Mühe mich selbst zu verstehen

Dreamwalker
Hallo Community

Es ist nicht so einfach diesen Post anzufangen. Ich versuche es mal chronologisch.
Ich bin mittlerweile 16 Jahre alt und habe das Gefühl, dass ich mir zu viele Gedanken mache. Angefangen hat es eigentlich schon etwa mit 11-12 Jahren. Ich war zu dieser Zeit übergewichtig und habe mich isoliert, hatte keine Freunde. Ich wusste dies, habe es aber immer verdrängt. In dieser Zeit habe ich angefangen nachzudenken, weil ich die Zeit irgendwie tot-schlagen musste. Ich fing zuerst über banale Dinge an wie die Schule. Welche Reaktionen haben sich ins Gedächtnis eingebrannt? Hat der Lehrer irgendetwas gesagt das mich zum nachdenken brachte, ich aber nicht klären konnte? Wurde ein fieser Spruch gegen jemanden oder gegen mich gebracht, den ich vielleicht nicht richtig verstanden habe, oder falsch interpretiert? Kann man den Satz anders verstehen? Wieso hat die andere Person mich nicht verstanden? Wieso denk ich soviel nach?

Ungefähr in diesem Muster lief es weiter. Kurz darauf habe ich abgenommen und so Selbstvertrauen aufgebaut und wirklich neue Freunde gefunden. Mit 14 habe ich mich über den Sinn des Lebens und des Glücks auseinander gesetzt. Mit 15 las ich dann Richard David Prechts Buch „Wer bin ich, und wenn ja, wie viele?“ das mich sehr angesprochen hat.

Ich wusste bereits das ich über das Leben nachdenke, aber ich hatte die Angst das grosse philosophische Werke zu kompliziert für mich seien. Deshalb las ich dieses Buch. Ich habe es an einem Tag gelesen und nur das Intro verstanden. Dies wurde mir aber erst später bewusst. Ich las das Buch und dachte, ich kapier nun alles, wie es sich mit dem Leben und Glück verhält. Das tat es aber nicht.

Ich las zwar alle Kapitel – und manches wurde nach 2-3x lesen auch einleuchtender, aber ich wusste nicht wieso der Mensch so reagiert. Wieso müssen wir immer wenn wir glücklich sind, etwas neues suchen das uns noch „glücklicher“ macht? Sozusagen suchen wir das Glück obwohl wir es bereits haben. Das ist der nächste Punkt:

Fragt man einen Äthiopier ( Muss mich hierfür entschuldigen; den Vergleich von Äthiopier und Arm, man sollte nicht alle in den gleichen Topf werfen )
Ob er glücklich ist, wird er evtl. antworten mit Ja. Er habe ein Häuschen, eine Familie und jeden Tag soviel zu Essen, dass es reicht.

Fragt man einen Europäer ob er glücklich ist, wird er vermutlich mit „Nein“ antworten. Wieso?
Zu wenig Lohn, kein schönes Haus, keine Kader-Position.

Ich leite daraus für mich ab, dass wir uns zu sehr auf die vergänglichen materiellen Güter stützen und uns damit identifizieren wollen. Wir wollen Macht, Geld, Ruhm und Ehre.

Aber ich schweife jetzt bereits ab. Es ging darum, das ich mir zu viele Probleme mache.
Ich wollte fragen, ist es normal, dass ich mir mit 15-16 Jahre Gedanken mache über…

a) Wie werde ich Glücklich?
b) Sollte ich glücklich sein?
c) Was ist der Sinn des Lebens
d) Warum mache ich mir über alles und jeden Gedanken und kann nicht damit aufhören, kann nicht den Moment geniessen?
e) Mache ich das richtige?
f) Bin ich ein guter Mensch?


Wenn ich das bei meinen Freunden vergleiche suche ich das vergeblich. Sie machen sich keine Gedanken darüber. Wie kann das sein? Warum mach ich das dann?
Ich habe mich sonst wirklich nicht zu beklagen finde ich selbst; denn ich habe wirklich gute Freunde, übe meinen Beruf gerne aus, und habe keine Probleme @ all.

