Kann Gott allwissend sein und wir selber frei?

Archibald
Angenommen, Gott sei allwissend, und, unser Wille sei frei.

Wäre unser Wille wirklich frei, dann könnten wir uns für etwas entscheiden, was Gott vor dem Zeitpunkt unserer Entscheidung noch nicht wissen konnte; er wäre somit nicht mehr allwissend.

Würde er aber dennoch wissen, noch, bevor wir uns entschieden haben, wofür wir uns entscheiden, wäre er zwar allwissend, aber, wir selber wären nicht mehr frei, weil wir uns letztendlich nicht anders hätten entscheiden können, denn dann hätte Gott von einer Entscheidung gewusst, die wir fällen werden (d.h. in der Zukunft), die wir letztendlich doch nicht gefällt haben.

Was denkt ihr?
Taurus
Ist Gott eine Person?
Vieleicht weiß Gott um alle Möglichkeiten, und läst uns bewust frei wählen?
Vieleicht ist Gott die Summe aller Möglichkeiten?
Vieleicht ist jedes Seiende aus dem "Geist" Gottes geschaffen?
Was fehlt dem Allwissenden?
Vieleicht das Geschenk der Unwissenheit?
Shui
Es geht nur eines von beidem, auf Grund des "ALL"wissend.
Wüsste Gott um alle Möglichkeiten, wüsste er ja trotzdem nicht, für welche wir uns entscheiden. Selbst wenn jede mögliche Entscheidung in unendlich vielen Paralleluniversen getroffen werden würden, wüsste Gott nicht, in welchem wir welche Entscheidung treffen.

Ist der Geist frei, kann Gott nicht allwissend sein.
DreamingNB
Ich würde schon sagen, Archibald, dass man in deinem Verständnis der Begriffe zu einem Widerspruch kommt, wenn man beide Positionen vertreten möchte. Das macht aber nix, denn beides ist grober Unfug.

Man könnte noch viel einfacher Argumentieren:

Der allmächtige Gott ist nur unnötig, okay. Auszuschließen ist soetwas nicht.

Die Sache mit dem freien Willen:
Wir sind gerade deshalb frei, weil unser Wille determiniert ist.
Frei sind wir, wenn wir nach unserem Willen entscheiden.
Für die Herausbildung dieses Willens (aber) sind kausale Ursachen nötig.
Wie sollten wir frei sein, wenn unser Wille, nach dem wir handeln, durch nichts bestimmt ist (=zufällig ist)?
Denn unser Wille ist was uns bestimmt und frei macht.

Gott könnte also problemlos wissen was passiert, da wir, gerade wenn wir frei sind, nach unserem (für Gott ganz einfach) kausal herleitbaren Willen entscheiden. Da der Wille also nicht frei ist, sondern der Mensch (und Gott in dieser Welt so schrecklich irrelevant ist) ergibt sich kein Problem.

Man könnte aber auch damit argumentieren, dass Gott sowieso zeitlos ist und sich das Problem daher gar nicht stellt.

Oder man sagt, Zeit gibt es gar nicht, es gibt nur Erinnerung... muahaha...

oder...
Neo
Zitat:
Original von Archibald
Was denkt ihr?


Ich denke: "Der Mensch denkt - Gott lenkt"

Zitat:
Original von Shui
Ist der Geist frei, kann Gott nicht allwissend sein.


Es sei denn, Gott IST dieser Geist.
Shui
"dieser" Geist?
Ich meinte damit den menschlichen Geist, welcher keine einzelne Entität darstellt. Jeder Mensch hat seinen eigenen Geist, welche indes auch zusammen genommen nicht allwissend sind. Du kennst schließlich deine Zukunft nicht und auch kein anderer Mensch wird diese kennen. Also wird diese Wissenslücke auch durch alle Geister zusammen genommen nicht geschlossen, also bleibt Gott auch in einer solchen Auslegung "nicht-allwissend".
Neo
Zitat:
Original von Shui
Du kennst schließlich deine Zukunft nicht und auch kein anderer Mensch wird diese kennen.


