Ehrlich gesagt überfordern mich die Beiträge hier etwas... man weiß gar nicht, was man auf soviel Simplizität noch erwidern soll.
hmmmmm...
| Zitat: |
Original von Neo
... um noch mehr Profit für das Kapital zu erwirtschaften... |
Wer oder was ist "das Kapital"?
| Zitat: |
| ... dass die Schüler heutzutage im Vergleich zu vor 20 Jahren kaum mehr Freizeit haben... |
Kannst du irgendwelche Quellen nennen - Statistiken, Studien, Artikel -, durch die diese Feststellung bekräftigt wird? Und warum vor 20 Jahren? Was hat sich in der Zwischenzeit geändert? Der Neoliberalismus ist ja schon älter...
| Zitat: |
| Klüger werden sie dadurch jedenfalls nicht, wenn die Statistiken stimmen. |
Welche Statistiken meinst du? Sowas wie PISA? Sind diese Art der Studien denn nicht selbst neoliberale Techniken?
| Zitat: |
| Warum sollten in einer kapitalistischen Gesellschaft Kinder als etwas anderes gesehen werden, wie andere Menschen auch: nämlich als menschliche Betriebsmittel (human resources) ... |
Beziehst du dich da mit ein? Bist auch du nichts weiter als ein menschliches Betriebsmittel?
| Zitat: |
Original von SunDeluge
Es werden neue Ressourcen gezüchtet... Damals war es Kanonenfutter ..., heute dient es als Arbeitsfutter. |
Auch dir die Frage: Beziehst du dich da mit ein? Bist auch du nichts weiter als eine menschliche Ressource und "Arbeitsfutter"?
| Zitat: |
| schliesslich gibts noch viele Schuldenlöcher zu stopfen und irgend jemand muss in Zukunft noch die Renten zahlen |
... ah... also ist der Sozialstaat und das System der sozialen Absicherung das Problem? Sollte man die soziale Hand des Staates daher besser abschaffen?
| Zitat: |
Original von JFooo
Ich nehme mal an, Du meinst Vorstufe des Erwachsenseins ? Menschen sind sie ja bereits, würde ich sagen. |
Das ist historisch durchaus nicht selbstverständlich, Kinder bereits als "Menschen" und nicht als Dinge zu betrachten. Ja, betrachtet man die Versachlichung von Kindern durch Formulieren eines Eigentumsanspruches seitens der Eltern, so war das meines Erachtens auch vor 50 Jahren noch üblich und auch heute nicht aus der Welt geschafft.
| Zitat: |
| Ich glaube nicht, das unser Staat das will. Eher im Gegenteil. Als "Übeltäter" sehe ich da eher eine zu große Freiheit der Marktwirtschaft... |
Unabhängig vom Inhalt, aber warum das Wort "Übeltäter"? Du hast es zwar selbst schon in Anführungsstriche gesetzt, aber warum diese unnötige Personifizierung? Hätte es das Wort "Problem" nicht genauso, wenn nicht gar besser getan? Dann klänge es auch nicht so widerlich distanziert und unbeteiligt...
Nichts für ungut...
| Zitat: |
Original von Ahorn
Deswegen halte ich es für gut, wenn Kinder im geiste einer anderen Atmosphäre aufwachsen ohne sich aber auszugrenzen. Hierzu glaube ich das eine gut gewählte fernöstliche spirituelle Umgebung den Kindern und der Gesellschaft gut tut. Kinder werden dann nicht mehr als Ware gesehen und können nicht mehr so leicht verzweckt werden. Die Kinder sind ausgeglichener, kommen mit der Vernunft in berührung und geben dieses schöne Gedankengut an ihre Kinder später weiter. |
Komischerweise sind doch aber gerade die Menschen in den fernöstlichen Gesellschaften (Japan, China, Korea...) noch am ehesten das, was man als "human ressources", "Arbeitsfutter", "menschliche Betriebsmittel" bezeichnen könnte, die als Individuen jederzeit austauschbar zu sein scheinen. Auf jedenfall deutlich mehr als hierzulande. Woran liegt das? Was ist mit der "fernöstlichen spirituellen Umgebung" passiert?
| Zitat: |
| ... und wenn es geht auch früh sterben. |
Wie kommst du denn darauf?
| Zitat: |
Original von -Sabine-
Ich würde sogar noch einen Schritt weiter gehen - weg vom marxistischen Wirtschaftsgut - und sagen, unser Staat will leicht händelbare Bürger, quasi Lemminge, die mehr oder minder blind tun, was man ihnen sagt. |
Es gibt keinen materiell vorhandenen Staat. Also kann der nicht vorhandene Staat auch nicht so gut Dinge wollen. Also wer genau will das, was du sagst? Die Frau Merkel vielleicht?
| Zitat: |
| Dazu dient die kollektive Erziehung in Institutionen, die jegliche Individualität schon früh im Keim erstickt. |
Welche Institutionen meinst du denn? Kindertagesstätten? Schulen?
| Zitat: |
Original von Archibald
Es gab mal (Mitte der 80-er) ein interessantes Buch des Soziologen "Neil Postman" zu diesem Thema mit dem Titel "Das Verschwinden der Kindheit".
Vom Prinzip argumentiert er so:
Die alten Griechen kannten keine "Kinder", esgab nur "kleine Menschen". Die moderne Zivilisation "erschuf" die "Kindheit" als Kultur, aber, sie ist im Begriff, wieder zu verschwinden. |
Da ist er nicht der erste. Schon Philippe Ariès, ein Annales-Historiker, hat in den '60ern eine Studie zur "Entdeckung" der Kindheit veröffentlicht, wobei er nicht bis in die Antike zurückgeht, sondern der modernen Konstruktion von Kindheit die Vorstellung des Mittelalters entgegensetzt.
| Zitat: |
| M.E. ziemlicher Blödsinn, aqber, das Buch war damals sehr bekannt. |
Was genau ist da "ziemlicher Blödsinn"? Die Feststellung, dass das Gebilde "Kindheit" nicht schon immer existiert hat, oder die Behauptung, dass sie bereits wieder am verschwinden sei? Also erstere Feststellung stammt ja nicht allein von "Neil Postman" (wozu eigentlich die Anführungsstriche?) und ist auch bis heute noch wirksam. Bei zweiterem denke ich: Wir treiben ja nicht wieder auf vormoderne Familienstrukturen zu, sondern eher auf quasi postmoderne. Es findet durchaus ein Wandel statt, auch was den Aspekt "Kindheit" betrifft. "Verschwinden" würde ich dazu aber nicht sagen.
hmmmmmm...