Regeln

John
Zitat:
Geiles Untergangszenario. Und wenn es in der Schulspeisung nichts anständiges zu essen gibt glauben die Leute verkauftes Essen ist schlecht und sofort geht die gesamte Gastronomie unter? Und deswegen muss man ihnen beibringen, dass nicht jedes Essen schlecht ist, damit sie nicht verhungern? Und um das zu erreichen macht man also etwas total dummes? Gute Einstellung.


Genau deswegen halte ich Beispiele für problematisch, dann kommt nämlich so ein total konstruiertes, nur sehr peripher zum Kernproblem passendes, heraus wie dieses.

Zitat:
Und da Menschen die Quelle dieser Probleme sind, ist es Sinn und Zweck der Regeln, die Menschen zu kontrollieren.


Wenn ich es nicht besser wüsste, also diesen Satz interpretieren könnte, käme folgende Lesart heraus (für jemanden, der unsere Lebensrealität nicht kennt): Menschen sind so doof, dass sie sich Probleme schaffen und so doof, dass sie diese nicht lösen können. Aber das ist weiter nicht schlimm, denn es gibt ja Regeln, die diese doofen Menschen kontrollieren können. Also werden die Probleme dank der Regeln gelöst.

Worüber stolpern aber meine Gedanken bei diesem Satz dann?

Entweder die Regeln sind tatsächlich dazu fähig, diese Probleme zu lösen, dann ist das toll und den Instanzen, die die Regeln aufstellen oder den Regeln selbst, falls sie sich denn selbst aufstellen, sei Dank dafür gesagt und es ist gut für uns doofe Menschen, die undoofen Regeln genau zu beachten.

Oder aber die doofen Menschen haben in einem Anfall von Nichtdoofheit diese Regeln erstellt, bzw. immer dann ihre naturgemäße Doofheit überwunden, wenn sie Regeln aufstellten. Dann ist auch alles in Ordnung.

Oder aber es ist so wie ich vermute: Menschen sind (da hast du ja absolut Recht) die Quelle der Problem, um sie zu lösen, erfinden sie Regeln und bauen sie aus; damit haben sie ja etwas getan. Und je eindeutiger die Regeln sind (oder anders ausgedrückt: je mehr verboten ist), desto geregelter ist die Welt und desto weniger belästigen die selbst verursachten Probleme die geregelten Menschen.

Und die Zweifler an der Funktionen von Regeln bezeichnet man als Anarchisten, haut ihnen konstruierte Beispiele oder Dogmen um die Uhren und die Menschen fahren auf einem geraden Gleis unproblematisch dahin. Bis ein Hindernis kommt! Aber neue Regeln werden das schon in den Griff kriegen!
Shui
@John
Zitat:
Genau deswegen halte ich Beispiele für problematisch, dann kommt nämlich so ein total konstruiertes, nur sehr peripher zum Kernproblem passendes, heraus wie dieses.

Das war ein Beispiel dafür, wie selten dämlich dein Beispiel war.

Du darfst Beispiele gerne für problematisch halten, aber offensichtlich bist du einfach unfähig richtige Beispiele zu konstruieren, das hat nichts mit einer allgemeinen Schwäche von Beispielen zu tun.
Deine Beispiele waren bis jetzt: irrelevant, nicht zum Thema gehörig, nicht richtig ausgeführt oder einfach vollkommen übertrieben.

Dann hör einfach auf Beispiele zu machen, anstatt dich immer danach hin zu stellen "Ich hab zwar ein Beispiel gebracht, aber aus Grund XY sind Beispiele einfach vollkommen dumm."
Besserwissere hier nicht rum, sondern machs besser.

Zitat:
Menschen sind so doof, dass sie sich Probleme schaffen und so doof, dass sie diese nicht lösen können. Aber das ist weiter nicht schlimm, denn es gibt ja Regeln, die diese doofen Menschen kontrollieren können. Also werden die Probleme dank der Regeln gelöst.

Ähm... naja, fast. Aber im Grunde ist das die Aussage, ich will nicht, das jemand groß etwas interpretiert.
Menschen sind doof, aber weil sie wissen, dass sie doof sind, erfinden sie Regeln, um sich gegen ihre eigene Doofheit zu schützen.

