ein "selbstständiger" Bestandteil in Form einer Aussage/Aussagenverbindung. Man erzeugt vor allem abstrahierte ideelle Bilder objektiver Dinge. Gedanken sind dahingehend ein Naturprozeß, eine Funktion des menschlichen Gehirns und nicht die Tätigkeit einer immateriellen Seele. Alle Erkenntnis kommt von Sinneserfahrungen, wobei das Denken die höchste Stufe der bedingt-reflektorischen Widerspiegelungstätigkeit ist, ... dies stellt keineswegs den Menschen auf eine Extrastufe im Tierreich, sondern nur an deren absoluter Spitze, evolutionär bedingt aus Arbeit und Sprache.
Denken und Sprache bilden eine untrennbare Einheit, in welcher Form auch immer diese Sprache auftritt! Durch den aktiven, relativ selbständigen Charakter der Gedanken, entstehen gelegentlich Gedanken einer höheren Qualität. (aus a + b wird nicht ab, sondern c)
Was ist nun unendlich beim Menschen? Alles materielle ist endlich, ... das Leben hat einen Anfang und ein Ende fürs Individuum, für die Menschheit, fürs gesamte Leben an sich!
Dennoch ist der Erkenntnisprozeß unbegrenzt und liegt im Unendlichem, .... setzt sich zusammen aus unendlicher Anzahl endlicher Erkenntnisakte.
Dies nun ist die Lösung des Gesamtproblems. Der einzelne Mensch kann nur endliche Gedanken in seinem Leben aufweisen, weshalb die endliche Menschheit insgesamt auch nur auf eine endliche Größe von quantitativen Gedanken kommt, ... dennoch bilden diese endlichen Größen im Überbau unendliche Möglichkeiten des Erkenntnisprozeßes. Dieser Widerspruch ist notwendig um die Unendlcihkeit zu bestimmen, den löst man den Widerspruch auf, wäre das Ende der Unendlichkeit gegeben.

Fortsetzung folgt smile
Sun Deluge
Nun, wir haben die Zeit, in der noch keine Gedanken existierten, was den negativen Zeitstrahl der Vergangenheit nicht ausser acht lässt und somit zumindest zeitlich keine Unendlichkeit besteht, denn alles hat einen Anfang. Desweiteren haben wir die Unendlichkeit der Möglichkeiten unserer Gedanken. Ob diese in Gehirnprozessen determiniert sind oder Erlebnis-Erkenntnis-Determinismus d. h. was man kennt, erlebt, worüber man dann sprechen und was man weiterentwickeln kann, oder freier Wille nicht frei ist, sondern vorherbestimmt - weiss ich nicht. Man könnte die Zeit und die Möglichkeit auch als proportionales 2D-Koordinatensystem sehn, denn Denken findet nur statt, wenn Zeit für die Entwicklung zur Verfügung steht.

Zitat:
Original von Ergo
Innerhalb unseres Bewußtsein/Denkprozesses ist der Gedanke ein "selbstständiger" Bestandteil in Form einer Aussage/Aussagenverbindung. Man erzeugt vor allem abstrahierte ideelle Bilder objektiver Dinge.

Selbstverständlich.

Zitat:
Gedanken sind dahingehend ein Naturprozeß, eine Funktion des menschlichen Gehirns und nicht die Tätigkeit einer immateriellen Seele.

Gedanken mitsamt Bewusstsein (Wahrnehmung, Gefühl / Emotion) sind Phänomen bzw. Produkt des menschlichen Gehirns. Bei Säugetieren ist das ähnlich, aber sie besitzen lediglich das eingeklammerte, keine Gedanken. Vernunft, vgl. bewusste Gedanken, stellt den Mensch an die Spitze.

Zitat:
Alle Erkenntnis kommt von Sinneserfahrungen, wobei das Denken die höchste Stufe der bedingt-reflektorischen Widerspiegelungstätigkeit ist, ...

Ja. Aposteriorisches Wissen, Empirismus, Sensualismus usw.