Ich finde es einfach ein wenig seltsam – ihr versteht das sicher – wie ein 16 Jähriger sich Fragen stellen kann, die andere, grosse,helle Köpfe erst in späten Jahren beantworten konnten.

Könnt ihr mir einen Rat geben? Was denkt ihr darüber? Wäre froh um eine Meinung von „aussen“.

Lg Dreamwalker
glorin
lol. ja das fällt mir zuerst ein.

Die Glückessucht ist des Glückesfeind. ^^ Ich weis nicht wie fern es stimmt. Aber ich hörte immer wieder die Aussage, das zwischen 15-21 eine solche Phase bei fast jeden abläuft. Das fast jeder sich diese Fragen stellt.
Persöhnlich stellte ich mir nie diese Fragen. Oder bin einfach nicht in der Lage diese Frage zuverstehen/wahrzunehmen, bzw. mich an diese zuerinnern. Wie an sovieles, so oft.

Aber bedenken sollte man, das man nicht weis was andere denken. Also, warum sollten sich nicht andere auch Gedanken darum machen?

Und bis jetzt konnte ich nie sagen, das ein kluger Kopf diese Antworten beantworten konnte, oder ein einfach gestrikter die antworten nicht kannte. Sie kann jeder finden.
Warum sprechen wir nun von klugen Köpfen? Diese Personen formulierten nur ihre Gedanken dazu aus. Und die jenigen, die des denkens überdrüßig sind, aber gerne lesen. Oder dessen reden hören übernehmen einfach dessen antworten.
Ich mag Kant nicht allzu gerne. Aber ein Satz erscheint mir hier erwähnenswert: "Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen."

Zitat:
Ich las zwar alle Kapitel – und manches wurde nach 2-3x lesen auch einleuchtender, aber ich wusste nicht wieso der Mensch so reagiert. Wieso müssen wir immer wenn wir glücklich sind, etwas neues suchen das uns noch „glücklicher“ macht? Sozusagen suchen wir das Glück obwohl wir es bereits haben. Das ist der nächste Punkt:

Fragt man einen Äthiopier ( Muss mich hierfür entschuldigen; den Vergleich von Äthiopier und Arm, man sollte nicht alle in den gleichen Topf werfen )
Ob er glücklich ist, wird er evtl. antworten mit Ja. Er habe ein Häuschen, eine Familie und jeden Tag soviel zu Essen, dass es reicht.

Fragt man einen Europäer ob er glücklich ist, wird er vermutlich mit „Nein“ antworten. Wieso?
Zu wenig Lohn, kein schönes Haus, keine Kader-Position.


Wenn du solche Fragen stellst, dann wirst du evtl. auch nicht glücklicher. Ich persöhnlich war nie unglücklich. Daher kann ich nicht sagen, wie schlimm das ist. Aber wenn man nie nur das kleinste unglück erfährt, dann brauch man nicht nach glück streben. Man kennt nur diesen einen Zustand.
Wenn man nun aber immer wieder mal kurzfristig unglücklich war, versucht man es zubekämpfen und wird unglücklich.
Wenn jemand wirkliches Unglück widerfährt und er dieses übersteht. Dann ist er sich díesen bewußt und glücklich. Oder aber er überwindet nie das Unglück und bleibt unglücklich...


Gruß
Exebeche
Zitat:
Original von Dreamwalker
Ich wollte fragen, ist es normal, dass ich mir mit 15-16 Jahre Gedanken mache über…

a) Wie werde ich Glücklich?
b) Sollte ich glücklich sein?
c) Was ist der Sinn des Lebens
d) Warum mache ich mir über alles und jeden Gedanken und kann nicht damit aufhören, kann nicht den Moment geniessen?
e) Mache ich das richtige?
f) Bin ich ein guter Mensch?


Wenn ich das bei meinen Freunden vergleiche suche ich das vergeblich.


Ist das normal?
Es ist nicht normal - in dem Sinne, dass du damit nicht durchschnittlich bist.
Aber es ist normal - in dem Sinne, dass das ein typisches Alter für existentielle Fragen ist.

