Das
Universum verdampft daher
quantenmechanisch zu einem
Punkt und hört
dort auf zu
existieren.
Na, dann lass man das Universum verdampfen. Das in eins Gewendete. Ist es eigentlich ein Wunder, wenn die sog. Kreationisten sich lieber den metaphorischen Bildergeschichten zuwenden?
Es hat keinen Urknall gegeben, sondern es wird einen geben, wenn das in eins Gewendete irgendwann mal verdampft ist. Da, wo die Zeit zu einem bloßen Rechenfaktor geworden ist, ist halt alles möglich. Jeder Umkehrschluss, auch dieser. Das ist aber reine Mathematik und bleibt damit immer völlig theoretisch. Nur der Mathematiker übersieht dabei gänzlich, dass, während er seine aberschlauen Berechnungen durchführt, auch in ihm die Zeit unweigerlich verrinnt, dreht er eine Gleichung um, ist schon wieder soviel Zeit verstrichen, wie er für den Gedanken brauchte, er hat sein Mittagessen verdaut, er hat Luft geholt, er hat unendlich vieles unterlassen, unwiederruflich.
Für mich sieht das ganze Gefrage nach einem wissenschaftlich begründbaren Ursprung unseres Seins so aus, als liefen Gedanken Amok. Es gehört nun mal zu unseren unabdingbaren Erkenntnisvoraussetzungen, dass wir Daten verarbeiten, die immer unvollständig sind, sowohl von unserer Empfänglichkeit her, wie auch von den auf auf uns wirkenden Reizen. Wir können alles mögliche berechnen, nur die Lücken können wir nicht erkennen, da unser Verstand sie schon immer mit eigenem Zutun gefüllt hat. Der Verstand versucht jede Lücke zu schließen, weil er sie als solche nicht erkennen kann. Hat schon jemand mal einen Unterschied gesehen? Da arbeitet denn unsere Vernunft, die Fähigkeit zu abstrahieren, schon mit Phantasiegebilden.
Das naheliegendste Gebilde ist das Ich, das aber auch schon immer dazugedacht ist, also ein Produkt unserer theoretischen Vernunft. Der Denker folgt dem Gedanken und nicht umgekehrt. Das, was unabhängig vom Ich da ist, das ist also das in eins Gewendete, das Ich bleibt leider draußen vor. Ohne Ich aber gar keine Erkenntnis. Steht dieses " Ich " nun aber vor so reinen Begriffen wie Anfang und Ende, weil es sich selber darin eingespannt sieht, dann versucht es natürlich auch diese Lücke zu schliessen, obwohl sie andererseits nicht mehr und nicht weniger umfasst als alles. Was soll da anderes herauskommen als ein reines Phantasiegebilde? Man schliesst also von der eigenen Endlichkeit auf eine allgemeine.
Schon nach epikuräischer Auffassung ( Lucretius : Von der Natur ) kommt die Weltentwicklung dadurch zustande, dass Atome von der an sich anhaftenden senkrechten Abwärtsbewegung, abweichen und aneinanderprallen. Diese Störung, die immer unbekannter Ursache bleiben muss, da sie nur sich selber erkennen könnte, ist also das tiefste Wesen unserer eigenen Natur, wir nennen dies Freiheit. Die sog. Wissenschaft, muss aber innerhalb der Kausalität verharren, während die Freiheit im Esse einer anderen Welt angehört, einer metaphysischen und wenn sich die Liebe dazugesellt, der des eminenten Glaubens. Der Rest ist der Glaube an eine Weltformel, viel Vergnügen.
Mit freundlichen Grüßen
Reinhard