Zitat:
dies stellt keineswegs den Menschen auf eine Extrastufe im Tierreich, sondern nur an deren absoluter Spitze, evolutionär bedingt aus Arbeit und Sprache.
Denken und Sprache bilden eine untrennbare Einheit, in welcher Form auch immer diese Sprache auftritt! Durch den aktiven, relativ selbständigen Charakter der Gedanken, entstehen gelegentlich Gedanken einer höheren Qualität. (aus a + b wird nicht ab, sondern c)
Was ist nun unendlich beim Menschen? Alles materielle ist endlich, ... das Leben hat einen Anfang und ein Ende fürs Individuum, für die Menschheit, fürs gesamte Leben an sich!
Dennoch ist der Erkenntnisprozeß unbegrenzt und liegt im Unendlichem, .... setzt sich zusammen aus unendlicher Anzahl endlicher Erkenntnisakte.
Dies nun ist die Lösung des Gesamtproblems. Der einzelne Mensch kann nur endliche Gedanken in seinem Leben aufweisen, weshalb die endliche Menschheit insgesamt auch nur auf eine endliche Größe von quantitativen Gedanken kommt, ... dennoch bilden diese endlichen Größen im Überbau unendliche Möglichkeiten des Erkenntnisprozeßes. Dieser Widerspruch ist notwendig um die Unendlcihkeit zu bestimmen, den löst man den Widerspruch auf, wäre das Ende der Unendlichkeit gegeben.

Ja. Bisher kann ich Dir überall zustimmen, ausser den Universen, gut erklärt übrigens. Gut !

PS: Das Alphabet ist, denke ich, auf die gegebene Möglichkeit der Wortlaute angepasst. Mehr als diese Buchstaben gibt es nicht d. h. Unendlichkeit diesbezüglich ist nicht drin. Aber wie diese Buchstaben zu Wörtern zusammengefügt werden können (wenn man von der Fantasie oder Vorstellung als Bild vor dem inneren Auge ausgeht, was übrigens ebenfalls den Mensch ausmacht, und nicht von weltlichen Erfahrungen die vom Erlebten abhängig sind), können sie unendllich sein. Unendlich ja, aber dann würde man überschwemmt von sinnlosen Lautäusserungen und Begriffen die überhaupt keinen Bezug zur Wirklichkeit haben, also Quatsch und Spass. Andererseits sind Kommunikationsmittel welche nichts beschreiben für den Nutzen ebenfalls frei erfunden.

Es gibt Wissenschaften die beschreiben klar und deutlich die physikalische Welt und es gibt Wissenschaften die beschreiben in einzelnen Details die Gedankenwelt welche eigentlich in der physikalischen Welt entsteht und stattfindet, z. B. Psychologie. Es gibt - nicht im negativen Sinne - tiefe Abgründe... Was würde Tiefe und Unendlichkeit bedeuten? Irgend wie sind es auch nur chemisch-elektische Impulse und physikalische Prozesse, woran das uns vorliegende Endergebnis hängt.
Tarvoc
Zitat:
Original von Ergo
Dementsprechend können nur Materialisten untereinander, oder Idealisten untereinander zu einer Art Ergebnis kommen.

Sorry, aber das ist Kappes. roll
Sun Deluge
Hmmm, weil es nicht nur die Ansicht des Monismus, sondern auch die des Dualismus bzw. Pluralismus gibt.
Taurus
@Ergo
Vielen Dank, für die Erläuterungen.

Zitat:
Original von Ergo
Die endliche Größe des "Universums als Gesamtheit" ergibt sich aus der übergeordneten ungegrenzten Formenvielfalt von gänzlich anders aufgebauten, ... ungleich dem Raum-Zeit-Kontinuum, existierenden "Universen als Gesamtheit" derart, dass man einerseits ausgehend vom Gesetz der Erhaltung der Energie, die direkten linearen Vorgänger und Nachfolger "unserer" räumlich, aber auch zeitlich endlichen Form als gegeben akzeptieren muss. Dann die unendlich verschiedenen Formen die dem Raum-Zeit-Kontinuum ungleich sind und untereinander ebenso ungleich sind, ... und ebenso wie unser "Universum als Gesamtheit" Vorgänger und Nachfolger besitzen. Alle zusammen haben nur einen gemeinsamen Durchdringer: die Zeit!, natürlich bezugssystemverschieden! So gab es schon unendlich viele dieser Formen in der Vergangenheit, ... es wird in Relativzeit eine nicht bestimmbare Anzahl von "Universen als Gesamtheit" geben, die parallel zu uns existieren, in andersdimensionierter (noch) nicht bestimmbarer Form und was für die Relativvergangenheit galt, gilt auch für die Relativzukunft.

