metaphysik und transzendens

snobishy
Hallo,

in meinem Philosophielexikon (Kröner) finde ich unter Teleologie
" Die Betrachtung der Dinge unter dem Gesichtspunkt ihrer Zweckmäßigkeit"
soweit so gut jetzt werden aber noch Anwendungen geboten:
"Die Teleologie ist anthropozentrisch, wenn sie animmt,dass alles für den Menschen da sei,"
--> Bedeutet dies jetzt, das der Zweck aller Dinge auf der Welt sei für den Menschen da zu sein?
"die Teleologie ist metaphysich, wenn sie einen den ganzen Weltprozess beherschenden Endzweck animmt,"
-->Das Alles den Zweck hat den Weltprozess zu beeinflussen?
"die Teleologie ist transzendent, wenn sie ein außerweltliches zurücksetzendes Wesen animmt, "
--> Was soll mir das jetzt sagen und wie verhalten sich generell metaphysisches und tranzendtes zueinander?
Ist es so, dass beides von Dingen handelt, die Über die Vorstellungskraft des Menschen hinausgeht? Und transzendens quasi noch als Steigerung anzusehen ist?!
Oder das Beides die Grenzen des Erfahrbaren überschreitet und Transzendentes zusätzlich auch noch die Grenzen des Bewusstseins bzw.der Vorstellung?!
Vielen Dank für die Hilfe!
Nylen
http://de.wikipedia.org/wiki/Teleologie

Finde die drei Formulierungen die dein Philolexikon da ausgespuckt hat auch nicht sonderlich erhellend.
Thanasius Lakon
Hallo snobishy.

Nach meiner Erfahrung steckt in solchen Begriffen meist gar nicht so viel, wie man vorher erwartet. Ich denke, wenn man in die Philosophie einsteigt, sollte man sich daher nicht allzu sehr damit aufhalten (auch wenn Lehrer/Dozenten oft einen eigenartigen Fetisch für tolle Wörter zu haben scheinen). Hier trotzdem ein paar Erklärungsversuche:

Metaphysik bezeichnet im allgemeinen den Bereich unserer Erkenntnis, der nicht mehr innerhalb der (sinnlichen) Erfahrung liegt, also an sinnlich Erfahrbarem nicht mehr nachgeprüft werden kann (z.B. sind die Annahmen von Gott, die Frage nach unserem Fortdauern nach dem Tod etc. metaphysisch).

Das Wort „transzendent“ kam erst im Mittelalter in Gebrauch, drückt aber im Grunde das gleiche aus, wie metaphysisch. Es heißt „hinüberschreitend“ und das was hier überschritten wird, ist wieder die Grenze der möglichen Erfahrung. (Um sie vielleicht doch zu unterscheiden: transzendent werden meist die allgemeinsten Eigenschaften der Dinge genannt, die auf etwas metaphysisches hinweisen z.B. das Gute, das Seiende...; metaphysisch heißen hingegen Begriffe oder Ideen die völlig jenseits der Erfahrung und dieser zu Grunde liegen z.B. Gott, aber diese Unterscheidung kann man sich schenken...)

Eine transzendente und eine metaphysische Teleologie zu unterscheiden ist mir neu. Für mich würde beides eine Lehre bezeichnen, die aussagt, dass der Zweck der erfahrbaren Welt durch etwas, was außerhalb des Erfahrbaren liegt, bestimmt wird (Z.B. Gott hat die Welt erschaffen, weil er wollte, dass die Menschen nach seinem Vorbild leben oder: die höhere Aufgabe des Menschen ist es, durch einen historischen Entwicklungsprozess zur Vollkommenheit zu gelangen etc.).

Ich denke hier war eigentlich statt „metaphysisch“, „immanent“ gemeint. Eine immanente Teleologie würde somit annehmen, dass der Zweck in der Sache selbst liegt (mein zweites Beispiel), im Gegensatz zur transzendenten, die den Zweck außerhalb der Sache nimmt (z.B. Gott). Das nähere hierzu kannst du in Nylens Link finden, aber wie gesagt, solche Begriffe sind nicht unbedingt wichtig und dienen eher der Einordnung.

Ich hoffe das ist hilfreich (und nicht zu weitläufig).

Gruß Thanasius