Anna
| Zitat: |
Original von Devinus
heutzutage ist es manchmal nötig etwas so zu formulieren wie es bisher noch nicht formuliert [...] |
Hallo, Devinus!
Nun es ist schon so, wie du sagst. Es lässt sich nicht verbergen, daß ich Erlebnisse hatte, für die ich bis heute keine rechten Worte finde und sie mir auch nicht erklären kann. Vielleicht ist das ein Grund, warum ich mich so intensiv mit "Gott" und was uns von ihm überliefert wurde, befasse. Jedoch weigere ich mich, "Gott" als "Gott" zu bennenen, "es" zu personifizieren. Es sind da zwei Teile in mir. Der eine sehr nüchtern und wissen wollend, der andere sehr empfänglich und wissend.
Wissend im Sinne, daß es Bereiche gibt, die uns niemand explizit lehrt, die einfach da sind. Niemand lehrt uns zu denken, um ein Beispiel zu nennen. Und doch tun wir es alle. Niemand lehrt uns zu fühlen und doch tun wir es. Es scheint also tatsächlich Bereiche zu geben, die in uns sind. Wir wissen um sie und tun es einfach.
na, ja. Ich werde einfach weiter versuchen, Worte und Erklärungen dafür zu finden, obwohl es dafür keine zu geben scheint. Zumindest nicht auf herkömmliche Weise. Doch vielleicht lässt sich eine andere Weise finden? Das hoffe ich...
lg, Anna
Devinus
Wer weiß, Anna.
Wem sollte schon so viel Macht bedenkenlos verliehen werden können....
Fliege
Anna:
| Zitat: |
Nun es ist schon so, wie du sagst. Es lässt sich nicht verbergen, daß ich Erlebnisse hatte, für die ich bis heute keine rechten Worte finde und sie mir auch nicht erklären kann. Vielleicht ist das ein Grund, warum ich mich so intensiv mit "Gott" und was uns von ihm überliefert wurde, befasse. Jedoch weigere ich mich, "Gott" als "Gott" zu bennenen, "es" zu personifizieren. Es sind da zwei Teile in mir. Der eine sehr nüchtern und wissen wollend, der andere sehr empfänglich und wissend.
Wissend im Sinne, daß es Bereiche gibt, die uns niemand explizit lehrt, die einfach da sind. Niemand lehrt uns zu denken, um ein Beispiel zu nennen. Und doch tun wir es alle. Niemand lehrt uns zu fühlen und doch tun wir es. Es scheint also tatsächlich Bereiche zu geben, die in uns sind. Wir wissen um sie und tun es einfach.
na, ja. Ich werde einfach weiter versuchen, Worte und Erklärungen dafür zu finden, obwohl es dafür keine zu geben scheint. Zumindest nicht auf herkömmliche Weise. Doch vielleicht lässt sich eine andere Weise finden? Das hoffe ich... |
Mir scheint,
Plotins
Enneaden passen ziemlich genau zu deinem Problem.
Er nennt Gott "das Eine" und entwickelt eine Theorie, wie die Subjekt-Objekt-Spaltung durch das Eine, aus dem alles hervorgegangen sein soll, zu überwinden wäre.
Anna
| Zitat: |
Original von Fliege
Mir scheint, Plotins Enneaden passen ziemlich genau zu deinem Problem.
Er nennt Gott "das Eine" und entwickelt eine Theorie, wie die Subjekt-Objekt-Spaltung durch das Eine, aus dem alles hervorgegangen sein soll, zu überwinden wäre. |
Danke, Fliege!
Hab ich eben notiert und ist schon auf meiner Bücherliste. Klingt sehr interessant und spannend und das Inhaltsverzeichnis hat mich sofort angesprochen. Werde demnächst die Bibliothek bzw. Bücherei danach absuchen (online lesen mag ich nicht. Ich brauche meine Lesecouch.... kicher. Das kennst du vielleicht)
lg, Anna
Fliege
Anna:
| Zitat: |
| Hab ich eben notiert und ist schon auf meiner Bücherliste. Klingt sehr interessant und spannend und das Inhaltsverzeichnis hat mich sofort angesprochen. Werde demnächst die Bibliothek bzw. Bücherei danach absuchen (online lesen mag ich nicht. Ich brauche meine Lesecouch.... kicher. Das kennst du vielleicht) |
Die online verfügbare Übersetzung stammt von Hermann Friedrich Müller aus 1878 und 1880 (damals in zwei Bänden erschienen). Sie ist nicht sehr flüssig lesbar und verwendet eine Terminologie, die teilweise wegen neuerer philologischer Erkenntnis überholt ist.
Sehr flüssig und terminologisch viel treffender ist (wie ich vernahm) die Übersetzung von Otto Kiefer aus 1905 (ebenfalls in zwei Bänden erschienen). Allerdings lässt er einige Passagen aus, die indes philosophisch nicht wichtig sein sollen, sondern längliche Ausführungen zu irgendwelchen astronomischen oder sonstigen Themen bringen. Fehlendes kann online nachgelesen werden.
Ich sage das, weil du beim Kauf schauen solltest, welche Übersetzung du bekommst. Neuere Übersetzungen dürften, so sie im Buchhandel erhältlich sind, wohl weitere Verbesserungen mit sich bringen.
Abdulla
Anna:
"...und zwar glauben wir, daß Du [damit meint er Gott] etwas bist, über das hinaus nichts Größeres gedacht werden kann."
Angelus Silesius:
Ich bin so groß als Gott, er ist als ich so klein.
Er kann nicht über mich, ich unter ihm nicht sein.
http://de.wikipedia.org/wiki/Angelus_Silesius
Abdulla:
Ich denke, das augustinesche und dergleiche Vorstellungen über Göttliche unendliche Großheit sind langst veraltet. Solche Ehrfrucht heute ist islamischen Stimmungen eigen. Beste christiansche Denkers haben schon begreifen, das der Gott ist etwas inniges und immanentes. Zum Beispiel:
http://de.wikipedia.org/wiki/Nikolai_Ale...itsch_Berdjajew
Berdjajew belehrt, daß Gott ist nicht /etwas/, sondern /Nichts/. Etwas ganz abstraktes. Von der Position wissenschaftlichem Ansatz gibt es keinen Gott.
theophanu
@ fliege
| Zitat: |
| Theo: Es gibt genau nur die eine, weil vernünftige "Methode", die jedem, der etwas Verstand und guten Willen hat, zur eigenen Verfügung steht. |
| Zitat: |
| Fliege: Diese Methode wäre "der Stein der Weisen" (apis philosophorum). Dein Vorschlag dazu wäre eines Threads würdig. |
Ich möchte Dir die Antwort nicht schuldig bleiben: Es kann nicht Dein Ernst sein, daß das Benutzen des eigenen Verstandes als Grundlage vernünftiger Erkenntnis so ungewöhnlich ist, als daß man dafür einen Thread eröffnen sollte!? Ich kann Dir und anderen keinen "Stein der Weisen" weisen, aber ich kann Dir einen großen Philosophen ans Herz legen, der den einzig vernünftigen Weg zeigt, nämlich Parmenides. Ob Du gewillt bist, diesen Weg zu gehen, entscheidest Du.