Hallo Reinhard,
| Zitat: |
Original von Reinhard
Hallo Sophie, über die positiven und negativen Aspekte von Demut und Bescheidenheit kann man nur was aussagen, wenn man die einzelnen Machtstrukturen und die dazugehörigen Positionen kennt |
Ja, stimmt und das lässt sich in einem allgemeinen Raum beschrieben auch nur jonglierend darstellen.
| Zitat: |
| und nennt und lernen wird man immer dann, wenn man der Unterlegene ist. |
Ah, hihi. Es gibt eine schöne Geschichte, die das Lernen beschreibt.
Da geht es um eine Schachpartie zwischen einen Mönch und einem Kämpfer, der zu einem Meister kommt, weil er den Sinn lernen möchte.
Der Meister lässt beide gegen einander spielen und derjenige, der verliert, soll sterben. Der Kämpfer ist dem Mönch überlegen und weiß sich schon auf der sicheren Seite. Als er jedoch den Mönch beobachtet, wie er konzentriert und achtsamt versucht dieses Spiel zu spielen, regt sich Mitgefühl ihn ihm und der Meister bricht das Spiel ab und sagt, dass er damit eine wichtige Lektion gelernt hat.
| Zitat: |
| Überlegenen irgendwann auch wieder zu Unterlegenen. |
Ja, wobei die vermeintliche Überlegenheit die Illusion ist.
| Zitat: |
| Hier ist doch wohl aber eine allgemeine Demut gemeint und über die verfügt man oder eben nicht, eine Ausformung des Charakters. Da gibt es nichts aus rein intellektueller Sicht zu lernen. |
Ja, da kann ich dir schon zustimmen. Andererseits lässt sich vielleicht auch in bewussten Konfrontation mit falschen Stolz und dessen verfeinernden Auflösung schon etwas bewegen, auch wenn es zeitweise etwas linkisch geübt oder bewusst wird.
Ich glaube halt, dass in jedem das, was ohne Mangel ist, schlummert und jeder auf seine Weise, wenn die Fühler dafür schwingen, nach einer wahreren oder gerechteren oder stimmigen Lösung sucht, wenn er dafür offen ist.
| Zitat: |
Was mir oft auffällt, ist, dass Menschen ihre eigene Bescheidenheit loben und völlig dabei übersehen, dass eine zwangsweise Demut in gar keinem Fall mit einer quasi selbstauferlegten, verglichen werden kann. |
Ja denke ich auch. Eine künstliche Hervorhebung der eigenen Bescheidenheit ist oft an ein mangelndes Selbstbewusstsein oder Überheblichkeit gekoppelt und bedarf ob nun eingestanden oder nicht, der Bestätigung von außen. Nicht dass Bestätigung per se etwas schlechtes ist. Sie ist ja ein wichtiger Bestandteil der psychischen oder seelischen Entwicklung. Aber in mancher Kombination zeigt sich schnell der perfide Haken, den du beschreibst.
| Zitat: |
| Das Gegenteil von Demut ist nämlich die vorgetäuschte Demut und in ihr liegt die Quelle des Selbstbetruges. |
Ja, sehe ich auch so. Einige scheinen den Begriff Demut aus diesem Grund ganz abzulehen, was ja auch in Ordnung ist. Letztendlich genügt es ja, zu wissen, welche von dem beiden Hälften, die ein Begriff entfalten kann, gemeint ist.
| Zitat: |
| Wer wirklich demütig wäre, der redete nicht drüber, |
Ja, das ist auch richtig. Allerdings bietet das Beschreiben, Erfragen oder ehrliche Klären wollen einen Zwischenbereich, so dass es eigentlich nicht nötig wäre, sich darüber zu ärgern.
Andererseits ist die rein schriftliche Kommunikation manchmal auch echt nervenaufreibend, weil man durch die fehlenden 3-D Kontext-, und Bestätigungsdaten, das Unterscheiden auch mal sehr anstrengend werden kann und sich die Welt manchmal noch missverständlicher zeigt, als sie eigentlich ist und andererseits verfeinert das auch wiederum die Aufmerksamkeit ......
| Zitat: |
| Umgekehrt wie Waldi Hartmann, der keinen Fussball spielt und trotzdem drüber redet. |
Ja, da ist was dran.