Sie ist dir nicht bewußt, das heißt aber nicht, dass dein Geist (der Geist) sie nicht kennt.
Aber wahrscheinlich reden wir hier wirklich von zwei unterschiedlichen Begriffen, wenn wir von Geist sprechen.

Du wahrscheinlich eher Richtung Intellekt, Bewußtsein, ich eher in Richtung Seele.
Shui
Seele von mir aus auch. Aber wenn die Seele bereits zukünftige entscheidungen kennt, ist sie dann frei?
Doch nur, wenn sie von diesen abweichen kann, was dann aber faktisch bedeutet, dass sie die Entscheidungen nich tkennt, sondern ganz normal trfft.
Kennt die Seele ihre zukünftigen Entscheidungen, ist sie nicht frei.

Freiheit bedeutet schließlich die Wahlmöglichkeit, welche jedoch nicht gegeben ist, wenn die Wahl bereits vorher fest steht. Weiß die Seele die Entscheidung bereits vorher, muss sie auch die jeweiligen Umstände kennen, ihre Haltung zu der zukünftigen Situation, mitsamt ihrer bis dahin ablaufenden Entwicklung und wenn dem so ist, dann kann man imo nicht von Freiheit sprechen.
Neo
@ Shui:
(in Kurzfrom, wie ich mir das vorstelle): Reinkarnation, Schicksal, Astrologie.
Die Seele als Teil des Ganzen (Gottes) hat die Aufgabe, Gott sich selbst erfahren zu lassen.
Was der Mensch als Existenzform der Person erfahren will / muß steht vor der Geburt bereits fest und hängt von ihren früheren Erlebnissen aber auch Entscheidungen ab (Karma). Es steht also der Person sich zu entscheiden hiervon abzuweichen (um den preis der ständigen Wiedrholung der leidvollen Erfahrungen, abgesehen davon, dass der Person den Willen Gottes oder der Seele meist nicht bewußt ist; deshalb die unerhörte Bedeutung der persönlichen spirituellen Entwicklung). Hierin ist sie frei. Unfrei ist sie hingegen darin, dass Ihr Schicksal (jetzt personübergreifend, also Seele betreffend) fest steht und dieses Schicksal zur Erfüllung drängt, solange bis sich die Entscheidungen der Person mit dem Schicksal der Seele decken.
Mit diesem Wissen und der Entscheidungsfreiheit hat es aber der Mensch gegenüber den anderen Existenzformen (zB Tieren) in der Hand, sich in sein Schicksal zu ergeben und damit den Weg des Leidens abzukürzen.
Shui
Also, was der Mensch tun soll, hängt davon ab, was er einst getan hat. Mit Ausnahme des ersten Lebens, welches natürlich faktisch nicht vorbestimmt war, gab es ja kein "vorher" aus dem sich ein Weg ergeben haben könnte.

Danach ist der Mensch genötigt, einen bestimmten Weg ein zu schlagen (Schiksal) andererseits wird er mit einem immer wieder angepasstem Schiksal wieder geboren, bis er das aktuelle erfüllt.

Der Mensch wäre also mit der Aufgabe geboren, einen Weg zu gehen, den er nicht sehen, nicht spüren kann... Sofern es dafür keine Anhaltspunkte gibt (welche man faktisch nur willkürlich festlegen, aber nicht in ausreichend gesichertem Kontext erfahren kann), wird die Suche nach dem Weg ein reines Glücksspiel. Gerade wenn man Karma hinzu nimmt und ein sich veränderndes Schiksal, kommt das russischem Roulett gleich, nur mit einer sehr großen Trommel, in welcher lediglich ein lauf leer ist.

Von welcher Qualität wäre denn die zu treffende Entscheidung? Einfach nut lieb und nett sein (was Variationen eher miserable ermöglicht) oder ein bestimmter Beruf, eine Lebensaufgabe, gar ein ganzer Lebensweg?
Je differenzierter das Schiksal, desto ungerechtfertigter die Behandlung. Immerhin steht die Forderung im Raum, eine bestimmte Handlung aus zu führen. Bei nichterfüllung der Aufgabe wird man bestraft und die Aufgabe geändert. Man hat also keine Chance, aus den eigenen Fehlern zu lernen, weil ein einstiger Fehler im nächsten Durchlauf eventuell richtig sein könnte. Da Mensch sich aber kaum seiner früheren Existenzen, geschweige denn der scheinbar willkürlichen Festlegung des Schiksal bewusst ist, weiß er sowieso nicht um die begangenen Fehler...

