Ist Intelligenz defizitär?

snpm
Wieder etwas sehr vage formuliert, daher einiges einzugrenzen und wahrscheinlich keinem philosophischen Anspruch gerecht, eher psychologischer Natur, aber dennoch; (noch dazu habe ich einige Verallgemeinereungen eingebracht, die man mir bitte entschuldigen möchte):

Meine Frage ist, ob die Intelligenz an sich etwas Mangelhaftes ist. Alle Wissenschaftler werden mir wahrscheinlich einen Schuss in den Kopf empfehlen, aber Fragen sind doch berechtigt. Warum mangelhaft? Ich will einige Aspekte nennen: Intelligente Menschen, zumindest die Erfahrung die ich mit intelligenten Menschen machen konnte, lehrten mich, dass sie immer den Mangel, den sie leiden (oder auch nicht) erkennen können. Deshalb denkt man ja auch nach. Wäre alles in Ordnung, müsste man diese Ordnung nicht stören. Jetzt denke ich an den Satz eines Wissenschaflters: Nichts ist unendlicher als die Dummheit" Dummheit ist ummfassender und die Vernunft hat sich meiner Erkenntnis nach historisch nicht durchsetzen können. Weiters mangelhaft, weil Intelligenz oft selbstverrlichend ist. Intelligente Menschen verachten Dummheit im eigenen Denken und spüren sie auf. Also Intelligenz als Jägerin der Dummheit, und somit vielleicht etwas eingeschränkt. Genauer: Intelligenz, die von der Dummheit abhängt. Da kommt noch der soziale Aspekt hinzu: Die Bezichtigung der Dummheit anderer Menschen. Oder die Frustration, wenn man als dumm bezeichnet wird, und die Konsequenz die da lautet: Ich bin dumm, nicht der Kontext oder ein Gedanke oder ein System meiner selbst, sondern ich als Ganzes.Oder der Rückzug in die Einsamkeit: Ich kann mit Menschen nicht umgehen, die nicht so intelligent sind wie ich. Also da scheint mir einiges mangelhaft.

Auf Anregungen hoffend, und freundlich grüßend, snpm
glorin
@snpm:
Zitat:
Nichts ist unendlicher als die Dummheit


Ich das nicht ein verfremdetes Einsteinzitat? Bzw. meinst du ihn als Urheber? Wenn ja, dann würde ich dazu raten es nicht so falsch wieder zugeben. ^^


Zitat:
Intelligente Menschen verachten Dummheit im eigenen Denken und spüren sie auf.


Hm, gerade viele Geisteswissenschaftler verachteten nicht die Dummheit des eigenen Denkens. Wie kommst du zu dieser Annahme, das sie dies tun?


Zitat:
Intelligenz, die von der Dummheit abhängt. Da kommt noch der soziale Aspekt hinzu: Die Bezichtigung der Dummheit anderer Menschen. Oder die Frustration, wenn man als dumm bezeichnet wird, und die Konsequenz die da lautet: Ich bin dumm, nicht der Kontext oder ein Gedanke oder ein System meiner selbst, sondern ich als Ganzes.Oder der Rückzug in die Einsamkeit: Ich kann mit Menschen nicht umgehen, die nicht so intelligent sind wie ich. Also da scheint mir einiges mangelhaft.


Ja, dir scheint auch berechtigt etwas mangelhaft zuseien. Aber womöglich solltest du daran denken, das es verschiedene Arten von Inteligenz gibt. Und die jenigen, die du ansprachst scheinen nicht bzgl. ihrer sozialen Kompetenz hochbegabt - inteligent zuseien...
Exebeche
Zitat:
Original von snpm
Jetzt denke ich an den Satz eines Wissenschaflters: Nichts ist unendlicher als die Dummheit"


Dummheit ist keine ontologisch fassbare Entität.
Es verhält sich wie mit Wärme und Kälte.
Kälte gibt es nicht.
Sie ist eine aus unserer Perspektive künstlich erzeugte Größe.
Es gibt einen absoluten Nullpunkt.
Der liegt jenseits des von uns erfahrbaren.
Aber diese Negativgröße auf einer künstlichen Messlatte ist eine Illusion .

Der Begriff von Dummheit, der so etwas meint wie unter dem Nullpunkt agierende Negativ-Intelligenz ist schlicht Unsinn.

