Was ist männlich/weiblich?

ewig
Zitat:
Original von Ergo
Die Frau ist deshalb von der Evolution nicht für die Führungsrolle ausgesucht worden., wohl aber als innere Verwalterin.

Frau Merkel ist aber vom Bundestag für die Führungsrolle ausgesucht worden. Und was haben wir jetzt davon? Eine innere Verwalterin?
-Sabine-
@Ergo

Ich stimm Dir in allen Punkten zu - nur das mit der Schule seh ich etwas anders.

@ewig

Es gibt auch Frauen, die Karriere machen - zu männlichen Bedingungen und mit überwiegend männlichen Eigenschaften. Wirklich wollen tun es die meisten Frauen aber nicht. Kennst Du Pinker *klick*? Die hat ein hoch interessantes Buch zum Thema geschrieben - basierend auf fundierten Studienergebnissen.

Zitat:
Original von Stanley Alvarez
Zitat:
Mit männlichen/weiblichen Bezugspersonen hat das erstmal eher wenig zu tun. Ich sehe eher, dass die Jungen während des Aufwachsens eher weibliche Eigenschaften zeigen müssten ...

Aber da widersprichst du dir doch selbst. Ist der Grund, warum Jungen eher "weibliche" Eigenschaften zeigen "müssten", etwa unabhängig davon, ob die Erzieher_innen/Lehrer_innen männlich oder weiblich sind? Sind es nicht gerade die Erzieher_innen, die vorgeben, was sozial akzeptiert wird und was nicht? Und glaubst du nicht, dass es da (in der Praxis) einen erheblichen Unterschied macht, ob es sich dabei um einen männlichen Erzieher oder eine weibliche Erzieherin handelt?


Ich halte das für zu kurz gedacht. Unser Erziehungssystem basiert im Moment auf weiblichen Werten: Leben in der Gruppe, also soziale Fähigkeiten, angepasst sein (eine Klasse von an die 30 Schülern ist sonst nicht zu führen), kommunikativ sein. So bleibt das Sysdtem auch, wenn vorne ein Mann steht - er muss sich dem ja beugen, auch wenn er vielleicht etwas anders ist/sein kann, als seine weiblichen Kolleginnen. Das einzige, was zunehmend männlich wird in der Schule - oder es schon immer war - ist die knallharte Selektion "unpassender" SchülerINNEN - anstatt - wie die skandinavischen Länder - auf eine individuelle Föderung und Integration zu setzen.

Später dann - in der Berufswelt - dominieren männliche Eigenschaften: Wettbewerbsorientierung, "Ellbogen", Arbeiten bis zum Umfallen, etc. ...

Zitat:

Das ist richtig, aber für mich ist noch längst nicht geklärt, in wieweit bestimmte Eigenschaften "typisch männlich" und "typisch weiblich" sind; in wieweit diese Über- und Unterbewertung von bestimmten Eigenschaften also unabänderlich mit dem Geschlecht zu tun hat.


Dazu gibt es mittlerweile ziemlich fundierte Untersuchungen - siehe Pinker weiter oben. Aber natürlich gelten die Erkenntnisse für Frauen als Gruppe, ebenso wie für Männer als Gruppe. Einzelne, individuelle Menschen können sehr davon abweichen.
Ergo
@schneemann

... klar, falls es nur Behauptungen wären, ohne verankerte Erkenntnisse, wären sie tatsächlich wertlose Klischees (und dein "üblich" wertet sie ja auch dementsprechend bereits ab)

Fast alles im Leben des Menschen ist genetisch vorgegeben, ... wirkt es da nicht regelrecht unlogisch, würden wir die Macht der Evolution bei unserem Erkenntnisprozeß dort stoppen wo wir die nicht leugbare Geschlechterrolle kennen, dann aber die Augen schließen?

Ich habe es mir nicht einfach gemacht und reproduziere nicht nur Klischees, etwas was ich mit umgekehrtem Spieß auf dich auch anwenden könnte, wenn du scheinbar ebenso unbewiesen entgegengesetzte Aussagen in den Raum stellst, ... als ebenso weitverbreitete Klischees.

In Wirklichkeit ist es sogar genau andersherum wahr:
Das gesellschaftliche Umfeld und die Erziehung verfälscht die angeborenen spezifischen Verhaltensweisen von Jungen und Mädchen derart, das wir die evolutionäre Vorgabe nur noch in den Momenten der Lösung von Widersprüchen aus ihr heraus erblicken können, wenn wir denn blicken wollen und richtig deuten können!

Die Erhaltung der Art ist die entscheidende Triebfeder jedes Lebewesens. Es überlebte nur was in der Lage war, sich natürlichen Veränderungen bestmöglich anzupassen. Nehmen wir den hirnchemischen Prozeß der Heiß-Liebe zu einer ganz konkreten Frau. Insgesamt drei Botenstoffe werden im Gehirn des Mannes ausgeschüttet, die zusätzlich zum überhöhten Geschlechtstrieb, wenn man ihn mit einer Frau vergleicht, für eine Mindestzeit von 4 Jahren eine Bindung schafft, die der Frau die Möglichkeit gibt, schwanger zu werden, ein Kind auszutragen und es geschützt, behütet und vom Mann versorgt in ein sicheres Alter zu bekommen. Genau dies hat evolutionär funktioniert, nicht 12 Jahre Liebe, nicht 2 Jahre Liebe, sondern 4 Jahre drogenhafte Liebe!
Oder nehmen wir die 5 Sprachzentren bei der Frau, die man beim Mann vergeblich sucht, ...ein plappernder Mann war für die Jagd ungeeignet. Frauen reden gelegentlich aus innerer Sucht heraus. Frauen sind das Bindeglied der Gemeinschaft, ihre hohes Talent für Sprachen war einfach ein effektiver Weg der bestmöglichen inneren Führung einer Sippe! Männer und Frauen sind evolutionär verschieden konzipiert, weil genau dies in der Natur am Besten funktioniert hatte.
Oder betrachtet man das Zusammenwirken der beiden Hirnhälften, ... bei der Frau wird der gesamte Ofen angeschmissen, Entscheidungen werden so gefühls- und verstandesmäßig gefällt, was im Kern der Gesellschaft das Zusammenleben der Individuen am harmonischsten gestaltet. Anders der Mann, er hat Mühe mit beiden Hirnhälften wie mit einer Gesamtmasse zu arbeiten...sein abstrakteres logisches Demkvermögen koppelt sich dadaurch aber viel leichter von subjektiven Einflüssen ab und führt damit für die Sippe zu Großentscheidungen, die ebenso fürs Überleben mehr als notwendig sind! Auch dies Mutation der evolutionär wünschenswerten Art!
Die Widersprüche zwischen Frauen und Männern die sich aus derart Determination der Geschlechterrollen ergeben, wurden evolutionär gelöst.
Der Mann hatte das letzte Wort in den großen Dingen und überließ der Frau die innere Führung, wofür er sowieso nur geringes Interesse aufwies, das erstere wurde gesichert nicht zuletzt über die größere Physis im direkten Beziehungsstreit und nach Außen für die gesamte Sippe wirkten außerdem schon in der Urzeit die Gesetze der Gruppendynamik, ebenso evolutionär getragen.