Fazit: Nicht das einzelne "Universum als Gesamtheit" ist unendlich, sondern die in verschiedenen Formen außerhalb der uns bekannten Raum-Zeit bereits existierten, zur Zeit existierenden, und zukünftigen sind es!

Dies ist ein Welt"bild" als Interpolierung aus Wissenschaft, Logikbetrachtung und Intuition! Wer nach Beweisen fragt ist selbst schuld. Zwinker


Gute Darstellung.
An dieser Stelle würde ich danach Fragen, ob sie ihre Folgerungen und ihre Definition der Unendlichkeit, an ihr Darstellung anpassen wollen?

Nur ein Beispiel:
Wenn die in der Vergangenheit existierenden und die zukünftig existierenden Universen, nicht Teil des Gegenwärtigen Universums sind, dann ist das gegenwärtige Universum nicht unendlich.
Sie deuten es ja schon mit dem Energieerhalt an.
Das gegenwärtige Universum wäre demnach ein begrenztes geschlossenes System.
In Diesem System wäre nur der Fluss unendlich (Zeit).
Und somit wäre glorins Definition von Unendlichkeit richtig.(bezügl. ihrer Darstellung)

Gruß Taurus!
Ergo
Zitat:
Original von Sun Deluge
Nun, wir haben die Zeit, in der noch keine Gedanken existierten, was den negativen Zeitstrahl der Vergangenheit nicht ausser acht lässt und somit zumindest zeitlich keine Unendlichkeit besteht, denn alles hat einen Anfang. Desweiteren haben wir die Unendlichkeit der Möglichkeiten unserer Gedanken. Ob diese in Gehirnprozessen determiniert sind oder Erlebnis-Erkenntnis-Determinismus d. h. was man kennt, erlebt, worüber man dann sprechen und was man weiterentwickeln kann, oder freier Wille nicht frei ist, sondern vorherbestimmt - weiss ich nicht. Man könnte die Zeit und die Möglichkeit auch als proportionales 2D-Koordinatensystem sehn, denn Denken findet nur statt, wenn Zeit für die Entwicklung zur Verfügung steht.


Ihre Begründung: "Alles hat einen Anfang", ist populärwissenschaftlich richtig, ....philosophisch unvollkommen! Es suggeriert einen Beginn bei "Null", was dann nicht stimmt.
Anfang ist immer auch das Ende der vorhergehenden Form!!!

... Nein, ein 2D-Koordinatensystem allein berücksichtigt nicht den qualitativen Sprung im Erkenntnisprozeß. Es ist im Ursprung schon ein 2D-System, doch irgendwann erfolgt an einem Koordinatenpunkt (n)x/(n)y dieser Qualitätssprung der Gedanken und der Punkt tritt aus dem 2D-System heraus und bildet (n')x/(n')y, was gleichzeitig eine neuer Ursprungspunkt eines neuen zusätzlichen 2D-Koordinatensystems ist, in der Regel bleibt das alte 2D-System bestehen.


Zitat:
Original von Sun Deluge
Aber wie diese Buchstaben zu Wörtern zusammengefügt werden können (wenn man von der Fantasie oder Vorstellung als Bild vor dem inneren Auge ausgeht, was übrigens ebenfalls den Mensch ausmacht, und nicht von weltlichen Erfahrungen die vom Erlebten abhängig sind), können sie unendllich sein. Unendlich ja, aber dann würde man überschwemmt von sinnlosen Lautäusserungen und Begriffen die überhaupt keinen Bezug zur Wirklichkeit haben


So sollte man sich den Prozeß nicht vorstellen!
Die Sprache hat einen sich ständig verändernden Inhalt, sodass wohl schon ein Deutscher des Mittelalters, 50% der heutigen Wörter nicht kennt oder nicht versteht, und selbst die ihm bekannten Wörter, werden heute anders gereiht und sinnanders verstanden.
Nehmen wir das Wort: Supreporten, ... keine Sau kennts, ...ich auch nicht! Freude , dennoch könnte es in 50 Jahren bekannt sein wie ein bunter Hund!
Begriffe die keinen Bezug zur Wirklichkeit haben gibt es natürlich auch nicht, dies ergibt sich aus der Philosophie und dem gesunden Menschenverstand.

