DreamingNB
Als recht ahnungsloser Hobbyphilosoph sah ich mich mit einer Frage, die so - oder so ähnlich - aussah, konfrontiert: "Gibt es eine immaterielle Substanz?" Aus der Alltagswelt kommend wirkte die Frage auf mich morgens um 8Uhr noch sehr verständlich und leicht beantwortbar, doch inzwischen sind mir große Zweifel gekommen, was diese Frage überhaupt fragt.
Mir geht es vor allem darum, zu erfahren,
a) was denn nun eine Substanz eigentlich ist.
b) inwiefern man materielle und immaterielle Substanz unterscheidet bzw unterscheiden kann/sollte und
c)
vor allem was "Es gibt" in Bezug auf eine Substanz überhaupt aussagt.
Ich hoffe ihr könnt mir aus meiner ungewöhnlich starken Verwirrung helfen.
Taurus
Korrigiert mich wenn ich falsch liege.
Ich glaube das bezieht sich darauf das leerer Raum nicht wirklich leer sein kann.
Ein Beispiel:
das Licht der Sterne scheint durch den leeren Raum des Alls.
Es wird davon Ausgegangen, das selbst Strahlung durch leeren Raum, eine Art Trägermedium braucht.
Eine Art immaterielle Substanz oder enrgetische Substanz.
Noch ein Beispiel Der Raum ansich braucht ja Raum .
Er ist in sich selbst und somit nicht leer.
Auch er braucht "immaterielle Substanz" um zu sein.
immaterielle Substanz ? vieleicht Quanten?
also Bindungsenergie, energetisch
Tja immaterielle Substanz und Materie?
Materie ist im Grunde energetisch also immateriell.
da kann man wohl nicht mehr unterscheiden.
Eine Substanz? ich würde sagen da ist etwas.
Aber ich glaube das sollte vieleicht ein anderer erklären.
Ich bin nicht so ganz sicher.
T1982
Hi.
Zu a) Eine Substanz ist etwas unabhängig Seiendes, dem Prädikate zugeschrieben werden können
Zu b) Inwiefern man zwischen einer materiellen und einer immateriellen Substanz unterscheiden soll, hängt von der Ontologie ab, die man zugrundelegt. Keine Unterscheidung findet sich z.B. bei den Monisten (z.B. Hobbes als materieller oder Spinoza* als geistiger Monist – es gibt aber auch neutrale Monisten, wie z.B. ein später Russell, für die Geist und Materie einer neutralen Ur-Substanz entstammen). Eine Unterscheidung von materieller und immaterieller Substanz findet sich demgegenüber z.B. bei Descartes – Materie und Geist sind die beiden (geschaffenen) Substanzen (neben der ungeschaffenen Substanz Gott), welche die Welt konstituieren.
Zu c) „Es gibt“ heißt in dem Zusammenhang, dass das, dem man die Existenz zuschreibt, eine eigene Wesenheit ist.
Gruß
PS
*Manch einer sieht Spinoza nicht als geistigen Monisten - das halte ich für falsch. Ebenso sie manch einer Anaxagoras (mit seinem nous) als geistigen Monisten - das halte ich für etwas unglücklich...
DreamingNB
Vielleicht sind zur Klärung meiner fundamentalen Verwirrung noch ein paar Fragen nötig:
Gibt es Konsens darüber, wie man "es gibt etwas", "etwas ist", "etwas existiert" verständlich unterscheiden/nicht unterscheiden soll?
Ist die Frage "Gibt es eine immaterielle Substanz?" eine rein ontologische?
Ist eine andere Beantwortung der Frage "Gibt es eine immaterielle Substanz?" immer auf eine andere ontologische Interpretation zurückzuführen?
Oder anders, wenn ein Solipsist sagt: "Es gibt keine anderen Menschen." Ist dieser Satz rein von der Interpretation von "Es gibt" abhängig?
Rhetorix
Man sollte auf das Wort (den Nicht-Begriff) "Substanz" am besten ganz verzichten.
Wenn man allerdings wild drauflos spekulieren möchte, ist er ein vorzüglicher Nährboden.
© Philo-Welt.de 2005-2008