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Original von barbara
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Original von Exebeche
Ein Jahr nach dem Einmarsch im Irak heißt es dann: Das konnte niemand wissen, dass sich die Dinge so entwickeln. Und aus den hinteren Reihen ruft es dann noch: Doch, wir haben es gewusst. Das ist die eigentliche Dummheit: Zu glauben man habe es gewusst.
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Ich glaube, die hinteren Reihen sind nicht dumm und sie haben es tatsächlich wissen können. |
Naja, das Beispiel habe ich schlecht gewählt, weil sich hier wirklich die geballte Dummheit der amerikanischen Intelligence zu einer Dummheitsattacke konzentriert hat.
Dieses Maß an Dummheit konnte man eben schwerlich übertreffen.
Problematisch ist deine folgende Aussage:
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Original von barbara
Man kann durchaus wissen, auf welche Weise komplexe Systeme zerstört werden, sodass sich keine neue Strukturen bilden können. |
Du hast offensichtilch einen wesentlich anderen Begriff von komplexen dynamischen Systemen.
Du sprichst von den komplexen Systemen in Natura, also zum Anfassen, wie bei Biotopen, die kaputtgehen.
Die Systemtheorie spricht aber von Systemen im Sinne von mathematischen Zustandsräumen.
Da gibt es keine zerstörten komplexen Systeme.
Da kann vielleicht ein Wert auf mehreren Achsen auf den Wert Null fallen.
Dann ist wahrscheinlich einiges kaputt.
Aber das beobachtete System ist immer noch online, solange die beobachteten Größen (Achsen) beobachtbar sind.
Wenn man das so sieht wie du, kommt nicht zu einer einheitlichen Systemtheorie.
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Original von barbara
chaotische Systeme haben zudem noch einige Eigenschaften, die Politikern gar nicht passen: zum Beipsiel dass es zuerst schlimmer wird, bevor es besser wird. Dass der Übergang von einem stabilen Zustand zum nächsten stabilen Zustand immer durch eine Phase des Chaos muss. |
Seit wann das denn? Da ist jemand über Heinz von Foerster gestolpert und hat wieder aus einem KÖNNEN ein MÜSSEN gemacht.
Von Foersters "Order from Noise"-Theorie besagt, dass Störung einer Ordnung neue Ordnung hervorbringt.
Das kann (muss aber nicht) bedeuten, dass der resultierende Zustand einer höheren Ordnung unterliegt, im Sinne dass danach eine strengere Ordnung (höherer Grad an Determiniertheit) vorliegt.
Das ist aber nur ein Kann, kein Muss, grundsätzlich kann man nur von einer neuen aus Chaos resultierenden Ordnung sprechen.
Dramatisches Beispiel ist der Asteroid, der die Dinosaurier ausgelöscht und den Platz für die Säugetiere (respektive Menschen) geschaffen hat.
Aber wirklich nirgendwo habe ich je gelesen, dass ein stabiles System durch eine Chaosphase gehen MUSS, um von einem stabilen Zustand zum nächsten zu gelangen.
Wenn das so wäre, sähe unsere Welt nochmal ganz anders aus.
Ich habe jetzt keinen Wiki-Link parat, aber das Stichwort "chemische Wellen" sollte zu Beispielen von Wechseln stabiler Zustände führen.
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Original von barbara
Und "wissen" im wissenschaftlichen Sinn ist nun mal, Wahrscheinlichkeiten einschätzen. |
Nein, NEIN, NEEIINN !
Eine Wahrscheinlichkeit ungleich 1 deklarieren heißt in Wissenschaftlerkreisen: NICHT WISSEN !
Da gibt es auch keine Diskussion - was in wissenschaftlichem Sinn wissen bedeutet, lässt sich nicht in einem Kaffekränzchen aufweichen.
Entschuldige, aber das wäre wirklich noch schöner.
Mit Aufweichen meine ich :
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Original von barbara
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Original von ewig
Was meint Ihr eigentlich genau mit "stabil"? |
Da muss man das einzelne System anschauen. Wo zB bei einem Menschen genau die Grenze zwischen Normaltemperatur und Fieber liegt, ist nicht ganz einfach zu bestimmen. Manche fühlen sich bei 37.4° schon fiebrig, andere fühlen sich bei 38° immer noch wohl. |
In unserer Diskussion über Orgasmen ein paar Ecken weiter lasse ich mich gerne auf solche Relativierungen ein, aber nicht wenn es um Systemtheorie geht.
Ein System ist stabil, wenn sein Verhalten Kontinuität aufweist.
Ein System ist instabil, wenn die Kontinuität aufbricht, bspw. wenn es sprunghafte Wechsel zwischen Systemzuständen vollzieht.
( - es sei denn die Wechsel würden selbst eine Symmetrie erkennen lassen.
Wenn also unser Wetter permanent zwischen Sommer und Winter wechselt ist es dennoch stabil, weil die Wechsel kontinuierlich stattfinden.
Wird aber die Kontinuität durch unvorhersagbare Wechsel aufgebrochen, müssen wir von einer Instabilität ausgehen. )
Ich muss mich jetzt leider ein paar Tage verabschieden, von daher kann ich leider nicht mehr so direkt antworten.