Schopenhauers Idee vom Willen

Boahnico
Angespornt von der mehr als interessanten Beziehung zwischen Nietzsche und Schopenhauer wollte ich mich etwas genauer mit dessen Philosophie beschäftigen.
Ich habe mir also zuerst seinen Text "Über den Willen in der Natur" angesehen.

In kurzen Beschreibungen der Wirkung, die Schopenhauer auf Nietzsche hatte, wurde immer wieder betont, dass Nietzsche gerade Schopenhauers Begriff des Willens in seine Philosophie übernommen hat.

Nachdem ich nun aber knapp 50 Seiten von Schopenhauers Text gelesen habe, habe ich das dringende Bedürfnis, zuerst die Willensfrage zu klären, bevor ich weiterlese. Mir schein durch die fehlende Lektüre von "Die Welt als Wille und Vorstellung" nämlich eine zureichende Definition von Schopenhauers Idee des Willens zu fehlen.

Auf Seite 202 von "Über die vierfache Wurzel des Satzes vom zureichenden Grunde / Über den Willen in der Natur" (Kleinere Schriften I - Diogenes) äußert er sich wie folgt:
"Die nun hier angeführten fremden und empirischen Bestätigungen betreffen sämtlich den Kern und Hauptpunkt meiner Lehre, die eigentliche Metaphysik derselben, also jene paradoxe Grundwahrheit, daß Das, was Kant als das Ding an sich der bloßen Erscheinung, von mir entschiedener Vorstellung genannt, entgegensetzte und für schlechthin unerkennbar hielt, daß, sage ich, dieses Ding an sich dieses Substrat aller Erscheinungen, mithin der ganzen Natur, nichts Anderes ist, als jenes uns unmittelbar Bekannte und sehr Vertraute, was wir im Inneren unseres eigenen Selbst als Willen finden..." (Alle folgenden Seitenangaben und Zitate beziehen sich auf die gleiche Ausgabe)

Nun scheint mir dieses Bild vom Willen doch recht unterschiedlich von dem Nietzsches. Hier scheint der Wille ein sehr viel weiter gefasster Begriff zu sein, als der doch recht personelle Wille auf den Nietzsche sich bezieht.

Eine weitere (indirekte) Definition liefert er auf Seite 219:
"Die Seele ist schon zusammengesetzt: Sie ist die Verbindung des Willens mit dem Intellekt"

Hier tritt der Wille schon wesentlich handfester, und weniger als Prinzip auf. Des weiteren habe ich dem Text entnommen, dass nicht nur bewusste Entscheidungen durch den Willen induziert wird, sondern, dass auch das Wachstum einer Pflanze etc. (also unbewusste Vorgänge) vom Willen herbeigeführt werden.
Der Unterschied zwischen einer willkürlichen Handlung und einer willentlichen sei lediglich der, dass bei der Willkürlichen der Wille einen Umweg über das Gehirn nimmt und somit nicht nur auf einen Reiz reagiert, sondern auf ein Motiv.

An dieser Stelle könnte man (könnte man?) nun den Willen, ausgenommen Willkür, doch auch als rein physiologisches Reiz-Reaktions-Verhalten verstehen.


Meine Fragen also:
1) Wie definiert Schoenhauer den Willen?
2) Wie leitet er diese Definition ab?
3) Gibt es für Schopenhauer Willensfreiheit?
4) Was hat es mit dem ominösen Weltwillen auf sich, der bei Texten über Schopenhauer immer wieder angesprochen wird?

Bitte nur qualifizierte Antworten, und keine als Fakt verkauften Mutmaßungen :0)
Thanasius Lakon
Hallo Boahnico

Hier ein Erläuterungsversuch in aller mir möglichen Kürze (Achtung: Ich bin kein Experte, jedoch der Meinung, das sollte im ganzen so stimmen großes Grinsen ):

Kant teilte die Welt in die Erscheinungen und die Dinge an sich. Die Erscheinungen sind nun alles was wir durch unsere Sinne wahrnehmen (also die ganze Außenwelt einschließlich unseres eigenen Leibes). Diese Erscheinungen sollen aber noch eine andere Seite haben (denn irgendetwas muss ja die Sensationen in unseren Sinnen auslösen). Diese andere Seite ist das, was sie an sich selbst sind (unabhängig von unserer Wahrnehmung). Kant schließt mit der Bemerkung, dass wir diese andere Seite zwar annehmen müssten, sie uns aber in keiner Weise je zugänglich sei.