Zitat:
Und die Zweifler an der Funktionen von Regeln bezeichnet man als Anarchisten

Anomisten Zwinker
Anarchisten sind gegen Hirarchie, also Herrschaftsformen, Anomisten sind gegen NOMOS, also Gesetze.
John
@shui: also zum einen halte ich dein Beispielmit dem Essen, das ja mit Regulierung überhaupt nichts zu tun hat, für wesentlich dämlicher als meine Beispiele, die auf jeden Fall mit Verboten, bzw. Regulierungen eng zusammenhängen, bzw. gerade diese als Ursache haben.

Außerdem sind meine Beispiele vom Handyverbot und der Geschwindigkeitsübertretung gerade nicht konstruiert, wie du ja wohl zugeben wirst.

Zitat:
Besserwissere hier nicht rum, sondern machs besser.


Seit wann sind die Philosophen oder Schreiber in Philosophieforen Macher?
Das wäre ja toll, wenn unsere Gedanken, bzw. das Ergebnis des Austausches unserer produktiven und von jedem auf seine Art und irgendwie richtigen und klugen Ideen etwas auf der Welt wirklich besser machen könnte! geschockt Gut !

Danke für die Belehrung, man lernt nie aus. Ich denke nicht, dass ich mich als Anomisten bezeichnen lassen muss; ich akzeptiere die Notwendigkeit von Gesetzen, ca. 25 % der vorhandenen, aber ich erlaube mir als Mensch und Staatsbürger ( gemäß dem Repräsentationsprinzip also indirekter Gesetzgeber) sie kritisch zu hinterfragen und nicht als machtgegeben hinzunehmen.

Zitat:
Aber im Grunde ist das die Aussage, ich will nicht, das jemand groß etwas interpretiert. Menschen sind doof, aber weil sie wissen, dass sie doof sind, erfinden sie Regeln, um sich gegen ihre eigene Doofheit zu schützen.


Ob es möglich oder sinnvoll ist, hier im Forum Aussagen zu machen, in die man dann nichts oder nichts "Großes" hineininterpretiert, lasse ich mal dahingestellt. Ob es aber möglich ist, dass doofe Menschen einen Schutz erfinden, der sie vor ihrer eigenen Doofheit schützt, scheint mir doch zumindest fraglich, wenn nicht gar unmöglich zu sein. Wohlgemerkt, du bezeichnest die Menschen als doof, nicht ich. Ich halte sie nämlich für klug genug, zu erkennen, dass sie Gesetze benötigen, die ihr Zusammenleben regeln, und dass sie auch den Umgang mit ihnen beherrschen. Sie sind (wären, wenn sie sich nicht seit Jahrhunderten anders gepolt hätten) auch klug genug, zu erkennen, dass sie die Gesetze zu beherrschen haben und es nicht zu ihrer menschlichen Größe passt, sich von ihnen beherrschen zu lassen.
metin
Zitat:
Original von John

Mal ganz banal: Zweck ist, zu regeln. Was? Etwas, das ohne Regeln nicht funktionieren würde. Funktionieren bedeutet, so zu sein, dass ein gewisses, hoffentlich definiertes, Ziel erreicht wird.
Wie? So, dass dieses, hoffentlich definierte, Ziel, möglichst gut erreicht werden kann.

Hallo john,
Wenn die men etwas zusammen unternehmen wollen, dann sind notwendig. Ohne die Regel kann man das Ziel des Unternehmen nicht erreichen. Auch das Zusammenleben ist ein Unternehmen. Dieses Unternehmen hat das Ziel, dass die Mitglieder in friedlicher Koexistenz zu leben und gegenseitig zu helfen.sie dürfen sich nicht gegenseitig in ihre Selbstentfaltungswille verhindert. Damit dies möglich ist, sind Regel notwendig. Die wichtigste Regel im Zusammenleben ist die gegenseitig Achtung und Rücksicht nahmen. Das heiß keine darf den frei Raum des Anderen nicht einschränken. Wenn der Machtiger in den frei Raum der Schwach unnötig einschränkt, dann funktionieren das Zusammenleben nicht, weil es Ungerechtigkeit gibt. Das heiß, die schwachen Mitglieder bekommen nicht, was ihnen seinmässige zu steht. Die Folge sind Proteste.

