Nylen
Poppers Buch ist eine systematisierte Zusammenstellung verschiedener Texte aus 30 Jahren. Meist Transkriptionen von Vorträgen.
Ich will das Buch und die Texte über die Zeit vorstellen und besprechen. Zuerst war mein Plan dies im Rahmen von Themenchats zu tun, und daran will ich festhalten. Diese aber nun als Forumthread begleitende Chats durchführen.
Der Text ist bei mir erhältlich: Sendet mir bitte eine Private Nachricht oder eine E-Mail an
Nylen@Nylen.de
Zur Motivation: Ich bin kein grosser Philosoph, nicht mal einer mit akademischen Abschluss. Ich bilde mir nicht sonderlich viel über mein Wissen der Philosophie oder Philosophen ein, mit Ausnahme der Philosophie Karl Poppers. Dies liegt darin begründet das ich das verfügbare Gesamtwerk Poppers studiert habe, und teils verinnerlicht. Ich bilde mir also ein ein Kenner Poppers zu sein. Soviel dazu warum ich wieder einmal einen Poppertext besprechen will, Warum ich so oft von Popper rede.
Ich mag dieses Forum und überwiegend die meisten die hier regelmässig posten, selbst die mit denen ich streiten kann und muss. Ich mag die Möglichkeit die in Quellenstudienthreads geboten sind. Ich mag den Chat.
Zur Vorgehensweise: Dieses mal Langsam.....ganz ganz langsam. Viele kennen Popper, und einige hier kennen mich und was ich zu Popper denke und schon woanders gesagt habe. Diesmal will ich tiefer gehen.
Wir gehen das ganze Werk durch, beginnend am Vorwort. Und diskutieren die darin ausgedrückten Gedanken.
Wenn ich erfolgreich bin, begeistere ich euch vielleicht für die tieferen Aspekte Popperscher Philosophie, welche meist bei Darstellungen übersehen wird.
Wenn ich nicht erfolgreich bin, dann bleiben euch diese Aspekte verborgen.
Nylen
| Zitat: |
Alles Lebendige sucht nach einer besseren Welt. Menschen, Tiere, Pfl anzen, auch Einzeller, sind immer aktiv. Sie versuchen, ihre Lage zu verbessern oder zumindest eine Verschlechterung zu vermeiden. Sogar im Schlaf erhält der Organismus den Schlafzustand aktiv aufrecht : Die Tiefe (oder die Seichte) des Schlafes ist ein vom Organismus aktiv herbeigeführter Zustand, der den Schlaf verteidigt (oder den Organismus alarmbereit hält). Jeder Organismus ist dauernd damit beschäft igt, Probleme zu lösen. Und die Probleme entstehen aus Bewertungen seines Zustandes und seiner Umwelt, die er zu verbessern sucht. Der Lösungsversuch stellt sich oft als irrig heraus, er führt zu einer Verschlechterung. Dann folgen weitere Lösungsversuche, weitere Probierbewegungen. So kommt mit dem Leben – schon mit dem der Einzeller – etwas völlig Neues in die Welt, etwas, das es vorher nicht gab : Probleme und aktive Lösungsversuche ; Bewertungen, Werte ; Versuch und Irrtum.
Vermutlich unter dem Einfl uß von Darwins natürlicher Auslese entwickeln sich vor allem die aktivsten Problemlöser, die Sucher und die Finder, die Entdecker neuer Welten und neuer Lebensformen.
Jeder Organismus arbeitet auch daran, seine inneren Lebensbedingungen und seine Individualität aufrechtzuerhalten– eine Aktivität, die die Biologen »Homöostase« nennen. Aber auch das ist innere Unruhe, innere Aktivität : Tätigkeit, die die innere Unruhe in Schranken zu halten versucht, Rückkoppelung, Irrtumskorrektur. Die Homöostase muß unvollkommen sein. Sie muß sich selbst beschränken. Wäre sie vollkommen, so wäre das der Tod des Organismus oder zumindest die zeitweilige Aufhebung aller Lebensfunktionen.
Die Aktivität, die Unruhe, die Suche ist wesentlich für das Leben, für die ewige Unruhe, die ewige Unvollkommenheit ; für das ewige Suchen, Hoffen, Werten,
Finden, Entdecken, Verbessern, Lernen und Schaffen von Werten ; aber auch für das ewige Irren, das Schaffen von Unwerten.
Der Darwinismus lehrt, daß die Organismen durch die natürliche Auslese an die Umwelt angepaßt und dadurch umgestaltet werden. Und er sagt, daß sie dabei passiv sind. Aber es erscheint mir weit wichtiger, daß die Organismen,
in ihrer Suche nach einer besseren Welt, neue Umwelten finden, erfinden und umgestalten. Sie bauen Nester, Dämme, Gebirge. Aber ihre folgenreichste Schöpfung ist wohl die Umschaff ung der Luft hülle der Erde durch Anreicherung mit Sauerstoff ; ihrerseits eine Folge der Entdeckung, daß das Sonnenlicht als Nahrung dienen kann. Die Entdeckung dieser unerschöpfl ichen Nahrungsquelle und der zahllosen Methoden, das Licht aufzufangen, erschuf das Pfl anzenreich. Und die Bevorzugung der Pflanzen als Nahrungsquelle erschuf das Tierreich.