Das heißt, es gibt viele von deiner Art, aber du musst sie erst finden.
Jeder Psychologe wird dir sagen, du bist normal.
Aber eben nicht normal im Sinne von durchschnittlich.
Du bist also normal aber ungewöhnlich.
Das ist eine gute Sache.
Denn ungewöhnlich sein heißt auch etwas Besonderes sein.

Gewöhnliche Menschen zehren davon oberflächliche Eigenschaften zu haben.
Schön sein, cool sein, reich sein...
Bei dir ist das anders. Egal ob du dick oder dünn bist, schön oder nicht, reich oder arm, du wirst immer den einen Trumpf im Ärmel haben, dass du ungewöhnlich bist.
Wenn du am Ball bleibst, wirst du eines Tages feststellen, dass du über den Dingen stehst.
Du musst diese Eigenschaft von dir eben weiter entwickeln. Und Menschen finden, mit denen du dich austauschen kannst.
Im Moment stehst du gerade am Anfang.
schlinge
Zitat:
Ich finde es einfach ein wenig seltsam – ihr versteht das sicher – wie ein 16 Jähriger sich Fragen stellen kann, die andere, grosse,helle Köpfe erst in späten Jahren beantworten konnten.


Manchmal entstehen Lücken oder man mehr Informationen zu verarbeiten braucht. Die Umgebung gibt zu wenig zu denken oder nicht in der Richtung. Kann man leicht prüfen. Warum Tauchsport so beliebt ist? Wenn man taucht alle Informationen, die wir kennen und die uns langweilen sind weg, und es kommt was absolut anderes. Das analytische Zentrum hat endlich zu tun und lässt dich in Ruhe. Wenn zum Beispiel das Tauchen keinen Spass macht, könnten Lücken in der Erziehung für Unwohl sorgen und nicht etwas größeres Hirnkapazität. Ich kannte Frauen, die beim Bügeln die Zeit vergessen. Der Ritmus allein kann schon glücklich machen.

Zitat:
e) Mache ich das richtige?


Eindeutig nein. Es gibt sicher etwas, was raus will und es lässt dich nie in Ruhe so lange du nicht dem zuhörst.
Exebeche
Zitat:
Original von schlinge
Manchmal entstehen Lücken oder man mehr Informationen zu verarbeiten braucht. Die Umgebung gibt zu wenig zu denken oder nicht in der Richtung. Kann man leicht prüfen. Warum Tauchsport so beliebt ist? Wenn man taucht alle Informationen, die wir kennen und die uns langweilen sind weg, und es kommt was absolut anderes. Das analytische Zentrum hat endlich zu tun und lässt dich in Ruhe. Wenn zum Beispiel das Tauchen keinen Spass macht, könnten Lücken in der Erziehung für Unwohl sorgen und nicht etwas größeres Hirnkapazität. Ich kannte Frauen, die beim Bügeln die Zeit vergessen. Der Ritmus allein kann schon glücklich machen.


Haha, Schlinge was hast du denn geraucht?

Zitat:
Original von schlinge
Ich kannte Frauen, die beim Bügeln die Zeit vergessen.

Das ist Zen.
Phantom
Zitat:
Original von Dreamwalker:
Ich bin mittlerweile 16 Jahre alt und habe das Gefühl, dass ich mir zu viele Gedanken mache.

16 ist ein gutes Alter für Sinnfragen,
da hat man noch ein wenig in der Hand wo die Reise hingeht.
Eventuell besser als mit 40 aufzuwachen und zu merken,
dass man auf dem falschen Dampfer ist.

Wenn dir nach Denken ist, dann denke.

Andererseits sollte man sich auch nicht zu sehr stressen wenn man nicht sofort auf alles eine endgültige Antwort findet.
Manches braucht einfach Zeit (manche Fragen/Probleme lösen sich auch einfach dadurch dass sie mit der Zeit weniger relevant werden) und oft reicht es auch in wichtigen Fragen vollkommen aus, immer mal wieder ein wenig weiterzudenken.