@ewig
im Prinzip hat Frau Merkel dort Probleme, wo ein Macho wie Schröder lächelnd drüberweg sah und umgekehrt. Wenn ich vorher von Mann und Frau sprach, so bezog sich das auf die Verallgemeinerung. Als Individuum betrachtet gibt es den typischen Mann, die typische Frau nicht. So existieren wir schon in geschlechtlicher Sicht verschiedenartiger als in nur 2 Ausrichtungen. Es gibt Männer die plappern ohne Pause und Frauen die am liebsten auf die Jagd gehen. großes Grinsen Wir haben Transsexuelle, Männer im Körper einer Frau und umgekehrt. Frauen die nicht schwanger werden wollen und Männer die mit Puppen spielen. winken
Das spezifische Gehirn der Frau Merkel kann exakt die für eine Führungsrolle ,wie beim prädestinierten Mann, erforderlichen Eigenschaften aufweisen.
Ausnahmen bestätigen aber dennoch die Regel!
niefre44
Hallo.Ich verstehe die frage des Rechtes nicht immer.das recht auf leben,das recht auf sein wie man will.Bis jetzt und auch weiter hat das recht immer nur der gemacht der an der Macht war oder sie hatte.Also wenn jemand das recht erwerben will,sollte er dringend mit der Macht zusammenarbeiten.Das recht zu leben hat auch nicht jeder der sich entweder nicht verteidigen oder sich z.b einer gesellschaft unterwerfen kann.
Schneemann
Zitat:
Original von Ergo
... klar, falls es nur Behauptungen wären, ohne verankerte Erkenntnisse, wären sie tatsächlich wertlose Klischees (und dein "üblich" wertet sie ja auch dementsprechend bereits ab)

Wenn du verankerte Erkenntnisse zu bieten hast, dann nur zu, breite sie der Welt aus. Bislang stellst du eben nur Behauptungen auf, die ich wie gesagt nicht besonders überzeugend finde.

Zitat:

Fast alles im Leben des Menschen ist genetisch vorgegeben, ... wirkt es da nicht regelrecht unlogisch, würden wir die Macht der Evolution bei unserem Erkenntnisprozeß dort stoppen wo wir die nicht leugbare Geschlechterrolle kennen, dann aber die Augen schließen?

Was genau hast du an meinem Beitrag nicht verstanden? Oder anders gefragt, wo liegt denn das Gen für räumliches Denken und das Gen für Führungsquailtät? Nichts dergleichen ist bekannt und nichts dergleichen ist evolutionär gesehen besonders plausibel. Wie gesagt, der Mensch zeichnet sich vor allem durch eines aus: seine unglaublich grosse Flexilbilität in allen Belangen. Eine genetische Vorgabe von komplexen Persönlichkeitsmerkmalen oder Verhaltensweisen passt da nicht dazu. Gäbe es ein isoliertes Gen für räumliches Denken und läge das auf dem Y-Chromoson, dann gäbe es keine einzige Frau die dies beherrscht. Die Wirklichkeit sieht völlig anders aus. In der Mathematik, einem Fach mit extrem hohen Anforderungen an abstraktes Denken und räumlcihes Vorstellungsvermögen, sind mittlerweile bereits die Hälfte (Tendenz mehr) der Studierenden weiblich.

Zitat:

Die Erhaltung der Art ist die entscheidende Triebfeder jedes Lebewesens.

Nein, das ist nicht korrekt. Aus evolutionärer Sicht ist die Triebfeder nicht die Erhaltung der Art sondern die Weitergabe der eigenen Gene. Ein nicht ganz unbedeutender Unterschied.

Zitat:

Es überlebte nur was in der Lage war, sich natürlichen Veränderungen bestmöglich anzupassen.

Genau, und das ist m.E. das entscheidende Argument das gegen dich spricht. Eine fixe Verdrahtung von komplexen Merkmalen wie "Führungsqualität" oder ähnlcihem verhindert eine bestmögliche Anpassung an mögliche Veränderungen. DIE evolutionäre Strategie des Menschen die ihn so weit gebracht hat ist es nicht zuletzt keine solchen fixen Verdrahtungen zu besitzen.

Zitat:

Nehmen wir den hirnchemischen Prozeß der Heiß-Liebe zu einer ganz konkreten Frau. Insgesamt drei Botenstoffe werden im Gehirn des Mannes ausgeschüttet, die zusätzlich zum überhöhten Geschlechtstrieb, wenn man ihn mit einer Frau vergleicht, für eine Mindestzeit von 4 Jahren eine Bindung schafft, die der Frau die Möglichkeit gibt, schwanger zu werden, ein Kind auszutragen und es geschützt, behütet und vom Mann versorgt in ein sicheres Alter zu bekommen.

Das ist kein Argument für nichts. Das sagt noch nichtmal wer nun die Hosen anhat, wer die Führung übernimmt oder wer das bessere räumliche Denken hat.

Zitat:

Oder nehmen wir die 5 Sprachzentren bei der Frau, die man beim Mann vergeblich sucht, ...ein plappernder Mann war für die Jagd ungeeignet. Frauen reden gelegentlich aus innerer Sucht heraus.

Das sind genau die Klischees die du andauernd bemühst. Das ist aber tatsächlich auch nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen falsch. Männer reden eben NICHT weniger als Frauen.
http://www.wissenschaft.de/sixcms/detail.php?id=285317

Das sind Klischees wie sie in ein paar umsatzstarken Schundbüchern rumgeistern. Aber das ist weder allgemein gültig noch gibt es wirklich zwingende Argumente für solche Pseudo-Weisheiten. Und selbst wenn es stimmen würde, was nicht der Fall ist, läge die Annahme der Ursache in sozialen und traditionellen Aspekten weitaus naheliegender. Zumindest wäre es nötig hier zu forschen und die Gründe festzustellen. Es ist jedenfalls weder wissenschaftlich noch überzeugend ein mehr oder weniger plausibles evolutionäres "Gründchen" zu finden (mann kann fast jeden Unsinn irgendwie evolutionär begründen) und zu meinen das wäre nun gegessen.