Wir selbst haben uns durch die Erfi ndung der spezifi sch
menschlichen Sprache erschaff en. Wie Darwin sagt (Die Abstammung
des Menschen, 1. Teil, Kapitel III), der Gebrauch
und die Entwicklung der menschlichen Sprache »wirkte auf den Geist zurück« (»reacted on the mind itself«). Ihre Sätze können einen Sachverhalt darstellen, sie können objektiv wahr oder falsch sein. So kommt es zur Suche nach
der objektiven Wahrheit, zur menschlichen Erkenntnis. Die Wahrheitssuche, vor allem die der Naturwissenschaften, gehört wohl zum Besten und zum Größten, das das Leben in seiner Suche nach einer besseren Welt geschaffen hat.
Aber haben wir nicht mit unserer Naturwissenschaft dieUmwelt zerstört ? Nein ! Wir haben große Fehler gemacht –alles Lebendige macht Fehler. Es ist ja unmöglich, alle die ungewollten Folgen unserer Handlungen vorauszusehen.
Die Naturwissenschaft ist hier unsere größte Hoff nung : Ihre Methode ist die Fehlerkorrektur.
Ich will hier nicht enden, ohne etwas zu sagen über den Erfolg der Suche nach einer besseren Welt während der 87 Jahre meines Lebens, in einer Zeit von zwei unsinnigen Weltkriegen und von verbrecherischen Diktaturen. Trotz
allem, und obwohl uns so viel mißlungen ist, leben wir,die Bürger der westlichen Demokratien, in einer Gesellschaft sordnung, die gerechter ist und besser (weil reformfreudiger) als irgendeine andere, von der wir geschichtlich
Kenntnis haben. Weitere Verbesserungen sind von größter Dringlichkeit. (Aber Verbesserungen, die die Macht des Staates vergrößern, bringen leider oft das Umgekehrte von dem hervor, das wir suchen.)
Zwei Dinge, die wir verbessert haben, möchte ich kurz erwähnen.
Das allerwichtigste ist, daß das furchbare Massenelend, das es noch in meiner Kindheit und Jugend gab, bei uns verschwunden ist. (Leider nicht in Kalkutta.) Manche Leute entgegnen, daß es bei uns Menschen gibt, die zu reich sind.
Aber was kümmert uns das, wenn genug da ist – auch der gute Wille – um gegen Armut und andere vermeidbare Leiden zu kämpfen ?
Das zweite ist unsere Reform des Strafrechts. Zunächst hofft en wir wohl, daß die Milderung der Strafen zu einer Milderung der Verbrechen führen werde. Als die Dinge aber nicht so kamen, haben wir dennoch die Wahl getroffen,
daß wir selbst, auch in unserem Zusammenleben mit anderen, lieber leiden wollen – unter Verbrechen, unter Korruption, Mord, Spionage, Terrorismus – als den sehr fraglichen Versuch zu machen, diese Dinge durch Gewalt
auszurotten und dabei Gefahr zu laufen, auch Unschuldige zu Opfern zu machen. (Leider ist es schwierig, das ganz zu vermeiden.)
Kritiker werfen unserer Gesellschaft vor, daß sie korrupt ist, obwohl sie zugeben, daß die Korruption manchmal bestraft wird (Watergate). Vielleicht sehen sie nicht, was die Alternative ist. Wir ziehen eine Ordnung vor, die auch üblen Verbrechern vollen Rechtsschutz gewährt, so daß sie im Zweifelsfalle nicht bestraft werden. Und wir ziehen diese Ordnung insbesondere einer anderen Ordnung vor, in der auch Nichtverbrecher keinen Rechtsschutz fi nden und auch dann bestraft werden, wenn ihre Unschuld nicht bestritten
wird (Sacharow).
Vielleicht haben wir aber mit dieser Entscheidung auch noch andere Werte gewählt. Vielleicht haben wir, ganz unbewußt, die wunderbare Einsicht von Sokrates angewandt : »Es ist besser, Unrecht zu erleiden, als Unrecht zu tun.«
Kenley, im Frühjahr 1989 K. R. P. |
Devinus
Vor kurzem las ich einen Spruch, oder war es gar eine Nachricht? Jedenfalls war sie in der Art, dass von 1000 Unglücken die wir denken, vielleicht 1 Prozent wahr ist. Diese ganze Fehlersuche, und vor allen Dingen das Finden dieses vielleicht einen Fehlers, der nicht weiter falsifiziert werden kann, der schließlich den ganzen weiteren Lebensweg beherrscht, weil im Prinzip alles darauf hinausläuft im Denken, diesen einen Fehler irgendwie zu beweisen, auch wenn er mitlerweile nur noch im eigenen Denken Gewissheit ist, und dort keine andere Erklärung gefunden werden kann, als diese Erklärung die man kennt, um die herum nun das Konstrukt gelegt wird. Aber, irgendwann fällt einem vielleicht auf, dass dieser Fehler das ganze Leben so beherrscht hat, dass aus einem einzigen Fehler, den man gedachte zu beweisen und an`s Tageslicht zu bringen, dass diese Unmöglichkeit das ganze Leben derart beherrscht, dass das Leben überhaupt keinen Platz mehr hat sich zu entfalten. Der letzte Beweis wird wohl der sein, dass man dem Leben verzeiht und dem Fehler den Rücken zukehrt. Er wird wohl beim nächsten mal von vorne kommen, dass man ihm unmittelbar ins Antlitz blicken kann, und ihn als Fehler eindeutig identifizieren kann, um ihn zu verurteilen als solchen, bevor er schon längst nicht mehr wahr ist.
