Epic
(Habe diesen hier folhgenden text bewusst ins bewusstseins-geist thread gestellt)
Ich habe keine Eltern:
ich mache Himmel und Erde zu meinen Eltern
Ich habe kein Heim:
Ich mache die Bewusstheit zu meinem Heim
Ich habe kein Leben und keinen Tod:
Ich mache die Gezeiten des Atems zu meinem Leben und zu meinem Tod
Ich habe keine göttliche Macht:
Ich mache die Ehrlichkeit zu meiner göttlichen Macht
Ich habe kein Vermögen:
Ich mache Verstehen zu meinem Vermögen
Ich habe kein magisches Geheimnis:
Ich mache meine Natur zu meinem magischen Geheimnis
Ich habe keinen Leib:
Ich mache die Ausdauer zu meinem Leib
Ich habe keine Augen:
Ich mache das Aufleuchten des Blitzes zu meinen Augen
Ich habe keine Ohren
Ich mache die Sensitivität zu meinen Ohren
Ich habe keine Glieder:
Ich mache die Schnelligkeit zu meinen Gliedern
Ich habe keine Strategie:
Ich mache die Freiheit vom Gedanken zu meiner Strategie
Ich habe keinen Plan:
Ich mache "Beim Schopfe Fassen" zu meinem Plan
Ich habe kein Mirakel:
Ich mache richtiges Tun zu meinem Mirakel
Ich habe keine Prinzipien:
Ich mache die Anpassung an alle Gegebenheiten zu meinen Prinzipien
Ich habe keine Taktik:
Ich mache die Leere und die Fülle zu meiner Taktik
Ich habe kein Talent:
Ich mache den schnellen Geist zu meinem Talent
Ich habe keine Freunde:
Ich mache meine Seele zu meinem Freund
Ich habe keine Feinde:
Ich mache Nachlässigkeit zu meinem Feind
Ich habe keine Waffen:
Ich mache Gerechtigkeit und Güte zu meinen Waffen
Ich habe keine Burg:
Ich mache die Unerschütterlichkeit zu meiner Burg
Ich habe kein Schwert:
Ich mache die Abwesenheit des Ichs zu meinem Schwert
Anonymer Samurai, 14. Jahrhundert
Was sagen denn die leute hier im forum dazu?
(Werde mich im hintergrund aufhalten und nicht eingreifen)
schlinge
Gerade das soll anonym sein, typisch. Dabei könnte "Der Weg des Kriegers" die meisten Philosophen zum Schweigen bewegen. Die Moralisten könnten auch ne Menge daraus lernen, von dem Krieger versteht sich.
"...die Ehrlichkeit zu meiner göttlichen Macht",- wer könnte dem widersprechen?
Rickson
"Ich mache die Abwesenheit des Ichs zu meinem Schwert."
--> dies ist wohl die Quintessenz der Einstellung dieses Kriegers
und eher typisch für ostasiatische Philosophie bzw. Lebens-
einstellung
die Europäer haben dagegen versucht, das 'Ich' zu ihrem
Schwert zu machen -- und sind damit bis dato auch nicht
schlecht gefahren
Bleibt aber die Frage: Welche Methode ist wirklich die
bessere ?
barbara
| Zitat: |
Original von Rickson
Bleibt aber die Frage: Welche Methode ist wirklich die
bessere ? |
die asiatische Methode halte ich für deutlich entspannender. Weil, nach Janis Joplin, Freiheit bedeutet, dass man nichts zu verlieren hat. Und wo kein Ich ist, das man verlieren könnte... da spielen sehr viele Dinge auf einmal eine sehr weniger wichtige Rolle, als wenn man das Ich mit all seinen Anforderungen zum Schwert macht.
grüsse, barbara
Rickson
Da hast du vollkommen recht,
nur, wie schafft man das ? und soll man das nur für
sich allein versuchen oder nicht besser für die ganze
Menschheit ?
schlinge
Sich vergessen, um weiter zu kommen, gilt in Asien genau so wie sonst überall.
Um weiter zu kommen.
"Würde" zum Beispiel lässt nicht zu, dass ICH vergessen wird.
