Menschliches Handeln Egoismus

ete
Dann geh´Trüffel suchen. Zwinker
byLaszlo
hallo Cornak,

wie ich sehe, du hast den Textteil nicht verstanden,
den ich als "gerade noch" verstehbar hielt:

Zitat:
Das war jetzt etwas verschlungen, womit man---überhaupt nicht
"egoistisch"---ganz spontan die Segen der Verständigung
dementiert und das Verweilen im Einen unterbricht gruebel


Ich hielt die diesen Zeilen vorangegangene Formulierung
für verschlungen und meinte damit den gemeinsamen Rahmen
der Verstehbarkeit (das Eine) zu verlassen. Das wars. (Übrigens,
neben der Barockmusik und Bach liebe ich die der Spätrenaissance
und Frühbarock : William Byrd, John Dowland)

Aber helfe mich bitte auf die Sprünge: was hier Mitglieder und
Alte Hasen, User und Neulinge beschreiben ist jene eigennützige
Handlung die moralisch nur zynisch, ironisch oder eben nur
eigennützig gerechtfertigt werden kann...oder irre ich mich über das Thema?

Doch macht es Unterschied ob ich eigennütziges Handeln
auf der Ebene der Lebenswelt (ich besuche meine Oma im
Altersheim nur deshalb, weil ich weiß, dass sie mir jedesmal
20 € schenkt) problematisiere oder als ein zur Staatsverfassung
erhobenes Prinip von Lebensentwürfen? Was meinst du dazu?
Gruß: byLaszlo
kämpfer der sonne
Zitat:
Original von Blizzard80
Leider konnte bisher keiner von den gewöhnlichen Menschen aus meinem Umfeld meiner Theorie etwas entgegenhalten, was ich sehr erschreckend finde.

Ich hoffe ein kluger Kopf hat hierzu ein paar aufklärende und beruhigende Denkansätze.
Vielen Dank! :-)



ich schenke dir nun mal etwas: ich bin leider zuweit von dir weg, daher schenke ich dir das, was möglich ist, ich schenke dir eine antwort:

ich habe von dieser antwort nichts, denn ich erhoffe mir keine belohnung dafür und auch sonst keinen vorteil. ich mache es aus dem grund, weil ich eine antwort auf deine frage ahbe und ich mich freuen würde, wenn sie dir etwas helfen würde das problem zu verstehen.

wahrscheinlich hilft sie dir aber nicht und ich habe dann tatsächlich nichts davon.

schenken ist, wenn ich etwas von mir einem anderen gebe, es ihm zum eigenen gebrauch überlasse, damit er damit machen kann was er will. ich erwarte keine gegenleistung, sonst wäre es kein geschenk sonder ein geschäft. natürlich macht mir das eine freude wenn ich jemandem etwas gutes tun kann, aber die freude habe ich nur dann, wenn das geschenk gut ist und der beschenkte es gebrauchen kann, ansonsten war es nutzlos.

ich mache geschenke, weil ich jemandem eine freudemachen will und nicht mir, weil ich kein egoist bin.

ich schenke zum beispile aus liebe, weil mir jemand etwas wert ist. sicherlich erhalten geschenke eine freundschaft aber so denke ich nicht.
richtges schenken und wahre liebe ist uneigennützig, aber das kann man nicht verstehen wenn man nur aus berechung etwas tut.

dabei tue ich vieles ausberechnung, ich gehe arbeiten damit ich geld habe wovon ich leben kann, aber das fidne ich nicht egoistisch sondern notwendig.

uneigennützigkeit wird nicht dadurch bestimmt was ich tu oder was ich schenke sonder wie ich lebe und wie ich liebe und wie ich schenke.

warum ich diese antwort schreibe?

weil ich im moment einfach nichts besseres zu tun habe und zeit hatte.

das sich aus allem was ich tu ein nutzen entwickeln kann und auch tut ist nicht mein vorwand.

wenn ich etwas weiß und es hört jemand zu oder fragt mich, dannantworte ich einfach, weil ich es kann.


vielleicht lebe ich auch genau so wie ich lebe, weil ich glücklich bin, aber ich lebe nicht so wie ich lebe um glücklich zu werden.
Cornak
Hallo Kämpfer der Sonne (eigenartiges Pseudonym), ich finde Deinen letzten Beitrag großartig und fasse meine Überzeugung zusammen : Der Mensch, das schenkende Wesen ! Ich muß hinzufügen, daß auch schon Tiere diese Gabe haben, ich erlebe sie bei meinem Hund. Gruß !
mark
Zitat:
Original von Tarvoc
Zitat:
Original von mark
würdest du dich denn damit als charakterisierung zufrieden geben?

