Apfel
Bei einigen Threads, in denen spirituelle Techniken wie Yoga diskutiert werden, stellte sich mir diese allgemeine Frage. Bestimmt kann man eine Menge Gutes für sich dabei tun aber ist die Wirksamkeit so grenzenlos, wie oft angepriesen? Bei meinen eigenen Versuchen stieß ich bald auf die Grenze, dass sich meine Grundkonflikte im Leben nicht änderten. Für zwischendurch mal einen klaren Kopf kriegen hilft mir Yoga schon etwas.
Trotzdem: Wenn positives Denken, autogenes Training, Energiesteine, Managertraining, Glaube oder auch rationale Methoden so wirksam sind, weshalb macht es dann nicht jeder und weshalb nehmen die seelischen Probleme in der Gesellschaft nicht ab? Weshalb sind wir nicht längst eine Gesellschaft von Halbengeln, wo doch so viel verheißende Techniken seit den 60ern betrieben werden? An mangelnder Bekanntheit liegt es nicht, denn was wirklich wirksam ist, dafür braucht man keine Werbung machen, da es sich wie ein Lauffeuer verbreitetet.
Als großer Verleumder fällt mir Schopenhauer ein, der die Unveränderlichkeit des Charakters behauptete. Demnach hat jeder ein seelisches Grundmuster, das man nicht ändern kann. Bestenfalls kann man es erkennen, sich damit abfinden und vor seinen „Macken“ etwas gewarnt sein. Meine eigene Erfahrung bestätigt das. Die meisten, die ich kannte, die sich als „Erweckte“ inszenierten, sind immer noch dieselben Träumer, Narzissten oder falschen Hunde wie früher – nur in dieser Eigenschaft noch professioneller und abgebrühter.
Vielleicht habe ich auch die falschen Leute getroffen. An mangelnder Bemühung lag es bei mir selbst nicht.
Reinhard
Hallo Apfel, wer sollte denn da was ändern? Ich verstehe ehrlich gesagt die Frage nicht. Man sich? Jeder sollte doch schon froh sein, wenn er sich überhaupt ein wenig annähert. Das ist halt der Unterschied zwischen dem intelligiblen und dem empirischen Charakter bei Kant.
Schönes Wochenende
Reinhard
Taurus
Ich denke Probleme ergeben sich immer dann, wenn man durch welche Technik auch immer, versucht mehr zu werden als man ist, Anstat das zu sein was man ist.
Ich bin doch schon die Summe meiner Gegensätze, welche Technik kann dem noch was hinzufügen.
Techniken sind nur dann hilfreich, wenn sie mich zu der Erkenntnis geleiten, das ich alles bin was ich brauche, und dann brauche ich die Techniken nicht mehr.
Schneemann
Sicherlich kann man sich verändern. Man kann kann sich viel eher nicht
nicht verändern. Die Dinge die man tut und die man denkt bestimmen wer man ist. Sollte es sich tatsächlich ergeben dass man völlig andere Dinge tut und sich z.B. in ganz anderem Umfeld wiederfindet, so kann man sich auch wesentlich verändern. So etwas wie eine fixe Persönlichkeit gibt es nicht. Man denke z.B. an den Hauptcharakter der US-Serie "
Breaking Bad".
Den Irrtum dem manche Menschen auffliegen ist aber dass es dazu reicht ein paar Minuten am Tag irgendeine Übung zu machen, ein paar Stunden zu quatschen, ein Buch zu lesen oder ein WE auf ein Seminar zu gehen. Das führt sicherlich nicht zu wesentlichen Änderungen. Selbst mittelgrosse Veränderung wie Abnehmen, Drogen-Entziehung, Liebeskummer loswerden, etc., das alles gelingt nur wenn man auf Dauer grosse Teile des Lebens umstellt. Wer ein Anderer werden will, der muss ein anderes Leben führen.
"We are what we do".