Zitat:
Original von Sun Deluge
Es gibt Wissenschaften die beschreiben klar und deutlich die physikalische Welt und es gibt Wissenschaften die beschreiben in einzelnen Details die Gedankenwelt welche eigentlich in der physikalischen Welt entsteht und stattfindet, z. B. Psychologie. Es gibt - nicht im negativen Sinne - tiefe Abgründe... Was würde Tiefe und Unendlichkeit bedeuten? Irgend wie sind es auch nur chemisch-elektische Impulse und physikalische Prozesse, woran das uns vorliegende Endergebnis hängt.


Sie fallen wieder zurück in verkehrte Denkmuster! Unser Bewußtsein, wie auch unser Denken und all unsere Erkenntnisse, sind zwar Naturprozesse, Prozesse mit materiellem Hindergrund, aber sie existieren als eine erhöhte Qualität, die so im normalen Universum nicht existiert. So wie Leben nicht bereits ein Bestandteil der vorhandenen anorganischen Materie ist, ist Bewußtsein nicht bereits vorgegeben im organischen Leben. Beide Formen sind eine neue Qualität aus der Alten. Deswegen kann man nicht die höhere Qualität mit Koordinaten der Basisform erläutern.

Zitat:
Original von Tarvoc
Zitat:
Original von Ergo
Dementsprechend können nur Materialisten untereinander, oder Idealisten untereinander zu einer Art Ergebnis kommen.

Sorry, aber das ist Kappes. roll


Ach Quatsch!

Gerade wenn es um Denkprozesse, Bewußtsein und Erkenntnis geht, besitzen diese zwei entgegengesetzten Weltanschauungen kein gemeinsames Vielfaches und müssen beim Versuch eines Kompromisses scheitern. ---> Tarvoc mit Kappe (niedlich) Weihnacht2
Tarvoc
Zitat:
Original von Ergo
Gerade wenn es um Denkprozesse, Bewußtsein und Erkenntnis geht, besitzen diese zwei entgegengesetzten Weltanschauungen kein gemeinsames Vielfaches und müssen beim Versuch eines Kompromisses scheitern.

Hm, schwierig. Wenn ich dich richtig verstehe, meinst du ungefähr, dass sich nicht beide einfach so in der höheren Synthese eines gemeinsamen Weltbildes (oder meinetwegen einer streng einheitlichen gemeinsamen Sprache) auflösen lassen. Schon richtig. Das heißt nun aber nicht, dass zwischen beiden keine Diskurse stattfinden und partikuläre Ergebnisse erzielt werden. Dass ein dialektischer Materialist ausgerechnet in diesem Zusammenhang überhaupt von "Kompromissen" spricht, ist übrigens mindestens merkwürdig. roll Zwinker
Ergo
Zitat:
Original von Tarvoc
Zitat:
Original von Ergo
Gerade wenn es um Denkprozesse, Bewußtsein und Erkenntnis geht, besitzen diese zwei entgegengesetzten Weltanschauungen kein gemeinsames Vielfaches und müssen beim Versuch eines Kompromisses scheitern.

Hm, schwierig. Wenn ich dich richtig verstehe, meinst du ungefähr, dass sich nicht beide einfach so in der höheren Synthese eines gemeinsamen Weltbildes (oder meinetwegen einer streng einheitlichen gemeinsamen Sprache) auflösen lassen. Schon richtig. Das heißt nun aber nicht, dass zwischen beiden keine Diskurse stattfinden und partikuläre Ergebnisse erzielt werden. Dass ein dialektischer Materialist ausgerechnet in diesem Zusammenhang überhaupt von "Kompromissen" spricht, ist übrigens mindestens merkwürdig. roll Zwinker


Diskurse zwischen Vertretern unterschiedlicher Philosophien sind sind ja heute eigentlich schon wieder das Normale. smile

Joo genau, ... eine Synthese zwischen ich liebe Fußball, ... und er hasst Fußball ist weit schwieriger herzustellen, als ich mag Döner mit Zwiebeln und er mag Döner lieber ohne Zwiebeln. Gut !