Es gibt natürlich noch einiges mehr, das man als Ironie bezeichnen kann. Ich glaube, Zizek ging es eher darum, darauf hinzuweisen, dass bezüglich dieses Themas mehr Perspektiven möglich sind als nur die zynische - bzw. dass die zynische Perspektive selbst keineswegs so umfassend, realistisch oder auch nur konsistent ist, wie sie sich gibt. Zumindest darin stimme ich ihm zu. Solche Gegenüberstellungen laufen aber natürlich immer Gefahr, zu sehr zu simplifizieren.


ich hätte mich jetzt zuerst mal an diesem bild des zynikers gestört. nicht, wenn er nun mal das darunter verstehen will. ich kann aber nicht sehen, dass die realexistierenden zyniker diesem bild entsprächen. was er zyniker nennt komtm mir eher vor wie paranoide verschwörungtheoretiker. zynismus als resignation scheint mir jedenfalls nicht unreflektiert zu sein.

gruss
Tarvoc
Zitat:
Original von mark
was er zyniker nennt kommt mir eher vor wie paranoide verschwörungtheoretiker.

Sorry, verstehe ich nicht. Die Behauptung, dass jedes Engagement auf reinem Egoismus und persönlichem Vorteilsstreben basiert, kann mit Paranoia und Verschwörungstheorien einhergehen, muss aber nicht.

Zitat:
Original von mark
zynismus als resignation scheint mir jedenfalls nicht unreflektiert zu sein.

Das ist damit ja auch nicht gesagt.
kämpfer der sonne
Zitat:
Original von Cornak
Hallo Kämpfer der Sonne (eigenartiges Pseudonym), ich finde Deinen letzten Beitrag großartig und fasse meine Überzeugung zusammen : Der Mensch, das schenkende Wesen ! Ich muß hinzufügen, daß auch schon Tiere diese Gabe haben, ich erlebe sie bei meinem Hund. Gruß !


mein yorkshire terrier schenkt mir jedes mal etwas ein tierchen oder einen knochen oder sonst ein spielzeug von ihm wenn ich nach hause komme. aber er beschenkt nicht nur mich sondern jeden der zu besuch kommt. und er holt das geschenk auch schon wenn ich nur 10 minuten weg bin.

ich glaube nicht, dass er das macht um sich zu freuen sonder weil er sich freut. er kann teilen sien freude und so kann man auch das was man selber besitzt mit anderen teilen.

achja, egoisten sind andere menschen, sie verstehen nicht was ein geschenk ist geschweige denn die liebe usw.

ich finde es sind arme menschen.
Cornak
Hallo freudiges Kämpferherz, ja, das Leben im Egoismus muß armselig sein. Ich merke das schon, sobald ich in egoistisches Verhalten abrutsche, zum Beipiel wenn ich - um beim Hund zu bleiben - sein zuweilen nur angedeutetes Schwanzwedeln (wenn er merkt, daß mit mir was nicht stimmt) oder sein Angebot eines Blickkontaktes nicht beachte.
Arm-selig ist aber nicht das richtige Wort, denn es bezeichnet die Fähigkeit zu schenken, gleichviel wie wenig man hat. Gruß !
kämpfer der sonne
man muss nicht reich sein um etwas zu verschenken..

man kann zum beispiel aufmerksamkeit schenken. auch etwas was ich glaube nicht mit geld zu erwerben ist.
mark
Zitat:
Original von Tarvoc
Zitat:
Original von mark
was er zyniker nennt kommt mir eher vor wie paranoide verschwörungtheoretiker.