Zitat:
Würde man (der Gesetzgeber, die Allgemeinheit, die für die Erstellung von Regeln zuständigen Personen oder Gruppierungen) diesen Sinn von Regeln auch so sehen und realisieren, wären sie ein nützliches Instrumentarium zur Regelung von Problemen in der Gemeinschaft.

Heiß es, dass die Allgemeinheit die Regel nicht wie es definieren gebraucht, sondern versucht die Macht zu behalten bzw. zur vergrößert?
Lieber Grüssen
Metin Öztaskin
John
schön, dass dieses Thema nach so langer Zeit wieder aufgegriffen wird.

Ich wills mal ganz einfach formulieren: Ziele sind wichtiger als Regeln.
Regeln dienen dazu, Ziele zu erreichen. Sind die Ziele definiert, müssen Regeln ständig überprüft werden, ob sie zu den Zielen konkludent sind.
Die Einhaltung von Regeln selbst kann niemals der Zweck sein, sondern immer nur Mittel zum Zweck.
metin
Zitat:
Original von Shui
Das stimmt so nicht. Es fußt au der fälschlichen Annahme, Regeln dienen einzig dem Leben als Gemeinschaft, was jedoch nicht stimmt.
Vele Regeln beziehen ich auch auf den Umgang mi de Natu und der Umwelt, welche es auch auf der einsamen Insel gibt.
Wenn dieser einsame Mensch sich vor begrnzte Resourcen gestelt sieh, muss er sich auch Regeln überlegen, um mit diesen um zu gehen.

Hallo shui,
so gesehen, hast du völlig recht. Auf eine Inseln ist man nicht alleine. Auf der Inseln gibt es Natur. Und wie bekanntlich ist die (lebendige) Natur als gesamtes betrachtet eine lebendes Organismus, auf die man Rücksicht nehmen muss. Wenn der einsame Mensch auf der Inseln auf die Natur, die ihnen umgibt, nicht Rücksicht nimmt und verantwortliche umgehen, machte er seiner Lebensgrundlage kaputt. Diese Tatsache gilt nicht nur für den einsame inseln Bewohner, sondern für die ganze Menschheit auf der Erde. Es ist wichtig, die Umwelt nicht auszubeuten, sondern darauf z achten, dass die Umwelt ökologische Funktionsfähig bleibt. Um zur diese dieser Erkenntnis zu kommen, müssen die Menschen ihren Wahrnehmungshorizont erweitern.

Zitat:
Dieser Mensch wird sich als erstes ein Ziel formulieren, es wird wohldarin bestehen, so lange wie möglich zu überleben und gegebenenfalls Signale in die Welt zu senden, auf dass er gefnden und gerettet wird.
Also giltes, Regeln oder Prinzipien zu erdenken,welche es ihm ermöglichen das alles mit den begrenzten Resourcen zu bewerkstelligen.

Wenn der Mensch auf der Inseln oder die Menschen auf den Globus Erde lange überleben wollen, dann müssen die Regel nicht erdenken, sondern sie sind in der Natur schon vorhanden. Also müssen die diese Regel entdecken. Doch dazu ist die Erweiterung der Horizont notwendig.

Zitat:
Auf einer einsamen Insel stranden ist schließlich kein Zuckerscleckn Zwinker

Das ist wohl eine Tatsache. Man kann darüber nicht diskutieren. Wir Menschen sind nicht dazu geschaffen, um einsam zu leben. Robinson war frohe als er eine Einheimische begegnet. Er nannte dein einheimische FREITAG

Lieber Grüssen
Metin Öztaskin
John
Ich bestreite ja gar nicht, dass auch das Leben auf einer einsamen Insel Regeln notwendig macht, um mit den natürlichen Gegebenheiten zurecht zu kommen.

Nur: Er muss sich auch dort diese Regeln nicht nur einmal überlegen, sondern sie veränderten Gegebenheiten gegenüber fortlaufend anpassen.

Gerade dort. Also gilt genau das, was in einer Gemeinschaft auch gilt:

Regeln haben eine Aufgabe und sind nicht Selbstzweck. Und wenn sich eine Regel nicht mehr bewährt, so muss sie angepasst oder aus dem "Regelwerk" entfernt werden.