Es gibt Elemente, auf die blicken wir immer noch. Sie existieren im Jetzt aber nur noch als Erinnerung bis hin zum daraus resultierenden Gedankenkonstrukt. Berechtigterweise, erinnern wir uns doch an den von uns (von den meisten) nicht selbst erlebten 2. Weltkrieg. Bleiben stehen und halten inne, gedenken der Opfer (gedenken heute auch Edmund Husserl und Edith Stein), aber vergessen wir auch nicht, dass es vorbei ist, und vertrauen uns gegenseitig, dass uns allen der nächste Fehler direkt von vorne kommt. Lachen wir ihn doch aus. Hämisch, laut und hysterisch.
Devinus
Lesezeichen: Seite 22
"Was mich interessiert, sind die objektiven kritischen Vernunft -
gründe, die dafür sprechen, daß eine Th eorie einer anderen
in der Suche nach der Wahrheit vorzuziehen ist." (Popper)
Vorzuziehen ist m.E. eine Theorie einer anderen Theorie dann, wenn bei der einen Theorie, keine Entscheidung herbeigeführt werden kann. Allerdings setze ich das als Postulat. Muss aber gleich bemerken, dass diese Vernunftgründe, die einen von der ursprünglichen Theorie über einen bestimmten Sachverhalt wegbringen, weil das Ergebnis nicht eindeutig entscheidbar ist, schließlich ganz andere Wahrheiten ans Tageslicht bringen, vor denen man vielleicht vorher, vor lauter Suche nach der Wahrheit, die man wissen wollte, die Augen verschlossen hatte.
Und was ist das für ein Zustand, wo jemand das stetige Verbessern der Welt als dem Leben eigen postuliert, wenn die Verbesserung darin bestünde, oder sogar besteht, das was die Welt als die Beste negiert zu vernichten. Wir wären ja immer noch auf dem Weg zurück, wo doch alle Welt eigentlich das Beste noch verbessern könnte, in dem Sinne, dass das Erleben des Besten noch eine zusätzliche Qualität darstellt, die vielleicht auch eigens dem Menschen angedacht ist.
Nylen
Poppers Buch ordnet die Aufsätze nach drei Abschnitten:
I. Über Erkenntnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13
II. Über Geschichte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 167
III. Von den Neuesten … Zusammengestohlen
aus Verschiedenem, Diesem und Jenen . . . . . 273
Diese Aufteilung ist Typisch für Poppersche Aufsatzsammlungen. Poppers Philosophie wird zusammenfassend als kritischer Rationalismus bezeichnet.
Diese ist einerseits Erkenntnistheorie, andererseits eine ethische Position. Letztere findet Anwendung in der Sozialphilosophie Poppers.
Der kritische Rationalismus hat aber auch eine historische Dimension insofern als Popper die Wurzeln seines Denkens früheren Philosophen zuschreibt zurück in die Antike bis zu Zenophanes, und Thales, dem ersten Philosophen, der meisten historischen Betrachtungen der Philosophie.
Nylen
Erkenntnis und Gestaltung der Wirklichkeit :
Die Suche nach einer besseren Welt S.15 ff
Popper teilt seinen Vortrag in drei seperate Teile.
Der erste Teil "Erkenntnis" beschäftigt sich mit Poppers Sicht der Erkenntnistheorie.
Der zweite Teil der "Wirklichkeit" benannt ist, beschäftigt sich mit der Frage was wirklich ist. Desweiteren ist es eine Darstellung von Poppers drei Welten- Theorie als Modell der Wirklichkeit.
Der dritte Teil "Gestaltung der Wirklichkeit durch Erkenntnis" wendet das Poppersche Modell auf diese Frage an.
Ich werde mich nun erstmal um Punkt 1 "Erkenntnis" kümmern.
Nylen
Popper beginnt mit dem Bekenntnis des Glaubens an rationale Erkenntnis in einer Zeit wo der Irrationalismus wieder einmal Mode ist.
Rationale Erkenntnis ist für Popper primär naturwissenschaftliche Erkenntnis, wenn dies auch nicht die einzige rationale Erkenntnisform ist.
Sie ist aber das beste und erfolgreichste was rationale Erkenntnis bisher hervorgebracht hat, so Popper.
Popper charaktisiert nun die Merkmale dieser Erkenntnisform.