Sorry, verstehe ich nicht. Die Behauptung, dass jedes Engagement auf reinem Egoismus und persönlichem Vorteilsstreben basiert, kann mit Paranoia und Verschwörungstheorien einhergehen, muss aber nicht.

lustigerweise hätte ich das so ähnlich formulieren können.
mir scheint der zynismus aber eher zwanghaft dargestellt, das ist ja der clou dabei: der zynist befindet sich im nicht bemerkten performativen widerspruch. und das kann eben schon sein. muss doch aber nicht.
warum sollte zynismus die tiefe überzeugung sein, dass tiefe überzeugung nicht möglich ist? mir scheint dieser widerspruch in den zynismus hineinkonstruiert und das ganze deswegen mehr als eine sehr private und enge definition des zynismus die die meisten realexistierenden zyniker schlicht ignoriert.


Zitat:

Zitat:
Original von mark
zynismus als resignation scheint mir jedenfalls nicht unreflektiert zu sein.

Das ist damit ja auch nicht gesagt.

aber wie soll man es denn sonst verstehen, dass der zyniker gar nicht weiss, was er da eigentlich tut?

wie auch immer, mir erscheint diese zynikerbestimmung deutlich mehr mittel zum zweck zu sein als eine auseinandersetzung mit dem bzw treffende charakterisierung des zynismus.

guss
Tarvoc
Zitat:
Original von mark
warum sollte zynismus die tiefe überzeugung sein, dass tiefe überzeugung nicht möglich ist?

Ich glaube, in dem Punkt habe ich Zizeks Argumentation bei der Rekonstruktion aus dem Gedächtnis etwas verfälscht. Wenn ich mich recht erinnerte, war es eigentlich noch komplizierter: In der Praxis sind Zyniker meistens eben nicht gänzlich von ihrem eigenen Zynismus überzeugt. Deshalb ist es meistens so, dass die Artikulation einer zynischen Position eine nicht-zynische Position voraussetzt, von der sie sich explizit abgrenzt. Der Zyniker kann sich also seinen Unglauben nur dadurch leisten, dass er ein anderes Subjekt voraussetzt, dem er zunächst authentische Überzeugung unterstellt, um sie dann wieder auf egoistische Hintergedanken zu reduzieren. Wenn die Symbolisierung dieses anderen Subjekts, dem Glauben unterstellt wird, wegbricht, bricht auch die zynische Einstellung zusammen. (Bei dieser Deutung wird der Zynismus quasi als Symptom im psychoanalytischen Sinne gesehen. Das muss man natürlich nicht teilen. Der Punkt war m.E. ohnehin eher der, dass noch andere Perspektiven als die zynische möglich sind.)
byLaszlo
hallo Tarvoc,

die unselbständige Position des Zynikers ist,
so nehme ich an, der ursprünglichen Problemstellung
geschuldet, dass nämlich der bereits wertende
Gebrauch des Begriffs "egoist/Egoismus" nur vor dem
Hintergrund eines "guten" Allgemeinen Sinn macht.

Andere Perspektiven (jeweils Synthesen) liessen sich durch
eine dialektische Behandlung des Musters "das Eine und das Viele"
gewinnen, die je individuelle Perspektiven interpretierend also,
d.h. ohne "falsche Bemühungen" die Verantrwortung
für das Eine übernehmen zu wollen.

Gruß: byLaszlo
mark
Zitat:
Original von Tarvoc
Zitat:
Original von mark
warum sollte zynismus die tiefe überzeugung sein, dass tiefe überzeugung nicht möglich ist?

Ich glaube, in dem Punkt habe ich Zizeks Argumentation bei der Rekonstruktion aus dem Gedächtnis etwas verfälscht. Wenn ich mich recht erinnerte, war es eigentlich noch komplizierter: In der Praxis sind Zyniker meistens eben nicht gänzlich von ihrem eigenen Zynismus überzeugt.

mir ist nicht ganz klar was es heisst vom eigenen zynismus überzeugt zu sein. und meistens... es gäbe dann wohl noch die "echte" zynische position, manchmal?
in der konsequenz schien mir das alles zu notwendig für ein "meistens".
Zitat:

Deshalb ist es meistens so, dass die Artikulation einer zynischen Position eine nicht-zynische Position voraussetzt, von der sie sich explizit abgrenzt.