Zitat:

Die Widersprüche zwischen Frauen und Männern die sich aus derart Determination der Geschlechterrollen ergeben, wurden evolutionär gelöst.

Die Widersprüche sind derzeit dabei sich aufzulösen. Und wenn das auf irgendwas hinweist, dann dass es keine Widersprüche sind.
tolwin
Die Schwierigkeit besteht darin, daß diese genannten Phänomene derart Vereinfacht dargestellt werden, daß sie in ihrem Gehalt kaum mehr als "Just-So-Stories" bedienen. S. J. Gould nannte das Pop-Science. D. h. es werden populär und stark vereinfachte Darstellungen zitiert, ohne sie vollumfänglich verstanden zu haben.
Nur um drei Beispiele aus Deinem Text zu ziehen. Es beginnt bereits bei grundlegenden Behauptungen. Die biologischen Geschlechterdifferenzen wurden erst zu empirisch prüfbaren Hypothesen als die Lorenzschule durch Trivers & Co. Gesamtfitness-Postulate einführte.

Zitat:
Die Erhaltung der Art ist die entscheidende Triebfeder jedes Lebewesens.


Das ist natürlich eine Vorstellung aus den 50er/60er Jahren. Und sie ist falsch. Wenn Du nun - sicher nicht falsche - biologische Geschlechterdifferenzen erwähnst, bedeutet das, Du hast nicht tatsächlich verstanden, wieso diese Differenzen sich herausbildeten und kannst somit auch nicht deren Tragweite abschätzen. Du verweist zwar auf eine Adaption im evolutionären Geschehen, schuldest aber den Nachweis wieso genau das so passierte. Antworten der Art, daß Männer nunmal nicht so häufig beim Jagen sprechen mussten, ist eine extrem schwammige Erklärung. Sprache ist sicherlich adaptiv. Die Feststellung, Männer hätten weniger ausgeprägte sozio-kommunikative Fähigkeiten (was scheinbar richtig ist) wird aber erst vor dem Hintergrund der Hypothese der "environment of evolutionary adaptedness" (Umwelt der evolutionären Angepasstheit) verständlich. Anpassungsmängel als solche gibt es in der Evolution nicht, sondern immer erst wenn Adaptionen auf eine stark veränderte Umwelt treffen. Und eben diese Umwelt ist bereits durch kulturelle Evolution entstanden (etwa durch intentionale Erziehung in großen Instututionen mit Schulpflicht etc.).
M. M. n. besteht der große Denkfehler - auch bei Schneemann, was mich überrascht - darin, so zu argumentieren, als ob kulturelle Eigenschaften (etwa eine Lockerung von Geschlechterdifferenzen bei der Arbeitsteilung) erlernt wären und biologisch losgelöst wirken.
Zu behaupten, eine Eigenschaft wäre erlernt - oder kulturell bedingt - ist aber keine Erklärung, sondern ein Phänomen, welches erklärt werden muss. Zu sagen: in Kultur A haben Mädchen bessere Chancen ihre mathematischen Fähigkeiten zu nutzen als in Kultur B, ist überhaupt keine Erklärung.
So kommt es dann auch zu deratigen Vereinfachungen:

Zitat:
Das gesellschaftliche Umfeld und die Erziehung verfälscht die angeborenen spezifischen Verhaltensweisen von Jungen und Mädchen derart, das wir die evolutionäre Vorgabe nur noch in den Momenten der Lösung von Widersprüchen aus ihr heraus erblicken können, wenn wir denn blicken wollen und richtig deuten können!.


Der Phänotyp ist bereits eine potentielle Ausprägung eines Genotyps in einer bestimmten Umwelt. Es ergibt keinen Sinn davon zu sprechen, Erziehung oder gesellschaftliche Einflüsse würden ein Phänomen verfälschen, wenn erst duch das Zusammenspiel dieser beiden - idealtypisch getrennten - Faktoren das entsteht, worüber wir sprechen. Zum anderen erkennt man hier wieder ein dualistisches Denken, von dem ich oben sprach. Gesellschaftliche Einflüsse werden als ein Phänomen neben biologischen Dispositionen verstanden. Problematisch ist, daß viele Personen, die sich auf evolutionäre Erklärungen beziehen, diese in ein dualistischen Denken einbetten und damit den Witz dieser Erklärungen zerstören.
Die Rede von angeborenen Verhaltensweisen ist auch eine Vorstellung aus der Biologie der 60er Jahre, insb. in deutschsprachigen Ländern. Etwa Lorenz mit seiner Idee des Aggressionstriebes. Populäre Aufbereitungen meinen demnach: Männer und Frauen haben diesen Aggressionstrieb (in Form von genetischen Anlagen). Aber Männer haben einen stärkeren - oder leichter auslösbaren - Trieb und sind deshalb i. d. R. aggressiver. Auch das ist natürlich ein Irrtum.

Zitat:
Oder betrachtet man das Zusammenwirken der beiden Hirnhälften, [...] bei der Frau wird der gesamte Ofen angeschmissen, Entscheidungen werden so gefühls- und verstandesmäßig gefällt, was im Kern der Gesellschaft das Zusammenleben der Individuen am harmonischsten gestaltet. Anders der Mann, er hat Mühe mit beiden Hirnhälften wie mit einer Gesamtmasse zu arbeiten...sein abstrakteres logisches Demkvermögen koppelt sich dadaurch aber viel leichter von subjektiven Einflüssen ab und führt damit für die Sippe zu Großentscheidungen, die ebenso fürs Überleben mehr als notwendig sind! Auch dies Mutation der evolutionär wünschenswerten Art!


Die Idee, es gäbe getrennt arbeitende Gehirnhälften ist ein Mythos. Es gibt eine funktionale Differenzierung in Form von neuronalen Vernetzungen. Gehirne von Männern und Frauen unterscheiden sich, da sie eine unterschiedliche ontogenetische Entwicklung durchmachen. Daß Frauen und Männer hinsichtlich vieler Phänomene unterschiedliche Denkstrukturen besitzen liegt jedoch nicht nur an einer neuronalen Arbeitsteilung. Die bereichsspezifischen Prozesse im Gehirn dürfen nicht als topologisch unterschiedliche Bereiche aufgefasst werden. Der Mythos des gehirngerechten Lernens füllt inzwischen ganze Bücher. Etwa Elternratgeber oder Werbetexte für Nachhilfeinstitute; nichts dergleichen konnte nachgewiesen werden.

