DAYZ
In der Schule lesen wir gerade "Ich knall euch ab" von Morton Ruhe, in dem folgender Satz gesagt wird: " Er hatte immer gesagt das Leben sei bloß ein zufall. Es sei von keinem geplant gewesen!"
Darauf habe ich angefangen mit meiner Klasse und unserem Deutschlehrer zu diskutieren.
Meine Meinung zu der Frage, ob das Leben bloß ein Zufall sei war:
Ich bin auch der Meinung, dass das Leben bloß ein Zufall ist und Gott es erst gibt seit es die Menschen gibt. Der Mensch ist eine Krankheit des Planten, die sich nimmt was sie will ohne rücksicht auf Verluste. Der Mensch macht das, was die Gesellschaft von ihm erwartet: Er arbeitet und sein Sinn ist es sich Fortzupflanzen.
Darauf hin stimmte ein Klassenkamerad mir zu und meinte auch der Mensch sei wie eine Krankheit: er beschleunigt das sterben des Planten.
Andere aus meiner Klasse meinten ich sei nicht mehr ganz dicht im Kopf.
Wie seht ihr das?
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mfg
DAYZ
Shui
*lol* so melodramatisch...
Wie genau soll ein haufen Dreck mit bissl Wasser drauf sterben?
Was soll "der Planet stirbt" überhaupt bedeuten?
Ganz gleich was der Mensch anstellt, solange die Erde in der Biosphäre verbleibt bekommen wir die nicht tot.
DAYZ
Das der Planet stribt ist nicht wörtlich sondern bildlich gemeint.
Es ist so der Mensch holt sich aus der Erde was er braucht, ohne Rücksicht ob er damit die Tiere die dort leben tötet oder sie ihren Lebensraum verlieren. Der Mensch fällt Bäume ohne darauf zu achten, dass jeder Baum weniger irgendwann das CO² nicht mehr abbauen kann.
Der Mensch nimmt seinen Heimatplaneten aus wie ein totes Tier.
Shui
Ja, das hab ich schon kapiert. Machen Tiere genauso, nur nicht so erfolgreich...
Wir machen also ein bisschen die Natur kaputt, das hat der Ausbruch des Vesuv ebenso wie die Eiszeit.
Der Planet stirbt auch nicht bildlich, er nimmt ein paar Kratzer. Aber weder CO2 noch ein nuklearer SuperGAU können das Leben restlos auslöschen. Also wozu die Panik?
Wir gehen also nicht sonderlich toll mir dem Planeten um, das weiß doch jeder.
Devinus
Ich bin überrascht im Thread eigentlich etwas ganz anderes zu finden, als es mir die Überschrift eigentlich versprach. Aufgrund dieses Versprechens bin ich in den Thread gelangt. Krankheiten interessieren mich auch sehr. In einem meiner nächsten 1000 Leben werde ich wohl mal Arzt werden, und zwar mit einer besonderen Gabe: Der Gabe der Heilung.
Ich würde gerne wissen, wieso, wenn vom Zufall die Rede ist, immer gleich Beschreibungen mitgehen wie "nur Zufall" oder "bloß Zufall". Was ist an einem Plan, nach dem alles läuft besser, oder gottähnlicher gestaltet, als ein Zufall, der vom Himmel fällt? (z.B.). In der Regel wird bei derartigen Diskussionen der Zufall dargestellt wie eine gähnende Langeweile - ist ja nuuur Zufall, über den es sich nicht lohnt weiter nachzudenken, weil er nicht dazu prädistiniert ist, sich in ein System einfügen zu lassen, was vorher schon gestanden hat, und der Mensch es als solches bestehendes System nun entdecken kann?
Ich finde, die spannende Frage kommt erst nach der Frage, ob es sich um Zufall handelt oder nicht, nämlich dann wenn man von Zufall ausgehen kann, und alles Denken was nun damit zusammenhängt theoretisch in der eigenen Macht liegen müsste, wenn das Ereignis keinem Plan gehorscht. Und doch *seufz* auch meine Mentalität geht wohl eher dahin den Zufall nach bestehender Ordnung zu deuten.
Exebeche
| Zitat: |
Original von DAYZ
Andere aus meiner Klasse meinten ich sei nicht mehr ganz dicht im Kopf. |
Ich lasse die Frage ob der Mensch eine Krankheit für die Welt sei hier mal ganz außer acht.