Man stelle sich vor, ein Mensch wird 24/7 beobachtet. Aus bestimmten Situationen werden aus seinem Leben Zahlen aufgegriffen, ohne dass er es bemerkt. Diese Zahlen werden auf einen Lottoschein eingetragen und sollte dieser Schein bei der nächsten Ziehung nicht mit 6 Richtigen +Superzahl gewinnt, wird die Person mit einem starken Elektroschock bestraft.
Um dem ganzen die Krone auf zu setzen, wird dieser Person am Ende des Tages das Gedächtnis gelöscht...
Ignorieren wir die Tatsache, dass jenes Verhalten ironischerweise keinerlei Einfluss auf die Trefferchance im Lotto hat, so würde man diese Situation doch nicht als erstrebeswert, geschweige denn gerechtfertigt empfinden.
Neo
@Shui:

zunächst mal: niemand (soweit ich weiß) behauptet, das Geheimnis des Lebens (letztlich warum Gott die Welt erschaffen hat) ergründet zu haben. Es gibt Theorien, die mehr oder weniger befriedigen, aber für mich persönlich haben sie alle irgendwo einen Haken. Womöglich ist es sogar so, dass je plausibler sie uns erscheinen, desto eher ist Skepsis angebracht.

Aber dennoch, spekulieren darf man:


Zitat:
Original von Shui
Danach ist der Mensch genötigt, einen bestimmten Weg ein zu schlagen (Schiksal) andererseits wird er mit einem immer wieder angepasstem Schiksal wieder geboren, bis er das aktuelle erfüllt.

Das Schicksal, die Aufgabe bleibt solange die selbe, bis sie gelöst ist. Also nicht immer eine andere. Erst wenn die eine gelöst ist, gehts zur nächsten Stufe weiter, wie in der Schule.

Zitat:
Original von Shui
Der Mensch wäre also mit der Aufgabe geboren, einen Weg zu gehen, den er nicht sehen, nicht spüren kann...

So in etwa. Löst Du Rätsel, indem Du hinten in der Lösung nachschaust?

Zitat:
Original von Shui
Sofern es dafür keine Anhaltspunkte gibt (welche man faktisch nur willkürlich festlegen, aber nicht in ausreichend gesichertem Kontext erfahren kann), wird die Suche nach dem Weg ein reines Glücksspiel.

Also erstmal: Anhaltspunkte gibt es. Es gibt heilige Schriften, ferner genug Leute die Ihr Wissen anbieten, wie man den richtigen Weg finden kann. Es ist aber eine Frage des Willens und dr Anstrengung. Denn niemand behauptet, dass dieser Weg leicht ist. Ist ein gutes Rätsel aber auch nicht.
Hat also mit Glück eigentlich weniger zu tun. Außer man beruft sich auf den blöden Spruch "Denken ist Glückssache".

Zitat:
Original von Shui
Gerade wenn man Karma hinzu nimmt und ein sich veränderndes Schiksal, kommt das russischem Roulett gleich, nur mit einer sehr großen Trommel, in welcher lediglich ein lauf leer ist.

Eigentlich würde das keine Rolle spielen, denn Zeit gibt es genug. Irgendwann MUSS die leere Kammer dran sein, und dann klappts auch mit dem Nachbarn.

Zitat:
Original von Shui
Von welcher Qualität wäre denn die zu treffende Entscheidung? Einfach nut lieb und nett sein (was Variationen eher miserable ermöglicht) oder ein bestimmter Beruf, eine Lebensaufgabe, gar ein ganzer Lebensweg?

Wenn sich jemand ernsthaft mit dieser Frage befasst, wird er irgendwann einfach wissen, was der richtige Weg ist. Aber wie gesagt: es gibt genug Hilfestellungen, man braucht das Rad nicht neu zu erfinden. Kann man aber wenn man will. Wie gesagt:man ist frei.