1. Sie geht von Problemen aus, und zwar sowohl von praktischen
als auch von theoretischen Problemen.
2. Sie ist Wahrheitssuche – die Suche nach objektiv
wahren, erklärenden Theorien.
3. Sie ist nicht die Suche nach Gewißheit.
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Soweit erstmal.
Poppers Erkenntnistheorie ist immer auch Wissenschaftstheorie, weil er überzeugt ist, das die wissenschaftliche Erkenntnis bessere Ergebnisse gezeitigt hat, als jede andere Erkenntnisweise.
Es ist klar wen Popper mit den Irrationalisten meint.
1. Diejenigen die sagen das rationale Erkenntnis nicht mit echten Problemen zu tun habe, sondern z.B. mit Sprachanalyse.
2. Alle die aus welchem Grund auch immer die Suche nach objektiver Wahrheit für unmöglich erklären oder aber den Versuch aufgeben wollen.
3. Alle die behaupten das Ziel rationaler Erkenntnis müsse die Suche Gewissheit sein.
Zu einem besseren Verständnis ist es ratsam sich mit dem Popperschen Rationalitätsbegriff auseinanderzusetzen.
Rationalismus ist für Popper der selbst nicht weiter begründbare Glauben an die Vernunft. Poppers Rationalität ist als kritischer Vernunftgebrauch.
Und es ist aufgeklärte Vernunft.
Zitat Philolex:
"Das wichtigste Merkmal der Aufklärung ist die hohe Bewertung der Vernunft. Die Vernunft sei das Wesen des Menschen. Die Welt sei in ihrer Gesamtheit vernünftig angelegt und könne von der menschlichen Vernunft erkannt werden. Die Vernunft sei die einzige und letzte Instanz, die über Wahrheit oder Falschheit einer Erkenntnis entscheidet."
Popper sieht sich ganz in der Tradition dieses Vernunftglaubens, ersetzt aber den Begründungs-, bzw. Rechtfertigungsprozess durch die fortwährende Methode der Kritik.
Alle Erkenntnis ist vorläufig und fallibel. Das heisst wir können immer auch falsch liegen.
Nylen
Popper schreibt:
"Sie (die wissenschaftliche Erkenntnis) ist nicht die Suche nach Gewißheit. Irren ist menschlich: Alle menschliche Erkenntnis ist fehlbar und daher ungewiß. Daraus folgt, daß wir Wahrheit und Gewißheit scharf unterscheiden müssen. Daß Irren menschlich ist, das bedeutet, daß wir immer wieder gegen den Irrtum kämpfen müssen, aber auch bei größter Sorgfalt nie ganz sicher sein können, daß wir nicht doch einen Fehler gemacht haben.
Ein Fehler, den wir machen – ein Irrtum – besteht in der Wissenschaft im wesentlichen darin, daß wir eine Theorie für wahr halten, die nicht wahr ist. (Viel seltener besteht er darin, daß wir eine Theorie für falsch halten, obwohl sie wahr ist.) Den Fehler, den Irrtum bekämpfen heißt also, nach objektiver Wahrheit suchen und alles zu tun, um Unwahrheiten zu entdecken und auszuschließen. Das ist die Aufgabe der wissenschaft lichen Tätigkeit. Man kann also sagen : Unser Ziel als Wissenschaftler ist die objektive Wahrheit; mehr Wahrheit, interessantere Wahrheit, besser verständliche Wahrheit. Gewißheit kann unser Ziel vernünftigerweise nicht sein. Wenn wir einsehen, daß die menschliche Erkenntnis fehlbar ist, dann sehen wir auch ein, daß wir nie ganz sicher sein können, ob wir nicht einen Fehler gemacht haben. "
Das ist für Popper Kenner ja nix neues: Ich will nur hervorheben, das viele Popper inkonsequenz vorwerfen.
Viele folgern. Wir können nichts mit Sicherheit (gewiss) wissen, deshalb gibt es keine objektive Wahrheit. Popper zielt genau auf diesen Fehlschluss im weiteren Verlauf des Textes hin.
einer wie keiner
Für Popper ist die wissenschaftliche Theorie ja nur solange bewiesen, solange sie nicht falsifiziert wurde (ein Gegenbeweis gefunden wurde). Da dieser Gegenbeweis in der Zukunft gefunden werden kann, ist die objektive Wahrheit nur provisorisch, bis in unsere Gegenwart hinein, aber nicht für alle Zeit festgeschrieben. Bei nur einem Gegenbeweis kann sie jederzeit revidiert werden. Es gibt also in unserer Gegenwart wissenschaftliche Thesen, die wir im Moment als objektive Wahrheiten betrachten, all diese Theorien können sich aber in der Zukunft als nicht wahr herausstellen. In diesen Sinne finde ich die Formulierung Poppers, von den objektievsten Wahrheiten zu sprechen als passend und folgerichtig gegenüber seiner Wissenschaftsphilosophie. Denn Metaphysische Aussagen sind zu vermeiden (starkes Merkmal der Metaphysik sind zeitlose und damit nicht überprüfbare Aussagen). Außerdem erkennt Popper hier richtig die Grenzen von wissenschaftlicher Erkenntniss.
