Orgasmus - ein Betrug?

Exebeche
Der Orgasmus erzeugt ein Glücksgefühl.
Dabei kann er sich auf eine zentrale Stelle des Körpers im Geschlechtsorgan konzentrieren, er kann aber auch den ganzen Körper erfassen.
Welche Möglichkeiten hat der Körper eine Wahrnehmung zu erzeugen, die den gesamten Organismus erfasst?
Inspiriert von Thomas Metzingers Verständnis von "Glück" unterscheide ich hier zwei Arten von Glück: Epistemisches und phänomenales.
Ich schließe damit nicht aus, dass sehr viel diffizilere Definitionen von Glück möglich und vielleicht nötig sind.
Sicher schließt auch T. Metzinger das nicht aus, aber die Unterscheidung von epistemischem und phänomenalem Glück ist zunächst eine grundlegende.
Phänomenales Glück bezeichnet hier die Art von Glück, die man erlebt.
Also beispielsweise das Glück eines Kindes, wenn es das versprochene Eis endlich in der Hand hält und auf der Zunge spürt.
Epistemisches Glück ist auf Erkenntnis beruhendes Glück, also bspw. das Glück eines Sportlers, der es auf den ersten Platz geschafft hat und daher "weiß", dass er der Beste ist. Natürlich wird dieser Glücksmoment auch "erlebt", aber das epistemische Glück hält für lange Zeit vor, zumindest solange bis sein Rekord gebrochen ist.
Das phänomenale Glück ist der Gegenstand dieser Überlegung.
Phänomenales Glück wird auch ausgelöst beim Rauchen einer Zigarette oder dem Konsumieren von Kokain.
Diese Beispiele wähle ich deshalb, weil sie beispielhaft für den illusionären Charakter von phänomenalem Glück sind.
Nikotin und und Kokain bewirken Ausschüttungen von Dopamin im Nucleus Accumbens, dem Belohnungszentrum auch Motivationszentrum genannt.
Sie erzeugen das Gefühl von "Das ist gut" selbst dann wenn überhaupt kein Anlass dazu besteht.
Es gibt diesen klassischen Versuch mit Ratten, die mittels eines Schalters ihr Belohnungszentrum aktivieren konnten, und nicht aufhören konnten diesen Schalter zu betätigen, wobei sie sich an den Rand des Todes getrieben haben. (Ich weiß nicht wie weit die Wissenschaftler bei dem Versuch wirklich gegangen sind, die Quellenlage ist unterschiedlich.)
Jedenfalls gibt es mit Stoffen wie Niktoin und Kokain einen chemischen Schalter, mit dem wir diesen Nucleus Accumbens betätigen können.
So wie es aussieht werden neuronale Reize, die durch diesen Hirnbereich geleitet werden schlicht als positiv gewertet.
Daher meine Frage:
Wie erzeugt der Körper einen Zustand, der den ganzen Körper erfassen kann und gleichzeitig ein ganzkörperliches Glücksgefühl hervorruft, das so intensiv ist, dass es den betroffenen Personen Symptome wie unter starken Schmerzen verursacht?
Mitunter klingen Menschen, die eine schmerzhafte Körperstelle massiert bekommen manchmal annähernd so als hätten sie einen Orgasmus.
Dabei empfindet man den Schmerz mitunter als angenehm, vermutlich weil die eigentliche Schmerzursache beseitigt wird.

Mir ist aber kein nicht-schmerzverursachter Reiz bekannt, der Zustände erzeugt, die derart den ganzen Körper erfassen.
Unser Organismus ist überhaupt nicht darauf ausgelegt positive Zustände so intensiv und ganzkörperlich wahrzunehmen wie Schmerz.
Schon allein deshalb, weil die Wahrnehmung von Schmerz aus evolutionären Gründen eine vielfach höhere Priorität für unseren Körper hat als jede angenehme Empfindung.

Daher meine Frage:
Werden wir beim Orgasmus reingelegt?
Wird beim Orgasmus vielleicht ein realer körperlicher Schmerz erzeugt, der über den Nucleus Accumbens geleitet wird, so dass für uns die Illusion eines extremen körperlichen Glücksgefühls entsteht?
Das wäre jedenfalls ökonomisch.
Anstatt ein eigenständiges System von Rezeptoren und Hormonen aufzubauen, das Glück verursacht, nimmt der Körper das was ohnehin schon an Schmerzwahrnehmung da ist, und schüttet dank der Umleitung über das Belohnungszentrum eben Endorphine, Dopamin, Oxytocin und was sonst noch so zum Wohlbefinden gehört aus.
carsten aus bochum
Hi Exe.