Zitat:
Original von Shui
Je differenzierter das Schiksal, desto ungerechtfertigter die Behandlung. Immerhin steht die Forderung im Raum, eine bestimmte Handlung aus zu führen. Bei nichterfüllung der Aufgabe wird man bestraft und die Aufgabe geändert.

Genau das nicht. Die Aufgabe muß gelöst werden, solange wird sie immer wieder wiederholt, allerdings nicht immer mit demselben Wortlaut. Sonst wärs ja auch keine Aufgabe mehr.
Und es als Strafe anzusehen ist völlig verfehlt. Den Jahrgang wiederholen zu müssen ist unangenehm, aber sicher keine Strafe und nicht als solche beabsichtigt.

Zitat:
Original von Shui
Man hat also keine Chance, aus den eigenen Fehlern zu lernen, weil ein einstiger Fehler im nächsten Durchlauf eventuell richtig sein könnte.

Irgendwann wirst du lernen, so jedenfalls die dahinter steckende Philosophie.es hängt von Deinem geschick und deinem Willen ab, wieviel zeit du dafür brauchst. Du stehst jedenfalls nicht unter Zeitdruck, das ist für die uns gewohnte Denke nur manchmal schwer zu begreifen..

Zitat:
Original von Shui
Da Mensch sich aber kaum seiner früheren Existenzen, geschweige denn der scheinbar willkürlichen Festlegung des Schiksal bewusst ist, weiß er sowieso nicht um die begangenen Fehler...

manche können es unter bestimmten Umständen, aber wie auch immer: der Regelfall ist das nicht
und weiß der Geier, welchen Grund das hat. Ich komme immer wieder auf das Rätsel zurück.

Zitat:
Original von Shui
Man stelle sich vor, ein Mensch wird 24/7 beobachtet. Aus bestimmten Situationen werden aus seinem Leben Zahlen aufgegriffen, ohne dass er es bemerkt. Diese Zahlen werden auf einen Lottoschein eingetragen und sollte dieser Schein bei der nächsten Ziehung nicht mit 6 Richtigen +Superzahl gewinnt, wird die Person mit einem starken Elektroschock bestraft.

Wie gesagt: eine Strafe ist das nicht und im Gegensatz zum Lotto hast Du sehr wohl Einfluß darauf. Um das Glück zu finden mußt Du ja nicht unbedingt Lotto spielen und dich zurücklehnen und frustiert zu warten. Du kannst ja auch versuchen, eine Tätigkeit zu verwirklichen, die du schon immer tun wolltest. Ob du dabei reich wirst weisst du dabei genausowenig, aber ist Reichtum dasselbe wie Glück?

Zitat:
Original von Shui
Um dem ganzen die Krone auf zu setzen, wird dieser Person am Ende des Tages das Gedächtnis gelöscht...
Ignorieren wir die Tatsache, dass jenes Verhalten ironischerweise keinerlei Einfluss auf die Trefferchance im Lotto hat, so würde man diese Situation doch nicht als erstrebeswert, geschweige denn gerechtfertigt empfinden.

Tja, niemand behauptet, dass Aufgaben erstrebenswert oder gerechtfertigt sein müssen. Aber man kann versuchen sie als tatsache zu akzeptieren, auch wenn wir den Grund dafür nicht verstehen.
Shui
[Achtung, ich kann hier leider nicht zitieren. Zitate in ["..."] gepackt

["Löst Du Rätsel, indem Du hinten in der Lösung nachschaust?]"
Nein, aber indem ich einen LösungsWEG beschreite ;)
Wenn ich den nicht kenne und keine Anhaltspunkte habe (auf deine Darlegung bezogen: Ich kenne die Aufgabe nicht einmal, soll aber dafür einen Lösungsweg finden), kann ich die Aufgabe nicht lösen.

["niemand (soweit ich weiß) behauptet, das Geheimnis des Lebens (letztlich warum Gott die Welt erschaffen hat) ergründet zu haben."]
Also die Kirche predigt nicht ihre Version der Wahrheit, sondern explizit nur eine Möglichkeit?
Die modernen Religionen bieten sich Gegenseitig Akzeptanz, aber Moslem ist ebenso vom Koran überzeugt, wie der Christ von der Bibel.