Da du offensichtlich unkonventionell denkst, hat man dich bezichtigt nicht ganz dicht zu sein.
Vermutlich wird dir das noch öfter in deinem Leben passieren, wenn du weiter auf diesem sehr lobenswerten Pfad bleibst.
Interessant dürfte deshalb für dich an dieser Stelle sein, dass es einen Philosophen gibt, der den gleichen gedanklichen Pfad wie du bereits vorher gegangen ist:
http://de.wikipedia.org/wiki/Gaia-Hypothese
Sein Name ist also James Lovelock, und du kannst dich durchaus auf ihn berufen, denn seine Gaia-Hypothese wird heutzutage nicht mehr als Esoterik abgetan.
Das heißt - natürlich wird es Leute geben, die sie als Esoterik abtun, aber grundsätzlich hat die Idee auch unter Naturwissenschaftlern an Relevanz gewonnen.
Naja, du wirst sehen, es gibt Naturwissenschaftler, die darüber lachen, und Naturwissenschaftler, die es als relevantes Modell betrachten.
Unabhängig davon kannst du für dich in Anspruch nehmen, dass du nicht auf den Pfaden geistiger Umnachtung wandelst, sondern in den Spuren wichtiger Denker.
[Edit: Lovelock wird auch als "der zornige alte Mann" bezeichnet, der die Meinung vertritt, dass die Menschheit die Erde in einen Zustand akuten lebensgefährlichen Fiebers versetzt hat.]
Schneemann
| Zitat: |
Original von DAYZ
Ich bin auch der Meinung, dass das Leben bloß ein Zufall ist und Gott es erst gibt seit es die Menschen gibt. |
Wenn du damit sagen willst es breaucht keine höhere Intelligenz und keinen Designer der den Mensch geschaffen hat dann hast du damit Recht. Die Entstehung des Menschen geschah ohne Absicht irgendeines Wesens sondern als Konsequenz eines evolutionären Prozess über hunderte Millionen Jahre. Diskutiere das vielleicht lieber im Biologie-Unterricht als im Deutsch-Unterricht, denn da dürftest du die Unterstützung des Lehrers auf deiner Seite haben.
Rhetorix
| Zitat: |
Original von Devinus
...Ich würde gerne wissen, wieso, wenn vom Zufall die Rede ist, immer gleich Beschreibungen mitgehen wie "nur Zufall" oder "bloß Zufall". Was ist an einem Plan, nach dem alles läuft besser, oder gottähnlicher gestaltet, als ein Zufall, der vom Himmel fällt? (z.B.). In der Regel wird bei derartigen Diskussionen der Zufall dargestellt wie eine gähnende Langeweile - ist ja nuuur Zufall, über den es sich nicht lohnt weiter nachzudenken, weil er nicht dazu prädistiniert ist, sich in ein System einfügen zu lassen, was vorher schon gestanden hat, und der Mensch es als solches bestehendes System nun entdecken kann?... |
Das wüsste ich auch gern.
Übrigens bin auch ich enttäuscht von der Mogelpackung der Überschrift, wenn auch in anderer Hinsicht.
Ich hatte mich nämlich über die originelle Frage gefreut, ob nicht vielleicht auch Gott selbst seine Existenz dem Zufall verdankt.
Nun stellt sich leider heraus, dass es gar nicht so gemeint war.
DAYZ
Auf jeden Fall verdankt Gott seinem da sein dem zufall.
Gott existiert ja meiner meinung nach nur weil der Mensch jemanden brauchte, der immer bei ihm ist und ihm beistand leistet, wenn er mal Probleme hat und in einer schwierigen Phase ist.
Wäre der Mensch nicht gekommen, so bin ich der Meinung, dass Gott auch nicht da wäre.
Gott ist ja keine Person in dem Sinne. Gott hat die "Form", in die er Gott "reinsteckt", ich z.b. bin der Meinung, dass Gott ein Mensch ist der immer bei mir ist. Du stellst die Gott vielleicht als Vogel vor, der jeden Morgen auf dem Baum vor deinem Fenster sitzt. So denke ich, dass Gott dem Zufall der Entwicklung des Menschen zu verdanken ist.