Es gibt Phänomene wie von Intelligenz hervorgebrachten systemischen Wahnsinn.
Etwas, das der Intelligenz zuwiderläuft.
Systemverhalten, das dem konstruktiven Potential von Intelligenz kontraproduktiv entgegensteht.

Da muss ich dir recht geben, es gibt kontraproduktive Intelligenz.
Auf Intelligenz basierendes Systemverhalten, das die Effekte der Intelligenz wieder aufhebt.
Jeder, der einmal mit einer Behörde zu tun hatte war schon mal damit konfrontiert.

Das liegt wohl daran, dass Intelligenz keine absolute Größe ist.
Im Grunde ist Intelligenz ein grundsätzlich teleologischer Begriff.
Man kann die Intelligenz eines Systems nicht bestimmen, ohne den Nutzen zu definieren, der aus seinem Verhalten gezogen werden kann.
snpm
Zitat:
Original von glorin
@snpm:
Zitat:
Nichts ist unendlicher als die Dummheit


Ich das nicht ein verfremdetes Einsteinzitat? Bzw. meinst du ihn als Urheber? Wenn ja, dann würde ich dazu raten es nicht so falsch wieder zugeben. ^^


@ glorin: Ein Zitat derart zu verfremden ist ein Faux Pas, danke für den Hinweis. Ich sollte mich überhaupt sputen meine Gedanken derart unreflektiert in Worte zu fassen.



Zitat:
Intelligente Menschen verachten Dummheit im eigenen Denken und spüren sie auf.


Hm, gerade viele Geisteswissenschaftler verachteten nicht die Dummheit des eigenen Denkens. Wie kommst du zu dieser Annahme, das sie dies tun?

@ glorin: Da kommt es vielleicht (wie so oft) auf die Definition von Dummheit an. Ein Geisteswissenschaflter wird sich jedenfalls mit seinen geistigen Fehlern (sehr unpräzise formuliert) befassen, oder irre ich da. Das Wort verachten war aber etwas unglücklich getroffen, ich stimme zu.


Zitat:
Intelligenz, die von der Dummheit abhängt. Da kommt noch der soziale Aspekt hinzu: Die Bezichtigung der Dummheit anderer Menschen. Oder die Frustration, wenn man als dumm bezeichnet wird, und die Konsequenz die da lautet: Ich bin dumm, nicht der Kontext oder ein Gedanke oder ein System meiner selbst, sondern ich als Ganzes.Oder der Rückzug in die Einsamkeit: Ich kann mit Menschen nicht umgehen, die nicht so intelligent sind wie ich. Also da scheint mir einiges mangelhaft.


Ja, dir scheint auch berechtigt etwas mangelhaft zuseien. Aber womöglich solltest du daran denken, das es verschiedene Arten von Inteligenz gibt. Und die jenigen, die du ansprachst scheinen nicht bzgl. ihrer sozialen Kompetenz hochbegabt - inteligent zuseien...


In meiner Reflexion, bin ich darauf gekommen, dass ich eher an so etwas wie Genies gedacht habe. Aber eben nicht an Menschen, die gemessen an ihrer sozialen Kompetenz hochbegabt erscheinen. Ich kenne keine Menschen, die sozial hochbegabt wären und eine große Leistung auf geistigem Niveau erbracht hätten. Wahrscheinlich ist es aber auch nur ein verstaubtes Klischee, dem ich mich nicht zu entledigen weiß.

Man möge mir die Verallgemeinerungen entschuldigen, ich muss wieder darauf hinweisen.

Überhaupt scheint mir mein Thread recht skurril. Es sind eher Scheinfragen, ohne echten Erkenntniswert, eher rhetorische Fragen bestenfalls von literarischer Dringlichkeit. Beispielsatz: Intelligenz als Jägerin der Dummheit.
Naja.

@ Exebeche
"Dummheit ist keine ontologisch fassbare Entität".

Damit hat sich für mich einiges geklärt. Danke
Epic
Ist Intelligenz defizitär?
Alle Wissenschaftler werden mir wahrscheinlich einen Schuss in den Kopf empfehlen, aber Fragen sind doch berechtigt. Warum mangelhaf

Wissenschaftler schießen sich selbst in den kopf, wenn sie tatsächlich die theorie vertreten, dass ein iq test die genügende reliabilität inne hat, um die intelligenz des menschen im vollsten maße zu erfassen.
Meine frystyle forschungen haben ergeben, dass verschiedene formen von intelligenzen existieren, die aber alle in einer abstrakten weise ineinader greifen und zusammen wirken.