Warum sollte der Orgasmus ein Betrug sein?
Er ist halt nur von kurzer Dauer, wie Du ja richtig feststellst.
Schon Freud über den Weg zum Glück geschrieben:

„Die roheste, aber auch wirksamste Methode solcher Beeinflußung ist die chemische, die Intoxikation.“

Von hier aus schließt er auch den Körperchemismus, als eine Art natürlicher Drogen, da lag er ja ganz richtig.
Die Gefahr bei rauschhaftem Glück ist nicht dass es nicht funktioniert, sondern, dass es zu gut funktioniert und unklug eingesetzt kann das schnell zur Sucht werden. So auch der Orgasmus, wenn diese Form von Spannungsabbau die einzige bleibt.
Freud sieht die Natur generell als feindlich und Glück besteht für ihn vor allem darin der allgegenwärtigen Bedrohung – mittels kultureller Leistungen – die Schärfe zu nehmen.

Der kurze Weg zum Glück ist legitim und muss m.E. nur ergänzt werden durch andere.
Ein längerer Weg besteht darin, sich Ziele zu setzen und sie zu erreichen, seien sie sportlicher oder beruflicher Art, oder ob man seinen Garten gestaltet, ein schweres Buch liest, es scheint ein Glückgefühl zu sein, den inneren Schweinehund zu überwinden, bei leichter Überforderung.
Andere Quellen des Glücks sind die Liebe und die philosophisch-religiöse-spirituelle Sinnfindung, das Gefühl eine Aufgabe im Leben zu haben, auch durch Kunst und Wissenschaft.
Es erzeugt offenbar recht sicher Glücksgefühle, wenn man anderen etwas gibt, daran mag man am ehesten erkennen wie weit unsere Kultur von einer Einsicht ins Glück entfernt ist, geht man doch bei uns eher davon aus, Glück sei, etwas zu besitzen, was andere nicht haben.
Ob es dauerhaftes Glück gibt, darüber wird gestritten, ich glaube ja und ich vermute es liegt technisch gesprochen in einer authentischen bis spirituellen Lebensführung, wenn man darunter versteht, dem inneren Ruf zu folgen. Eine solche Haltung impliziert die beiden anderen Formen des Glücks und schließt sie nicht aus.
Sloterdijk kritisert in Du musst dein Leben ändern! ausdrücklich eine Spiritualität als permanente Selbstprüfung, was seiner Ansicht nach eine ständigen Selbstüberhöhung ist – die damit dem vermeintlichen Anspruch von Ich-Überwindung zuwider läuft, in die Falle kann man auch durch den Wunsch geraten authentisch zu sein – doch ich glaube im Sinne einer Selbstvergessenheit, die nicht krampfhaft meins und deins auf die Waagschale legt, sondern das Leben lebt wie Gott oder die Natur es gewollt hat, im Vertrauen darauf, dass die einen schon selbst an die richtige Stelle schieben, ist das alles kein größeres Problem.

Ansonsten ist die Grenze von Schmerz und Glück natürlich so interessant wie fließend.
Jeder sexuelle Akt (zu zweit) ist ja einer der viele Grenzen zu überwinden hat und die Frage warum so viele sexuelle Hemmungen mit dem Eindringen verbunden sind, wo alleiniges oder wechselseitges Masturbieren z.B. keine Schwierigkeiten bereiten, ist ja nicht uninteressant.
Der Orgasmus wir sehr oft durch gewisse Verletzungen im Zuge aggressiver Akte erreicht, auch wenn es dabei ganz gesittet zugeht. Auch ein emotionales Chaos zwischen Lust und Schmerz kann man ja beobachten, wenn ein Orgasmus intensiv war, m.E. hat das aber nichts mit Schmerzen im konkreten Sinn zu tun, sondern mit dem Gefühl ausgeliefert zu sein, was gleichermaßen Lust und Angst erzeugt.