Schopenhauer geht von dieser Unterscheidung aus. Nach ihm gäbe es aber eine einzige Erscheinung, von der wir auch die andere, also die Innenseite kennen würden und diese sei unser eigener Leib. Die Innenseite desselben sei aber unser Wille. Er sei das einzige was wir zu fassen bekämen, wenn wir irgend versuchten das Subjekt (unser Ich) zu denken.

Diese Einsicht überträgt Schopenhauer nun auf alle anderen Erscheinungen. Er sagt, im Kern seien sie alle Wille, jedoch nicht mehrere vereinzelte, sondern ein einziger allgemeiner Wille. Das wir mehrere Individuen und einzelne Erscheinungen wahrnehmen liege lediglich an dem „pricipium individuationis“ (also den Formen unseres Vorstellungsvermögens: Raum und Zeit). An sich seien wir also alle ein und der selbe Wille, der sich in den verschiedenen Erscheinungen objektiviert.

Zu Punkt 3):
In der Welt der Erscheinung negiert Schopenhauer jegliche Willensfreiheit, hier herrsche nur das Gesetz der Kausalität (eine weitere Funktion unseres Verstandes), auf Anschauende Individuen übertragen: das Gesetz der Motivation. Der Wille als Ding an sich sei jedoch unbedingt frei, weshalb auch wir Teil hätten an einer „intelligiblen Freiheit“, welche es letztlich dem zur Erkenntnis gelangten Individuum ermöglicht den eigenen Willen zu verneinen.

Nietzsche übernahm meines Wissens Schpenhauers eigentliche Metaphysik nur für sehr kurze Zeit.

[Edit: In Rüdiger Safranskis Nietzsche Biographie findet sich auch folgende Stelle: "[...] dass er (Nietzsche) mit zwei Grundideen der Schopenhauerschen Philosophie einverstanden bleibt; zum einen mit der Idee, der zufolge die Welt ihrer innernen Natur nach nicht etwas Vernunft- und Geistartiges ist, sondern Drang und dunkler Trieb, dynamisch und sinnlos, gemessen am Maßstab unserer Vernunft. Die zweite Grundidee, an der Nietzsche festhält, ist die von Schopenhauer unter dem Titel der Willensverneinung beschriebene Möglichkeit einer transzendierenden Erkenntnis. [...]"]

Gruß Thanasius
Nylen
Nun evt. hast du schopenhauer besser verstanden als du denkst, und das Problem ist für dich der Bezug zu Nietzsches wilen.

Ich bin kein Nietzscheexperte aber sein Wille zur Macht darf nicht nur als persönlicher wille verstanden werden. Nietzsche geht darauf in den von mir gelesenen Schriften nicht viel ein, aber ich verstehe den Willen zur Macht durchaus ähnlich mit dem oben beschriebenen Schopenhauer.

Ich müsste auch nachlesen um meine Vermutung zu bestätigen, aber evt. interpretierst du Nietzsches Willen zu einseitig.
Boahnico
Vielen Dank für diese Antwort, sie hat mich tatsächlich schon ein wenig weiter gebracht, obwohl sich mir aus deiner Erklärung eine weitere Frage ergibt.

Gerade deine Beschreibung der Theorie Kants hat mir mehr Sicherheit gebracht, weil ich persönlich kein großer Freund Kants bin. Für meinen Geschmack schreibt er zu trocken und umständlich. Zudem ist er mir (von dem was mir von seiner Biographie bekannt ist) eine geradezu tragikomische Figur, die ich trotz aller Bemühungen meinerseits nicht ganz ernst nehmen, geschweige denn mich mit ihr verbunden fühlen kann.

Habe ich also richtig verstanden, dass Schopenhauer nun behautet, dass die eigentliche Welt, wie wir sie nur nicht wahrnehmen können, ein einziger Wille ist? Ist dann der Wille eine Art Substanz, oder nehmen wir etwa Dinge nur war, weil es (unser) Wille ist? Und obwohl ich befürchte mit dieser Frage komlett in die falsche Richtung zu gehen: Von wessen Willen ist hier überhaupt die Rede?