Bei den eher unproduktiven Gedanken (wie "warum kann ich gerade den Moment nicht genießen) schadet es vielleicht auch wirklich nichts,
sich in unbekannte Gewässer zu stürzen und und seinem Verstand so
ein wenig Futter zu geben an dem er produktiv arbeiten kann.

Denn auch wenn vielleicht relativ egal ist warum man einen Moment nicht genießt,
ist die Frage danach doch ein deutliches Zeichen dafür DASS man den aktuellen Moment nicht genießt (und dass man sich etwas suchen könnte das man momentan interessanter fände...).

Zitat:
Original von Dreamwalker:
ist es normal, dass ich mir mit 15-16 Jahre Gedanken mache

Normal (i.S.v. durchschnittlich) vielleicht nicht (das hängt auch immer davon ab in welchen Kreisen man sich bewegt...),

aber u.U. trotzdem durchaus positiv.

Zitat:
Original von Dreamwalker:
Wenn ich das bei meinen Freunden vergleiche suche ich das vergeblich. Sie machen sich keine Gedanken darüber. Wie kann das sein? Warum mach ich das dann?

Vielleicht fallen dir mehr Ungereimtheiten auf als anderen
oder gewisse Fragen belasten dich einfach mehr bzw. sind dir wichtiger.
Vielleicht fühlen sich deine Freunde auch wohler damit, sich nicht mit Fragen zu konfrontieren die sie u.U. nicht lösen können.

Es kann sich nunmal nicht jeder für dieselben Sachen begeistern.

Aber auch wenn du in deinem momentanen Umfeld keine gleichgesinnten Diskussionspartner finden solltest gibt es die (andernorts) durchaus.

So ein Philosophieforum ist ja der beste Beweis...
Nylen
Erstmal.

Es ist normal, das man mit 15 solche Gedanken haben kann. Ich sage kann, denn wie du bereits erwähnt hast gilt das nicht für jeden, und das Ausmass an Gleichgültigen Menschen ist sehr hoch, das Geister wie Nietzsche sie verächtlich nur noch als blinde Herde betrachteten.

Du scheinst dir gar nicht klar zu sein das du etwas besonderes bist, bzw. du fragst dich warum das so ist. Und die Antwort ist. Nicht jeder ist zum Philosophen geboren, bzw. wie Kant gesagt hat, viele bleiben lieber geistig unmündig, obwohl die fortschreitende Aufklärung sie längst frei gemacht hat zum vollen Denken.

Dir wird es nicht fremd sein, das dich Gedanken nicht loslassen, das sie dich quälen. Evt. bist du schon darauf gekommen, das es sich"dumm" evt. leichter leben liesse.

Ich entnehme aber deinem Post das du die vielen Nichtdenker nicht als Herde siehst, oder denkst das dich deine Inteligenz emporhebt. Damit drückst du eine ethische Sicht aus, die mir gut gefällt, und die du unbedingt beibehalten musst.

Ansonsten: Ich glaube dein ganzes Post zeigt das du ein Philosoph bist. Nicht mehr und nicht weniger. Natürlich kein Philosoph wie Nietzsche oder Kant, also akademische Philosphen mit Studium und Zettel. Aber das bin ich auch nicht, und trotzdem nenne ich mich vermessen Philosoph.

Philosophie heisst zwar wörtlich "Liebe zur Weisheit", aber "Erkenntnissuche" trifft es eigentlich besser.
Eine frühe Erklärung was ein Philosoph sei, sah so aus.

Als Kinder lernen wir. Wir "staunen" und suchen Antworten. Dann haben wir "AHA" Erlebnisse. Diese lösen einen Rausch aus, kurz und heftig. Glücksgefühle. Die meisten Menschen verlieren mit zunehmenden Alter die Fähigkeit zu "Staunen" und solche intensiven "AHA" Erlebnisse zu machen. Doch einige Menschen verlernen das nicht, oder sehr spät erst. Sie staunen immer, selbst über bereits bekanntes, und sie sind süchtig nach dem AHA-Erlebnis.
Solche Menschen werden Philosophen (Wissenschaftler.Erkenntnsisuchende).