Kai
Den Menschen als Krankheit zu sehen, ist seit dem Entstehen der Umweltbewegung nicht neu. Dazu der alte Witz:
Treffen sich zwei Planeten. Fragt der Eine: »Na, wie geht's?« Sagt der Andere: »Ach, nicht so. Ich hab Homo Sapiens.« Sagt der Erste: »Keine Sorge. Soetwas ähnliches hatte ich auch mal. Aber das geht von selbst wieder weg.«
Dass es überhaupt etwas gibt, das kann ich mir nicht als Zufalll vorstellen. Aber eventuell ist die konkrete Art des Existierenden vielfach Zufall.
DAYZ
Da bin ich auf jeden Fall der selben meinung!!!
Und der Witz an dem Witz ist: es ist wirklich so.
Der Mensch kommt und geht die Erde wird irgendwann gegen den Menschen "imun" sein, da bin ich mir sicher.
In ein paar tausend Jahren wird der Mensch wieder weg sein und von einem Nachfolger vertreten werden.
Shui
Wie genau soll ein Planet gegen Menschen "imun" sein?
Menschen leben in allen Klimazonen. Das einzige was ihn verscheucht wäre entweder der Austritt aus der Biosphäre oder eine toxische Atmosphäre. Beides tötet aber auch den Großteil des restlichen Lebens.
Milan Q.
Scheint mir hier eher nach dem Gedankengut des anmaßenden Teil der Menschheit, der sich für etwas derart besonderes hält - und sei es nur weil er die arme, alte Erde zerstört - dass er es sogleich überall zur Diskussion stellt. Das ist nicht mehr als Eitelkeit, die in der Rolle des gutmeinenden, wohlwollenden Umweltschützer daher kommt...
Der Mensch ist eine unter Millionen Arten von Lebewesen, er nutzt die Ressourcen, die ihm seine Umwelt bietet. Dass Teile der Umwelt - andere Lebewesen - dabei sterben ist wohl richtig. Aber die ganze Erde? Nur wegen dem Menschen, eher nicht.
Abdulla
DAYZ:
In der Schule lesen wir gerade "Ich knall euch ab" von Morton Ruhe, in dem folgender Satz gesagt wird: " Er hatte immer gesagt das Leben sei bloß ein zufall. Es sei von keinem geplant gewesen!"
Abdulla:
Einen Apfels vom Baum Fallen ist von keinem geplant gewesen. Ob das bedeutet einen Zufall? Allerdings nicht. Es gibt viele Regelmäßigkeiten, die zum Fallen bringen.
Was ist der „Zufall“?
Das ist, zum Beispiel, wenn ich im Cafe eine Tasse Kaffe nehme und will kussen, dabei unwillkürlich schüppe an dem Kamerad. Das war ein Zufall. Wenn nur von irgend einem geheimen Ursache ich das nicht absichtlich ihm getan hat.
Das heißt, das ein Zufall schon einen Lebewesen und seinen Absicht fordert. Wenn es keinen Lebewesen gibt, dann es kann keinen Zufall sein.
Deshalb um das Leben ein Zufall sei – es musste einen Demiurg oder so was sein, der etwas anderes machen plane, dabei unabsichtlich das Leben erstellt hat.
Reinhard
Der aufrechte Gang ist kein Zufall, denn er besteht ja wohl darin, nicht zu fallen. Falle ich also auf die Nase, bin ich ein Zufall, da ich es nicht verhindern konnte zu fallen. Nun falle ich aber immer nur, wenn ich etwas oder jemandem zufalle. Im Falle, dass ich falle, sagt Frau Käßmann, kann ich aber nie tiefer fallen als in die zufällig aufgehaltenen Hände Gottes, welch ein Zufall. Damit gerät aber der Zufall zum Fall des Zu. Wem falle ich zu? Dem Zufall ! Bei mir fällt hier die Klappe zu und wer nicht gehen will, der sollte sich lieber gleich auf die Nase legen, als zufällig weiterzugehen.
Mit zufälligen Grüßen
Reinhard
Shui
Ich gebe zu, ich bin zufällig sehr beeindruckt, dass Reinhard einen Beitrag binnen 2 Minuten 13(!) mal editieren konnte...
Apfel
Kann man das überhaupt wissen?
Ich meine nein und deshalb braucht man auch vor keiner Antwort Angst haben.
