Eugen
@ Mo-M.
Natürlich stehen sprachliche Ausdrücke untereinander in Beziehung. Und niemand würde bestreiten, dass unsere Fähigkeit semantische Beziehungsnetze zu weben, ggf. auch umzuweben, sehr nützlich ist, um mit der Welt zurechtzukommen, Dinge zu antizipieren, zu planen etc.
Um aber von "repräsentieren" sinnvoll zu reden erscheint es mir notwendig, das Repräsentierte als Bezugspunkt außerhalb des Repräsentierenden relationalen Beziehungsgeflechts liegend zu denken (nur so für mich verständlich: verschiedene Ausdrücke können einen Zug im Sprachspiel bezeichnen. Wie haben wir von dessen Einheit Kenntnis - was führt uns von den diversen Ausdrücken zu dieser Einheit? Wie lässt sie sich zeigen? Durch einen weiteren sprachlichen Ausdruck? Kaum, denn dieser ist genau wie alle anderen Teil des unendlichen sprachlichen Relationsnetzes).
Rorty:
Natürlich gibt es nach Rorty bestimmte Fälle, in denen wir sagen können, sprachliche Ausdrücke, etwa die Beschreibung eines Raums, repräsentierten etwas, nämlich diesen Raum, gäben diesen richtig wieder, wie wir auch sagen, dass eine Landkarte eine bestimmte Landschaft treffend wiedergibt.
Rorty bestreitet aber, dass wir in dem Sinn davon reden können, Sprache selbst repräsentiere etwas. Das hat damit zu tun, dass er nicht annimmt, dass sich Sprache und (nichtsprachliche) Wirklichkeit in ähnlich deutlicher Weise auseinanderhalten lassen wie Repräsentiertes und Repräsentierendes in den obigen Fällen. Die dafür vorauszusetzende Schema / Inhalt - Unterscheidung verwirft er im Einklang mit Davidson (Davidson, Donald: Was ist eigentlich ein Begriffsschema? in: Davidson, Donald; Rorty, Richard: Wozu Wahrheit? 2005, S. 7 ff.)
| Zitat: |
| Meiner Meinung nach muss es keinen materiellen Gegenstand geben, damit etwas repräsentiert sein kann. Ich kann mit Sprache auch auf eine Bedeutung referieren, die lediglich in einem sprachlichen Zug bestehen... ... Ein sprachlicher Ausdruck kann meiner Meinung nach schon andere Ausdrücke bezeichnen... |
Natürlich stehen sprachliche Ausdrücke untereinander in Beziehung. Und niemand würde bestreiten, dass unsere Fähigkeit semantische Beziehungsnetze zu weben, ggf. auch umzuweben, sehr nützlich ist, um mit der Welt zurechtzukommen, Dinge zu antizipieren, zu planen etc.
Um aber von "repräsentieren" sinnvoll zu reden erscheint es mir notwendig, das Repräsentierte als Bezugspunkt außerhalb des Repräsentierenden relationalen Beziehungsgeflechts liegend zu denken (nur so für mich verständlich: verschiedene Ausdrücke können einen Zug im Sprachspiel bezeichnen. Wie haben wir von dessen Einheit Kenntnis - was führt uns von den diversen Ausdrücken zu dieser Einheit? Wie lässt sie sich zeigen? Durch einen weiteren sprachlichen Ausdruck? Kaum, denn dieser ist genau wie alle anderen Teil des unendlichen sprachlichen Relationsnetzes).
Rorty:
| Zitat: |
| "... Es hat keinen Sinn, Beziehungsglieder von Relationen zu verlangen, die ihrerseits keine Relationen sind, denn alles, was als Glied einer Beziehung dienen kann, läßt sich in eine weitere Menge von Relationen auflösen, und so geht es immer weiter. Es gibt - ob nach unten oder nach draußen - sozusagen in alle Richtungen Beziehungen: niemals wird man auf etwas stoßen, das nicht seinerseits bloß wieder eine Verknüpfung von Beziehungen ist ...." (Rorty, Richard: Hoffnung statt Erkenntnis. 1994, S. 46) |
Natürlich gibt es nach Rorty bestimmte Fälle, in denen wir sagen können, sprachliche Ausdrücke, etwa die Beschreibung eines Raums, repräsentierten etwas, nämlich diesen Raum, gäben diesen richtig wieder, wie wir auch sagen, dass eine Landkarte eine bestimmte Landschaft treffend wiedergibt.
Rorty bestreitet aber, dass wir in dem Sinn davon reden können, Sprache selbst repräsentiere etwas. Das hat damit zu tun, dass er nicht annimmt, dass sich Sprache und (nichtsprachliche) Wirklichkeit in ähnlich deutlicher Weise auseinanderhalten lassen wie Repräsentiertes und Repräsentierendes in den obigen Fällen. Die dafür vorauszusetzende Schema / Inhalt - Unterscheidung verwirft er im Einklang mit Davidson (Davidson, Donald: Was ist eigentlich ein Begriffsschema? in: Davidson, Donald; Rorty, Richard: Wozu Wahrheit? 2005, S. 7 ff.)