["Es gibt heilige Schriften, ferner genug Leute die Ihr Wissen anbieten, wie man den richtigen Weg finden kann."]
*lol* Also niemand behauptet die Wahrheit zu kennen, aber den richtigen Weg kennen sie… Aber woher wissen die denn ohne Wahrheit, dass das der richtige Weg ist?

Und wieso sollte ich diesen Leuten vertrauen, dass es sich dabei um den richtigen Weg handelt und nicht ihr Hirngespinst? Wieso sollte ich heiligen Schriften vertrauen, wenn ich nicht einmal weiß, ob sie überhaupt wirklich heilig sind?

["Irgendwann MUSS die leere Kammer dran sein, und dann klappts auch mit dem Nachbarn."]
Das setzt voraus, dass man um die vorher gefüllte Kammer weiß UND dass die Kammern nacheinander abgearbeitet werden.
Nur weiß man nicht um seine früheren Leben, es kann also sein, dass man immer denselben, falschen Weg geht.

["Wenn sich jemand ernsthaft mit dieser Frage befasst, wird er irgendwann einfach wissen, was der richtige Weg ist."]
Du gehst also davon aus, dass der zu gehende Weg an die aktuelle Weltsituatin angepasst ist und der Mensch die theoretischen Befähigungen besitzt, diesen Weg zu gehen?
Gerade persönliche Fähigkeiten können die zukünftige Lebensplanung enorm einschränken. Gehst du davon aus, das Schicksal wurde nach dieser Situation erstellt?
Das wäre aber sehr voreingenommen, jemand der sich gegen das Abitur entscheidet, obgleich er/sie die Befähigung dafür hat, könnte sich dadurch bereits das Schicksal versaut haben (selbst wenn der weitere Lebensweg die Person glücklich macht).

["Den Jahrgang wiederholen zu müssen ist unangenehm, aber sicher keine Strafe"]
Also eine „leidvolle Erfahrung“ ist keine Strafe… Kümmelspalterei, Fakt ist die Person wird wegen etwas benachteiligt, für das sie nichts kann.
Man stelle sich nur einen Test in der Schule vor, welcher keine Aufgabenstellung besitzt, der Schüler aber genötigt ist richtig zu antworten. Und dann nehme man hinzu, dass alle Fächer mehrere solcher Tests schreiben und der Schüler am Ende nur erfährt ob er ALLE bestanden hat oder wenigstens einen nicht (die genaue Zahl wird ja nicht bekannt gegeben).
Und um dem ganzen die Krone auf zu setzen, wird diese Mitteilung natürlich nicht am Ende des Schuljahres, sondern am Ende der Schule mitgeteilt, denn auch das Leben wiederholt man ja nicht Etappenweise, sondern insgesamt.

["Du stehst jedenfalls nicht unter Zeitdruck"]
In der Ewigkeit nicht, ok. Aber im Leben schon, falsche Entscheidungen kann man nicht beliebig revidieren.

["Du kannst ja auch versuchen, eine Tätigkeit zu verwirklichen, die du schon immer tun wolltest."]
Ob das aber auch im Schicksal vorgesehen ist, wird dadurch nicht geklärt.

["Tja, niemand behauptet, dass Aufgaben erstrebenswert oder gerechtfertigt sein müssen."]
Das unterstreiche ich für deine Theorie ;p
Allem voran, weil es scheinbar für das Selbst keinerlei Nutzen hat, die gestellte Aufgabe zu erfüllen. Ich wüsste nicht, warum ich mich in mein Schicksal ergeben sollte, mir gefällts auf der Erde gerade recht gut. Da schaue ich später gerne wieder vorbei.
Neo
Hallo Shui,

Zitat:
Original von Shui
Wenn ich den nicht kenne und keine Anhaltspunkte habe (auf deine Darlegung bezogen: Ich kenne die Aufgabe nicht einmal, soll aber dafür einen Lösungsweg finden), kann ich die Aufgabe nicht lösen.