Es gibt freilich gut abgesicherte biologische Unterschiede zwischen Frauen und Männern. Das hat wohl auch niemand bestritten. Die sozio-kommunikativen Fähigkeiten, motorische Differenzen bishin zur Aggression etwa. Es wäre aber zu Wünschen, sich die Gründe dafür genauer anzusehen und keine "just-so-stories" zu erzählen. Daran krankt auch die evolutionäre Psychologie, die sich damit selbst ins Bein schiesst.
Diese Differenzen darf man hinsichtlich schulischen Lernens auch nicht überschätzen (es geht hier ja nicht um Partnerwahlpräferenzen und dergleichen, welche erhebliche Unterschiede aufweisen). Es geht z. B. um räumliches Vorstellen, wir stellen dort minimale Unterschiede fest. Mir scheint es so, als ob die Lernschwierigkeiten nicht aus diesen biologischen Differenzen herrühren, sondern aus dem grundsätzlichen Mißverständnis, was Lernen eigentlich bedeutet. In einem anderen Themenstrang ging ich darauf ein. Die pädagogische Abstinenz von biologischen Daten rächt sich nun. Alfred Treml hat deshalb vorgeschlagen Erziehung in einen evolutionären Kontext zu stellen, der über die Integration von biologischen Daten hinausgeht (Alfred Treml: Evolutionäre Pädagogig).
Schneemann
Zitat:
Original von tolwin
Der Phänotyp ist bereits eine potentielle Ausprägung eines Genotyps in einer bestimmten Umwelt. Es ergibt keinen Sinn davon zu sprechen, Erziehung oder gesellschaftliche Einflüsse würden ein Phänomen verfälschen, wenn erst duch das Zusammenspiel dieser beiden - idealtypisch getrennten - Faktoren das entsteht, worüber wir sprechen.

Das stimmt nicht bei allem. Man nehme nur die Geschlechtsmerkmale als Beispiel. Hier hat die Umwelt üblicherweise keinerlei Einfluss auf den Phänotyp. Wenn jemand behauptet es gäbe feste Unterscheide zwischen den Geschlechtern dann meint er damit vermutlich es gäbe Merkmale bei denen die Umwelt eben keine Rolle spielt. Ich wüsste jedenfalls nicht was er sonst damit meinen sollte. Dass dies bei komplexen Persönlichkeitsmerkmalen die sich durchaus von Kultur zu Kultur unterscheiden trivialerweise nicht der Fall sein kann ist offensichtlich. Mir zumindest....E. anscheinend nicht.

Zitat:
M. M. n. besteht der große Denkfehler - auch bei Schneemann, was mich überrascht - darin, so zu argumentieren, als ob kulturelle Eigenschaften (etwa eine Lockerung von Geschlechterdifferenzen bei der Arbeitsteilung) erlernt wären und biologisch losgelöst wirken.

Das kulturelle Eigenschaften kulturelle bedingt sind ist für mich tautologisch. Da gibts nichts drann zu rütteln, das ist per Definition richtig. Die Frage hier ist aber m.E. eine andere. Nämlich ob die Eigenschaften die aufgezählt wurden auch überhaupt kulturell sind. Wenn E. der Ansicht ist sie wären nicht kulturell, und nur dann könnten sie fest verdrahtet sein, dann widerlegt man das alleine schon dadurch zu zeigen dass sie dem kulturellen Einfluss unterliegen. Und auf nicht viel mehr wollte ich aufmerksam machen (und keinesfalls eine Loslösung von der Biologie).
Ergo
Freude
... im Grunde habe ich es erwartet, die Darwinsche Lehre kennen viele, aber das Leben, die Evolution wirklich begreifen, erschließt sich nur einer Minderheit. Zu viele Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit ein intelligenter, gebildeter Mensch gewissen Alters und Erfahrung, sich ein dialektisches Weltbild zimmern kann, welches nicht nur als Anhäufung von Faktenwissen sich versteht und dieses Faktenwissen zu übergreifenden Aussagen vernetzt, sondern eine neue Qualität erzeugt, indem man die Negation der Negation erlebt und ausfüllt und am Beispiel der Evolution anwendet, so und nur so dringt man tiefer in eine Materie ein, erweitert sie, hat selten genug auch mal den AHA-Effekt und begreift das Woher und Wohin der menschlichen Entwicklung aus einer höheren verallgemeinerten Loge, die die Sicht auf andere Wissens- und Erkenntbisbereiche zulässt.

Die Wissenschaft funktioniert nicht nach dem Prinzip: Alt-weg Neu-her!

Den Weg des Lernen kann jeder gehen, ... die richtigen Schlussfolgerungen aus den Zusammenhängen zieht aber nur der mit der passenden Weltanschauung und den notwendigen kognitiven Fähigkeiten.
Was wir heute lernen wird in 1000 Jahren nicht verschwunden sein, nur ergänzt. Schon manche verworfene Idee/Betrachtung der Vergangenheit wurde durch spätere Beweise neu aufgepeppt. Haben diese Wissenschaftler nun alle damals nur Glück gehabt und einen Schuß ins Blaue abgefeuert, der zufällig später traf, oder war es nicht doch gelegentlich eine überdimensionäre Denkleistung?

Im Falle von Schneemann und tolwin verzettele ich mich auf Nebenkriegsschauplätzen und wir kämen der eigentlichen Frage keinen Schritt näher. In meinem Alter kann ich Lehrer sein, Zuhörer, Lernender, aber mit offensichtlich potenziellen Schülern einen Disput führen, die sich selbst in der Rolle des Lehrers sehen, ... das wird schwierig, wie beim falsch eingelegtem Gang!
Zumindest Sabine gibt mir bei einigem Gesagtem Recht!
prosit salute
Schneemann
Zitat:
Original von Ergo
Zu viele Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit ein intelligenter, gebildeter Mensch gewissen Alters und Erfahrung, sich ein dialektisches Weltbild zimmern kann, welches nicht nur als Anhäufung von Faktenwissen sich versteht und dieses Faktenwissen zu übergreifenden Aussagen vernetzt, sondern eine neue Qualität erzeugt, indem man die Negation der Negation erlebt und ausfüllt und am Beispiel der Evolution anwendet, so und nur so dringt man tiefer in eine Materie ein, erweitert sie, hat selten genug auch mal den AHA-Effekt und begreift das Woher und Wohin der menschlichen Entwicklung aus einer höheren verallgemeinerten Loge, die die Sicht auf andere Wissens- und Erkenntbisbereiche zulässt.

