geistiger Fortschritt des Bewusstseins

nikoweird
ich habe schon einen Thread ,,Fortschritt' aufgemacht, der durchaus zu diesem Thema passen würde, aber ich denke, es ist besser, ein selbständiges Thema daraus zu machen.

Ersteinmal

Was ich mit der gequetschten Überschrift meine, in langer Form:

Sind wir (die in der Gegenwart lebenden Menschen)-oder zumindest die, die ein Studium eines gewissen Faches hinter sich haben- die Summe des Wissens und der Erfahrungen unserer Vorfahren (=der vergangenen Denktraditionen, Religionen, Dichter, Denker, usw. ) ?
Das könnte einem nämlich der lineare Fortschrittsglaube suggerieren...
Oder gibt es da Einwände und Einschränkungen?

Oder kann es ,,geistigen Fortschritt'' gar nicht geben, da er individuell ist und sein muss? gruebel

Oder In Bezug auf uns heute:
Wir leben ja in einer Demokratie, in der zwar andersdenken erlaubt ist, aber es einen Konsens gibt. Ist eben dieser konsens-der sich kontinuierlich verändert-immer die Spitze des gepriesenen Fortschritts, also immer die ,,positive Summe'' der vorhergegangenen Konsense?

Ich freue mich auf Antworten!
Loa
Unsere und auch andere Vorfahren wurden oft ganz schön respektlos behandelt und ihr Wissen ist oftmals in die Tonne getreten worden.
Unsere Machthaber sind meistens damit beschäftigt sich selbst zu feiern und bei den globalen politischen Erpressungsspielchen gut abzuschneiden.
Das Volk muss sich selbst um seinen Forschritt kümmern, aber solange jeder nur reich sein will ist da nichts zu machen.
Geistiger Fortschritt interessiert niemanden. Damit kann man kein Geld machen.
nikoweird
Zitat:
Original von Loa
Unsere und auch andere Vorfahren wurden oft ganz schön respektlos behandelt und ihr Wissen ist oftmals in die Tonne getreten worden.


Das heißt, das heutige Wissen, die heutigen Meinungen und der heutige Zeitgeist sind immer nur ein Teil des Wissens der Vergangenheit, da manche Meinungen oder mancher Zeitgeist entweder nicht angesprochen oder als ,,falsch'' bewertet werden...?
Loa
Du weißt doch selbst dass x Zivilisationen in der Geschichte von irgendwelchen Barbaren einfach überfallen und ausradiert worden sind.
Sehr viel Wissen ist verloren gegangen, wurde ignoriert oder als irrelevant betrachtet.

Nehmen wir mal zB die Kräuterheilkunde. Wir wüssten heute wesentlich mehr, wenn mal einer die Schamanen gefragt und alles aufgeschrieben hätte anstatt sie auszulachen und zu killen.
Was man heute weiß ist nur ein Bruchteil dessen was insgesamt einmal gewusst wurde.

Anders ist es zB im wissenschaftlichen Bereich. Da sind wir wohl heute weiter als unsere Vorfahren.
Man kann also nicht alles in einen Topf werfen.
Du musst schon genauer spezifizieren erstens von welchem Volk du redest und zweitens um welchen Aspekt es gehen soll.
nikoweird
Zitat:
Original von Loa

Man kann also nicht alles in einen Topf werfen.
Du musst schon genauer spezifizieren erstens von welchem Volk du redest und zweitens um welchen Aspekt es gehen soll.


naja, ich wollte jetzt nicht einen einzigen Aspekt nennen, sondern-weil ich alles nennenswert empfinde-eben alles....nehmen wir einmal die Religion, wie ich am Anfang geschrieben habe: Ist das Neuseste auch immer das Beste?
Archibald
@ niko:

Ich denke, aus dem ganzen Konsens (der ja tatsächlich mal stattgefunden hat) folgt keine Quinteszenz, weil uns eine konsequente Auswertungslogik fehlt!

Diese konsequente (mögliche) Logik wird durch die bestehende Begrifflichkeit vertuscht!
nikoweird
Zitat:
Original von Archibald
@ niko:

Ich denke, aus dem ganzen Konsens (der ja tatsächlich mal stattgefunden hat) folgt keine Quinteszenz, weil uns eine konsequente Auswertungslogik fehlt!

Diese konsequente (mögliche) Logik wird durch die bestehende Begrifflichkeit vertuscht!


was meinst du mit ,,der ja tatsächlich mal stattgefunden hat''?

Es gibt doch heute genauso noch Konsens in der Gesellschaft wie früher, wenn auch nicht mehr so stark


Diese konsequente (mögliche) Logik wird durch die bestehende Begrifflichkeit vertuscht!

was meinst du damit?
Archibald
Zitat:
Original von nikoweird

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Diese konsequente (mögliche) Logik wird durch die bestehende Begrifflichkeit vertuscht!

was meinst du damit?



Nun, es hat in den 70-er Jahren mal eine politische Richtung gegeben, welche man "neue Linke" nannte.
Sie forderten einen freiheitlichen Sozialismus, indem sie sagten, der herkömmliche Sozialismus schränke die Freiheit des Eionzelnen ein, da er sich dem Prinzip "Gemeinnutz geht vor Eigennutz" bediene, und die Gesellschaft sich anmaße, zu entscheiden, was gut oder schlecht für den Einzelnen sei und ihn somit bevormunde.

Heute jedoch wird gerade diese Bevormundung manchmal als Freiheit betrachtet, was durch eine schwammige Begrifflichkeit errreicht wird!