Veränderung entsteht oft schneller durch Widersprüche, weshalb die Weiterführung der Philosophie beschleunigt werden, oder verzögert werden kann, durch diesen "Fight" der Ansichten.

Zum "Kompromiss" ist zu sagen:
1. Ein dialektisch denkender Materialist entwickelt wie auch der Idealist eine Weltanschauung, stellt aber den kompletten Inhalt immer wieder neu auf den Prüfstand, sodass es gerade in den Grenzbereichen der spekulativen Philosophie, durchaus Erkenntnisfelder gibt, deren materialistische Beantwortung so genau trifft, das sie auch meine Oma erfunden haben könnte winken . Deshalb ist klar, das gelegentlich durchaus beim Idealisten abgeschrieben werden kann. Also nicht Kompromiss, sondern Annahme der scheinbar zur Zeit genaueste Aussage. Wenn immer und überall der Materialist "HÜÜ" sagt und der Idealist "Hott", sollten man die Philosophen auf ihren Geisteszuzstand überprüfen! großes Grinsen

Ohne den Idealisten Hegel, hätte es den Materialisten Marx vielleicht so nicht gegeben!!!
Tarvoc
Zitat:
Original von Ergo
Deshalb ist klar, das gelegentlich durchaus beim Idealisten abgeschrieben werden kann. Also nicht Kompromiss, sondern Annahme der scheinbar zur Zeit genaueste Aussage.

Schon klar. Mich hatte nur deine Ausdrucksweise verwundert. (Nicht dass sich das inzwischen wesentlich geändert hätte. fröhlich Zwinker )
Taurus
@Ergo

Noch eine Frage.

Der Mensch mag evolutionär aussterben, aber warum sollte das auch für Bewustheit, Bewustsein und Gedanken zutreffen?
Sun Deluge
Zitat:
Original von Ergo
Ihre Begründung: "Alles hat einen Anfang", ist populärwissenschaftlich richtig, ....philosophisch unvollkommen! Es suggeriert einen Beginn bei "Null", was dann nicht stimmt.
Anfang ist immer auch das Ende der vorhergehenden Form!!!

Stimmt.
Na, dann impliziert das Ende der vorherigen Form ebenfalls, dass die Unendlichkeit nicht existiert. großes Grinsen

Hm, vor dem Bewusstsein gab es keine vergleichbare Form... das man im gleichen Atemzug als Ende oder Umwandlung des Vorherigen bezeichen könnte. Vielleicht das Ende der Abwesenheit des Bewusstseins. Es färe der Anfang der Existenz des Bewusstseins, doch ob allein die Wahrnehmung von Anfang an ausgeprägt genug gewesen ist, glaub ich nicht. Ich glaube mehr, dass sich Wahrnehmung durch Reize entwickelt und optimiert haben. Naja, wieder ne andere G'schichte.

Zitat:
... Nein, ein 2D-Koordinatensystem allein berücksichtigt nicht den qualitativen Sprung im Erkenntnisprozeß. Es ist im Ursprung schon ein 2D-System, doch irgendwann erfolgt an einem Koordinatenpunkt (n)x/(n)y dieser Qualitätssprung der Gedanken und der Punkt tritt aus dem 2D-System heraus und bildet (n')x/(n')y, was gleichzeitig eine neuer Ursprungspunkt eines neuen zusätzlichen 2D-Koordinatensystems ist, in der Regel bleibt das alte 2D-System bestehen.
Zitat:
[*] Deswegen kann man nicht die höhere Qualität mit Koordinaten der Basisform erläutern.

Warum ein zusätzliches Koordinatensystem? Wird es denn nicht weiter geführt? Zeit als X-Achse, Gedanke als Y-Achse, evtl. optional die Qualität als Z-Achse als zusätzliche Ergänzung, was dann ein 3D-System ergäbe.