Wie gesagt: es liegt an dir. Du kannst dich auf den Standpunkt zurückziehen und sagen "warum soll ich mich für etwas anstrengen, was ich noch nicht mal kenne".
oder d interessierst dich für dein Schicksal, deine Aufgaben. Möglichkeiten dazu gibt es genug.
Wen D natürlich von vornherein der Meinung bist, das wäre alles Blödsinn und albernster Aberglaube, dann gebe ich dir recht: dann wäre es Zeitverschwendung und du genießt besser einfach, sofern du in der Lage dazu bist. Manche sind das nicht, und andere machen sich nur was vor. Auch ich hab mal meine Bronchen fast zerstört und dabei mit aller Überzeugung verkündet, ich rauche gerne, weil es für mich Lebensqualität ist.

Zitat:

*lol* Also niemand behauptet die Wahrheit zu kennen, aber den richtigen Weg kennen sie… Aber woher wissen die denn ohne Wahrheit, dass das der richtige Weg ist?

Und wieso sollte ich diesen Leuten vertrauen, dass es sich dabei um den richtigen Weg handelt und nicht ihr Hirngespinst? Wieso sollte ich heiligen Schriften vertrauen, wenn ich nicht einmal weiß, ob sie überhaupt wirklich heilig sind?

kann ich dir nicht beantworten. Du mußt es für dich selbst ausprobieren. Dann wirst du wissen, ober der Weg für dich taugt oder nicht.

Zitat:

["Irgendwann MUSS die leere Kammer dran sein, und dann klappts auch mit dem Nachbarn."]
Das setzt voraus, dass man um die vorher gefüllte Kammer weiß UND dass die Kammern nacheinander abgearbeitet werden.

Du hast alle Zeit des Kosmos, und kannst alle Kammern durchprobieren.

Zitat:

Nur weiß man nicht um seine früheren Leben, es kann also sein, dass man immer denselben, falschen Weg geht.

Ja, aber es kann auch sein, dass man den richtigen findet. Ist doch gar nicht gesagt, dass ich gleich als Buddha auf die Welt komme. ist das nicht vermessen, die verlangen zu wollen? Wozu dann das ganze Spektakel? Es wird schon seinen Grund haben.

Zitat:

["Wenn sich jemand ernsthaft mit dieser Frage befasst, wird er irgendwann einfach wissen, was der richtige Weg ist."]
Du gehst also davon aus, dass der zu gehende Weg an die aktuelle Weltsituatin angepasst ist und der Mensch die theoretischen Befähigungen besitzt, diesen Weg zu gehen?


Ich gehe davon aus dass der Mensch in sein inneres lauschen kann und fühlen kann, was richtig nd falsch ist. Manchmal muß er dazu erst auf die Schnauze fallen. Manche auch immer wieder.

Zitat:

Gerade persönliche Fähigkeiten können die zukünftige Lebensplanung enorm einschränken. Gehst du davon aus, das Schicksal wurde nach dieser Situation erstellt?
Das wäre aber sehr voreingenommen, jemand der sich gegen das Abitur entscheidet, obgleich er/sie die Befähigung dafür hat, könnte sich dadurch bereits das Schicksal versaut haben (selbst wenn der weitere Lebensweg die Person glücklich macht).

Dann war Abi vlt nicht sein Schicksal sondern Krankenpfleger, oder Penner oder was weiß ich? Entscheidend ist, was mit ihm passiert, wenn er seinen letzten Atemzug tut. dass kann man zu Lebzeiten nicht wissen, ist schon klar, aber man sich versuchen, darauf vorzubereiten.
Und im Grunde weiß es jeder genau wie das geht, nur schiebt man immer gerne die Verantwortung für sein Verhalten auf alle möglichen Unwägbarkeiten und Ungewissheiten.

Zitat:

["Den Jahrgang wiederholen zu müssen ist unangenehm, aber sicher keine Strafe"]
Also eine „leidvolle Erfahrung“ ist keine Strafe… Kümmelspalterei, Fakt ist die Person wird wegen etwas benachteiligt, für das sie nichts kann.

