Exebeche
In einem etwas moderneren Licht betrachtet bekommt Berkeleys verstaubter Satz eine neue Bedeutung.
Zu den tragenden Säulen menschlichen Bewusstseins scheint zu gehören, dass wir ein räumliches Selbstmodell von uns besitzen.
Unser Gehirn erzeugt permanent eine virtuelle Simulation unseres Körpers und berechnet dessen Verhalten voraus.
Wenn man etwa beabsichtigt sich über einen Felsüberhang zu beugen um in die Tiefe zu schauen simuliert unser Gehirn diesen Vorgang im Vorfeld vor Ausübung der Handlung.
Es gibt Vogelarten, die sich nachweislich im Spiegel erkennen, so dass man annimmt, dass diese ebenfalls solche Selbstmodelle besitzen.
Sie dürften von daher einen primitiven Vorläufer des Ich-Bewusstseins besitzen.
In meinem Gedanken gehe ich nun über die weitgehend anerkannten Aussagen hinaus, indem ich annehme, dass der Mensch sein Selbstmodell im Zuge zunehmender Komplexität stark abstrahiert hat.
Das soll heißen, dass dem räumlichen Selbstmodell zwischenzeitlich noch andere Eigenschaften anhängig sind, wie zum Beispiel der soziale Aspekt.
Der Mensch definiert sich weitgehend über sein soziales Selbstmodell und zwar um so mehr je jünger der Mensch ist.
Dieser Teil des Selbstmodells wird jedoch nicht aus einer Simulation erzeugt. Der Mensch fragt sich nicht nur "Wie nehme ich mich wahr?", sondern viel mehr fragt er sich "Wie nehmen andere mich wahr?"
Intuitiv erkennt der Mensch, dass die Fremdwahrnehmung einen konstituierenden Charakter für die tatsächliche Rolle in der Gemeinschaft hat.
Jemand der den Clown spielt erhält ein entsprechendes Feedback von der Gruppe, während jemand der in der Hackordnung an oberster Stelle stehen will das entsprechende Auftreten haben muss, der Anspruch muss sich in der Einschätzung der Gemeinschaft reflektiert finden.
Jemand der leicht verletzbar erscheint, wird sich anschließend in der entsprechenden Rolle wiederfinden.
Die Rollenzuweisung ist großenteils ein Feedbackprozess, aber die Festlegung erfolgt letztlich durch die Umwelt.
Wenn sie jemanden zum schmutzigen kleinen Außenseiter macht - etwa aufgrund von rassistischen Vorurteilen - dann hat dieser fast keine Chance sich von dieser Rolle zu befreien.
Eine Rolle, die ihm zugewiesen wird arbeitet der Mensch auch in sein Selbstmodell mit ein.
Wenn also ein Kind auf einer Brücke steht und den Autos zuwinkt, dann mag das einerseits dem narzisstischen Bedürfnis im Mittelpunkt zu stehen geschuldet sein (gewissermaßen der Instinkt sich soweit wie möglich aus dem Nest zu recken).
Auf der anderen Seite ist das Wahrgenommen werden aber ein wichtiger Bestandteil bei dem Aufbau des sozialen Selbstmodells, bei dem jede Reflektion ein Stück des Puzzles darstellt.
Aus diesem Grund richtet sich ein erheblicher Teil der Aufmerksamkeit von jungen Menschen darauf auf eine bestimmte Weise von der Umwelt wahrgenommen zu werden, und zwar im besten Fall so wie es der Idealvorstellung vom eigenen Selbstmodell entspricht.
Deshalb spielen Kleidung und Frisuren (überhaupt identitätverleihende Merkmale) in der Pubertät eine besonders große Rolle und lassen die Hahnenkämme mitunter in's Überdimensionale anschwellen.
(Aus dem gleichen Grund ist aber ein Erlebnis wie eine Vergewaltigung mehr als eine Körperverletzung.
Über die körperliche Gewalt hinausgehend verletzt dies die Integrität des Selbstmodells so drastisch, dass es zu dessen Zusammenbruch und damit zur Selbstaufgabe kommen kann.
Das Gleiche wenn die Würde eines Menschen gebrochen wird.)
Je weniger gefestigt sich ein Mensch in seiner gesellschaftlichen Rolle wahrnimmt, desto wichtiger ist die Wahrnehmung durch die Umwelt für die Definition des Selbstmodells.
Aus dem gleichen Grund drängt es Teenager vor Webcams und damit vor eine anonyme Weltöffentlichkeit, so wie es zerstrittene Paare vor die Fernsehkamera treibt.
Weil jeder die Absolution einer anonymen Öffentlichkeit für sich erhofft.
Eine Absolution von einer großen Menge hat natürlich ein entsprechend großes Potential.
Und wie gesagt hat diese Wahrnehmung auch einen tatsächlich Realität erzeugenden Charakter.
Insofern muss man hinter den manchmal übertrieben wirkenden Selbstdarstellungen (ob in Schminke oder in Handlungen) nicht nur Selbstfindung sondern auch Selbsterschaffung sehen.