Nicht jeder Mensch ist Philosoph. Du scheinst aber einer zu sein.

Willkommen in diesem Forum. Du wirst hier andere deines Schlages finden.
schlinge
@Exebeche
Zitat:
Haha, Schlinge was hast du denn geraucht?


Als nächstes zünde ich mir so eine Pfeife wie Dich an.
glorin
@Nylen:
Zitat:
Ich entnehme aber deinem Post das du die vielen Nichtdenker nicht als Herde siehst, oder denkst das dich deine Inteligenz emporhebt.


Lol, was soll man dazu denn sagen? ^^ Willst du nun die Menschen, die so denken als Intelligenter bezeichnen? Ich denke bei Dreamwalker geht ganz klar heraus, warum er sich die Fragen stellt. Er hatte einmal zuviel Zeit zum denken und wird diese Einstellung zum Denken nun nicht mehr los.

Desweiteren verstehe ich ehrlich gesagt nicht, warum solche gedanken jemand besonders macht. Ich halte sie für normal. Und fast jeden zum denken fähig, auch solcher Gedanken. In jeglichen alter. Erst die gefundenen Antworten auf diese Gedanken zeigen aus, wie intelligent die einzelnden sind. Und ich denke, meist sind die intelligentesten die welche keine Antwort finden. Und die wenigen, die selbstständig diese finden. Denn die anderen mögen zwar Doktor der Philosophie sein und dabei bei weiten nicht dumm. Aber das selbstständige philosophieren, außerhalb der bis her gesteckten Grenzen nicht fähig sein...


Gruß
Nylen
@Glorin

Ich glaube es gibt echte philosophische Probleme und Menschen die solche Probleme zu lösen haben. andererseits gibt es Menschen und zwar die überwiegend meisten, die so gut wie gar kein philosophisches Problem haben, wenn man mal die psychologischen Probleme ausklammert.

Philosophie hat nichts mit Inteligenz zu tun, sondern mit der Art und Weise mit der gedacht wird. Das magst du albern finden, aber das ist mein Glaube, sozusagen meine Philosphie.

Philosophen echte Philosophen gibt es gar nicht so viele wie du denkst. Und ich denke auch hier im Forum ist nicht jeder ein Philosoph. So sehr sie sich auch mit Philosophie beschäftigen.

Es hat was mit Passion und Leidenschafft zu tun. Mit der oben beschriebenen Sucht nach "AHA-Erlebnissen", selbst nach durch Kritik und Widerlegung ausgelöste AHA Erlebnisse.
glorin
Zitat:
Philosophen echte Philosophen gibt es gar nicht so viele wie du denkst. Und ich denke auch hier im Forum ist nicht jeder ein Philosoph. So sehr sie sich auch mit Philosophie beschäftigen.


Ich habe noch nie einen echten Philosoph kennen gelernt. Auch nicht in diesen Forum. Bis jetzt zwar Menschen die in der Philosophie bewandert sind. Aber noch keinen, der des denkens wirklich soweit fähig ist sich wirklich philosoph zunennen.
Die einzigen "echten" Philosophen (um deinen Begriff zuverwenden) die ich jemals kennen lernte, standen in Büchern. Und begegnete ich nie selber, oder offenbarten sich mir einfach nicht...

Zitat:
Es hat was mit Passion und Leidenschafft zu tun. Mit der oben beschriebenen Sucht nach "AHA-Erlebnissen", selbst nach durch Kritik und Widerlegung ausgelöste AHA Erlebnisse.


Ähm, was meinst du jetzt? Soll das etwa deine Definition von "echten" Philosophen sein? Wenn ja gehen da unsere Vorstellungen weit aus einander.
Sun Deluge
Zitat:
Original von Nylen
Ich glaube es gibt echte philosophische Probleme

Nach Popper: Ja.