Um sowas zu wissen, müsste man über das Universum hinausschauen können, denn wie sollte man sonst kompetent über das Ganze urteilen, wenn man immer nur einen Teil sieht?
Auch bei der Frage, ob der Mensch eine Krankheit ist, hat man den Bogen überspannt.
Was ist krank und was ist gesund hinsichtlich des ganzen Planeten?
Ich kann auch das Leben als Ganzes als Krankheit definieren, wie Schopenhauer: Das Leben ist der Schimmelbezug des Planeten. Nicht nur der Mensch.
Man kann aber auch die ganze Materie als Dreck, Krankheit und Abstieg sehen: Das Universum bestand aus reiner, klarer und symmetrischer Energiestrahlung, bis dann irgendwas schief ging und die Materie sich bildete. Irgendwann wird wieder alle Materie reines Licht werden (Beta-Zerfall).
Oder die Entstehung des Universums war schon Mist: Das reine Nichts war ok und der Urknall eine ständig wachsende Eiterpocke. Der Mensch nur ein kleines Nebenübel.
Was nun?
Da gibt es viele gleichberechtigte Sichtweisen.
byLaszlo
@Apfel,
Da gibt es viele gleichberechtigte Sichtweisen.
Deiner Satz hat mich ermuntert MICH in diesem
Thread zu verteidigen. Ich frage mich ob der Autor
dieses Threads MICH als Teil der Krankheit dieser
Erde ansehen würde, wenn er mich kennen lernte ?
Da kommt mir mein Widerspruch schon etwas krankhaft vor...
Man könnte sagen, ich wolle ja schon etwas mehr
verteidigen als nur mich und du könntest fragen,
warum wende ich mich nicht direkt an den Ankläger?
Denn, wenn ich richtig sehe, mein Menschsein an mir
ist es, was zur Debatte steht.
Na gut. Aber vielleicht meint DAYZ nur: wenn es
ein Gott gäbe müsste er sich nicht so gebärden
wie der Kleingartenbesitzer, der SEINE Pflanzungen pflegt
und liebt, und gegen Wildwuchs-"zufällig entstanden"-
schon etwas ruppiger vorgeht....?
Schliesslich steht er zu seine Theorie und ich kann
und will ihm keinen Gott präsentieren, höchstens mein Veto.
Apfel
@ Laszlo
Den Nihilismus oder ähnlich radikale Negationen braucht man auch als Nichtgläubiger nicht zu fürchten, denn radikale Negationen heben sich selbst wieder auf.
Falls man die Sichtweise, dass alles bloß Zufall oder krank ist, absolut radikal vertritt, dann wird alles relativiert oder jede Ordnung geleugnet. Wäre das der Fall, dann hat auch die Aussage, dass alles Zufall ist, keine Allgemeingültigkeit mehr, denn dann gäbe es gar keine allgemeine Wahrheit mehr.
Zufall kann es also nur im Kontrast zu Ordnung geben, sonst hätte man noch nicht mal die Grundlage, ihn zu beschreiben oder zu beklagen.
Konkret:
- Die Tatsache, dass viele Menschen das Handeln der Menschheit am Planeten als krank beklagen, zeigt ja schon, dass es auch noch gesunden Verstand gibt.
- Ich poste hier im Forum nicht zufällig irgendwelche Worte, sondern mache es mit Absicht und überlegt. In dieser Welt sind also absichtliche Ereignisse möglich und real.
DAYZ
Ich bin ja nicht Nichtgläubig, ich glaube nur nicht daran, dass Gott der Schöpfer von allem und über jedem ist.
Ich denke die Welt hat sich selbst erschaffen ungefähr so, wie der Mensch sich selber entwickelt hat.
Die Entwicklung des Menschen war genauso wenig geplant wie die der Erde.
So käme man theoretisch wieder auf den Punkt zurück wie genau man Zufall und Schicksal definiert, denn mal ehrlich wer käme schon auf die Idee, dass einer im Weltraum am PC oder sonst wo sitzt und die Welt "erbaut" und plant wie es ihm gefällt.
Ich bin auch der Meinung, dass der Mensch mit seinem da sein und Handeln den Grundstein für eine neue Entwicklung legt, denn alles verändert sich und passt sich den neuerungen an.
So gesehen gibt es eine Rheienfolge, eine Ordnung, die sich selber Revolutioniert.
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