einer wie keiner
So genau kenne ich mich mit Popper nicht aus. Meine Frage, schreibt Popper, dass er sich wirklich mit einem Vernunftsglauben identifiziert? Das Wort Vernunft ist in vielen Zusammenhängen, vorallen in der Aufklärung (von Kant z.B. ) in einer sehr Metaphysischen Weise benutzt worden. Ich denke nicht, dass Popper sich als ein Vernunftsgläubigen charakterisieren würde, oder doch. Zumindes das Wort glauben ist in diesen Zusammenhang doch bedenklich. Auch die objektiven Wahrheiten, die vorrübergehend sein können, würde Popper z.B als momentanes Wissen und nicht als Vernunftsglaube beschreiben, oder etwa nicht? Wie gesagt, ich kenne nicht alle Aussagen Poppers, klär mich bitte auf.

Vielen dank im Vorraus.
Nylen
| Zitat: |
Original von einer wie keiner
Für Popper ist die wissenschaftliche Theorie ja nur solange bewiesen, solange sie nicht falsifiziert wurde (ein Gegenbeweis gefunden wurde). Da dieser Gegenbeweis in der Zukunft gefunden werden kann, ist die objektive Wahrheit nur provisorisch, bis in unsere Gegenwart hinein, aber nicht für alle Zeit festgeschrieben. Bei nur einem Gegenbeweis kann sie jederzeit revidiert werden. Es gibt also in unserer Gegenwart wissenschaftliche Thesen, die wir im Moment als objektive Wahrheiten betrachten, all diese Theorien können sich aber in der Zukunft als nicht wahr herausstellen. In diesen Sinne finde ich die Formulierung Poppers, von den objektievsten Wahrheiten zu sprechen als passend und folgerichtig gegenüber seiner Wissenschaftsphilosophie. Denn Metaphysische Aussagen sind zu vermeiden (starkes Merkmal der Metaphysik sind zeitlose und damit nicht überprüfbare Aussagen). Außerdem erkennt Popper hier richtig die Grenzen von wissenschaftlicher Erkenntniss. |
Hallo Einer:
Ich sende dir das PDF-Dokument damit du dich beteiligen kannst.
Zu dem von dir hier geschriebenen ein paar Anmerkungen.
Die Theorien sind nicht solange "bewiesen", bis sie falsifiziert wurden.
"Beweiss" und "beweisen" sind sehr starke Begriffe. Und eine emüirische Theorie kann nicht bewiesen werden egal wieviel positive Beobachtungen oder andere Belege du auch anführen magst. Allerdings können solche positiven Bestätigungen, die Wahrheitsannahme plausibler machen.
Objektiv sind Wahrheiten für Popper, in dem Sinne das sie von jedermann prüfbar sind, jedenfalls im Prinzip.
Für Popper ist Zeitlosigkeit kein Kriterium für Metaphysik. Naturgesetze können zeitlos gültig sein. Das Kriterium für Metaphysik ist für Popper die Frage der Prüfbarkeit. Nur prüfbare Theorien sind nicht Metaphysisch.
Nylen
| Zitat: |
Original von einer wie keiner
So genau kenne ich mich mit Popper nicht aus. Meine Frage, schreibt Popper, dass er sich wirklich mit einem Vernunftsglauben identifiziert? Das Wort Vernunft ist in vielen Zusammenhängen, vorallen in der Aufklärung (von Kant z.B. ) in einer sehr Metaphysischen Weise benutzt worden. Ich denke nicht, dass Popper sich als ein Vernunftsgläubigen charakterisieren würde, oder doch. Zumindes das Wort glauben ist in diesen Zusammenhang doch bedenklich. Auch die objektiven Wahrheiten, die vorrübergehend sein können, würde Popper z.B als momentanes Wissen und nicht als Vernunftsglaube beschreiben, oder etwa nicht? Wie gesagt, ich kenne nicht alle Aussagen Poppers, klär mich bitte auf.
Vielen dank im Vorraus.
|
Nun Popper ist Realist. Der Realismus ist aber weder beweisbar noch widerlegbar. Es ist eine metaphysische Position. Popper "glaubt" an den Realismus.
Ebensolches gilt für den Rationalismus, also vererinfacht gesagt, dem Vernunftglauben.
Popper sieht sich in der Tradition der Aufklärung stehend. Die Aufklärung ist aber der Glaube an die Vernunft. Das wir mit Vernunft die Welt erkennen und erklären können, und das wir uns selbst durch Wissen befreien können. Popper glaubt an diese Vernunft.
Er bekennt sich in seinem ganzen Werk immer wieder zu einem kritischen Rationalismus, oder anders gesagt einem kritischen Vernunftglauben. Kritisch ist dieser insofern, das er anerkennt das durch Vernunft gewonnene Erkenntnis immer fallibel ist, das heisst möglicherweise voller Irrtümer. Und alle Erkenntnisse sind nur Vermutungen und möglicherweise falsch.