Dies geschieht doch auch überall laufend, nur eben immer noch zu selten. Und zu oft richten sich die Menschen nach veralteten Regeln und Gesetzen.
DerLachendeMann
ich denke schon das regeln und gesetze ihren sinn haben. manche mehr, manche weniger wie wir ja alle wissen, vorallem jene die einen führerschein haben oder einen eigenen laden führen.
aber hinterfragen der regeln ist ein interessanter, wenn auch naheliegender, ansatz.
manche regeln sind hinterfragbar, zb die regeln und gesetze in einem staat. es gibt die möglichkeit den sinn eines gesetzes vor gericht anzufechten, so das dieses möglicherweise geändert oder abgeschafft wird. und dann gibt es welche, ohne die würde nichts funktionieren, deshalb sind sie nicht hinterfragbar. zb töten ist verboten weil..., oder noch krasser: naturgesetze. die schwerkraft kann man nicht hinterfragen.
John
Davon, unveränderliche, nicht vom Menschen gemachte, Gesetze, zu hinterfragen, war ja auch nicht die Rede.

Und das Gesetz "du sollst nicht töten ........" zum Beispiel wird doch auch hinterfragt (Krieg, Abtreibung, Todesstrafe, ....). Die Frage stellt sich doch eigentlich anders:
Was genau wird denn hinterfragt?

Doch nicht das Gesetz an sich mit der Forderung, es abzuschaffen oder gar ins Gegenteil umzuformulieren:
Du sollst töten oder Töten ist überhaupt nichts Schlechtes

Es geht doch darum, dass einfach das Gesetz an sich dann an Wert verliert, wenn es nicht mehr absolut eingehalten werden kann. Dass man über dieses Gesetz diskutiert, bzw. es eben nicht immer eingehalten wird, bestreitet wohl niemand.

Meine Vorstellung geht eben einfach in die Richtung:


Wir haben an ein Gesetz einen Anspruch zu stellen. Es muss in allen Situationen anwendbar sein, leicht verständlich sein und darf nicht im Widerspruch zu anerkannten Zielen stehen.

Das Gesetz darf eben niemals Selbstzweck sein, auch nicht die Erfüllung des Gesetzes. Für "niedrigere" Regelungen wie "Ordnungen" etc. gilt dies natürlich um so mehr.

Wenn man so will, geht es einfach um die richtige Beachtung der Reihenfolge:

Ziel - Mensch - Gesetz.

Natürlich ist dies alles nicht ganz einfach, und die Bezeichnung "Ansatz" von dem Lachenden Mann, finde ich gut.
metin
Zitat:
Original von kämpfer der sonne
die welt funktioniert nach gesetzen, täte sie dies nicht wäre hochentwickeltes leben nie möglich gewesen.

regeln sind grundlagen für entwicklung und stabilität.


hallo Kämpfer,
an deinen Feststellungen sind war. Ohne Regel kann die Welt und das Leben nicht funktionieren. Die oberste Regel für die Erhaltung der Art und Leben, wer die vorhandene Ressource am beste bewerten kann, hat die Chance zu überleben. Wenn die Arten die vorhandene Ressource nicht gut verwerten kann, ist Vernichte zum verschwinden verurteilte.
Regel sind Grundlage für Entwicklung und Stabilität, weil den Weg in die richtige Richtung zeigen.
Lieber Grüssen
Metin Öztaskin
John
Merkwürdig, dass ich immer dann (nicht nur hier), wenn ich so etwas wie
Hinterfragen von Regeln erwähne, sofort über die Notwendigkeit von Regeln "aufgeklärt" werde. Diese stelle ich doch überhaupt nicht in Frage.

Ich meine nur, dass einmal irgendwann aufgestellte Regeln eine Selbstwirkung entfalten (bzw. wir Menschen ihnen diese zugestehen), anstatt sie regelmäßig auf ihre noch immer oder nicht mehr bestehende Aktualtiät hin zu überprüfen.
metin
Zitat:
Original von Exebeche
Vielleicht wirkt das narzisstisch, wenn ich mich dauernd selbst zitiere, aber ist mir egal:

http://philo-welt.de/forum/addreply.php?...e&postid=200083

hallo Exbeche,
es muss nicht unbedingt narzisstisch oder eitel sein, wenn die Aussage an der Stelle zutreffend ist.