Was der staat hier mit dem iq test erreichen will ist ein ausleseprozess um die menschen zu klassifizieren.
Mit dem heutigen iq test lässt sich eine gewisse intelligenz messen, jedoch nur eine intelligenzform von vielen.
Die anderen entziehen sich der messbarkeit.
Was man nicht erfassen kann gibt es ja nicht;SO heißt es- dazu sage ich; ab und an muss man mal seine logik verlassen um die logik zu erfassen!!!!
Tarvoc
Zitat:
Original von snpm
Meine Frage ist, ob die Intelligenz an sich etwas Mangelhaftes ist.

Mangelhaft hinsichtlich was?
Agathon
Hallo,

ist das der Versuch eine Eigenschaft, von der man weiß, dass man sie absehbar nicht erreichen kann, für das Ego abzuwerten? großes Grinsen

Viele Grüße
Agathon
Exebeche
Bezeichnet man so etwas als Ad-Hominem-Affront ?
glorin
@Exebeche:
Zitat:
Kälte gibt es nicht. Sie ist eine aus unserer Perspektive künstlich erzeugte Größe. Es gibt einen absoluten Nullpunkt. Der liegt jenseits des von uns erfahrbaren. Aber diese Negativgröße auf einer künstlichen Messlatte ist eine Illusion


Du kannst Argumentieren wie du willst. Man kann genauso sagen, das es keine Wärme gibt. Denn es wird in kälte gemessen, nicht in Wäre. Das Temperatur einen absoluten Nullpunkt haben kann ist mir neu. (Du kannst dann natürlich auch die Meßlatte der Dummheit ausrichten. In diesen Falle fällt der Ausdruck Inteligenz weg.)

Zitat:
@ glorin: Da kommt es vielleicht (wie so oft) auf die Definition von Dummheit an. Ein Geisteswissenschaflter wird sich jedenfalls mit seinen geistigen Fehlern (sehr unpräzise formuliert) befassen, oder irre ich da. Das Wort verachten war aber etwas unglücklich getroffen, ich stimme zu.


Nicht jeder wird sich damit befassen. Manche werden diese ihrer Ideologie wegen ausblenden. z.B. bei einigen Teologen kommt es mir so vor.


@snpm:
Zitat:
In meiner Reflexion, bin ich darauf gekommen, dass ich eher an so etwas wie Genies gedacht habe. Aber eben nicht an Menschen, die gemessen an ihrer sozialen Kompetenz hochbegabt erscheinen. Ich kenne keine Menschen, die sozial hochbegabt wären und eine große Leistung auf geistigem Niveau erbracht hätten. Wahrscheinlich ist es aber auch nur ein verstaubtes Klischee, dem ich mich nicht zu entledigen weiß.


Wenn jemand in diesen Rahmen hochbegabt ist bedeutet dies noch lange nicht, das er auch sozial handelt. Dies ist immer abhängig von seinen Ethischenvorstellungen. Viel mehr ist damit die Möglichkeit zu solchen Verhalten und auch die Fähigkeiten (z.B. zu komunizieren/ Kontakte aufbauen, etc. mit gemeint.)
Exebeche
Zitat:
Original von glorin
Das Temperatur einen absoluten Nullpunkt haben kann ist mir neu.


Dein Ernst?
Ist Dir wirklich neu, dass die Temperatur im Universum nicht unter den absoluten Nullpunkt von -273 Komma nochwas Grad Celsius sinken kann?
Schau mal unter http://de.wikipedia.org/wiki/Kelvin .
Das eigentlich interessante daran ist, dass der Nullpunkt selbst gar nicht erreicht werden kann.
Stanley Alvarez
Zitat:
Original von Epic
Meine frystyle forschungen haben ergeben...

http://media.comicvine.com/uploads/0/313...j-fry_large.jpg ?

Zitat:
Was der staat hier mit dem iq test erreichen will ist ein ausleseprozess um die menschen zu klassifizieren.

Was hat denn der Staat mit Intelligenztests zu schaffen?