Nylen
Nun Popper spricht in diesem Text auch an was er unter Wahrheit versteht:
| Zitat: |
Selbstverständlich wird mir jemand »die alte und berühmte Frage«, wie sie Kant nennt, stellen : »Was ist Wahrheit ?« Kant weigert sich in seinem Hauptwerk (884 Seiten), auf diese Frage mehr zu antworten, als daß Wahrheit »die Übereinstimmung der Erkenntnis mit ihrem Gegenstande«
ist (Kritik der reinen Vernunft , 2. Aufl . S. 82, 83). Ich würde ganz ähnlich sagen : Eine Theorie oder ein Satz ist wahr, wenn der von der Theorie beschriebene Sachverhalt mit der Wirklichkeit übereinstimmt. Und ich möchte dazu noch drei Bemerkungen hinzufügen :
1. Jede unzweideutig formulierte Aussage ist entweder wahr oder falsch ; und wenn sie falsch ist, dann ist ihre Negation wahr.
2. Es gibt also ebenso viel wahre wie falsche Aussagen.
3. Jede solche unzweideutige Aussage (auch wenn wir nicht mit Sicherheit wissen, ob sie wahr ist) ist entweder wahr, oder ihre Negation ist wahr. Auch daraus folgt, daß es verkehrt ist, die Wahrheit mit der sicheren oder gewissen
Wahrheit gleichzusetzen. Wahrheit und Gewißheit müssen scharf unterschieden werden. |
Diese klassische Sichtweise, genannt Korrespondenztheorie der Wahrheit, hat Vorraussetzungen, und ist wiederholt angegriffen worden.
Dazu will ich folgendes sagen. Mir ist kein plausibler Angriff bekannt. Alle Angriffe die ich kenne, führen nur zu folgender Erkenntnis. Es gibt Wahrheitstheorien für spezifische Situationen.
Bzw. es gibt unterschiedliche Wahrheitskriterien.
Es sind viele Beispiele gegeben worden wo die Korrespondenztheorie versagt, aber meist wird völlig ignoriert, das sie im üblichen Fall funktioiert.
Wenn ich sage: "Der Eifelturm steht in Paris" ist das wahr, genau dann wenn der Eifelturm in Paris steht.
Das zu hinterfragen führt meist zu unsinnigen Einwänden. Klar: Ich muss die Behauptung "verstehen", desweiteren muss ich sie richtig verstanden haben. Namen wie Eifelturm sind Konvention. Es ist nur wahr, innerhalb der menschlichen Sphäre etc etc etc.
Alles das eingestanden ist die Korrespondenztheorie immer noch das beste was wir haben.
Nylen
Popper spricht im Folgenden darüber das ihm Szientismus, also Wissenschaftsglauben und Dogmatismus vorgeworfen wurde.
"Trotz meiner Verehrung der Wissenschaft bin ich kein Szientist. Denn ein Szientist glaubt dogmatisch an die Autorität der Wissenschaft ; während ich an keine Autorität glaube und den Dogmatismus immer bekämpft habe und noch überall bekämpfe, vor allem in der Wissenschaft . Ich bin gegen die These, daß der Wissenschaftler an seine Theorie glauben muß. Was mich betrifft , »I do not believe in belief« (Ich glaube nicht an den Glauben), wie E. M. Forster
sagt ; und insbesondere nicht in der Wissenschaft . Ich glaube höchstens an den Glauben in der Ethik, und auch hier nur in wenigen Fällen. Ich glaube zum Beispiel daran, daß die objektive Wahrheit ein Wert ist ; also ein ethischer
Wert, vielleicht sogar der größte Wert ; und daran, daß die Grausamkeit der größte Unwert ist. Und ich bin auch deshalb kein Positivist, weil ich es für
moralisch falsch halte, nicht an die Wirklichkeit und an die unendliche Wichtigkeit des menschlichen und tierischen Leidens zu glauben und an die Wirklichkeit und Wichtigkeit der menschlichen Hoff nung und der menschlichen
Güte."
karlchen
| Zitat: |
Original von Nylen
Popper schreibt:
"Sie (die wissenschaftliche Erkenntnis) ist nicht die Suche nach Gewißheit. Irren ist menschlich: Alle menschliche Erkenntnis ist fehlbar und daher ungewiß. Daraus folgt, daß wir Wahrheit und Gewißheit scharf unterscheiden müssen. Daß Irren menschlich ist, das bedeutet, daß wir immer wieder gegen den Irrtum kämpfen müssen, aber auch bei größter Sorgfalt nie ganz sicher sein können, daß wir nicht doch einen Fehler gemacht haben.