Zitat:
Es wird mitunter die Vorstellung vertreten, Gott habe die Welt gut geschaffen und wir Menschen würden sie in die Hölle verwandeln.
Oder wenn jemand nicht den Glauben an Gott vertritt, wird so getan, als seien die Gesetze der Natur rein und frei von Schlechtem. Erst der Mensch habe die Begriffe des Bösen und der Sünde überhaupt in die Welt gebracht und diesen damit zur "Existenz" verholfen.
Der Mensch habe gewissermaßen die konzeptionelle Reinheit der Natur verdorben.

Es ist wohl, dass die Menschen das Böse in die Welt gesetzt haben. Sie haben das Böse n die Welt gesetzt, weil die Regel der Natur und Allgemeinheit missachte haben. Die Menschen soll eigentliche mit der Natur pfleglich umgehen und sie wie ein unverzichtbares Partner behandeln. Doch die Menschen haben versucht die Natur zu versklaven und sie auszubeuten. Und war die Ursache für die Existenz des Bösen. Die Menschen eigentlich in der Lage, mit der Natur pfleglich um zu gehen, weil dn Wert der erkennen können.

Zitat:
Das sind schwerwiegende Irrtümer.
"Das Böse" ist zunächst etwas subjektiv Empfundenes.
Allem voran besitzt es keine metaphysische Existenz.
"Das Böse" glaubt ein Subjekt in einer Handlung zu erkennen, wenn ihm wissentlich und/oder willentlich Leid zugefügt wird.
Eine der wesentlichsten Eigenschaften dieser als böse empfundenen Handlungen ist, dass der Handelnde mindestens teilweise blind für das Leid ist, und viel wichtiger noch, dass er völlig blind ist für das vermeintliche Böse, das der Erleidende zu erkennen[empfinden] glaubt.

Im allgemeine hab ich Schwierigkeit metaphysisch Existenz zu verstehen, aber in diesen Fall erscheint mir einleuchten zu sein. Das Böse hat kein eigenes objektives Existenz. Das Böse ist subjektive Empfinden. Es ist ein Bezeichnung für das Phänomen, was das Zusammenleben unnötig erschwert. Die Ursache für das Böse, das man auf ziel, die man erreichen will, konzentrieren und den Leid, den man auf dieser Weise verursach, nicht bewusst wird

Zitat:
Das Schema tritt immer in gleicher Weise wie in folgender Konstellation auf:
Ein Kind im Sandkasten weint, weil es von einem anderen geschlagen wurde.
Der Schlagende ist böse.
Der Schlagende ist aber überzeugt, dass der Weinende böse ist.
Er hat ihm nämlich die Schaufel nicht zurückgegeben, die rechtmäßig ihm gehört.
Uns interessiert an dieser Stelle überhaupt nicht, wer der rechtmäßige Eigentümer der Schaufel ist.

Dieses schema macht deutlich, dass das Böse nicht unabhängig existieren, sondern subjektives empfinden ist. das schlagende Kind empfinde den Weinende alles böse und schlagt das kind, weil es etwas wegnimmt, was er haben wollte. Bei dieser Handlung spielte keine Rolle, wer der rechtmäßige Eigentümer ist.
Hat das weinende Kind eine Regel durchgebrochene? Kann man sagen,wer die Regeln durchbricht verursache Böse?
Zitat:
Der vom Leid Betroffene erkennt in der Handlung des anderen mindestens die Absichtlichkeit der Handlung, zumeist wird aber auch unterstellt, dass der ausführende um das verursachte Leid weiß: Willentlichkeit und Wissentlichkeit.

Was willst du mit diesen abschnitt zum ausdruckt bringen? Versacht der Diktator willentliche Leid und Böse?

Zitat:
Das eigentlich perfide am sogenannten Bösen ist, dass Systeme die Eigenschaft haben sich Akteure zu Handlangern zu machen.
Wenn man sich die Protokolle der Gerichtsverhandlung von Adolf Eichmann anschaut, gehört es zu den erschreckendsten Eindrücken, dass man es diesem Logistiker des Holocaust abnimmt, dass er sich in keiner Sekunde für Böse gehalten hat.
Höchstwahrscheinlich hat er es sogar ehrlich gemeint, als er sich als Opfer des Systems bezeichnete.