Ansonsten ist es, das sei noch erwähnt, nach Ansicht vieler Analytiker eine besondere Form der sexuellen „Hemmung“, sich in akademischer Manier auf das Thema zu schmeißen, es trieft dann nur so von hormonellen Zusammenhängen, Statistiken über Koitusfrequenzen und dergleichen doch was nun eigentlich Sexualität bedeutet und warum man gerade um sie so ein großes Getue machen kann, das bleibt dabei sehr oft im Dunkeln in einem Ausmaß „als hätte es Freud nie gegeben“ (Kernberg), das ist schon äußerst abenteuerlich.

Unglaublich viele Tabus kreisen um Sexualität und dabei geht es weniger darum die Hemmschwelle immer weiter zu senken, darin sind wir ja gut, sondern eine Fusion scheinbar entgegengesetzter Strömungen hinzubekommen, darin sind wir so entsetzlich schlecht, dass schon das eigentliche Problem als solches gar nicht wahrgenommen wird.
Bei ist die Integration von Sex und Sorge einer der schönsten und weisesten Wege zum Glück.

Gruß,

Carsten
barbara
Hallo Exebeche

falls wir da wirklich reingelegt werden sollten (von wem denn eigentlich?), so lass ich mich doch sehr gern reinlegen. fröhlich

Zitat:
Schon allein deshalb, weil die Wahrnehmung von Schmerz aus evolutionären Gründen eine vielfach höhere Priorität für unseren Körper hat als jede angenehme Empfindung.


Das stimmt so nicht. Angenehme sensorische Stimulation - zum Beispiel das Lecken und Massieren des Analbereichs, nachdem ein Baby auf die Welt gekommen ist - ist lebenswichtig, um die Verdauung zum Funktionieren zu bringen. Gehalten und gestreichelt und geknuddelt und massiert zu werden ist lebenswichtig für ein Kind.

Kinder, die wenig sensorische Stimulation erhalten, sind kleiner, schwächer, kränklicher und weniger intelligent als Kinder, die viel sensorische Stimuation erhalten. Im Extremfall sterben sogar Kinder, die zu wenig stimuliert werden (Hospitalismus)

Junge Hunde, die zu der (äusserst anspruchsvollen) Aufgabe als Gehörlosenbegleithunde ausgebildet werden, kriegen als Welpen jede Menge sensorische Stimulation: tonnenweise Spielzeuge, tonnenweise Streicheleinheiten.

Körperliches Wohlbefinden ist genauso wichtig wie die Schmerzwahrnehmung.

Zitat:
Mir ist aber kein nicht-schmerzverursachter Reiz bekannt, der Zustände erzeugt, die derart den ganzen Körper erfassen.


In Körperarbeit - zum Beispiel Massagen - wenn sei gut gemacht sind und die Person, die die Massage bekommt, sich entspannen kann - kommt das recht häufig vor, dass eien Berührung an einer Stelle sich durch den ganzen Körper ausbreitet.



Zitat:
Dabei empfindet man den Schmerz mitunter als angenehm, vermutlich weil die eigentliche Schmerzursache beseitigt wird.
(...)

Anstatt ein eigenständiges System von Rezeptoren und Hormonen aufzubauen, das Glück verursacht, nimmt der Körper das was ohnehin schon an Schmerzwahrnehmung da ist, und schüttet dank der Umleitung über das Belohnungszentrum eben Endorphine, Dopamin, Oxytocin und was sonst noch so zum Wohlbefinden gehört aus.


Schmerzempfinden und Lustempfinden gehören durchaus nahe zusammen.

Ein Reiz wie zB ein Schlag wird als Schmerz empfunden - ein Warnsignal, Achtung aufpassen.

Wenn die Schmerzursache aus irgend einem Grund aber nicht beseitigt werden kann - zB weil eine Verletzung des Körpergewebes entstanden ist - da wird zusätzlich zum immer noch bestehenden Schmerzreiz die körpereigenen Schmerzmittel ausgeschüttet, die den Schmerz erträglich machen oder gar ganz überdecken. In SM-Praktiken wird ja damit gespielt, genau jene Menge an Schmerz zuzufügen, die ebenfalls die Produktion von Endorphinen auslöst. Die genaue Dosis dabei zu finden, ist nicht einfach, da sich ja auch das Schmerz- und Lustempfinden ständig mit dem Hormonpegel verändert. Wenn da reichlich Endorphine vorhanden sind, kann ein starker Reiz als angenehm und erregend empfunden werden, der sonst nur einfach *Kraftausdruck*e weh täte.