Und überhaupt, scheint mir Schopenhauer in diesem Bereich seiner Philosophie nicht der Argumentierfreudigste zu sein, was mich, nach seinen Erklärungen zum ethischen Handeln etwas überrascht und enttäuscht. Wie argumentiert Schopenhauer, dass er zu diesem Ergebnis kommt?

Wenigstens weiß ich jetzt wieder wo meine Abneigung gegen Metaphysik herkommt^^
Erik van Thom
Zitat:
Original von Boahnico
1) Wie definiert Schoenhauer den Willen?

Der Wille ist das "Ding an sich" nach Kant. Er ist zwar selber nicht erkennbar, aber dadurch, wie er sich aeussert. Alles was ist, ist Erscheinungsform dieses Willens.
(Dummerweise ist diesem Willen das Individuum egal.)

Zitat:
2) Wie leitet er diese Definition ab?

Mir ist gar nicht bekannt, dass er das ueberhaup tut! Ich kenne allerdings nur "Die Welt als Wille und Vorstellung", Teil 3 und 4.

Zitat:
3) Gibt es für Schopenhauer Willensfreiheit?

Nein! Er empfiehlt, den Willen abzutoeten, aber Freiheit von ihm gaebe es nicht.
Hierzu vielleicht der Aufsatz "Metaphysik der Geschlechtsliebe":

Zitat:
4) Was hat es mit dem ominösen Weltwillen auf sich, der bei Texten über Schopenhauer immer wieder angesprochen wird?

Siehe 1).

Nietzsche ist inspiriert von Schopenhauers Idee vom Willen und entwickelt die Vorstellung des "Willens zur Macht" als Prima Causa. (Freud wird uebrigens auch inspiriert, der unterteilt diesen Schopenhauerischen Willen in Thanatos und Libido)

Zitat:
Bitte nur qualifizierte Antworten, und keine als Fakt verkauften Mutmaßungen :0)

Es irrt der Mensch, solang er strebt... (Johann Wolfgang von Goethe)
Thanasius Lakon
Ich glaube man lässt sich oft etwas zu leicht von Kant abschrecken. Zumindest einen Überblick über seine Philosophie zu bekommen, ist gar nicht so schwer wie es vielleicht zunächst scheint. Und Kant kann unter Umständen auch ein sehr Wortgewaltiger Vertreter seiner Zunft und messerscharfer Rhetoriker sein.

Zitat:
Habe ich also richtig verstanden, dass Schopenhauer nun behautet, dass die eigentliche Welt, wie wir sie nur nicht wahrnehmen können, ein einziger Wille ist?


Richtig. Das eigentliche Wesen der Welt ist Wille. Dieser Wille objektiviert sich in unserem Erkenntnisvermögen als die verschiedenen Erscheinungen.

Zitat:
Ist dann der Wille eine Art Substanz, oder nehmen wir etwa Dinge nur war, weil es (unser) Wille ist?


Der Begriff Substanz ist eine Abstraktion aus der Welt der Erscheinungen. Dem Ding an sich aber können keine Qualitäten der Erscheinungen zukommen (oder zumindest könnten wir das niemals wissen). Die Dinge die wir wahrnehmen sind ebenfalls dieser Wille. Wir erkennen diesen einen Willen (der wir auch selbst sind) nur deshalb als so viele verschiedene Dinge, weil wir die verschiedenen Zustandsformen (Ideen in denen sich der Wille objektiviert) durch unser Erkenntnisvermögen gefiltert wahrnehmen. Gewissermaßen erkennt sich der Wille durch uns also selbst.

Zitat:
Von wessen Willen ist hier überhaupt die Rede?


Das wir den Willen als einem Subjekt zugehörig denken, beruht auf der Selbsttäuschung unseres Erkenntnisvermögens. Und auch das Wort Wille ist vielleicht irreführend, denn es handelt sich dabei um eine blinde unteilbare Kraft, die als einziges Ziel hat, sich selbst immer wieder zu bejahen (und nicht etwa irgendwelche Absichten und Zwecke verfolgt).