Was ist mi perfide gemeint? Das sich die handlanger des Holocaust sich nicht mit dem Böse identifizieren, sondern sich Opfer betrachtet?
Lieber Grüssen
Metin Öztaskin
metin
Zitat:
Original von John
schön, dass dieses Thema nach so langer Zeit wieder aufgegriffen wird.

Ich wills mal ganz einfach formulieren: Ziele sind wichtiger als Regeln.
Regeln dienen dazu, Ziele zu erreichen. Sind die Ziele definiert, müssen Regeln ständig überprüft werden, ob sie zu den Zielen konkludent sind.

Hallo John,
heiß es, daas man überprüfen muss, ob man mit den Regel die zielen erreichen kann?
Lieber Grüssen
Metin Öztaskin
P. S.: Was bedeutet konkludent konkrete
John
Hallo Metin, genau das wollte ich damit ausdrücken.

Beispiel: Wenn eine Geschwindigkeitsbegrenzung das Ziel der Verkehrssicherheit hat (was ja so sein sollte), muss sie auch diesem Ziel dienen. Wenn diejenigen, die sie festsetzen, der Meinung sind, ein anderes denkbares Ziel (angemessene Reisegeschwindigkeit) sei unwichtig, müssen sie das klar sagen. Wenn gar eine Geschwindigkeitsbegrenzung der Füllung des Staatssäckels dienen soll, halte ich es für bedenklich, dies nicht zuzugeben, sondern den "Mantel der Verkehrssicherheit" darüber zu breiten. Ein Autofahrer muss also das Recht haben, zu erfahren
Warum eine Regel existiert, die ihn Geld für eine Strafe oder mehr kostet.

So gibt es viele andere Beispiele, die ich meine.

konkludent soll hier bedeuten: zu den Zielen passen!
metin
Zitat:
Original von John
Wenn diejenigen, die sie festsetzen, der Meinung sind, ein anderes denkbares Ziel (angemessene Reisegeschwindigkeit) sei unwichtig, müssen sie das klar sagen. Wenn gar eine Geschwindigkeitsbegrenzung der Füllung des Staatssäckels dienen soll, halte ich es für bedenklich, dies nicht zuzugeben, sondern den "Mantel der Verkehrssicherheit" darüber zu breiten.

Hallo John,
habe ich das richtig verstanden? Wenn die Geschwindigkeitsbegrenzung zur Verkehrsicherheit dient, dann die Regel mit den Ziel konkludent. Wenn aber die Begrenzung nicht der Verkehrsicherheit dient, sondern den Staatssäckels füllen soll, dann ist die Regel nicht konkludent, weil es den Ziel nicht passen ist

Zitat:
Ein Autofahrer muss also das Recht haben, zu erfahren
Warum eine Regel existiert, die ihn Geld für eine Strafe oder mehr kostet.

das ist sehr einleuchten. Der Verkehrteilnehmer har das Recht, zu erfahren, warum die Regel besteht.
Wenn ich nun fragen würde, warum der Teilnehmer das Recht hat, dann dieser Frage den Rahmen sprengen. Dieser Frage gehört höchst wahrscheinlich Rechtphilosophie.

Ich assoziier mit Regel (ethisch) Normen. Doch ich bin mir nicht sicher, ob dieser Assoziation richtig ist.

Lieber Grüssen
Metin Öztaskin
metin
Zitat:
Original von John
Merkwürdig, dass ich immer dann (nicht nur hier), wenn ich so etwas wie
Hinterfragen von Regeln erwähne, sofort über die Notwendigkeit von Regeln "aufgeklärt" werde. Diese stelle ich doch überhaupt nicht in Frage.


was ist Merkwürdig? Ob die Regeln notwendig sind?

Zitat:
Ich meine nur, dass einmal irgendwann aufgestellte Regeln eine Selbstwirkung entfalten (bzw. wir Menschen ihnen diese zugestehen), anstatt sie regelmäßig auf ihre noch immer oder nicht mehr bestehende Aktualtiät hin zu überprüfen.

kommst es vor, das die Regeln ihre Aktualität, ihre Bedeutung verlieren?

Kommen meine Fragen penetrant vor?