Zitat:
So sollte man sich den Prozeß nicht vorstellen!
Die Sprache hat einen sich ständig verändernden Inhalt, sodass wohl schon ein Deutscher des Mittelalters, 50% der heutigen Wörter nicht kennt oder nicht versteht, und selbst die ihm bekannten Wörter, werden heute anders gereiht und sinnanders verstanden.
Nehmen wir das Wort: Supreporten, ... keine Sau kennts, ...ich auch nicht! Freude , dennoch könnte es in 50 Jahren bekannt sein wie ein bunter Hund!

Zustimmung.
Doch das schliesst mein Geschriebens nicht aus.
„Supreporten“ klingt ja noch ganz umgänglich und leicht auszusprechen, aber wie stehts mit z. B. „mslverjvnibsrkvdhfihuvirngifvk“?

Zitat:
Begriffe die keinen Bezug zur Wirklichkeit haben gibt es natürlich auch nicht, dies ergibt sich aus der Philosophie und dem gesunden Menschenverstand.

Doch! Wenn man nicht beschreibt, sondern z. B. Meinungen, Appelle, Fragen und andere kommunikative Mittel verwendet.

Zitat:
Sie fallen wieder zurück in verkehrte Denkmuster! Unser Bewußtsein, wie auch unser Denken und all unsere Erkenntnisse, sind zwar Naturprozesse, Prozesse mit materiellem Hindergrund, aber sie existieren als eine erhöhte Qualität, die so im normalen Universum nicht existiert. So wie Leben nicht bereits ein Bestandteil der vorhandenen anorganischen Materie ist, ist Bewußtsein nicht bereits vorgegeben im organischen Leben. Beide Formen sind eine neue Qualität aus der Alten. [*]

Dass das Phänomen des Bewusstseins und organisches höhere Qualitäten sind, streite ich auch gar nicht ab.

(-: Mich interessiert, wie das Bewusstsein unter dem Mikroskop aussieht :-)
Ergo
Zitat:
Original von Taurus
@Ergo

Noch eine Frage.

Der Mensch mag evolutionär aussterben, aber warum sollte das auch für Bewustheit, Bewustsein und Gedanken zutreffen?


An anderer Stelle habe ich schon mal erwähnt, das gewisse Wissnschaftler berechnet haben, dass allein in unserer Galaxie 300 Planeten existieren dürften, auf denen wie bei uns Bedingungen herrschen, die auf Wasser + Kohlenstoffbasis Leben ermöglichen. Das hochgerechnet auf Milliarden anderer Galaxien im Universum würde bedeuten, dass selbst wenn wir aussterben, irgendwo anders Bewußtseinswesen existieren.
So weit so gut!

Nun aber die logische Seite:
Egal ob eine Gattung von Lebewesen mit Bewußtsein ausstirbt, oder Milliarden, ... die Endlichkeit der Universumsform "Raum mit Galaxien" macht irgendwann dem Spuk ein Ende. Und da ich den Wahrscheinlichkeitsfaktor unseres Raum-Zeit-Kontinuums auf rund 1 berechnete, wird es unsere Universumsform, des "Universums der Gesamtheit" in der Unendlichkeit der Zeit nur einmal geben.
Sun Deluge
... im Universum dem Spuk ein Ende: Wärmetod.
Es gibt auch die Metaphysik der Entropie... ist aber was ganz anderes.
Ergo
Zitat:
Original von Sun Deluge
... im Universum dem Spuk ein Ende: Wärmetod.
Es gibt auch die Metaphysik der Entropie... ist aber was ganz anderes.



Die thermodynamische Wärmeverteilung verschiedener komplexionärer Zustände führt natürlich zu einem Endstadium irgendwann, als Teil jeglicher Energieumwandlung in der Zeit. Philosophisch sehr wichtig! Danke Sun Deluge, auch wenn dies nicht nur von den Metaphysikern angenommen wird.

Durch die Entropie kann man schlußfolgern, dass es eine Zeitrichtung des Universums gibt, die nicht umkehrbar ist. Universell dennoch nicht anwendbar, nur in Form von Wahrscheinlichkeitsrechnungen bestimmbar. Aktuelles Thema hierbei Zerfallszeit aller Protone des Universums. Natürlich gibts auch das Gegenteil, "die Ektropie", wo dieser Prozeß verlangsamt wird. (2 Schritt vor, einer zurück)

Natürlich ist der Begriff des Wärmetods physikalisch als auch philosophisch unzulässig! Nochimmer gilt das Gesetz von der Erhaltung der Energie!!!
Sun Deluge
Ja.