(Alles was ich hier wiedergebe ist nur mein Verständnis der Schopenhauerschen Philosophie, man möge mich berichtigen falls ich irgendwo falsch liege)

Zitat:
Und überhaupt, scheint mir Schopenhauer in diesem Bereich seiner Philosophie nicht der Argumentierfreudigste zu sein


In wie fern?

Zitat:
Wenigstens weiß ich jetzt wieder wo meine Abneigung gegen Metaphysik herkommt^^


Glaub mir, damit bist du nicht allein großes Grinsen
Apfel
Meine Ergänzungen zum bisher Gesagten:
Schopenhauers Wille kann nicht gleichgesetzt werden mit Reiz-Reaktion in der Naturwissenschaft. Es liegt wohl nah beieinander, doch der Wille lässt sich nicht als ein Phänomen aus der Materie ableiten oder naturwissenschaftlich erklären, sondern umgekehrt wären gemäß Schopenhauer Materie, Energie und das Universum Erscheinungsformen des blinden und sinnlosen Willens. In diesem Punkt unterscheidet er sich vom Materialismus, denn Wille ist nicht etwas, das in der Welt auftaucht, sondern die Welt selbst ist schon durch den Willen und jedes Elektron ist auch nur Wille und wirkt, weil es will.
Das ist zwar Metaphysik und deshalb nicht aus anderem erklärbar. Ich finde es aber nicht so „schändlich“, da jede Wissenschaft und Erkenntnis an der Letztbegründung scheitert, wenn man immer weiter fragt. Die Naturwissenschaft hört beim Urknall auf und jede Theorie darüber hinaus ist ebenfalls Metaphysik. Der Naturwissenschaft wird deswegen aber kein Vorwurf gemacht, da sie in unserer Zeit dominierend ist. Kant hatte das „Unwissbare“ einfach offen gelassen, was vielen nicht schmeckt.

Willensfreiheit
Soweit ich Schopenhauer verstanden habe, liegt die Freiheit des Willens darin, sich seine Erscheinungs.- bzw. Vorstellungsformen selbst zu suchen. Zeitlich gesehen geschieht die vor dem in Erscheinungtreten, also vor unserer Geburt, denn da entscheiden wir, wer wir werden. In der Welt der Erscheinungen ist jedoch alles festgelegt und wir laufen wie Charaktermaschinen, d.h. wir können nicht aus den Verhaltensmustern unseres einmal vom Willen festgelegten Charakters heraus: Ein Faulpelz bleibt ein Faulpelz, ein Schwerenöter kann es nicht lassen, ein Verschwender wird auch nach vielen Lottogewinnen nie sein Geld zusammenhalten können usw. Unser Charakter ist ein Gefängnis, das wir zeitlebens nicht verlassen können und die Summe unserer Entscheidungen wird vom Charakter geprägt, so dass man in dieser Welt nicht von Freiheit reden kann.
Thanasius Lakon
Hallo Apfel

Zitat:
Soweit ich Schopenhauer verstanden habe, liegt die Freiheit des Willens darin, sich seine Erscheinungs.- bzw. Vorstellungsformen selbst zu suchen. Zeitlich gesehen geschieht die vor dem in Erscheinungtreten, also vor unserer Geburt, denn da entscheiden wir, wer wir werden.


Könntest du dafür eine Stelle oder einen Abschnitt angeben?

Zitat:
Unser Charakter ist ein Gefängnis, das wir zeitlebens nicht verlassen können und die Summe unserer Entscheidungen wird vom Charakter geprägt, so dass man in dieser Welt nicht von Freiheit reden kann.


Dies war ja eine Grundthese Schopenhauers, weshalb er sie auch an zahlreichen Stellen immer wieder ausführt. Dürfte ich dich vielleicht kurz nach deiner Meinung dazu fragen? Mich interessiert gerade die alte Frage, ob man Moralität lernen könne (Thread), was ja für Schopenhauer eine Absurdität gewesen wäre...