...wunderbares, lehrbuchmässiges Beispiel für inhaltsloses, philosophisches Dummgelabere. Völlig frei von Argumenten kurz mal ein paar philosophische Schlagwörter ("Dialketik", "Weltbild", etc.) zusammenmixen und mit ein paar mystischen Erleuchtungselemente strecken ("neue Qualität", "höhere Loge", etc.) und fertig. Völlig frei von irgendeinem Themenbezug könnte man diesen gequirlten Mist quasi zu jedem Thema einfach copy&pasten. Das alles kann man auch kürzer formulieren und zusammenfassen als:

"Ok, ich hab keine Ahnung und keine Argumente. Aber ich hab trotzdem recht. Basta."
pnovell
Zitat:
Dass dies bei komplexen Persönlichkeitsmerkmalen die sich erst im Laufe des Lebens ausbilden trivialerweise nicht der Fall sein kann ist offensichtlich.

prinzipiell muss ich ergo recht geben, das ist sehr kurzsichtig geschlussfolgert.
jahrmillionen evolution phänotypischer merkmalsausprägung und daraus resultierende rollenverteilung können beim besten willen nicht ignoriert oder gar geleugnet werden.
die komplexen persönlichkeitsmerkmale sind primär auf natürlichen genetisch determinierten potentialen aufgebaut und nur um solche natürlichen potentiale bzw. genetischen prädispositionen geht es eigentlich, dass bestimmte eigenschaften adaptiv sein können ändert nichts an der zwischen mann und frau unterschiedlich maximal möglichen ausprägung.
die gesellschaftlichen problematiken wie beispielsweise eine kulturell übersteuerte frauenemanzipation entstehen aus einer überlastung solcher natürlicher adaptiver prädispositionen, man sollte sich das so vorstellen, dass in bestimmten lebensbereichen frauen um den männern gleichzuziehen auf maximaler kapazitätsleistung ihrer adaptiven potentiale fahren müssen, was eigentlich einen biologischen extremzustand darstellt, eben eine kulturell bedingte übersteuerung. und weil der gesamtorganismus eines menschen einen ausgleich benötigt bzw. auf normale umweltbedingungen optimiert ist, verändert sich ganzheitlich betrachtet auch seine gesamte psyche was schnell zur unausgewogenheit führen kann, z.b. schwelle für reizbarkeit würde herabgesenkt, daraus können als folge beispielsweise familiäre konflikte resultieren usw.
gesellschaftlich spiegelt sich das wiederum in den hier besprochenen defiziten, z.b. der verweichlichung des männlichen geschlechts, welche zum teil einen inversen prozess darstellen, d.h. natürliche dominanz des mannes unter normalbedingungen wird für das extrem adaptierte, unnatürlich emanzipierte frauengeschlecht, plötzlich nicht mehr ausreichend woraus wiederum weitere konflikte resultieren, denn dann können beispielsweise die sexuellen instinkte nicht ausreichend befriedigt werden, was wiederum den prozess der verweichlichung noch weiter verstärken kann, denn es liefert z.b. einen feedback auf die männer nicht genügend männlich zu wirken bzw. zu sein, und dieses geschehen und gleichzeitig der glaube daran bewirken, dass sich viele männer in diese passive rolle verstärkt hineindenken und dementsprechend auch handeln und alles letztendlich nur, weil sie schlicht die ursachen dieses übersteuerten prozesses, die mutierte eigendynamik bestimmter kultureller auswüchse wie der frauenemanzipation, nicht erkennen, es als normal als richtig werten, d.h. der künstlichen autorität dieses gesellschaftlichen prozesses zum opfer fallen und deshalb auch keinen nennenswerten widerstand leisten, sich sozusagen unbewusst biologisch anpassen indem sie einen holistischen energieausgleich erzeugen, als ein extremum dieser unnatürlichkeit ist hier homosexualität zu nennen.
hierbei möchte ich natürlich nochmal betonen, dass die homogenisierung der menschlichen spezies von bestimmten mächten stetig injiziert wird, die gründe dafür hatte ich bereits beschrieben.
Ergo
@schneemann

In meinem letzten Beitrag wieß ich doch darauf hin, dass ich mich aus diesen Nebenkriegsschauplätzen heraushalte, ... deshalb ist eine Kritik für Inhaltslosigkeit fehl am Platze, setzte ich doch bereits voraus was sie mir vorwerfen. ...logische Fahrkarte!

Das was für sie ein Mix aus Schlagwörtern ist, wäre für sie ein sinnvoller Weg dieser Definition zu folgen, stellt es doch die Anhäufung von Quantitäten im Erkenntnisprozeß dar, bis zum Qualitätssprung, der ihnen bisher in Fragen der Evolution scheinbar versagt blieb. Natürlich ist dann eine Art Definition frei von Argumenten, ...die Zeit der Argumente ist in dem Momnet vorbei, indem man zu einer Sache den Abschluß findet. Weiterhin macht eine Definition nur in kurzer Formulierung Sinn, muss aber eineindeutig erkennbar sein, sodass eien Zusammenfassung der Zusammenfassung schwierig wird! Freude
Wenn es etwas gibt auf dieser Welt, was am weitesten vom Mystischen (Metaphysik) entfernt ist, dann ist es die Weltanschauung des dialektischen Materialismus, die ich vertrete. Deshalb entstehen nur in ihrem Kopf mystische Bilder unmystischer Aussagen.

Natürlich kann man meine Aussage völlig frei von irgend einem Themenbezug anführen, ... dass ist ja der Sinn einer allgemeinen Definition.

Ausdrücke wie: Dummgelabere, gequirlten Mist, behalten sie nächstens bitte in ihrem Hinterstübchen, das macht sie nicht überzeugender.
Schneemann
Zitat:
Original von Ergo
In meinem letzten Beitrag wieß ich doch darauf hin, dass ich mich aus diesen Nebenkriegsschauplätzen heraushalte, ... deshalb ist eine Kritik für Inhaltslosigkeit fehl am Platze, setzte ich doch bereits voraus was sie mir vorwerfen. ...logische Fahrkarte!

Du brauchst es ja nicht als Kritik sehen. Wenn du dich von Inhalt und Argumenten fernhalten willst dann ist dir das wunderbar gelungen. Dein Ziel hast du dann einwandfrei erreicht. Da hast du meine volle Zustimmung und da sind wir uns einig.

Zitat:
Original von pnovell
jahrmillionen evolution phänotypischer merkmalsausprägung und daraus resultierende rollenverteilung können beim besten willen nicht ignoriert oder gar geleugnet werden.

Wer möchte was genau leugnen oder ignorieren?