Zitat:
Original von glorin
Ich habe noch nie einen echten Philosoph kennen gelernt. Auch nicht in diesen Forum. Bis jetzt zwar Menschen die in der Philosophie bewandert sind. Aber noch keinen, der des denkens wirklich soweit fähig ist sich wirklich philosoph zunennen. Die einzigen "echten" Philosophen (um deinen Begriff zuverwenden) die ich jemals kennen lernte, standen in Büchern. Und begegnete ich nie selber, oder offenbarten sich mir einfach nicht...

Na, wer lehnt sich denn hier so weit aus dem Fenster?
Du unterschätzt... nein, Du degradierst die Fähigkeiten vieler Mitglieder (einige die auch studiert haben oder immer noch dabei sind) herab, wenn Du schreibst, das es hier keine echten Philosophen gäbe.
Und, Du beachtest nicht die Leidenschaft, beachtest nicht die Kraft welche in die Beiträge hineingesteckt wird, wie Nylen zuvor zurecht schrieb.
Da frag ich mich doch was bei Dir „echt“ überhaupt bedeutet.
Was bedeutet echter Philosoph?
Erst wenn man in Bücher steht?

Was meinte Popper an dieser Stelle: Alle Menschen sind Philosophen.
(Naja, wenigstens die jenigen die sich Fragen stellen (jenseits von alltäglichem Kaffeekränzchen-Klatsch-und-Tratsch) oder analysieren.)
Exebeche
Zitat:
Original von schlinge
@Exebeche
Zitat:
Haha, Schlinge was hast du denn geraucht?


Als nächstes zünde ich mir so eine Pfeife wie Dich an.


Haha,
hast ja recht.
Exebeche
Zitat:
Original von Nylen
Ich entnehme aber deinem Post das du die vielen Nichtdenker nicht als Herde siehst, oder denkst das dich deine Inteligenz emporhebt. Damit drückst du eine ethische Sicht aus, die mir gut gefällt, und die du unbedingt beibehalten musst.


Gut !
glorin
@Sun Deluge:
Zitat:
Na, wer lehnt sich denn hier so weit aus dem Fenster?


Hm, ist meine subjektive Meinung...

Zitat:
Du unterschätzt... nein, Du degradierst die Fähigkeiten vieler Mitglieder (einige die auch studiert haben oder immer noch dabei sind) herab, wenn Du schreibst, das es hier keine echten Philosophen gäbe.


Studieren der Philosophie hat nichts damit zutun ob jemand Philosoph ist, oder nicht. Die meisten Studenten sind nur des aufwärmen des gesagten fähig. Auch manch ein Doktor ist nicht zuviel mehr in der Lage. Dies bedeutet nicht das sie dumm sind. Das sind sie so gut wie nie. Aber ich würde sie auch nicht als echte philosophen bezeichnen. Denn das freie denken bleibt ihn meistens verborgen.

Zitat:
Und, Du beachtest nicht die Leidenschaft, beachtest nicht die Kraft welche in die Beiträge hineingesteckt wird, wie Nylen zuvor zurecht schrieb.


Nein, ich beachte nur wie die Inhalte entstanden sind. Ob dies eigenleistung ist, bzw. das vermögen die Philosophie dazulegen. Und hier begegnete mir noch keiner, der dies ausreichend konnte. Oder ich habe es einfach bei keinen bisher wahrgenommen. (Welche Kraft jemand in etwas hineinsteckt sagt auch nichts aus.)

Zitat:
Da frag ich mich doch was bei Dir „echt“ überhaupt bedeutet. Was bedeutet echter Philosoph? Erst wenn man in Bücher steht?


Nein. Man muss nicht in Büchern stehen. Aber fähig des freien Denkens sein. Oder aber innerhalb der schranken frei denken können. Dies schaffen nur wenige. Und nur die jenigen die es schaffen nennen ich echte Philosophen. Hier ist mir noch keiner begegnet.
Sun Deluge
-
schlinge
Zitat:
Man muss nicht in Büchern stehen. Aber fähig des freien Denkens sein. Oder aber innerhalb der schranken frei denken können. Dies schaffen nur wenige.