Sophie
Hallo Apfel,
ich glaube, dass jeden gewissen Eigenschaften prägen, die zu unterschiedlichen Zeiten ihre Höhepunkte haben.
Diese Eigenschaften können positiv oder negativ verstärkt werden.
Jemand der hilfbereits ist, kann sehr empathisch und zuverlässig sein, aber auf der anderen Seite instabil udn verausgabend. Oder jemand mit viel Durchsetzungskraft kann sehr erfolgreich und maßgebend für das Gelingen von Projekten sein, aber auf der anderen Seite besteht die Gefahr, egoistisch über Leichen zu gehen.
Jemand der sehr individuell eigen und kreativ ist, hat das Potential für einen Künstler. Auf der anderen Seite besteht die Gefahr der Launenhaftigkeit und Unzufriedenheit. Jemand der sehr rational veranlagt ist, mag über viel Klarheit verfügen, die Kehrseite mag Arroganz und Zynismus sein. Impulsivität und Neugierde hat ebenso eine Schattenseite, wie Friedliebe die zur Trägheit oder Verklärung neigt.
Wie du denke ich, dass man die Mackemmuster erkennen und davor gewarnt sein kann, so dass man im Falle eines Ungleichgewichtes, sinnvoll gegensteuern kann oder zumidnestens weiß, was da gerade geschieht.
Also ins Loch fällt, irgendwann weiß, dass man im Loch ist und das nächste Mal drum herum geht, bzw. akzeptiert, dass man mal wieder hereingefallen ist.
Loa
Seinen eigenen Charakter zu durchschauen ist im Grunde alles was man tun kann.
Das allerdings ist völlig ausreichend.
Das ist wie mit einem kleinen Kind das Unfug treibt und dabei auf einmal beobachtet wird.
Man muss es erst gar nicht schelten. Es wird sich auf einmal so unwohl fühlen, dass es keine Lust mehr hat weiterzumachen, denn auf einmal heißt es: Ich kenne dich. Ich weiß was du da tust und warum du es tust. Amüsier dich ruhig weiter und sag mir Bescheid wenn du fertig bist.
Erik van Thom
Ich schlage die Unterscheidung von Anlage und Verhalten vor. Seine Anlagen kann man nicht aendern, also sein Talent, sein Temparament, ob man eher extrovertiert oder introvertiert ist, ob man eher im Hier und Jetzt oder eher in der Zukunft lebt, ob man in seinen Entscheidungen lieber nach der Vernunft geht, oder lieber danach, was man am meistem mag usw.
Was man aendern kann, ist das Verhalten; ob man organisiert oder chaotisch ist, ob man staendig ins Wort faellt oder ausreden laesst, so was alles.
Loa
@ Eric
Die Grenze ist aber verschwommen.
Das Verhalten kommt ja schließlich von den Anlagen.
Erik van Thom
| Zitat: |
Original von Loa
@ Eric
Die Grenze ist aber verschwommen.
Das Verhalten kommt ja schließlich von den Anlagen. |
Aber nicht das, was ich als Beispiel fuer Anlagen genommen habe: extroversion oder introversion, cholerisch, sanguinisch etc, nach was man beim Faellen von Entscheidungen geht usw.
Also, das laesst sich nicht aendern.
Was sich aendern laesst, ob man gerne gaengelt oder gern den Oberlehrer macht, sich gaengeln laesst, ob man fanatisch ist usw.. Und das hat mit den genannten Anlagen nichts zu tun.
Erlaeuter deine Position doch mal mit einem Beispiel!
Geistesblitz
Doch, kann man. Aber man wird verrückt.
Apfel
@ Reinhard, Taurus, Sophie
Ja man muss wohl schon dankbar dafür sein, wenn es gelingt zu erkennen, wer und wie man ist und es gelingt, das zu akzeptieren und damit zu leben.