PS:
Zitat:
auch wenn dies nicht nur von den Metaphysikern angenommen wird.

Damit meinte ich eigentlich vor allem Physik.
Aus der Lehre der Thermodynamik entstand die „Metaphysik der Entropie“ die Philipp Mainländer vertrat. Aber, das ist wieder etwas ganz anderes. großes Grinsen
Taurus
Im Text den ich vor meiner Frage nach Bewustsein schrieb, stelle ich noch eine Frage und gebe ein Beispiel dazu könnten sie mir zu meinem Beispiel auch etwas sagen?

zur Logischen Seite:
wenn sie Wahrscheinlichkeit berechnen, warum berechnen sie diese Wahrscheinlichkeit, nicht auch für Ihr Gesamtuniversum?
Die Wahrscheinlichkeit für Bewustsein im Gesamtuniversum.

Zitat Ergo:
"Dieses "Universum als Gesamtheit", unterliegt dem gleichen endlichen Raum-Zeit-Kontinuum "

"unendliche Universumsformen dividiert durch unendlich vorhandene Zeit"

=1
Diese 1 steht nicht für eine Ära, sondern für einen Augenblick.
(Sie frieren die Zeit ein.)

Dazu ein Gedankenspiel:
Sie frieren also die Zeit ein alles in unserem Universum steht still.
Auch auf der Erde steht die Zeit still.
Ein Mann steht an einer Weggabelung und überlegte in diesem Augenblick, wähle ich den Weg A oder B.
Die Zeit läuft weiter und der Mann wählt den Weg B.

Gibt es in Ihrem unendlichen "Gesamtuniversum" eine Zeit oder Dimension einer anderen Realität, in welcher der Mann sich für den Weg A entschieden hat und ihn gegangen ist?


Gruß Taurus
Ergo
Zitat:
Original von Taurus
wenn sie Wahrscheinlichkeit berechnen, warum berechnen sie diese Wahrscheinlichkeit, nicht auch für Ihr Gesamtuniversum?
Die Wahrscheinlichkeit nach Bewustsein im Gesamtuniversum.


Wenn man auf Grund lückenhafter wissenschaftlicher Forschungsergebnisse, oder widersprüchlicher Gesetze und Argumente schon gezwungen ist für unseren Nahbereich der eigene Milchstrasse, mit Hilfe der Wahrscheinlichkeitsrechnung eine grobe Annäherung für die Anzahl von Welten mit möglichem Leben zu wählen, dann kann man schon davon ausgehen, dass es eine unvorstellbar große Anzahl von Mini-Urknall-Universen gibt, in denen ähnliche Wahrscheinlichkeiten gelten.
... aber eine Wahrscheinlichkeitsberechnung fürs "Gesamtuniversum" ist im Jetzt definitiv nicht möglich.

Zitat:
Original von Taurus
Zitat Ergo:
"Dieses "Universum als Gesamtheit", unterliegt dem gleichen endlichen Raum-Zeit-Kontinuum "

"unendliche Universumsformen dividiert durch unendlich vorhandene Zeit"

=1
Diese 1 steht nicht für eine Ära, sondern für einen Augenblick.
(Sie frieren die Zeit ein.)


Nein es ist viel banaler!!! Es ging ums Verhältnis nicht um die direkte Mathematische Division!
Es drückt nur aus, dass tatsächlich ablaufende unendliche Formenvielfalt in positiver und negativer Zeit, wahrscheinlich es nur einmal das Raum-Zeit-Kontinuum gegeben hat und zwar "jetzt". Obwohl die Zeit unendlich war und sein wird, gab und gibt es diese Universumsform niemals noch einmal. Ist doch grandios, oder??
Taurus
@Ergo
Auf den ersten Blick mag es grandios erscheinen, sofern sie mein Beispiel außer Acht lassen, auf das ich verwiesen habe.


Zitat:
Original von Taurus
@Ergo
Vielen Dank, für die Erläuterungen.