Gruß Thanasius
Apfel
@ Thanasius
Oh je, das kann dauern. Habe es irgendwo mal gelesen, aber es kann Stunden dauern, die genaue Stelle zu finden. In ähnlichem Zusammenhang kritisierte er (ausnahmsweise) den indischen Reinkarnationsglauben, da dieser nicht die Frage nach Schicksal und Charakter wirklich löst, sondern sie nur verschiebt. Letztlich bleibt es ein Belieben des Willens.
Vielleicht auch in der Schrift „Die beiden Grundprobleme in der Ethik“.
Dann kenne ich noch einen Part aus der Metaphysik der Geschlechtsliebe, Kap. 44:

„Was nun aber zuletzt zwei Individuen verschiedenen Geschlechts mit solcher Gewalt ausschließlich zu einander zieht, ist der in der ganzen Gattung sich darstellende Wille zum Leben, der hier eine seinen Zwecken entsprechende Objektivation seines Wesens anticipirt in dem Individuo, welches jene Beiden zeugen können. Dieses nämlich wird vom Vater den Willen, oder Charakter, von der Mutter den Intellekt haben, die Korporisation von Beiden: jedoch wird meistens die Gestalt sich mehr nach dem Vater, die Größe mehr nach der Mutter richten, […] So unerklärlich die ganz besondere und ihm ausschließlich eigenthümliche Individualität eines jeden Menschen ist; so ist es eben auch die ganz besondere und individuelle Leidenschaft zweier Liebenden; – ja, im tiefsten Grunde ist Beides Eines und das Selbe: die Erstere ist explicite was die Letztere implicite war. Als die allererste Entstehung eines neuen Individuums und das wahre punctum saliens seines Lebens ist wirklich der Augenblick zu betrachten, da die Eltern anfangen einander zu lieben, – to fancy each other nennt es ein sehr treffender Englischer Ausdruck, – und, wie gesagt, im Begegnen und Heften ihrer sehnsüchtigen Blicke entsteht der erste Keim des neuen Wesens, der freilich, wie alle Keime, meistens zertreten wird. Dies neue Individuum ist gewissermaaßen eine neue (Platonische) Idee: wie nun alle Ideen mit der größten Heftigkeit in die Erscheinung zu treten streben, mit Gier die Materie hiezu ergreifend, welche das Gesetz der Kausalität unter sie alle austheilt; so strebt eben auch diese besondere Idee einer menschlichen Individualität mit der größten Gier und Heftigkeit nach ihrer Realisation in der Erscheinung.“

Deine Frage nach der Erlernbarkeit von Moralität ist hochinteressant. Ich hatte den Thread bisher übersehen. Einen ähnlichen Thread hatte ich hinsichtlich der Veränderbarkeit des eigenen Wesens. Habe im Moment leider keine Zeit, ausführlich auf deine Frage einzugehen. Tendenziell gebe ich Schopenhauer recht. Ganz sicher bin ich aber nicht, deshalb hatte ich einen eigenen Thread mit echter, offener Frage.
Thanasius Lakon
Zitat:
Dann kenne ich noch einen Part aus der Metaphysik der Geschlechtsliebe, Kap. 44


Danke, das Zitat ist denke ich recht treffend.

Zitat:
Einen ähnlichen Thread hatte ich hinsichtlich der Veränderbarkeit des eigenen Wesens.


Wow, das kommt ja meiner Fragestellung tatsächlich ziemlich nahe! Es wurden dort ja z.T. sogar sehr ähnliche Dinge geäußert. Interessant finde ich vor allem die Bemerkungen zu spirituellen Praktiken. Wenn man sich z.B. mal die Buddhisten ansieht, dann kann man feststellen, dass es da wirklich (zumindest nach außen hin) eine große Zahl von Menschen verschiedener Herkunft zu geben scheint, die alle die gleichen Ideale entwickeln und kultivieren. Letztendlich kann man da auch nicht in die Menschen hineinsehen und ihr Verhalten mag auch durch versch. Glaubensinhalte motiviert sein, aber trotzdem ist es beachtlich. Ein weiterer interessanter Aspekt könnten Persönlichkeitsmerkmale sein, die man ganzen Völkern zuschreibt, (z.B. den Chinesen die Gelassenheit) und wie sich solche Dinge mit wachsender Globalisierung verändern...

Warst du denn mit dem Ergebnis des Threads zufrieden?