Letzteres ist nicht leicht, wenn gravierende Defizite deutlich werden, mit denen man sich das Leben schwer macht. Das wirkt sich besonders in Beziehungen aus. Es kann dann der Wunsch bestehen, sich zu ändern. Oft ist es aber nur der versteckte Wunsch, dass die äußeren Verhältnisse sich ändern oder dass andere sich ändern.
@ Schneemann
Wesentliche Änderungen will ich nicht völlig ausschließen. Ich halte sie aber für Ausnahmen und für nicht steuerbar. Eine Umgebungsänderung allein muss nichts bewirken. Leute kommen aus Indien oder Australien zurück und haben sich charakterlich nicht geändert. Die meisten meiner alten Schulkammeraden sind dieselben geblieben. Jedesmal, wenn mir jemand das sagt, kriege ich einen Schreck, auch wenn ich mittlerweile nicht mehr erbleiche.
@ Erik
Das ist eine Unterscheidung, mit der ich leben könnte, denn sie erspart Illusionen und Fehlversuche, mit denen man sich eher verpfuscht. Weiß ich das einmal, so kann ich auch besser andere akzeptieren, denn ich muss akzeptieren, da sich vieles nicht ändern lässt. Jemand anderes ändern zu wollen ist sowieso eine Tyrannei.
Das Verhalten hängt zwar viel von den Anlagen ab, wie Loa sagt, doch die Anlagen muss man ja erst entfalten und da ist noch viel Änderungsspielraum drin im Sinne von: Werde, der du bist.
@ Loa
Die konkrete Unterscheidung von änderbaren und fixen Persönlichkeitsaspekten gelingt mir auch nicht genau. Weiß man vielleicht erst am Ende des Lebens.
Was „harter Kern“ ist, merkt man ja erst nach erfolglosen und schmerzlichen Änderungsversuchen. Da sind dann auch manche Defizite dabei, mit denen man leben muss.
Loa
@ Eric
Ok Beispiel: Einer ist cholerisch und regt sich daher oft und gerne auf.
Da seine Anlage so ist kann er daran nichts ändern, wie also soll er aufhören andere anzubrüllen wenn er regelmäßig die Nerven verliert?
Erik van Thom
| Zitat: |
Original von Loa
@ Eric
Ok Beispiel: Einer ist cholerisch und regt sich daher oft und gerne auf.
Da seine Anlage so ist kann er daran nichts ändern, wie also soll er aufhören andere anzubrüllen wenn er regelmäßig die Nerven verliert? |
Anstatt, wie so oft, zu bruellen "AU MANN! GIBTS DAS!!! SIE... SIE..." koennte er sich angewohnen, "Herr Sowieso, Sie wirken auf mich etwas ueberfordert." zu sagen.
Ein Studie von eineiigen Zwillingen waere interessant, die bei der Geburt getrennt wurden und die in voellig unterschiedlichen Umwelten aufwachsen. Das, was sie miteinander gemeinsam haben, ist dann fix, der Rest anerzogenes Verhalten.
carsten aus bochum
Hi Apfel.
Man kann Persönlichkeit definieren, als die Kombination von Charakter und Temperament.
Das Temperament scheint fix und genetisch determiniert zu sein und wird als die Schwelle, Intensität und Dauer von Affekten definiert.
Der Charakter ist variabel und eine Kombination von äußeren Verhaltensfaktoren, die mit inneren Selbstbildern korrespondieren. Dabei spielt die Frage eine Rolle, ob man ein integriertes Bild von sich selbst und für das eigene Leben wichtigen anderen Personen aufbauen kann. Das sind Faktoren die alle veränderbar sind.
Weitere Bausteine sind kognitive Intelligenz, die zu einem größeren Teil determiniert ist, aber in Grenzen verändert werden kann, sowie Moral, hier als die Fähigkeit verstanden, sich in Wertsysteme zu integrieren bzw. für etwas zu interessieren und zu engagieren, was das eigene Ich übersteigt.
