KittenKItt
Hallo Leute!
Ich habe mal eine Frage bzw. brauche eure Meinungen zu einer Pädagogischen Frage!
Erasmus von Rotterdam schreibst in seinem Werk Adagia ,,Das Jahr trägt, nicht der Boden‘‘. Ein altes sprichwort!
Heißt soviel wie: Die Abstammung/HErkuft (Boden) ist nicht SO gelevant wie das Jahr (ERziehung).
Was denkt ihr darüber??Stimmt das so??
Was ist mit dem IQ? Wenn ein Mensch dumm auf die welt kommt, kann dann die Erziehung alles wett machen??? bleibt ein dummer nicht dumm??
Oder früher: Wenn man Adlig war, ist nman davon ausgegangen, dass mal ein tüchtiger, tugendhafter Charakter erwächst. Aber ohne richtige erziehung auch??....wohl eher nicht,oder??
Also Adliger bleibt Adlig und Bauer bleibt Bauer stimmt in dem fall nicht?!
-Sabine-
Es trägt beides bei. Der mögliche "Endausbau" der Intelligenz z.B. ist angeboren, ob man da aber je hinkommt, hängt von der Umwelt ab, in der man aufwächst und den Erfahrungen, die man macht. Und von ganz praktischen Dingen wie, ob und wie lange das Kind gestillt wird, ob es getragen wird oder im Kinderwagen geschoben u.v.m.. Wenn Du Dich da - ganz praktisch - einlesen willst, empfehle ich Dir z.B. Lise Eliot, Was geht da drinnen vor? - Das hat allerdings 750 Seiten.
Hier ein Artikel aus der Zeit zum Buch:
*klick*
KittenKItt
viel Dank schonmal für die schnelle Antwort---
das buch werd ich nicht schaffen zu lesen. Habe Montag eine Mündl. Prüfung!!!deswegen auch mien stress und die verzweiflung!!!
also die alten gelehrten haben auch gesagt beides ist entscheidend, die erziehung jedoch mehr und jetzt bringt Plutarch die Geschichte mit den 2 HUnden :
2 junge Hunde, die von denselben Eltern stammen aber auf 2 komplett verschied. Arten erzogen werden!den einen erziehen sie leckerig & gefräßig, den andrern richten sie ab, Wild zu erspüren & zu jagen. dann setz er zwischen die hund eine fressschüssel und einen hasen. der eine hund fuhr auf den hasen los, der andre auf die schüssel-
Fazit: Beide Hunde stammen von den gleichen eltern , doch sie sind auf ganz verscheidene Weise abgerichtet (erzogen)- aus dem einen ist e9in leckermaul geworden, aus dem andren ein Jagdhund.
Also diese geschichte sagt doch im prinzip :erziehung ist doch sogut wie alles,oder???
-Sabine-
Nein - außer, Du würdest unterschiedliche Geschmäcker jetzt als so krass unterschiedliche Persönlichkeiten sehen wollen. Davon ab, ist das erfolgreiche Jagdverhalten bei Hunden erlernt, der Jagdtrieb angeboren.
Ich denke, Du wirst eine Unterscheidung treffen müssen zwischen angeborenen Grundveranlagungen und den erworbenen Ausprägungen.
Derzeitiger Konsens ist übrigens eine etwa 50:50 Einteilung zwischen Genen und Umwelt, also angeboren und erworben, weobei sich da auch grade was ändert, weil die Epigenetik immer mehr ins Spiel kommt.
Jay Ray
Um es mit modernerer Logik zu sagen: Die Abstammung ist keine
"hinreichende" Bedingung für die Entstehung eines "edlen" Menschen. Inwieweit sie "notwendig" ist, ist eine andere Frage.
Die Erziehung hingegen, würde ich als
INUS-Bedingung auffassen.
KittenKItt
und was heißt das..???
Jay Ray
| Zitat: |
Original von KittenKItt
und was heißt das..??? |
Daß Abstammung allein nicht reicht und ohne Erziehung wahrscheinlich wertlos ist => Erziehung ist sehr wichtig.
Die von Dir genannten Beispiele thematisieren allerdings nicht, welche Möglichkeiten bzw. Beschränkungen durch die Abstammung bestehen - dafür müßte man zB einen Dackel und ein Kaninchen wie einen Jagdhund erziehen - und dann sehen, ob sie sich später wie Jagdhunde verhalten...
KittenKItt
ja das kann sein....
aber es geht ja ums prinzip.
Euripides sagste z.B. Gegensätzlich: bei menschen ist und belibt der schlechte schlecht der Edle edel...auch im Unglück verliert der Edle seine Art nicht, sondern er bleibt sich immer treu ''
das stimmt so nicht- finde ich... was denkst ihr??
nachdenklich
@ KittenKItt
Unter Klavierlehrern gibt's eine Auffassung, die die Ansicht des Euripides bestätigt: Die einen können nur schlecht Klavier spielen, obwohl sie einen guten Lehrer haben, und die andern können gut Klavier spielen, obwohl sie einen schlechten oder gar keinen Lehrer haben. Dann gibt's noch das zynische Bonmot, daß manche trotz Lehrer gut Klavier spielen können.
-Sabine-
| Zitat: |
| Original von nachdenklich Dann gibt's noch das zynische Bonmot, daß manche trotz Lehrer gut Klavier spielen können. |
Hier handelt es sich aber um eine einzelne Begabung, die - siehe Mozart - angeboren ist und durch Unterricht gefördert werden kann. Wohingegen man bei jemanden, der die Begabung nicht hat, auch durch besten Unterricht keine Glanzleistungen hervorbringen wird.
Etwas anderes ist es, jemanden als grundsätzlich edel, gut bzw. schlecht zu bezeichen.
Diese beiden Dingen haben meiner Meinung nach nichts miteinander zu tun.
nachdenklich
| Zitat: |
Original von -Sabine-
Diese beiden Dinge haben meiner Meinung nach nichts miteinander zu tun. |
Bin am überlegen - gibt's einen Zusammenhang zwischen künstlerischer Begabung und Charakter? Jemand als "schlecht" zu bezeichnen, lehne ich ab wie Du auch. Da ist's besser, von verwerflichen Handlungen zu sprechen.
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