Zitat:

die komplexen persönlichkeitsmerkmale sind primär auf natürlichen genetisch determinierten potentialen aufgebaut

Im strengen Sinn ist alles auf "genetisch definierten Potentialen" aufgebaut, diese triviale Feststellung hilft aber in der hier diskutierten Frage keinen Deut weiter. Die Persönlichkeitsmerkmale von zwei Männern sind in diesem Sinne genauso genetisch determiniert wie die zwischen einer Frau und einem Mann. Welchen zwingenden Grund gibt es nun aber so ausserordentlich komplexe Merkmale wie "Führungsqualität" ausschliesslich und speziell am genetischen Geschlecht (am Y-Chromosom) und nicht an anderen Aspekten wie Umwelt, soziales Umfeld, Tradition, Religion (etc.) festzumachen? Was weisst du überhaupt über das geschlechtsspezifische Rollenverhalten der Urmenschen, deren genetische Dispositionen wir besitzen? Nichts. Was weisst du über den Einfluss von Gesellschaft, Erziehung und Tradition auf das heute beobachtbare Führungsverhalten von Menschen? Nichts. Wenn du irgendwelche Argumente vorzuweisen hast, dann immer her damit. Aber das hast du eben nicht. Das hat auch E. nicht.

Du nimmst einfach die Statistik her und verknüpfst irgendein Merkmal (Anzahl X-Chromosome) mit irgendeinem anderen Merkmal (Führungsqualität). Das kann man aber auch mit Störchen und Geburtenraten machen oder mit Cola-Trinkern und Anzahl der Sommersprossen. Nur folgt daraus eben erstmal nichts, auch wenn sich da eine Korrelation ergibt. Daraus ist kein kausaler Zusammenhang abzuleiten. Ein solcher Zusammenhang ist prinzipiell möglich, aber bleibt erstmal noch nachzuweisen. Und der Nachweis fehlt.

Das einzig überzeugende Argument ist die Feststellung dass man sehr wohl Frauen in Führungspositionen und auch in sonstigen Männerrollen findet und vice versa. Und das widerlegt zwingend die These dass die entsprechenden Phänotypen nicht von der Kultur beeinflussbar wären und fest durchs Geschlecht vorgegeben wären.
Ergo
@pnovell

interessante, gute Ausleuchtung der in die heutige Gesellschaft einfließenden Problemfelder aus dem Widerspruch zwischen einerseits phänotypischer Prädisposition zwischen Mann und Frau und tatsächlich lebbarer sozialer Struktur die nach Adaption als Restpotential des Unfriedens übrigbleibt.

@schneemann
ohne mich wiederholen zu wollen, ... nicht ich halte mich von Inhalten und Argumenten fern, sondern wir reden gelegentlich extrem aneinander vorbei, so dass ich ohne Aussicht auf ein befriedigendes Ergebnis nachgab Zwinker

Nur so viel:
Niemand nahm das Gen für Führungsqualität beim Mann in den Mund, werden sie nicht albern. Die Gehirne des typischen Mannes zur typischen Frau besitzen eklatante Wesensunterschiede, die sich im Laufe der Evolution herausgebildet haben und sicher bis weit in die Steinzeit hinein zu einer relativ harmonischen inneren Struktur der Kleinstgesellschaften führte. Das Gehirn ist viel zu hoch entwickelt, als das es nicht bei natürlichen als auch gesellschaftlichen Veränderungen reagieren könnte, zumindest im Laufe des kindlichen Lernprozeßes, ...darum gehts doch gar nicht. Vielmehr hat die rasante gesellschaftliche Entwicklung in Fragen von Wissenschaft und Technik die menschlichen Beziehungen nicht gleichermaßen mitreißen können, ... die Spannungen in der überholten kapitalistischen Welt sind überall spürbar. Genauso problematisch ist die genetisch bedingte Rolle von Mann und Frau, die nicht mehr zeitgemäß ist, aber vorhanden, ... und zwar derart, dass Lernprozesse nicht ausreichen dieses Konfliktpotential zu lösen.
In einer Welt, wo Frauen auch Kinder allein aufwachsen lassen können, wo die körperliche Arbeit zu gunsten der geistigen Arbeit verliert, wo der Mann als starker Beschützer und geschickter Jäger nicht mehr gebraucht wird, verliert er seine exorbitante Rolle. (Samenbanken tun ihr übriges, der Frau neue Wege zu zeigen)
Es wird beim weiblichen Gehirn mehr Empathie nachgewiesen als beim Mann und umgekehrt ist das männliche Gehirn empfänglicher für Logik und Abstraktion. Die Lern- und Speicherfähigkeit des weiblichen Gehirn ist größer, was ihr ungewollt von der Evolution, in unserer Gesellschaftsform, auch in Männerdomänen einen Vorteil verschafft. Es sind die biologisch determinierten Unterschiede, die die Hoch-%-ige Scheidungsrate heute mitbestimmen, mehr als soziokulturelle Unterschiede. Die Gesellschaft muss lernen den evolutionären Unterschieden Rechnung zu tragen, sie muss darauf eingehen und damit leben, zumal an eine natürlich Evolution des Menschen nicht mehr zu denken ist.
ewig
Zitat:
Original von Ergo
Es sind die biologisch determinierten Unterschiede, die die Hoch-%-ige Scheidungsrate heute mitbestimmen, mehr als soziokulturelle Unterschiede.

Nein, das ist grundlegend falsch, denn das hieße, die Scheidungsraten wären schon immer so hoch gewesen und würden auch heute kulturübergreifend überall auf der Welt gleich hoch sein. Der einzige relativierende Faktor wäre dann die unterschiedliche Lebenserwartung in verschiedenen Weltteilen, wobei eigentlich selbst das eine soziokulturelle Größe ist.
Schneemann
Zitat:
Original von Ergo
. Genauso problematisch ist die genetisch bedingte Rolle von Mann und Frau, die nicht mehr zeitgemäß ist, aber vorhanden, ... und zwar derart, dass Lernprozesse nicht ausreichen dieses Konfliktpotential zu lösen.

Das ist ein typisches Beispiel für deine "Argumentations"struktur. Zur Debatte steht hier ob es sowas wie eine "genetisch bedingte Rolle" der Geschlechter überhaupt gibt, zumindest in einer Art und Weise die weit über das Kinderkriegen hinaus geht. Diese Frage gilt es zu erörtern. Was du aber machst ist sie vorrauszusetzen. Da mag dann am Ende dasselbe wieder rauskommen, wen das überzeugen soll weiss ich aber nicht...

Zitat:

In einer Welt, wo Frauen auch Kinder allein aufwachsen lassen können, wo die körperliche Arbeit zu gunsten der geistigen Arbeit verliert, wo der Mann als starker Beschützer und geschickter Jäger nicht mehr gebraucht wird, verliert er seine exorbitante Rolle.