Lieber Grüssen
Metin Öztaskin
metin
Zitat:
Original von DerLachendeMann
aber hinterfragen der regeln ist ein interessanter, wenn auch naheliegender, ansatz.
manche regeln sind hinterfragbar, zb die regeln und gesetze in einem staat. es gibt die möglichkeit den sinn eines gesetzes vor gericht anzufechten, so das dieses möglicherweise geändert oder abgeschafft wird. und dann gibt es welche, ohne die würde nichts funktionieren, deshalb sind sie nicht hinterfragbar. zb töten ist verboten weil..., oder noch krasser: naturgesetze. die schwerkraft kann man nicht hinterfragen

hallo lachend Mann
deine Feststellung ist vom der Realität entfernt. Man muss jeden Gesetz bzw. Regel hinterfragen. Wenn man nicht fragt, dann kann man Werte eines Gesetze nicht erkennen.
Wie soll man feststellen, das die Regel nicht toten, unverzichtbar ist wenn man nicht hinterfragt .
Ich nehme an, du wolltest zum Ausdruck bringen, dass man auf einige Regel nicht verzicht kann und andere wiederum gut verzicht kann.
Wir können die Schwerkraft hinterfragen. Wir werden aber zur der Feststellung kommen, das wir diesen Schwerkraft bedingungslos unterworfen sind.



Zitat:
Original von John

Es geht doch darum, dass einfach das Gesetz an sich dann an Wert verliert, wenn es nicht mehr absolut eingehalten werden kann. Dass man über dieses Gesetz diskutiert, bzw. es eben nicht immer eingehalten wird, bestreitet wohl niemand.


@hallo John,
dieser Satz ist sehr einleuchten Wenn man feststellt, dass as Zusammenleben auch dann funktionieren, wenn man sich nicht an das Gesetze hält, dann verlieren das Gesetz seiner Bedeutung.

Zitat:
Das Gesetz darf eben niemals Selbstzweck sein, auch nicht die Erfüllung des Gesetzes. Für "niedrigere" Regelungen wie "Ordnungen" etc. gilt dies natürlich um so mehr.

Wie kann man mit eine Gesetze eine andere Gesetze erfüllen[/quote]

Zitat:
Wenn man so will, geht es einfach um die richtige Beachtung der Reihenfolge:

Ziel - Mensch - Gesetz

Zuerst einen Ziel definieren und Gesetz schaffen, wie man das Ziel erreichen kann?

Lieber Grüssen
Metin Öztaskin
John
Hallo Metin, ich denk mal, im Großen und Ganzen hast du mich richtig verstanden.

Allerdings halte ich das ganze Prinzip für wesentlich einfacher als viele in unserer Gesellschaft, die ich als "autoritätsgläubig" bezeichnen möchte. Und dabei auch Regeln zu Autoritäten machen. Mit deiner letzten Frage bringst du die Sache eigentlich genau auf den Punkt.

Ich versuche es mal an einem Beispiel: Wenn ich Verkehrssicherheit schaffen will, muss ich die Geschwindigkeit begrenzen. 50 in der Stadt ist in manchen Situationen zu schnell, aber straffrei. In der Nacht jemanden wegen 55 km/h aber zur Kasse zu bitten, was macht das für einen Sinn?Sieht er die Notwendigkeit ein? Gut, für Gesetzgläubige ist das egal, aber wird der wirklich sein Verhalten ändern. Wenn das auch egal ist, dann muss man halt einfach feststellen: Die Regel, die hier angewendet wird, dient nicht der Verkehrssicherheit. Dies stört nun wiederum die Gesetzgläubigen nicht, diejenigen aber, denen am Erreichen eines Ziels (hier also Verkehrssicherheit) etwas liegt, dagegen schon.

Könnte das mit zahlreichen Beispielen belegen. Merkwürdig ist übrigens, dass viele bei meinen Gedanken immer so tun, als wäre ich gegen Regeln.
metin
Zitat:
Original von John
Allerdings halte ich das ganze Prinzip für wesentlich einfacher als viele in unserer Gesellschaft, die ich als "autoritätsgläubig" bezeichnen möchte. Und dabei auch Regeln zu Autoritäten machen. Mit deiner letzten Frage bringst du die Sache eigentlich genau auf den Punkt.