und nach dem Orgasmus - ein grosses Loslassen - steigt die Sensibilität auf einmal enorm, da darf noch nicht mal mehr berührt werden, was vorher ganz kräftig geknuddelt wurde. Ich weiss nicht was da hormonell genau passiert, auf alle Fälle passiert eine grosse Entspannung, ideal für Regeneration und guten Schlaf.

grüsse, barbara
carsten aus bochum
Zitat:
„In Körperarbeit - zum Beispiel Massagen - wenn sei gut gemacht sind und die Person, die die Massage bekommt, sich entspannen kann - kommt das recht häufig vor, dass eien Berührung an einer Stelle sich durch den ganzen Körper ausbreitet.“


Ja, das kommt noch dazu, Alexander Lowen hat da schöne Dinge zu geschrieben, er hat als Schüler Reichs eine eigene Art des verbundenen Atmens gefunden und die nicht selten auftretenden Wellenbewegungen durch den Körper naheliegend als sexuelle Spannungen gedeutet, nur nicht mehr in diesem ausschließlichen Umfang wie bei Reich.
Angeblich sollen beim verbundenen Atmen schon manche Orgasmen vorgekommen sein, kann ich mir vorstellen, ist mir aber nie passiert.
Aber das Wechselspiel zwischen körperlichen und emotionalen oder psychischen Spannungs- und Entspannungszuständen ist natürlich extrem weitreichend, so dass man über den Körper emotionale Blockaden aufspüren und lösen kann, oder sich psychische Spannungen körperlich manifestieren, von Reich nur „Chrarakterpanzer“ genannt, heute als „Ich hab Rücken“ bekannt.
Ahorn
Ich habe mal eine Katze gestreichelt und dann massiert. Die hat so intensiv und wohlig geschnurrt, ich glaube die hatte auch einen Orgasmus.
Fliege
Exebeche:
Zitat:
Wird beim Orgasmus vielleicht ein realer körperlicher Schmerz erzeugt, der über den Nucleus Accumbens geleitet wird, so dass für uns die Illusion eines extremen körperlichen Glücksgefühls entsteht?

Der Orgasmus wird von dem, der ihn "hat", selber erzeugt, um sich in eine andere Gefühlslage zu bringen. Der Orgasmus ist eine Gefühlslage als Ziel einer Handlung. Auf dem Weg zu diesem Ziel kann nun die Handlung verrutschen (in eine ungewollte Verletzung, wie barbara anmerkt) und den Orgasmus verfehlen, oder die Auffassung vom eingetretenen Orgasmus verrutscht (etwa ins Schmerzhafte, weil das erreichte Ziel aufgefasst wird, als sei es verfehlt worden; was allerdings auf eine Illusion hinauslaufen würde).
Jegliche Berührung einer Hautstelle - ob nun ein Streicheln oder ein Messerstich - wirkt auf dieselben Nerven in der Haut ein. Was der Berührte daraus macht, ist dann seine Sache.
Philippos
Zitat:
Exe:
Wie erzeugt der Körper einen Zustand, der den ganzen Körper erfassen kann und gleichzeitig ein ganzkörperliches Glücksgefühl hervorruft, das so intensiv ist, dass es den betroffenen Personen Symptome wie unter starken Schmerzen verursacht?


Das ist eine Frage für Biologen, Biochemiker, Physiologen und Anverwandte. Dazu kann ein Philosoph nur mit den Achseln zucken.

Philosophisch interessanter wären Fragen, die sich mit der sozialen und individuellen Interpretation des Glücks bzw. des Orgasmus befassen. Oder insgesamt damit, was Menschen aus körperlichen Gegebenheiten und Funktionen für sich machen können.
theophanu
@ barbara

Zitat:
Das stimmt so nicht. Angenehme sensorische Stimulation - zum Beispiel das Lecken und Massieren des Analbereichs, nachdem ein Baby auf die Welt gekommen ist - ist lebenswichtig, um die Verdauung zum Funktionieren zu bringen.
Ich weiß das von Säugetieren, aber bei Menschenkindern??? (Bei meinen Babies war es nicht nötig und ich hätte es auch nicht gewußt (Gott-sei-Dank).

Zitat:
Schmerzempfinden und Lustempfinden gehören durchaus nahe zusammen.
Ja, ist die gleiche Gehirnregion.