Tu doch nicht so als wärst du ein kenner der Lebensverhältnisse unserer Ur-vorfahren. Du hast weder einen Schimmer davon ob der Mensch sich von Jagd, Früchten oder Aas ernährt hat, noch hast du einen Schimmer davon wer da der Beschützer war noch wer da eine "exorbitante" Rolle hatte. Es gibt durchaus "Experten" auf dem Fachgebiet die behaupten Frauen wären mit auf die Jagd gegangen und welche die behaupten der Mensch wäre praktisch niemals auf die Jagd auf grössere Tiere gegangen. Und selbst wenn diese unbegründete These richtig wäre, folgt daraus nocht nichtmal dass Frauen irgendwie weniger Führungsqualitäten oder abstraktes Denken beherrschten. Das ist völlig unausgegoren und einfach nur ins blaue geraten.

Mit Argumenten oder gar Wissenschaftlichkeit hat das Null zu tun. Die veränderten Geschlechterrollen zeigen vielmehr das Gegenteil. Untersuchungen zeigen dass die Differenzen in den typischen "Klischees" zunehmend verschwinden, in dem Umfang wie sich auch die sozio-kulturellen Umfelder angleichen. Frauen lösen räumliche aufgaben immer besser und parken auch nicht schlechter ein wenn sie ähnlichen Fahrumfang haben wie Männer. Es deutet nichts darauf hin dass dieser Trend sich ändert und das da irgendwelche grundlegenden Unterschiede in komplexen Merkmalen übrig bleiben. Man kann es sich leicht machen und die Beobachtungen von Verhaltensunterschieden zw. Menschen unbegründet einfach auf die Genetik schieben, aber das geht dann eben über das Stammtischniveau nicht hinaus.

http://www.zeit.de/zeit-wissen/2007/01/Titel-Frauen-Maenner
Ergo
Zitat:
Original von ewig
Zitat:
Original von Ergo
Es sind die biologisch determinierten Unterschiede, die die Hoch-%-ige Scheidungsrate heute mitbestimmen, mehr als soziokulturelle Unterschiede.

Nein, das ist grundlegend falsch, denn das hieße, die Scheidungsraten wären schon immer so hoch gewesen und würden auch heute kulturübergreifend überall auf der Welt gleich hoch sein. Der einzige relativierende Faktor wäre dann die unterschiedliche Lebenserwartung in verschiedenen Weltteilen, wobei eigentlich selbst das eine soziokulturelle Größe ist.


Unlogisch!!! Sie machen einen Denkfehler!


1. Scheidungsraten können nicht schon immer so hoch gewesen sein, weil vor 100 Jahren der Ernährer in der Familie gebraucht wurde und damals die Verschiebung von körperlicher zu geistiger Arbeit so wie heute noch nicht passierte.
2.War die Stellung der Frau noch nicht so emanzipiert, ... sicherlich hätten sonst viel mehr Frauen zu einer höheren Scheidungsqoute damals beigetragen.
3.Überall auf der Welt passt ja schon mal gar nicht, da nicht in jeder Nation vergleichbare wirtschaftliche, kulturelle und religiöse Vorstellungen herrschen.

Und zwar derart: nehmen wir zwei Fahrzeuge gleicher Bauart, gleicher Gang-, gleicher Gaspedalstellung, zur selben Zeit beschleunugt, auf gleicher ebener Strecke, ohne Wind, Fahrer gleich schwer, beide mit mäßig angezogener Handbremse(biologisch determinierte Unterschiede bremsen), ... Geschwindigkeit(Scheidungsrate)40% von Max., ... jetzt löse ich an einem Fahrzeug die Handbremse(Fortschreitende Emanzipation weicht die Unterschiede auf), ... an dem Fahrzeug steigt die Geschwindigkeit(Scheidungsrate) auf 50%
Ergo
Zitat:
Original von Schneemann
Zitat:
Original von Ergo
. Genauso problematisch ist die genetisch bedingte Rolle von Mann und Frau, die nicht mehr zeitgemäß ist, aber vorhanden, ... und zwar derart, dass Lernprozesse nicht ausreichen dieses Konfliktpotential zu lösen.

Das ist ein typisches Beispiel für deine "Argumentations"struktur. Zur Debatte steht hier ob es sowas wie eine "genetisch bedingte Rolle" der Geschlechter überhaupt gibt, zumindest in einer Art und Weise die weit über das Kinderkriegen hinaus geht. Diese Frage gilt es zu erörtern. Was du aber machst ist sie vorrauszusetzen. Da mag dann am Ende dasselbe wieder rauskommen, wen das überzeugen soll weiss ich aber nicht...

Zitat:

In einer Welt, wo Frauen auch Kinder allein aufwachsen lassen können, wo die körperliche Arbeit zu gunsten der geistigen Arbeit verliert, wo der Mann als starker Beschützer und geschickter Jäger nicht mehr gebraucht wird, verliert er seine exorbitante Rolle.

Tu doch nicht so als wärst du ein kenner der Lebensverhältnisse unserer Ur-vorfahren. Du hast weder einen Schimmer davon ob der Mensch sich von Jagd, Früchten oder Aas ernährt hat, noch hast du einen Schimmer davon wer da der Beschützer war noch wer da eine "exorbitante" Rolle hatte. Es gibt durchaus "Experten" auf dem Fachgebiet die behaupten Frauen wären mit auf die Jagd gegangen und welche die behaupten der Mensch wäre praktisch niemals auf die Jagd auf grössere Tiere gegangen. Und selbst wenn diese unbegründete These richtig wäre, folgt daraus nocht nichtmal dass Frauen irgendwie weniger Führungsqualitäten oder abstraktes Denken beherrschten. Das ist völlig unausgegoren und einfach nur ins blaue geraten.

Mit Argumenten oder gar Wissenschaftlichkeit hat das Null zu tun. Die veränderten Geschlechterrollen zeigen vielmehr das Gegenteil. Untersuchungen zeigen dass die Differenzen in den typischen "Klischees" zunehmend verschwinden, in dem Umfang wie sich auch die sozio-kulturellen Umfelder angleichen. Frauen lösen räumliche aufgaben immer besser und parken auch nicht schlechter ein wenn sie ähnlichen Fahrumfang haben wie Männer. Es deutet nichts darauf hin dass dieser Trend sich ändert und das da irgendwelche grundlegenden Unterschiede in komplexen Merkmalen übrig bleiben. Man kann es sich leicht machen und die Beobachtungen von Verhaltensunterschieden zw. Menschen unbegründet einfach auf die Genetik schieben, aber das geht dann eben über das Stammtischniveau nicht hinaus.

