Versprechen vor Gott

Isabella
Hallo Glorin!

Ich würde nur versuchen, den anderen Menschen in ihrer Not so gut ich kann beizustehen und sie nicht zu verlasssen.
Gott einen Handel vorzuschlagen, käme mir nie in den Sinn. Ich weiß mich bei Ihm in den besten Händen und wünschte mir, alle Menschen würden sein Licht sehen.
Grüße von Isa
Rhetorix
Zitat:
Original von glorin
"Stell dir vor, du machst eine Reise mit einem Schiff. Dieses sinkt. Keine Rettung ist in Sicht. Du betest zu Gott um Errettung. Alle sterben. Nur du nicht. Als Preis für deine Rettung, versprachst du Gott, das du armen Menschen in Afrika hilfst. Hilfst du ihnen nun wirklich nach deiner Rettung?"

Nein, natürlich nicht.
Einem Schurken gegenüber, der 1.700 -1 Passagiere und die gesamte Besatzung ertrinken lässt, würde ich mich zu nichts verpflichtet fühlen.
Außerdem erlebe ich doch sowieso tagtäglich, dass ich zu denen gehöre, die nicht umkommen (sei es durch Hunger, Gewalt, Seuchen, Unfälle, Naturkatastrophen oder was weiß ich nicht alles). Der Schiffsuntergang vermittelt mir insofern keine neue Situation.
Nicht zuletzt täte ich es auch deshalb nicht, weil ich das dringende Gefühl hätte, mich lächerlich zu machen, wenn ich mit Tropenhelm und Schwesterntracht im Busch aufkreuzen würde, um den armen Negern zu helfen. Ich kann doch gar nichts, womit ich ihnen helfen würde! Ich wäre nur überflüssig, lästig - und höchstwahrscheinlich krank.
John
die Beiträge von Isabella und Rhetorix zeigen doch den gewaltigen Unterschied in der Voraussetzung auf, mit der man an die gestellte Frage herangeht.

Einmal bedingungsloser Gottglaube und unendliches Gottvertrauen, einmal
blanker Realismus.

Bei meinem Denkmodell habe ich tatsächlich den Aspekt "Allwissenheit" vergessen einzubauen. Wahrscheinlich kann ich das kaum, weil dafür meine Vorstellungskraft an ihre Grenzen gerät.

Ist atheistische Überzeugung übrigens zwingend mit Realismus gleichzusetzen? Ich denke schon!
Zitat:
Gott einen Handel vorzuschlagen, käme mir nie in den Sinn.

So betrachtet, gebe ich Isabella absolut Recht, allerdings natürlich von einem ganz anderen Denkansatz her!

Einem Allwissenden einen Handel vorzuschlagen, und zu versuchen, ihn auszutricksen, ist absurd, ob ich nun an ihn glaube oder nicht.

Für mich ist das ganze Beispiel und die Entwicklung der Antwortrichtung in die Nähe eines eindeutigen Anti-Gottes-Beweises gerückt.