Zitat:
und nach dem Orgasmus - ein grosses Loslassen - steigt die Sensibilität auf einmal enorm, da darf noch nicht mal mehr berührt werden, was vorher ganz kräftig geknuddelt wurde.
Um Mißverständnissen vorzubeugen: Das trifft auf Männer zu, nicht auf Frauen! Denn das haben wir auf alle Fälle den Männer voraus: den multiplen Orgasmus Freude
barbara
Zitat:
Original von theophanu
Zitat:
Das stimmt so nicht. Angenehme sensorische Stimulation - zum Beispiel das Lecken und Massieren des Analbereichs, nachdem ein Baby auf die Welt gekommen ist - ist lebenswichtig, um die Verdauung zum Funktionieren zu bringen.
Ich weiß das von Säugetieren, aber bei Menschenkindern??? (Bei meinen Babies war es nicht nötig und ich hätte es auch nicht gewußt (Gott-sei-Dank).


Natürlich.

Menschenkinder werden nach der Geburt ja auch gleich in eine Decke gewickelt und der Mutter in den Arm gegeben, um sofort so viel Körperkontakt wie möglich herzustellen. Da wird auch geknuddelt und das Baby angeschaut und in den Arm genommen etc Das machen Eltern ja automatisch richtig, das muss ihnen nicht noch extra gesagt werden. Dafür sorgt allein schon der Kindchen-Effekt.


Zitat:
Original von theophanu
Zitat:
und nach dem Orgasmus - ein grosses Loslassen - steigt die Sensibilität auf einmal enorm, da darf noch nicht mal mehr berührt werden, was vorher ganz kräftig geknuddelt wurde.
Um Mißverständnissen vorzubeugen: Das trifft auf Männer zu, nicht auf Frauen! Denn das haben wir auf alle Fälle den Männer voraus: den multiplen Orgasmus Freude


ich bin eine Frau und auf mich triffts zu. Die Sensibilität verändert sich enorm vor/nach Orgasmus. was heisst, bitte feinfühlig sein und nur grossflächige Berührungen.

Überhaupt scheinen mir die individuellen Unterschiede im Empfinden vor/bei/nach Orgasmus enorm zu sein.

grüsse, barbara
carsten aus bochum
Zitat:
„Überhaupt scheinen mir die individuellen Unterschiede im Empfinden vor/bei/nach Orgasmus enorm zu sein.“


Und auch von Orgasmus zu Orgasmus unterschiedlich.
Zudem ist auch der Mann zu mehreren Orgasmen fähig, nur nicht zu einer unbegrenzten Anzahl von Samenergüssen, aber beides ist nicht unbedingt identisch, zwischen der Empfindung eines Orgasmus und dem Samenerguss, liegt ein Lücke mit der man experimentieren kann, wer weiß, die das Wetter wird.
Archibald
Zitat:
Original von Exebeche
Der Orgasmus erzeugt ein Glücksgefühl..................


@ Exbeche:

Echt?
mark
Zitat:
Original von Fliege
Jegliche Berührung einer Hautstelle - ob nun ein Streicheln oder ein Messerstich - wirkt auf dieselben Nerven in der Haut ein. Was der Berührte daraus macht, ist dann seine Sache.


das dachte man, soviel ich weiss, lange zeit so und wunderte sich über die doch stark unterschiedlichen empfindungsqualitäten. in dem beispiel, das ich da erinnere, war das das allseitsbekannte und zumindest chronifiziert äusserst lästige jucken. und wenn ich mich weiter richtig erinnere war das ergebnis langer forschung dazu, dass es da eben gerade nicht nur nervenzellen einer art gibt.
sinnigerweise ist empfindung nur dann irgendwie sinnvoll, wenn sie eineigermassen streng fixiert ist. wäre wäre der "berührte" (bei einem messerstich doch eher euphemistisch) defakto in der lage zu entscheiden, als was er etwas empfindet, ergäbe das ganze gar keinen sinn mehr. es sprechen natürlich keine prinzipiellen gründe dagegegn aus einem messerstich eine angenehme und einer zärtlichen berührung eine schmerzhafte empfindung werden zu lassen, selbstverständlich kommt es diesbezüglich auf die verfasstheit des "berührten" an. nur ist die schlicht nicht frei wählbar. und kann es wohl auch gar nicht sein.

gruss
mark
Zitat:
Original von Archibald
Zitat:
Original von Exebeche
Der Orgasmus erzeugt ein Glücksgefühl..................