http://www.zeit.de/zeit-wissen/2007/01/Titel-Frauen-Maenner



GENAU, .... IHRE GESAMTE DENKSTRUKTUR IST, ZUMINDEST IN DEM PUNKT, ZU SIMPEL UM ÜBER DEN TELLERRAND ZU SCHAUEN. ICH KÖNNTE BEISPIEL AUF BEISPIEL ANFÜHREN, ... UND GLAUBEN SIE MIR, DA GIBTS NOCH EINIGE, DOCH SIE WÜRDEN VON VORNHEREIN ALLES WEGWISCHEN. WAR DOCH KLAR!
NUR WENN EIN ENGSTIRNIGES, TESTOSTERONGESTEUERTES WESEN AUS PRINZIP ZU ALLEM UND JEDEM "NEIN" SAGT, SOLLTE MAN SICH FRAGEN, OB DIESE FRUSTREAKTIONEN NICHT AUS DEM WIDERSPRUCH ZWISCHEN ERHOFFTER UND REALER STELLUNG IN DER GESELLSCHAFT ABGELEITET WURDE, DIE BEI IHNEN GENETISCH BEDINGT AUFZUTRETEN SCHEINEN! ....... SIND SIE EIGENTLICH GESCHIEDEN?? winken

P.S: Menschen mit gefestigten unterschiedlichen Gesamtweltanschaungen haben keine Chance auf einen gemeinsamen Nenner. Dennett ist ein sehr interessanter Philosoph, dem sie aber scheinbar nicht in Allem folgen. Ciao
-Sabine-
@Schneemann

Der Artikel zeugt nicht grade von Wissenschaftlichkeit Zwinker

Ein Kommentator hat das doch schön auf den Punkt gebracht:

Zitat:
Was der Author schreibt ist zumindest für mich keine Überraschung, die Wertung allerdings auch genauso fragwürdig. In einem Zuge wird gesagt, dass genetische Unterschiede marginal sind, auf der anderen Seite bestätigt, dass genau diese marginalen Unterschiede die Entwicklung der Geschlechter maßgeblich beeinflussen. Klar und völlig selbstverständlich sollte sein, dass Frauen wie Männer das gleiche Potential haben, die biologischen Gegebenheiten allerdings unterschiedliche Ausprägungen begünstigen, die durchaus ihren Zweck haben. Die genetische Disposition verbunden mit den realen Lebensumständen (Geburt und Aufzucht von Kindern) verstärkt und begünstigt selbstverständlich diese Disposition, die eben genau aus diesem Grunde ja überhaupt vorhanden ist. Der Mensch ist aber flexibel, wenn es sein muss ist auch Mann genauso gut in der der Lage wie Frau das zu übernehmen, umgekehrt gilt dies auch für Frau in 'klassischen' Männerdomänen.


Der Mensch ist ein Säugetier und von seinen Bedürfnissen her noch immer auf Steinzeitniveau, denn die Evolution ist ein langsames Gefährt. Missachtet er die - und das kann er durchaus - hat das Ganze Folgen: Körperlich und seelisch. Die Krankheitszahlen und die sog. Zivilisationskrankheiten belegen das ganz deutlich.

Und das auch das Baby/das Kind noch nach diesem Muster tickt und die Missachtung deutliche Folgen hat, kann man sehr schön bei Renz-Polster nachlesen.
ewig
Zitat:
1. Scheidungsraten können nicht schon immer so hoch gewesen sein, weil vor 100 Jahren der Ernährer in der Familie gebraucht wurde und damals die Verschiebung von körperlicher zu geistiger Arbeit so wie heute noch nicht passierte.

Soziokultureller Faktor, bekräftigt daher meinen Standpunkt und torpediert den Ihren.
Zitat:
2.War die Stellung der Frau noch nicht so emanzipiert, ... sicherlich hätten sonst viel mehr Frauen zu einer höheren Scheidungsqoute damals beigetragen.

Soziokultureller Faktor, bekräftigt daher meinen Standpunkt und torpediert den Ihren.
Zitat:
3.Überall auf der Welt passt ja schon mal gar nicht, da nicht in jeder Nation vergleichbare wirtschaftliche, kulturelle und religiöse Vorstellungen herrschen.

Aha, soziokulturelle Faktoren sorgen also für unterschiedliche Scheidungsraten in verschiedenen Kulturen, während biologische Unterschiede zu verschiedenen Zeiten und an verschiedenen Orten nahezu identisch geblieben sind. Gut, daß wir uns darin so einig sind. Sie bemerken nun hoffentlich auch, daß Sie von ihrer früheren Behauptung besser abrücken sollten.
Schneemann
Zitat:
Original von Ergo
ICH KÖNNTE BEISPIEL AUF BEISPIEL ANFÜHREN, ...

Das hast du bereits zuvor schon geschrieben, nur eben in Klein statt in GROSS. Aber Taten folgen dieser Behauptung wieder nicht. Kein Wunder, denn du hast nicht ein einziges Argument auf Lager. Analytisches Denken und wissenschaftliches Argumentieren scheinen dir völlig fremd. Ich hab noch nichtmal das Gefühl dass du das Problem, das hier von verschiedensten Personen thematisiert wurde, überhaupt verstanden hast. Da ist Hopfen und Malz verloren.

@Sabine
Zitat:

Der Artikel zeugt nicht grade von Wissenschaftlichkeit Zwinker

Also, im Vergleich zu dem was hier vorgetragen wurde schon. Quellenangaben und wissenschaftliche Studien sind dort zudem auch immerhin angegeben.

Zitat:

Der Mensch ist ein Säugetier

Korrekt.

Zitat:
und von seinen Bedürfnissen her noch immer auf Steinzeitniveau, denn die Evolution ist ein langsames Gefährt.

Kommt drauf an was man unter Bedürfnissen versteht. Die Steinzeitmenschen hatten sicher nicht das Bedürfnis die Fussball-WM zu verfolgen oder Thomas Mann zu lesen. Was essentielle Bedürfnisse betrifft, wie z.B. Fortpflanzung und Essen, mag das stimmen. Wobei du natürlich genausowenig wie irgendwer sonst wirklich weisst wie die Bedürfnisse in der Steinzeit waren.

Zitat:

Missachtet er die - und das kann er durchaus - hat das Ganze Folgen: Körperlich und seelisch. Die Krankheitszahlen und die sog. Zivilisationskrankheiten belegen das ganz deutlich.

Auch würde ich nichts dagegen einwenden dass man nicht völlig gegen seine Bedürfnisse leben sollte. Ob das Krankheitszahlen belegen ist ne andere Frage. Die enthaltsamen und askethischen Mönche leben wohl sehr gegen diese Art von Bedürfnissen und sind m.W. nicht besonders ungesund dabei. Mir stellt sich jetzt aber vor allem die Frage wo und ob du mich überhaupt kritisieren möchtest. Ich sage ja eher man solle jeden Menschen selbst definieren lassen was seine Bedürfnisse sind und dies nicht aufgrund traditioneller oder religiöser Rollenvorstellungen vorgeben.