Wie willst du das ändern? Beispiel aus Wiki:
Zitat:
Caesar Vespasianus Augustus; * 17. November 9 in Falacrinae; † 23. Juni 79 in Aquae Cutiliae)

Ob Datum seines Geburt oder des Todes ihn ausgezeichnet haben? Nein. Das er Kaiser war? Auch nein, es gab andere Kaiser. Also die Information gibt nichts zu denken. Würde es aber stehen:
Zitat:
Caesar Vespasianus Augustus; * ( "Das Geld stinkt nicht!")

...und schon setzt sich einiges ins Bewegung(in meinem Kopf).

Irrelevante Informationen dominieren über relevanten. und die meisten folgen dem Regel und lernen auswendig und haben damit manchmal Erfolg.
Ein Kopf voller Namen, Adressen, Telefonnummer, Geburtstagen...hat keine Nachfolger. Eine ausgefallene Logik schon, bloß die Informationssammler kapieren die nicht und lernen auswendig. Philosophie studieren ist der beste Beispiel dafür.
glorin
Zitat:
Wie willst du das ändern?


Um Gotteswillen. Ich will das doch nicht ändern. Es wäre zweifelslos ein zweifelhaftes, wenn nicht gar unmögliches Unterfang. Doch ich bin mir sicher. Es ist nicht änderbar. ^^ Also unmöglich.

Zitat:
Eine ausgefallene Logik schon, bloß die Informationssammler kapieren die nicht und lernen auswendig. Philosophie studieren ist der beste Beispiel dafür.


Ich hoffe ich verstehe dich richtig. Aber gegen das studieren spricht doch nichts. Wenn man das eine nicht hinbekommt, dann kann man doch anders sein bestes geben. ^^
schlinge
Zitat:
Aber gegen das studieren spricht doch nichts.


Du hast recht, aber die Frage ist doch: Was studieren? Prioritäten hat die Information, die den "Speicherplatz" voll macht, wie bei Wiki(Arbeitsbeschafungsmaßnahme). Und der "Speicherplatz" wird geprüft und dem nach Doktortitel erteilt. Und dann muss man denken was weiter?...aber genau das hat man nicht gelernt. Und all das unnötige, womit man eigenen "Speicherplatz" überschwemmt hat, verlagert man in andere Köpfe. Das nennt man "Ausbildung", ein intellektueller Prozess!
Die Wahre Ausbildung läuft in den Familien mit alten Traditionen(Denkmuster). Irrtümlich hält man die Tanne am Weihnachten für Tradition.
Es gibt natürlich noch Hochbegabte, die alles hinkriegen, aber davon wollen wir nicht reden, oder?
Nylen
Ihr efiniert da irgendwie nach Methoden und Informationsmasse. Das ist aber unerheblich. Wichtig ist das man philosophische Probleme hat.
Das ist in der Philosophie wie in der Religion. Viele Lippenbekenntnis-Religiöse und Lippen-bekenntnis Philosophen.

Ich mache jeden Philosophen an seinen Problemstellungen fest, nicht an den antworten die er gefunden hat. Grade die welche keine Antworten gefunden haben fordern uns ja auf weiterzuforschen.

Was nun ein philosophisches Problem ist, ist individuell und man kann das nicht verallgemeinern und systhematisieren.

Akademische Philosophie kann einem wertvolle Methoden und Werkzeuge liefern. Eine mächtige Sprache.

Aber ohne echte philosophische Probleme auch nur banale Antworten. Grade an der Unim war ich entsetzt wie wenig echte philosophische Probleme manche hatten, und deshlab über Wahrheitstheorien stritten wie in einem langweiligen Spiel.

Vielen Mitstudenten fehlte das Feuer. Der Wille zur Macht sozusagen. Der Macht sich selbst und andere erkennen zu wollen. Der Macht Pathos für die Philosophie zu empfinden, und seinen Ethos danach auszurichten.

"So ihr nicht werdet wie die Kinder...." wäre auch für manchen akademischen Philosophen eine gute Weisheit.