@ Exbeche:

Echt?


ich find den begriff auch etwas - zu harmlos.
Archibald
@ mark:

Das geht mir in Mark und Bein!
Ahorn
Zitat:
Original von barbara


ich bin eine Frau und auf mich triffts zu. Die Sensibilität verändert sich enorm vor/nach Orgasmus. was heisst, bitte feinfühlig sein und nur grossflächige Berührungen.

Überhaupt scheinen mir die individuellen Unterschiede im Empfinden vor/bei/nach Orgasmus enorm zu sein.

Ja, dass finde ich auch faszinierend. Wenn man dann Küsst, egal wo, dann gribbelt das durch und durch.
barbara
Zitat:
Original von mark
es sprechen natürlich keine prinzipiellen gründe dagegegn aus einem messerstich eine angenehme und einer zärtlichen berührung eine schmerzhafte empfindung werden zu lassen, selbstverständlich kommt es diesbezüglich auf die verfasstheit des "berührten" an. nur ist die schlicht nicht frei wählbar. und kann es wohl auch gar nicht sein.


Es gibt Leute, die lassen sich vor Operationen hypnotisieren statt anästhesieren, und dann an sich rumschnippeln - da ist sehr viel möglich.Und auch sehr viel frei wählbar, wenn gewünscht.

Regelmässiges Üben und die Macht der Gewohnheiten spielen eine grosse Rolle, wer Bäcker ist lebt nun mal mit ständigen Brandwunden an den Armen und viele Elektriker prüfen eine Leitung durch einfaches Anfassen. Bei gewissen Sportarten - zum Beispiel radfahren - ist der Umgang mit dem notwendigerweise vorhandenen Schmerz ein wesentlicher Erfolgsfaktor.

grüsse, barbara
Archibald
@ barbara:

Las mich raten!

Du stehst auf SM ?
Reinhard
Hallo., vielleicht sollte lieber umgekehrt gefragt werden, ob jemanden zu betrügen einen Orgasmus hervorbringen kann? Orgasmus und Glücksgefühl gehen doch nicht so ohne Weiteres einher wie Tim und Struppi. Nichts in dieser Welt steht für sich und so wie jedes Wort seinen Sinn erst im Gebrauch erfährt, hängt jede Erregung einschließlich ihrer Entladung doch immer von den Beteiligten und den Umständen ab. Bisher habe ich hier den Eindruck, Hauptsache ich komme irgendwie irgendwann und dann basta. Dabei wird dann der Grundsatz bekräftigt, lieber schlecht gewichst als gut gevögelt. Hat ja auch was für sich, gerät man kaum in Konflikte, wie Diogenes das ja vorgemacht haben soll. Die Motivlage kann eben völlig unterschiedlich sein und damit wohl auch der Orgasmus. Hier wird ja ein mechanistisches Weltbild deutlich, dass keine Theorie wieder beseitigen kann. Glaubt denn niemand mehr an irgendwas?

Über den Gechlechtstrieb und den Betrug des Gattungswillen an seinen meist willfährigen Opfern, bitte ich bei Schopenhauer nachzulesen. Ich für mich kann auch daraus nur ableiten, dass die Menschen lieber in ihren Einbildungen leben und unangenehme Erkenntnisse verdrängen. Gerade die Frauen lieben ja die Romantik und wo hätte diese denn ihre Heimstatt, wenn nicht hier. Jeder Heiratsschwindler erzeugt solche Illusionen auf gekonnte Art und ich möcht fast wetten, viele Hereingelegte hatten trotz allem den gewaltigsten Orgasmus. Auf dem Wege der Einbildung gehen Orgasmus und Betrug durchaus oft einher, nur das Glücksgefühl, das ja ohne Anspruch auf Beharrlichkeit nichts ist, bleibt auf der Strecke.

Gruß
Reinhard knuddel
Archibald
@ Exbeche:

Ich habe mal gedoodelt:

http://www.shortnews.de/id/489722/Orgasm...bald-unmoeglich

Ja, man kann beim Begriff "Orgasmus" in der Suchmaschine auch auf solche Seiten gelangen!

Wer hätte das gedacht?
carsten aus bochum
Viel interessanter als solche Geräte ist doch die Frage nach der Motivation dahinter.
Was bringt Menschen dazu, es kontrollieren so wollen, ob „sie“ auch ihren Orgasmus hatte?
Was würde denn passieren, wenn „sie“ nur jedes dritte mal einen hat, oder immer, oder nie?