Zitat:
Original von Ergo
Die endliche Größe des "Universums als Gesamtheit" ergibt sich aus der übergeordneten ungegrenzten Formenvielfalt von gänzlich anders aufgebauten, ... ungleich dem Raum-Zeit-Kontinuum, existierenden "Universen als Gesamtheit" derart, dass man einerseits ausgehend vom Gesetz der Erhaltung der Energie, die direkten linearen Vorgänger und Nachfolger "unserer" räumlich, aber auch zeitlich endlichen Form als gegeben akzeptieren muss. Dann die unendlich verschiedenen Formen die dem Raum-Zeit-Kontinuum ungleich sind und untereinander ebenso ungleich sind, ... und ebenso wie unser "Universum als Gesamtheit" Vorgänger und Nachfolger besitzen. Alle zusammen haben nur einen gemeinsamen Durchdringer: die Zeit!, natürlich bezugssystemverschieden! So gab es schon unendlich viele dieser Formen in der Vergangenheit, ... es wird in Relativzeit eine nicht bestimmbare Anzahl von "Universen als Gesamtheit" geben, die parallel zu uns existieren, in andersdimensionierter (noch) nicht bestimmbarer Form und was für die Relativvergangenheit galt, gilt auch für die Relativzukunft.

Fazit: Nicht das einzelne "Universum als Gesamtheit" ist unendlich, sondern die in verschiedenen Formen außerhalb der uns bekannten Raum-Zeit bereits existierten, zur Zeit existierenden, und zukünftigen sind es!

Dies ist ein Welt"bild" als Interpolierung aus Wissenschaft, Logikbetrachtung und Intuition! Wer nach Beweisen fragt ist selbst schuld. Zwinker


Gute Darstellung.
An dieser Stelle würde ich danach Fragen, ob sie ihre Folgerungen und ihre Definition der Unendlichkeit, an ihr Darstellung anpassen wollen?

Nur ein Beispiel:
Wenn die in der Vergangenheit existierenden und die zukünftig existierenden Universen, nicht Teil des Gegenwärtigen Universums sind, dann ist das gegenwärtige Universum nicht unendlich.
Sie deuten es ja schon mit dem Energieerhalt an.
Das gegenwärtige Universum wäre demnach ein begrenztes geschlossenes System.
In Diesem System wäre nur der Fluss unendlich (Zeit).
Und somit wäre glorins Definition von Unendlichkeit richtig.(bezügl. ihrer Darstellung)

Gruß Taurus!


Ich möchte dies ein wenig erläutern:
Die Darstellung Ihres gegenwärtigen "Gesamtuniversums", ist faktisch zu jeder Zeit kleiner als unendlich.
Somit fehlt Ihnen eine Unendlichkeit, und sie kommen nur auf "kleiner unendlich dividiert durch unendlich".
Die vergangenen und zukünftigen Universen, enstehen und vergehen Ihrer Darstellung zufolge, aus dem unendlichen Zeit fluss.
Sie verzerren das Bild Ihrer Darstellung.
Warum ?

Gruß Taurus
Tarvoc
Zitat:
Original von Taurus
Sie verzerren das Bild Ihrer Darstellung. Warum?

Weil es sich nicht vermeiden lässt, wenn man über Totalitäten spricht.
Sophie
Zitat:
Original von Ergo


Egal ob eine Gattung von Lebewesen mit Bewußtsein ausstirbt, oder Milliarden, ... die Endlichkeit der Universumsform "Raum mit Galaxien" macht irgendwann dem Spuk ein Ende.


Mag ja sein. Aber wenn der Spuk vernünftig gedacht ein Ende haben soll, liegt die Idee nahe, dass es auch angefangen haben müsste und irgendwie will mir nicht einleuchten, warum das Ende zwingender und endgültiger ist, als der Anfang.



Zitat:
Und da ich den Wahrscheinlichkeitsfaktor unseres Raum-Zeit-Kontinuums auf rund 1 berechnete, wird es unsere Universumsform, des "Universums der Gesamtheit" in der Unendlichkeit der Zeit nur einmal geben.


Achso. Ich wusste gar nicht, dass die Gesetzmäßigkeiten und das Bewusstsein kausal an die Wahrscheinlichkeitsrechnung von Ergo gekettet sind.