das sowieso, aber hier hört sich das so an, wie wenn der zyniker eigentlich kein zyniker sein kann. das kommt mir dann wieder komisch vor, auch wenn man sich zynismus natürlich so hinkonstruieren kann, dass er zum selbstwiderspruch wird.
Zitat:

Der Zyniker kann sich also seinen Unglauben nur dadurch leisten, dass er ein anderes Subjekt voraussetzt, dem er zunächst authentische Überzeugung unterstellt, um sie dann wieder auf egoistische Hintergedanken zu reduzieren.

ja, aber das funktioniert so ja nur, wenn es sich sozusagen auf sehr prinzipielle stumpf und stiel zyniker handelte. so eine position muss man aber als zyniker ja nicht einnehmen. unter diese authentische überzeugung kann dann doch auch der egoismus fallen. schliesslich ist den anderen als subjekt mit überzeugungen zu sehen nicht das gleiche wie einen altruisten zu sehen.
Zitat:

Wenn die Symbolisierung dieses anderen Subjekts, dem Glauben unterstellt wird, wegbricht, bricht auch die zynische Einstellung zusammen. (Bei dieser Deutung wird der Zynismus quasi als Symptom im psychoanalytischen Sinne gesehen. Das muss man natürlich nicht teilen. Der Punkt war m.E. ohnehin eher der, dass noch andere Perspektiven als die zynische möglich sind.)

also zweifellos sind andere perpektiven als eine zynische möglich.
was die psychoanalytische symptomatik angeht: er macht ja auch keinen grossen hehl aus seinem dogmatischen ansatz der psychoanalyse, im gegenteil, er kokettiert (nicht ganz erfolglos) damit.
mich hätte eigentlich interessiert, ob du mit dieser beschreibung des zynismus als notwendigem selbstwiderspruch so zufrieden bist und warum. der zynismus, die psychoanalyse und der zynismus in der psychoanalyse ist mir eher gleichgültig.

gruss
Tarvoc
Zitat:
Original von mark
mich hätte eigentlich interessiert, ob du mit dieser beschreibung des zynismus als notwendigem selbstwiderspruch so zufrieden bist und warum.

Ich sehe, dass sich zumindest bei einer Verabsolutierung zynischer Perspektiven theoretische Schwierigkeiten ähnlicher Art ergeben.
Timo
Ist Egoismus falsch wenn es den anderen auch einen Vorteil bringt?
kämpfer der sonne
Zitat:
Original von Timo
Ist Egoismus falsch wenn es den anderen auch einen Vorteil bringt?


erst einmal ist egoismus grundsätzlich immer der falsche weg.

wenn der egoismus mehreren nutzt, dann nennt man es verbrechersyndikat.
Taurus
@kåmpfer der sonne
Jeder Atemzug geschiet aus „Eigennützigkeit“, eine Eigennützigkeit die ich entweder annehmen oder ablehnen kann.
Sagst du mir das ich auf dem "falschen" Weg bin, und es "besser" wåre diese Eigennützigkeit abzulehnen?
Tarvoc
Zitat:
Original von Taurus
Jeder Atemzug geschiet aus „Eigennützigkeit“, eine Eigennützigkeit die ich entweder annehmen oder ablehnen kann.

Genauso wie ich diese sprachliche Konvention entweder annehmen oder ablehnen kann.
Taurus
Wenn du sagst, das du es kannst, dann wird es so sein.
kämpfer der sonne
Zitat:
Original von Taurus
@kåmpfer der sonne
Jeder Atemzug geschiet aus „Eigennützigkeit“, eine Eigennützigkeit die ich entweder annehmen oder ablehnen kann.


woher will ich wissen, ob du auf dem falschen weg bist?


hast du das wort uneigenützigkeit schon mal gehört?

und wie deffinierst du nützlichkeit?

ich kann eine bank ausrauben und dann habe ich viel geld, aber nützt es mir wirklich etwas? schadet es mir nicht mehr als das es von vorteil ist?

wenn ich einen droge konumiere dann " nützt" es mir indem ich berauscht bin, aber ist das wirklich ein nutzen. muss der nutzen nicht einen wirklichen vorteil für mich ahben? und wenn ich meinen körper und meinen geist und damit meinen verstand zerstöre, ist das dann nutzen?