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| Ist das lediglich eine noch unausgegorene Philosophie, oder versteht ihr mich?? |
Wieso "oder", bzw. was hat das eine mit dem anderen zu tun? SChließlich kann Deine Philosophie total ausgegoren sein und könnte Dich trotzdem genau deswegen keiner verstehen, nicht wahr?
Ich für mein Teil finde Deine seminihilistische Betrahctungen spannend, vor allem die "universale" Morallosigkeit und dass Du diese Amoral der Natur über alles stellst, hier eine kleine Prüfung:
Anaximander nach enstehenden die seienden Dinge aus dem Unbegrenzten und werden in ihm auch wieder verschwinden, "indem sie einander Strafe und Buße tuen für ihre Ungerechtigkeit, gemäß dem Befehl der Zeit" - ist das nun ein moralischer Begriff von Ungerechtigkeit, Strafe, Buße, oder ein geometrischer? Solon war der Ansicht, dass "gerecht" nur die Oberfläche eines Sees ist, der noch nie von einem Hauch des Windes berührt wurde - hat Anaximander bei den seienden Dingen also an etwas in der Art wie die 'gebogenen (ungerechten)' Wahrscheinlichkeitswellen der Physik gedacht? Dann wäre ihr einander strafendes Vergehen (Auflösung im Unbegrenzten, Nirwana) einer negativen Interferenz gleichzusetzen.
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Ich weiß ja nicht mal, wo Moral HERKOMMT, warum wir Menschen diese Gabe haben.
Irgendwie schon egoistisch, die Moral für die Menschheit zu monopolisieren. Aber für mich lässt sich das Dilemma nicht lösen! |
Du denkst bei Moral an Verbote wie du sollst nicht töten, nicht stehlen, nicht lügen (keine die Wirklichkeit verbergenden Realitäten erschaffen, um dich oder andere zu tarnen bzw. zu schützen)? Solche Verbote aufstellen zu können (Ptential), hat offenbar damit zu tun, dass wir Menschen als einzige unter allen Arten der Lebewesen über die dem vorauszusetzende hohe Intelligenz verfügen, eine Gabe der Natur, die sich nach und nach aus Atomen und Amöben bis hin zum IQ 100 entwickelt hat, nur erklären die in diesem Milliarden Jahre währenden Prozess wirkenden "evolutionären" Naturgesetze natürlich nicht, welche Gründe den Mensch, oder wen sonst? bewegt haben mögen, seine selbstgemachten moralischen den natürlichen Gesetzen gegenüber zu stellen. Liegt vielleicht der Egoismus noch tiefer oder früher als die Moral, so dass letztere ein nachträglich erfundenes Mittel zum Zweck sein lönnte, das Zusammenleben unter lauter Egoisten zu ermöglichen? Die Frage wäre wiederum: Ist der Egoismus des Menschen, der ihn zum Lügen, Stehlen, Töten verleiten mag aber nicht unbedingt muß da es auch andere Motive für jene Taten geben kann, ja, sie sogar aus Liebe erfolgen können, naturgemäß menschlich oder eher als unmenschliche Pervertierung des natürlichen Empfindens zu bezeichnen?
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| Dass es eine Moral geben muss, ist mir bewusst. Nur kann ich mir nicht erklären, woher die kommen soll. |
Wozu müsste es Moral geben wenn die Menschen keine Egoisten wären, bzw. die, die es sind, keine sein müssten?
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| Mein Grundzweifel ist eben der: Wo finden wir eine "Urformel" der Moral? |
Meiner Meinung nach muß bevor sich darauf eine Antwort finden läßt geklärt werden, ob der Egoismus der Menschen zu ihrer Natur gehört, bzw. ob Menschen auch ohne Egoismus in Gesellschaften zusammenleben können. Wie regeln die anderen sozialen Lebewesen ihr unmoralisches Zusammenleben in Herden, Rudeln, Staaten? Haben sie so etwas wie triebhafte selbstlose Liebe, "Hungern und Dürsten nach Gerechtigkeit" als immanente Voraussetzung, ohne jegliche Moral zurechtzukommen? Entwickelt sich der Altruismus der Erwachsenen aus einem kindlichen Egoismus, wenn ja wie? Wissen wir das, wissen wir auch, wie die natürliche Entwicklung gestört werden kann, vielleicht läßt sich daraus direkt oder mittelbar sichbar machen, warum wir Menschen als Egoisten geboren werden und sterben, die Moral wie unbedingt notwendig erscheinen lassen, damit wir uns nicht gegenseitig alle tot schlagen.