Ein Fehler, den wir machen – ein Irrtum – besteht in der Wissenschaft im wesentlichen darin, daß wir eine Theorie für wahr halten, die nicht wahr ist. (Viel seltener besteht er darin, daß wir eine Theorie für falsch halten, obwohl sie wahr ist.) Den Fehler, den Irrtum bekämpfen heißt also, nach objektiver Wahrheit suchen und alles zu tun, um Unwahrheiten zu entdecken und auszuschließen. Das ist die Aufgabe der wissenschaft lichen Tätigkeit. Man kann also sagen : Unser Ziel als Wissenschaftler ist die objektive Wahrheit; mehr Wahrheit, interessantere Wahrheit, besser verständliche Wahrheit. Gewißheit kann unser Ziel vernünftigerweise nicht sein. Wenn wir einsehen, daß die menschliche Erkenntnis fehlbar ist, dann sehen wir auch ein, daß wir nie ganz sicher sein können, ob wir nicht einen Fehler gemacht haben. "
Nun Popper spricht in diesem Text auch an was er unter Wahrheit versteht:
Zitat:
Selbstverständlich wird mir jemand »die alte und berühmte Frage«, wie sie Kant nennt, stellen : »Was ist Wahrheit ?« Kant weigert sich in seinem Hauptwerk (884 Seiten), auf diese Frage mehr zu antworten, als daß Wahrheit »die Übereinstimmung der Erkenntnis mit ihrem Gegenstande«
ist (Kritik der reinen Vernunft , 2. Aufl . S. 82, 83). Ich würde ganz ähnlich sagen : Eine Theorie oder ein Satz ist wahr, wenn der von der Theorie beschriebene Sachverhalt mit der Wirklichkeit übereinstimmt. Und ich möchte dazu noch drei Bemerkungen hinzufügen :
1. Jede unzweideutig formulierte Aussage ist entweder wahr oder falsch ; und wenn sie falsch ist, dann ist ihre Negation wahr.
2. Es gibt also ebenso viel wahre wie falsche Aussagen.
3. Jede solche unzweideutige Aussage (auch wenn wir nicht mit Sicherheit wissen, ob sie wahr ist) ist entweder wahr, oder ihre Negation ist wahr. Auch daraus folgt, daß es verkehrt ist, die Wahrheit mit der sicheren oder gewissen
Wahrheit gleichzusetzen. Wahrheit und Gewißheit müssen scharf unterschieden werden.
Diese klassische Sichtweise, genannt Korrespondenztheorie der Wahrheit, hat Vorraussetzungen, und ist wiederholt angegriffen worden.
Dazu will ich folgendes sagen. Mir ist kein plausibler Angriff bekannt. Alle Angriffe die ich kenne, führen nur zu folgender Erkenntnis. Es gibt Wahrheitstheorien für spezifische Situationen.
Bzw. es gibt unterschiedliche Wahrheitskriterien.
Es sind viele Beispiele gegeben worden wo die Korrespondenztheorie versagt, aber meist wird völlig ignoriert, das sie im üblichen Fall funktioiert.
Wenn ich sage: "Der Eifelturm steht in Paris" ist das wahr, genau dann wenn der Eifelturm in Paris steht.
Das zu hinterfragen führt meist zu unsinnigen Einwänden. Klar: Ich muss die Behauptung "verstehen", desweiteren muss ich sie richtig verstanden haben. Namen wie Eifelturm sind Konvention. Es ist nur wahr, innerhalb der menschlichen Sphäre etc etc etc.
Alles das eingestanden ist die Korrespondenztheorie immer noch das beste was wir haben.
Nylen
Das ist für Popper Kenner ja nix neues: Ich will nur hervorheben, das viele Popper inkonsequenz vorwerfen.
Viele folgern. Wir können nichts mit Sicherheit (gewiss) wissen, deshalb gibt es keine objektive Wahrheit. Popper zielt genau auf diesen Fehlschluss im weiteren Verlauf des Textes hin. |
Hallo Nylen. Diese beiden Zitate sollen mal wieder den Begriff "Wahrheit" bei Popper und auch allgemein thematisieren. Im oberen Zitat spricht P. von objektiver Wahrheit. Wie ist diese aber zu erreichen, wenn wissenschaftliche Erkenntnisse niemals gewiß sein können ? Hier wird doch überbestimmt: Es kann höchstens um objektive Kriterien für Form und Inhalt von Aussagen gehen. Wahrheit ist in diesem Zusammenhang unzutreffend, und gehört, lt. Poppers Terminologie als "Gewißheit" in den Bereich der Metaphysik.
Im zweiten Zitat spricht P. dann genau von diesen Kriterien und der Unmöglichkeit, diese allgemein zu formulieren. Das ist wohl auch ein Grund, warum ihm oft Scientismus vorgeworfen wird, bzw. eine Vermischung von Begriffen.
Viele Grüße !
Nylen
Die modernere Kritik an der Korrespondenztheorie läuft meist darauf hinaus, das iwr nicht "scharf" machen können, ob eine Tatsachenbehauptung mit einem Sachverhalt übereinstimmt, da Sprache prinzipiell defizität ist. Popper dagegen sagt, das unsere Sprache ausreichend ist. Die kritisierten Fälle sind meist Spezialfälle, und solange wir Übereinkunft gewinnen können, ist auch hinreichend genug klar, was eine Übereinstimmung einer Behauptung mit dem Sachverhalt ist.