Wenn nicht schwere Störungen vorliegen ist auch das veränderbar.
| Zitat: |
| „Trotzdem: Wenn positives Denken, autogenes Training, Energiesteine, Managertraining, Glaube oder auch rationale Methoden so wirksam sind, weshalb macht es dann nicht jeder und weshalb nehmen die seelischen Probleme in der Gesellschaft nicht ab? Weshalb sind wir nicht längst eine Gesellschaft von Halbengeln, wo doch so viel verheißende Techniken seit den 60ern betrieben werden? An mangelnder Bekanntheit liegt es nicht, denn was wirklich wirksam ist, dafür braucht man keine Werbung machen, da es sich wie ein Lauffeuer verbreitetet.“ |
Weil die meisten der von die angeführten Techniken und Methoden sehr wenig bringen.
Positives Denken und Managertraining sind im Grunde simple Motivationsmethoden, die nie halten was sie versprechen. Es ist schon okay, an sich zu glauben, nur sollte das einen realistischen Boden nicht verlassen, sonst landet man früher oder später auch dem Bauch.
Energiesteine, naja.
Autogenes Training bringt ein wenig Entspannung und Körperbewusstsein, sicher sinnvoll, aber große Charakterveränderungen sind hier eher nicht zu erwarten.
Der Glaube kann einem Menschen sicher Halt geben, aber Charakterveränderungen sind nicht unbedingt auf seinem Programm, kommt natürlich auf den Inhalt des Glaubens an.
Rationale Methoden ist ein weiter Oberbegriff, aber ich glaube, dass man immer auch den emotionalen Bereich mitberücksichtigen muss.
Yoga, da muss man fragen, welcher Yoga denn praktiziert wird.
Wenn ich nur meine Rückenmuskeln dehne und kräftige, dann ist auch hier sicher nicht mehr zu erwarten als anderswo, wenn ich Yoga als stufenweises Gesamtsystem sehe, ist das sicher effektiv. Nur ist auch Yoga eben nicht
ein System, sondern kennt 1000 Variationen.
Immerhin kann man hier, seiner Persönlichkeit gemäß einiges finden.
Ich denke, dass die Fortschritte in der Psychotherapie und das immer größere Wissen um die Funktionsweise der Psyche in den letzten Jahrzehnten uns Mut machen sollte, hinsichtlich der Veränderbarkeit der Persönlichkeit.
Vor allem hat man heute Methoden zur Verfügung die direkt auf die Emotionen einwirken und was man da hört, macht auch Mut.
Gruß,
Carsten
Erik van Thom
| Zitat: |
Original von carsten aus bochum
Hi Apfel.
Man kann Persönlichkeit definieren, als die Kombination von Charakter und Temperament.
Das Temperament scheint fix und genetisch determiniert zu sein und wird als die Schwelle, Intensität und Dauer von Affekten definiert.
Der Charakter ist variabel und eine Kombination von äußeren Verhaltensfaktoren, die mit inneren Selbstbildern korrespondieren. Dabei spielt die Frage eine Rolle, ob man ein integriertes Bild von sich selbst und für das eigene Leben wichtigen anderen Personen aufbauen kann. Das sind Faktoren die alle veränderbar sind.
Weitere Bausteine sind kognitive Intelligenz, die zu einem größeren Teil determiniert ist, aber in Grenzen verändert werden kann, sowie Moral, hier als die Fähigkeit verstanden, sich in Wertsysteme zu integrieren bzw. für etwas zu interessieren und zu engagieren, was das eigene Ich übersteigt.
Wenn nicht schwere Störungen vorliegen ist auch das veränderbar. |
Davon abgesehen, dass es noch mehr fixe Dinge an einer Persoenlichkeit gibt, als nur das Temperament, empfehle ich, nicht die Begriffe "Persoenlichkeit" und "Persoenlichkeitsstoerung" zu vermengen.