Nochmal: eine notwendige Lektion ist keine Strafe.

Zitat:

["Du kannst ja auch versuchen, eine Tätigkeit zu verwirklichen, die du schon immer tun wolltest."]
Ob das aber auch im Schicksal vorgesehen ist, wird dadurch nicht geklärt.


Ist es nie. Ein gewisses Restrisiko ist mit dem Augenblick der Geburt bereits im Lieferumfang enthalten.

Zitat:

Allem voran, weil es scheinbar für das Selbst keinerlei Nutzen hat, die gestellte Aufgabe zu erfüllen. Ich wüsste nicht, warum ich mich in mein Schicksal ergeben sollte, mir gefällts auf der Erde gerade recht gut. Da schaue ich später gerne wieder vorbei.


Na dann ist doch alles bestens. Glückwunsch!
glorin
Ja, er kann,
[...] denn Gott ist unbegreiflich.
[...] denn unserer Wille ist berechenbar, das macht ihn nicht unfrei. (Ich sehe mein Gegenüber an. Dieser steht vor der Entscheidung 1000€ zunehmen, oder nicht. Wenn er es nicht nimmt, wird dieses verbrannt. Wenn er es nimmt dann kann er damit machen was er will. Auch verspenden. Ohne Bedingung. Nun kann ich dir sagen, das mein Gegenüber frei entscheiden wird das Geld zunehmen (würden auf jeden Fall alle machen, die ich kenne). Ich wüsste im Voraus was er macht. Ohne das keine Willensfreiheit vorherschen würde.
Nun ist Gott allwissend. Er weiß alles was passieren wird. Ob ein Wind hauchen wird, oder nicht. Daraus berechnet er was jeder macht.
Anders ausgedrückt. Du hörst was ein Politiker sagt, bist in der Lage in die Vergangenheit zureisen und wenn du nun in der Vergangenheit bist, weißt du was er sagen wird. Ist nun die Entscheidung des Politikers dies auszudrücken nicht mehr frei?
[...] denn Gott ist zeitlos und kennt daher die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Jede möglichkeit die getroffen werden kann kennt er und in jeder jede weitere... Gott kennt unendliche viele Möglichkeiten in unendlich vielen Möglichkeit. Jede dieser Möglichkeiten ist eine Parrallel existierende Entscheidung unseres Willens. Nun kann unserer Geist frei entscheiden, denn Gott kennt alle darauf folgenden Möglichkeiten -> sprich Gott ist allwissend.

Also, Gott kann allwissend und unserer Geist frei sein.
yrneh
Wenn es eine Gott gibt, denn stellen wir uns immer jemanden vor der uns Gutes will, der dinge vollbringen kann die wir nicht können. Aber was ist das was wir denn als Gott bezeichnen? Ist es nicht so das der Mensch sich in der Vergangenheit mit Göttern das unerklärliche erklärt hat, so das wir aufgehört haben Nachzudenken. In der Philosophie wurde ein vers gesprochen :


Gott ist Tod.

So würde ein Wesen über das Wesen stehen was wir uns zum Vorbild genommen haben. Gott ist ein Vorbild welches uns Regeln gibt, so sagt der Christ ich Glaube an Gott, und der gegenpol wiederum, ich Glaube an den Teufel.

Beide seiten haben den Aspekt sie Glauben Gott ist also ein Existierendes Vorbild.

gruß
yrneh
Archibald
Zitat:
Original von Taurus
...............
Vieleicht weiß Gott um alle Möglichkeiten, und läst uns bewust frei wählen?
................................


Die Summe allr Möglichkeiten ist nicht das,wofür wir uns letztendlich entscheiden werden!

Wir können uns nämlich nur für EINE von vielen Möglichkeiten entscheiden!
Archibald
Zitat:
Original von glorin
Ja, er kann,
[...] denn Gott ist unbegreiflich.
[...] denn unserer Wille ist berechenbar, das macht ihn nicht unfrei......................