Objektive Wahrheit können wir zwar nicht erkennen, aber wenn etwas wahr ist, dann muss es wahr sein in Bezug auf etwas. Dieses etwas ist die objektive Wahrheit, welche wir zwar nie mit Sicherheit wissen können, die es aber desto trotz geben muss. Alles andere führt zu idealistzischen Positionen, und zum Irrsinn, wie ich denke. Theorien in denen alles nur wahr ist im menschlichen Kontext. In denen wir die Realität schaffen, obgleich ich mir sicher bin das ich die Dinosaurier nicht geschaffen habe.
Objektiv bedeutet für Popper aber immer "Gegenständlich" oder "wirklich".
Man könnte auch von "wirksamer" oder "wirklicher" Wahrheit sprechen.
Unsere Wahrheiten messen sich immer an den "wirklichen" Wahrheiten sozusagen.
karlchen
| Zitat: |
Original von Nylen
Objektive Wahrheit können wir zwar nicht erkennen, aber wenn etwas wahr ist, dann muss es wahr sein in Bezug auf etwas. Dieses etwas ist die objektive Wahrheit, welche wir zwar nie mit Sicherheit wissen können, die es aber desto trotz geben muss. |
Nö, eigentlich doch nur das Objekt der Aussagen ! Trotzdem wäre ich mit dem Begriff "objektiver (wirksamer oder wirklicher Wahrheit)" einverstanden, nur, Popper trennt die verschiedenen semantischen Ebenen oft nicht deutlich genug, was zu Mißverständnissen einlädt, aber auch zu Unklarheiten führt.
Viele Grüße !
Nylen
Im folgenden geht Popper darauf ein das er als Skeptiker betrachtet wird der die letzte Konsequenz aber nicht zieht, das ist die Relativistische Position.
"Eine andere Anklage, die häufig gemacht wird, muß anders beantwortet werden. Es ist die Anklage, daß ich ein Skeptiker bin und mir daher selbst widerspreche oder Unsinn rede (gemäß Wittgensteins Tractatus 6.51). Nun ist es richtig, daß ich insofern als Skeptiker (im klassischen Sinn) bezeichnet werden kann, als ich die Möglichkeit eines allgemeinen Kriteriums der (nicht logisch-tautologischen) Wahrheit leugne. Aber das tut jeder vernünftige Denker, zum Beispiel Kant oder Wittgenstein oder Tarski. Und wie diese akzeptiere ich die klassische Logik (die ich als Organon der Kritik interpretiere ; also nicht als Organon des Beweises, sondern als Organon der Widerlegung, des Elenchos). Aber ich unterscheide mich grundlegend von dem, was man heutzutage gewöhnlich einen Skeptiker nennt. Als Philosoph bin ich an Zweifel und Unsicherheit nicht interessiert, und zwar deshalb, weil das subjektive Zustände sind und weil ich die Suche nach subjektiver Sicherheit längst als überflüssig aufgegeben habe. Was mich interessiert, sind die objektiven kritischen Vernunftgründe, die dafür sprechen, daß eine Theorie einer anderen in der Suche nach der Wahrheit vorzuziehen ist. Und etwas Ähnliches hat sicher vor mir noch kein moderner Skeptiker gesagt."
Nylen
Intermezzo:
Deduktivismus-Induktivismus
Die klassisch Rationalen Positionen waren deduktivistisch. Die Welt wurde deduktiv erschlossen, abgeleitet aus evidenten Anfangssätzen.
Der klassische Empirismus war Induktivistisch. Aus der Beobachtung wurden Einzelsätze abgeleitet und Induktiv auf Allgemeine Gesetze geschlossen.
Es gibt auch Mischpositionen.
Poper ist ein radikaler Deduktivist der einer Induktion eine völlige Absage erteilt.
Popper ist aber Empirist insofern das er anerkennt, das jede Wissenschafftliche Behauptung nur an der Wirklichkeit gemesdsen werden kann. Oder anderes gesagt: Die Bestätigung oder Widerlegung einer Behauptung kann nur an der welt geschehen.
Über seinen Anti-Deduktivismus, bzw Falsifikationismus habe ich woanders schon geschrieben, wers nachlesen will.
Wir kommen zu allgemeinen Gesetzen nicht durch Induktion sondern durch einen Hypotheismus. Wir stellen kühne Hypothesen auf. Und prüfen sie an der Wirklichkeit.
Popper ist also ein deduktivistischer Empirist, und ein Hypotheist. Und ein kritischer Rationalist.
Liebe einfach diese Einteilungsschmenen ^^
karlchen
| Zitat: |
Original von Nylen
Im folgenden geht Popper darauf ein das er als Skeptiker betrachtet wird der die letzte Konsequenz aber nicht zieht, das ist die Relativistische Position.
Was mich interessiert, sind die objektiven kritischen Vernunftgründe, die dafür sprechen, daß eine Theorie einer anderen in der Suche nach der Wahrheit vorzuziehen ist. Und etwas Ähnliches hat sicher vor mir noch kein moderner Skeptiker gesagt." |
Was man als sicher falsifizierbar betrachten kann ...
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