Letztere lassen sich bei ausreichendem Leidensdruck sicher heilen, aber war das das Thema?
Apfel
@ Erik
Die Frage, ob man alle Persönlichkeitsstörungen überwinden kann, passt durchaus zum Thema, denn das ist ja meist der Anlass zu Änderungen. Aber auch da habe ich Zweifel.
@ Carsten
Ich habe die Veränderungsmethoden etwas pauschal erwähnt, das ist richtig. Vielen Methoden wird jedoch ein so hoher, positiver Einfluss auf das Leben zugesprochen, dass dies nur mit tiefgreifenden Persönlichkeitsänderungen einhergehen kann. Die meisten dieser Systeme, vor allem die esoterischen, entsprechen einem Stufenmodell, das ein nachfolgebereiter Mensch (Mönch) hart durcharbeiten kann, um dann auf er höchsten Stufe eine „gereinigte“ oder „erleuchtete“ Persönlichkeit zu ermöglichen, die alle nur denkbaren Kräftepotentiale entfaltet. Eine methodische Erfüllbarkeit eines so hohen Anspruchs bezweifle ich. Es gibt wohl Menschen mit weit entfalteter Persönlichkeit (z.B. Goethe), doch nicht jeder kann sich da einfach hinarbeiten.
Was solche Vorhaben verdirbt sind wohl nicht nur genetische Bestimmungen, sondern auch die Kindheitsprägung. Es ist sehr umstritten, wieweit eine frühe Traumatisierung überwunden werden kann. Die meisten, die kein Urvertrauen bilden konnten, bleiben ihr Leben lang in ihrer Beziehungsfähigkeit eingeschränkt, trotz aller Therapie. Ob die neuesten Therapien das alles überwinden können muss sich erst zeigen.
barbara
Hi zusammen
meiner Erfahrung sind wesentliche Veränderungen möglich - die Voraussetzung ist aber, man muss sie wollen. Was in der Praxis in der Regel bedeutet: der Leidensdruck muss gross genug sein. Denn sich zu verändern beinhaltet immer diverse sehr unangenehme Aspekte. Wovon der wichtigste ist, sich einzugestehen, wo man Dinge nicht auf die Reihe kriegt, wo man schwach und feige und bequem ist. Wo man, rückwirkend betrachtet, lieber das Einfache tut, nicht das Richtige.
Meine Antwort auf die Frage, warum die Menschen sich nicht ändern, lautet: sie wollen es nicht. Nicht wirklich. Nicht mit all dem, was eine tiefgreifende Umstellung mit sich bringen würde. So à la "wasch mich, aber mach mich nicht nass."
Welche Technik(en) man dann wählt, um eine solche Veränderung zu unterstützen oder zu fördern, ist mE vor allem eine Sache des persönlichen Geschmacks. Meist wird es sinnvoll sein, verschiedene Techniken zu nützen, um auch alle Ebenen abzuholen - die körperliche, emotionale, mentale und spirituelle Ebene.
grüsse, barbara
Taurus
Monolog:
Lasst mich doch ein Ganzes sein.
Ich strebe nicht nach "Heiligkeit", ich strebe nicht nach "Sünde".
Solange ich niemandem Wertigkeit diktiere, sie an ihm praktiziere.
Lasst mich einen "heiligen Sünder" sein, und einen "sündigen Heiligen".
carsten aus bochum
Hi Apfel.
| Zitat: |
| „Ich habe die Veränderungsmethoden etwas pauschal erwähnt, das ist richtig. Vielen Methoden wird jedoch ein so hoher, positiver Einfluss auf das Leben zugesprochen, dass dies nur mit tiefgreifenden Persönlichkeitsänderungen einhergehen kann. Die meisten dieser Systeme, vor allem die esoterischen, entsprechen einem Stufenmodell, das ein nachfolgebereiter Mensch (Mönch) hart durcharbeiten kann, um dann auf er höchsten Stufe eine „gereinigte“ oder „erleuchtete“ Persönlichkeit zu ermöglichen, die alle nur denkbaren Kräftepotentiale entfaltet.“ |
Kommt halt drauf an, was man im Einzelfall darunter versteht.
