Regulierungswut oder - notwendigkeit?

theophanu
Nur eine vielleicht unwichtige Anmerkung hierzu:
Die Entfremdung Mensch:Gesellschaft ist immer dort spürbar, wenn es in Diskussionen heißt "der Staat ...."
Ich habe den Eindruck, daß die meisten nicht mehr erkennen, daß, wie es auch hier geschrieben wurde, w i r alle diesen Staat ausmachen.
Mir scheint, als würden wir im "Staat" nur mehr eine übergeordnete Instanz sehen, die eines Big Brothers" nicht unähnlich ist.
Zuviele Verordnungen erscheinen den Bürgern unverständlich und praxisfern. Und im Beispiel der StVo nicht selten mutwillig.
Das Gefühl der Einheit ist schon lange verlorengegangen. Vielleicht hat es aber immer nur in Zeiten äußerer Bedrohungen existiert?
John
Ich glaube nicht, dass es hier nur um ein Gefühl einer Einheit geht. Bei diesem Begriff erscheint mir schon wieder der Gedanke eines gewissen, bereits verselbständigten, Wertes dieser Gemeinschaft mitzuspielen.

Auch als eine übergeordnete Instanz kann ich den Staat nicht erkennen.

Meine Sichtweise wirkt sicher etwas radikal, aber für mich zählt nur das menschliche Individuum und sonst nichts als (ursprünglicher) Wert. Alles andere, z. B. Regeln, haben sich diesem Wert unterzuordnen. Soll also heißen: Eine Gemeinschaft kann niemals etwas wert sein, was über dem Wert der zu ihr gehörenden Individuen liegt. Zweifellos wird man oft etwas festlegen müssen, das zu Lasten einzelner Individuen geht. Aber eben erst nach sorgfältiger Prüfung des Nutzens für die Mehrheit aller Individuen (Nebengedanke) und eben nicht "weil es im Sinne der abstrakten Gemeinschaft" ist (Hauptgedanke).

Aus dieser Sichtweise heraus kann ich eine
Zitat:
Entfremdung Mensch:Gesellschaft
niemals erkennen, denn eine Gesellschaft, die nicht aus Menschen besteht, gibt es nicht. Von tierischen Gesellschaften reden wir ja nicht.

Zitat:
Zuviele Verordnungen erscheinen den Bürgern unverständlich und praxisfern. Und im Beispiel der StVo nicht selten mutwillig.
absolute Zustimmung!

Zitat:
Vielleicht hat es aber immer nur in Zeiten äußerer Bedrohungen existiert?


Wer etwas für die (bedrohte) Menschheit tut, tut etwas für sich selbst, so sollte die Denkmaxime lauten.