Zu den tragenden Säulen menschlichen Bewusstseins scheint zu gehören, dass wir ein räumliches Selbstmodell von uns besitzen.
Unser Gehirn erzeugt permanent eine virtuelle Simulation unseres Körpers und berechnet dessen Verhalten voraus.
Wenn man etwa beabsichtigt sich über einen Felsüberhang zu beugen um in die Tiefe zu schauen simuliert unser Gehirn diesen Vorgang im Vorfeld vor Ausübung der Handlung.
Es gibt Vogelarten, die sich nachweislich im Spiegel erkennen, so dass man annimmt, dass diese ebenfalls solche Selbstmodelle besitzen.
Sie dürften von daher einen primitiven Vorläufer des Ich-Bewusstseins besitzen.
In meinem Gedanken gehe ich nun über die weitgehend anerkannten Aussagen hinaus, indem ich annehme, dass der Mensch sein Selbstmodell im Zuge zunehmender Komplexität stark abstrahiert hat.
Das soll heißen, dass dem räumlichen Selbstmodell zwischenzeitlich noch andere Eigenschaften anhängig sind, wie zum Beispiel der soziale Aspekt.
Der Mensch definiert sich weitgehend über sein soziales Selbstmodell und zwar um so mehr je jünger der Mensch ist.
Dieser Teil des Selbstmodells wird jedoch nicht aus einer Simulation erzeugt. Der Mensch fragt sich nicht nur "Wie nehme ich mich wahr?", sondern viel mehr fragt er sich "Wie nehmen andere mich wahr?"
Intuitiv erkennt der Mensch, dass die Fremdwahrnehmung einen konstituierenden Charakter für die tatsächliche Rolle in der Gemeinschaft hat.
Jemand der den Clown spielt erhält ein entsprechendes Feedback von der Gruppe, während jemand der in der Hackordnung an oberster Stelle stehen will das entsprechende Auftreten haben muss, der Anspruch muss sich in der Einschätzung der Gemeinschaft reflektiert finden.
Jemand der leicht verletzbar erscheint, wird sich anschließend in der entsprechenden Rolle wiederfinden.
Die Rollenzuweisung ist großenteils ein Feedbackprozess, aber die Festlegung erfolgt letztlich durch die Umwelt.
Wenn sie jemanden zum schmutzigen kleinen Außenseiter macht - etwa aufgrund von rassistischen Vorurteilen - dann hat dieser fast keine Chance sich von dieser Rolle zu befreien.
Eine Rolle, die ihm zugewiesen wird arbeitet der Mensch auch in sein Selbstmodell mit ein.
Wenn also ein Kind auf einer Brücke steht und den Autos zuwinkt, dann mag das einerseits dem narzisstischen Bedürfnis im Mittelpunkt zu stehen geschuldet sein (gewissermaßen der Instinkt sich soweit wie möglich aus dem Nest zu recken).
Auf der anderen Seite ist das Wahrgenommen werden aber ein wichtiger Bestandteil bei dem Aufbau des sozialen Selbstmodells, bei dem jede Reflektion ein Stück des Puzzles darstellt.
Aus diesem Grund richtet sich ein erheblicher Teil der Aufmerksamkeit von jungen Menschen darauf auf eine bestimmte Weise von der Umwelt wahrgenommen zu werden, und zwar im besten Fall so wie es der Idealvorstellung vom eigenen Selbstmodell entspricht.
Deshalb spielen Kleidung und Frisuren (überhaupt identitätverleihende Merkmale) in der Pubertät eine besonders große Rolle und lassen die Hahnenkämme mitunter in's Überdimensionale anschwellen.
(Aus dem gleichen Grund ist aber ein Erlebnis wie eine Vergewaltigung mehr als eine Körperverletzung.
Über die körperliche Gewalt hinausgehend verletzt dies die Integrität des Selbstmodells so drastisch, dass es zu dessen Zusammenbruch und damit zur Selbstaufgabe kommen kann.
Das Gleiche wenn die Würde eines Menschen gebrochen wird.)
Je weniger gefestigt sich ein Mensch in seiner gesellschaftlichen Rolle wahrnimmt, desto wichtiger ist die Wahrnehmung durch die Umwelt für die Definition des Selbstmodells.
Aus dem gleichen Grund drängt es Teenager vor Webcams und damit vor eine anonyme Weltöffentlichkeit, so wie es zerstrittene Paare vor die Fernsehkamera treibt.
Weil jeder die Absolution einer anonymen Öffentlichkeit für sich erhofft.
Eine Absolution von einer großen Menge hat natürlich ein entsprechend großes Potential.
Und wie gesagt hat diese Wahrnehmung auch einen tatsächlich Realität erzeugenden Charakter.
Insofern muss man hinter den manchmal übertrieben wirkenden Selbstdarstellungen (ob in Schminke oder in Handlungen) nicht nur Selbstfindung sondern auch Selbsterschaffung sehen.