Ich verstehe unter Erleuchtung, von der alleinigen und dominanten Identifikation ein Ich zu sein befreit zu sein.
| Zitat: |
| „Eine methodische Erfüllbarkeit eines so hohen Anspruchs bezweifle ich. Es gibt wohl Menschen mit weit entfalteter Persönlichkeit (z.B. Goethe), doch nicht jeder kann sich da einfach hinarbeiten.“ |
Ich glaube das stimmt, weshalb Esoterik als Breitensport auch so eigenartig wirkt.
| Zitat: |
| „Was solche Vorhaben verdirbt sind wohl nicht nur genetische Bestimmungen, sondern auch die Kindheitsprägung. Es ist sehr umstritten, wieweit eine frühe Traumatisierung überwunden werden kann. Die meisten, die kein Urvertrauen bilden konnten, bleiben ihr Leben lang in ihrer Beziehungsfähigkeit eingeschränkt, trotz aller Therapie. Ob die neuesten Therapien das alles überwinden können muss sich erst zeigen.“ |
Urvertrauen kriegt man ganz gut wieder hin und das fixierte Temperament ist ja etwas, was man so und so nutzen kann. Wie gesagt, selbst frühe und schwere chronische Erfahrungen kann man effektiv wieder hinbiegen, Studien dazu gibt es inzwischen reichlich.
Es ist halt nur wichtig die richtige Diagnose zu stellen, ansonsten verschenkt man Jahre, die man besser nutzen könnte.
Aber man muss ja auch nicht nach den Sternen greifen, wenn man ein realistisches Ziel anstrebt ist einfach immer viel drin und wenn man das Ziel erreicht hat, oder überhaupt mal ein Bild davon hat, was man nun eigentlich vom Leben will, verfliegen die unrealistischen Ziele oft von selbst.
Es gibt nicht nur Abwärtsspiralen, sondern auch Aufwärtsspiralen.
Gruß,
Carsten
Erik van Thom
@ Loa:
Mir ist ein besserer Begriff fuer "Verhalten" eingefallen: soziale Kompetenz. Die laesst sich lernen.
Dann wuerde der Choleriker lernen, dass seine Unbeherrschtheit infantil ist. Falls der gerade trotzdem einen Melancholiker anschreit, koennte dieser daraufhin eine Grenze ziehen und sagen "Nicht in diesem Ton.", anstatt wie beispielsweise Hamlet in Sein-oder-Nichtsein-Gruebeleien zu verfallen.
Introversion und Extroversion lassen sich aber nicht aendern, sowohl der Intro-, als auch der Extrovertierte verbrauchen viel Energie, wenn sie versuchen, wie der jeweils andere zu sein. Und dass sie jeweils so sind, wie sie sind, ist ja auch nicht notwendigerweise etwas schlechtes. Wohl aber ein Teil der Persoenlichkeit.
Allerdings gibt es wohl Leute, die eine Persoenlichkeit mit z.B. narzisstischer Problematik aufweisen. (Knapp einer von hundert.) Das ist wohl eine Stoerung, die einen Teil deer Persoenlichkeit ausmacht. Ausgesprochen anstrengend sind solche Leute, wenn sie sich mit ihrem Knall pudelwohl fuehlen und an ihrem Verhalten nichts aendern. Aber bei ausreichend hohem Leidensdruck ist wohl auch bei denen nicht alle Hoffnung vergebens.
Bei Nichtgestoerten setzt sich die Persoenlichkeit aber aus Anlagen, innerem Organisiertsein und sozialer Kompetenz zusammen. Oder habe ich etwas uebersehen?
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