Hallo John,
ich kann mir gut vorstellen, was du mit autoritätsgläubige meinst, aber ich komme nicht dahinter, wie du auf autoritätsgläubige gekommen bist. Der autoritätsgläube hält sich an die Regel, ohne sich zu fragen, ob die Regel angebracht ist. Ich meine, Philosophen und Autoritätsgläubigkeit kann man nicht in Einklang bringen, weil die Philosophie alles hinterfragen und nichts einfach hinnehmen. Philosophen sind einfach unbequem Bürgern.
Welche Frage meinst du denn. Ich stelle viele Fragen

Zitat:
Ich versuche es mal an einem Beispiel: Wenn ich Verkehrssicherheit schaffen will, muss ich die Geschwindigkeit begrenzen. 50 in der Stadt ist in manchen Situationen zu schnell, aber straffrei. In der Nacht jemanden wegen 55 km/h aber zur Kasse zu bitten, was macht das für einen Sinn?Sieht er die Notwendigkeit ein? Gut, für Gesetzgläubige ist das egal, aber wird der wirklich sein Verhalten ändern.

nach meiner Auffassung hat keine Sinn, wenn man die Leute zu Kasse bitte, weil sie 55 statt 50 km/h in derNacht gefahren sind, Am Tag ist das wieder etwas anderes. Aber der Gesetzgläubige wird es hinnehme und seine Verhalten ändern

Zitat:
Könnte das mit zahlreichen Beispielen belegen. Merkwürdig ist übrigens, dass viele bei meinen Gedanken immer so tun, als wäre ich gegen Regeln.

Vielleicht weil du die allgemeine anerkennten Autoritäten in fragestellt

Was meinst du mit Ziel –Mensch – Gesetze?
Ich habe dazu einige Gedanken geschrieben. Sind diese Gedanken richtig?


Lieber Grüssen
Metin Öztaskin
Shui
@John
Zitat:
50 in der Stadt ist in manchen Situationen zu schnell, aber straffrei. In der Nacht jemanden wegen 55 km/h aber zur Kasse zu bitten, was macht das für einen Sinn?

Was das für einen Sinn macht? das kannst du nur verstehen, wenn du kurz darüber nachdenkst, wie denn die Alternative aussähe.

Wie soll man denn eine allgemeine Geschwindigkeitsregelung für stetig wechselnde Situationen festlegen? An jeder Kurve mal eben 5 Geschwindigkeitsschilder mit jeweiliger erklärung anbringen, damit der Autofahrer genau weiß, wie schnell er bei welcher Windgeschiwindigkeit aus welchem Winkel und bei wie starkem Schneefall er/sie um diese Kurve fahren darf?
Und dann nochmal 10 Schilder, weil man dazu ja verschiedene Helligkeitsgrade beim Übergang zur Nacht und natürlich der Nacht selbst beachten muss. Und das an JEDER Kurve, sowie JEDER darauffolgenden geraden... Kluge Ideen, die du da hast.

Noch besser: Des Nachts darf man nach eigenem Ermessen die Geschwindigkeit bestimmenn, aber tagsüber nimmst du dir das Recht heraus zu sagen, wer wie schnell fahren darf? Ist es nicht ein bisschen willkürlich?
Nachts sieht man schlechter, selbst mit der Lichtanlage des Autos, ist die Sichtweite wesentlich stärker eingerschräntk als Tagsüber, einschließlich wegen weil man ja außerhalb des Lichtkegels nicht viel sieht und nicht alle Menschen mit Reflektoren rumlaufen.
Tagsüber ist die Sichtweite, sofern man nicht gerade geblendet wird, wesentlich größer als Nachts. Und weil die Geschwindigkeit unter anderem auch den Sichtverhältnissen angepasst sein soll, müsste man nachts sogar langsamer fahren, als tagsüber. Nur weil weniger Menschen unterwegs sind, werden diese ja plötzlich weniger sterblich.



Das hat nichts mit komischer Gesetzesgläubigkeit zu tun. Das einzige was sich zeigt ist, dass du pöse meckerst, aber kein Stück darüber nachdenkst, ob das überhaupt Sinn ergibt.
Und wer bewusst zu schnell fährt, egal zu welcher Tageszeit, der/die sieht auch das dahinterliegende Gesetz nicht ein.