@ glorin:

Das wage ich zu bezweifeln; denn, ist unser Wille berechenbar, dann könnte es ein "Etwas" geben, was die Entscheidung dieses Willens berechnen könnte; unsere "Freiheit" (der Willensentscheidung) läge also nur darin, dass wir (zeitlich gesehen) VOR unserer Entscheidung noch nicht wüssten, für WAS wir uns entscheiden!
Claudia
Zitat:
Original von Taurus
Ist Gott eine Person?
Vieleicht weiß Gott um alle Möglichkeiten, und läst uns bewust frei wählen?
Vieleicht ist Gott die Summe aller Möglichkeiten?
Vieleicht ist jedes Seiende aus dem "Geist" Gottes geschaffen?
Was fehlt dem Allwissenden?
Vieleicht das Geschenk der Unwissenheit?



Genau so sieht das auch N.D. Walsh. Das "Geschenk der Unwissenheit" bzw. des Vergessens ermöglicht es Gott, sich in seiner ganzheit zu erfahren indem sich Teile von ihm als getrennt und abgespalten erleben und durch die Unwissenheit die gesamte Bandbreite an Erfahrungen machen können.
Irgenwo in einem der Bücher von Walsch glaube ich mich an den Satz zu erinnern: "Gott ist alles was ist und alles was nicht ist."
Gott macht sich dieses Geschenk quasi selber...indem er allen Seelen das Vergessen (dessen, dass alle in Wahrheit Eins sind) und somit den freien Willen schenkt.
Laut dem Autor kennt Gott damit tatsächlich alle Möglichkeiten, doch da Gott nicht an das zeitliche Universum gebunden ist hat für ihn ein Vorher/nachher keine Relvanz, gibt es doch nur den ewigen Augenblick des Jetzt.
John
Als bekennender Atheist muss ich sagen, habe ich noch selten so überzeugende Argumente dafür gelesen, dass es Gott wirklich nicht gibt. Auch nicht irgendwas, das irgendwie so ähnlich ist. Hierfür gibt es aber einen eigenen Thread. Besonders übrigens bei den Beiträgen, die ihn nicht in Frage stellen, sondern seine Existenz voraussetzen.

Dennoch finde ich, kann man das Thema "allwissend und freier Wille" durchaus weiter "spinnen".

Die Entwicklung von allem auf der Welt ist eine Summe aller getroffenen Entscheidungen. Praktisch ist nichts, was je geschehen ist, wiederholbar oder veränderbar.

Stellen wir uns nun einmal "allwissend" praktisch vor, in einem Denkmodell (bitte hier etwaige semantisch Widersprüche mal ignorieren). Hilfsmodell: Zeitsprung oder Zeitreise.

Theoretisch jedenfalls kann ein Mensch allwissend sein, wenn er die gesamte Vergangenheit, jedes Ereignis kennt (praktisch unvorstellbar, theoretisch jedoch vorstellbar), oder? Von mir aus die gesamte Welt mit einer Art Universalkamera betrachtend. Ok, also weiter.

Würde nun dieser Mensch per Zeitsprung in die Vergangenheit geschleudert (was wohl schon ein reales Paradox ist), aber würde er (dieses Thema wird ja in Filmen wohl immer so behandelt, dass dabei immer auch das Gedächtnis mit gelöscht wird) und nähmen wir mal an, er wüsste es. Nehmen wir weiter an, es ist nicht eigentlich die Vergangenheit, nehmen wir einfach mal an, irgendeine höhere Macht (die es ja nicht gibt, aber wenn es sie gäbe) würde also beispielsweise 30 Jahre ausradieren und die Menschen würde alle ab 1980 die Zeit "neu beschreiben". Wer dann noch allwissend ist (also dessen Gedächtnis befähigt ist, das ausradierte Geschehen "lesen" zu können), würde wissen, welche Konsequenzen welche Ereignisse hatten.

Mehrere Fragen: Hätte seine Allwissenheit irgendeine praktische Bedeutung? Würden sich, evtl. auch ohne seine Einflussnahme, auf der Welt die Dinge ganz anders oder nur geringfügig anders entwickeln, weil einige Entscheidungen oder Fakten ganz anders laufen?

Ich glaub, ich bin zu weit gegangen, Gehirnkrampf roll