"Die Würde des Menschen ist unantastbar"- im Westen sehr beliebt. Klingt irgend wie nach einem der letzten Bastione.
barbara
| Zitat: |
Original von Rickson
nur, wie schafft man das ? und soll man das nur für
sich allein versuchen oder nicht besser für die ganze
Menschheit ? |
Mach's zuerst für dich allein, das wird die Menschheit um dich herum schon mehr als genug beschäftigen.
Sei ehrlich, vor allem zu dir selbst. Tu das Richtige und nicht das Bequeme. Sei freundlich, wenn immer du kannst.
grüsse, barbara
Agathon
Hallo Rickson,
| Zitat: |
Original von Rickson
"Ich mache die Abwesenheit des Ichs zu meinem Schwert."
--> dies ist wohl die Quintessenz der Einstellung dieses Kriegers
und eher typisch für ostasiatische Philosophie bzw. Lebens-
einstellung
die Europäer haben dagegen versucht, das 'Ich' zu ihrem
Schwert zu machen -- und sind damit bis dato auch nicht
schlecht gefahren
Bleibt aber die Frage: Welche Methode ist wirklich die
bessere ? |
ein ( westlicher ) Psychologe würde möglicherweise sagen, dass die Unterdrückung des 'Ichs', also der eigenen Bedürfnisse und Wünsche, keine gute Idee ist.
Es würde früher oder später wahrscheinlich zu irgendwelchen Neurosen führen.
Aber wahrscheinlich wäre man gerade deshalb ein guter Krieger...
Viele Grüße
Agathon
schlinge
@Agathon
| Zitat: |
| Es würde früher oder später wahrscheinlich zu irgendwelchen Neurosen führen. Aber wahrscheinlich wäre man gerade deshalb ein guter Krieger... |
Aber effektiver Einsatz vom Geist und Körper ist nicht nur im Krieg nützlich.
barbara
| Zitat: |
Original von Agathon
ein ( westlicher ) Psychologe würde möglicherweise sagen, dass die Unterdrückung des 'Ichs', also der eigenen Bedürfnisse und Wünsche, keine gute Idee ist.
Es würde früher oder später wahrscheinlich zu irgendwelchen Neurosen führen.
Aber wahrscheinlich wäre man gerade deshalb ein guter Krieger...
|
In der Tat, die Unterdrückung des Ichs ist keine gute Idee. Aber darum geht es in diesem Text ja nicht. Es geht um Abwesenheit, was etwas ganz Anderes ist als Unterdrückung.
grüsse, barbara
Rickson
wie ist das mit der Abwesenheit zu verstehen ??
barbara
| Zitat: |
Original von Rickson
wie ist das mit der Abwesenheit zu verstehen ?? |
so wie es steht. kein Ich ist da. Da ist ein Körper, der sich bewegt, und ein Mental, das denkt und ein Emotional, das Antipathie/Sympahtie ausdrückt, aber da ist kein Ich, das all dies tut. Es geschieht von selbst.
Das Ich steht lediglich als Zeuge daneben und beobachtet, wie all das von selbst geschieht. So ein bisschen wie dreidimensionales Kino.
grüsse, barbara
Epic
| Zitat: |
Original von Rickson
wie ist das mit der Abwesenheit zu verstehen ?? |
Wenn man sich darin übt, dann entwickelt man im laufe der zeit die fähigkeit oder ein wie ich ihn jetz mal nennen möchte "weisheitsmodus".
Im unterschied zum "ego modus" kannst du mit dieser geisteshaltung dinge wahrnehmen,die einem sonst verborgen bleiben.
Aber dass heißt nicht, dass beide getrennt voneinander vorkommen, als ob man den einen anschalten und den anderen abschalten muss wie eine persönlickieitsstörung oder schizophrenie, genau im gegenteil, dadurch entwickelt sich ein unglaubliches verständnis, mit dem es einem erlaubt (wird),zu sehen, was man in einschränkung auf den intellektuellen gebrauch allein, nie begreifen wird.
Beide "modi" greifen ineinader sind von grundauf gleich und doch verschieden, die kunst dabei ist abzuwägen und zu wissen wann es ratsam und sinnvoll ist sich wie zu schützen auszuweichen zu lernen us.w
Das heißt: Man lernt den wahren unterschied zwischen egoismus, habgier, zwischen gut und böse u.s.w
Indem man sich mit sich selbst auseinander setzt und in sich , in den tiefen seiner selbst ,innere widersprüche löst.
Das ist unter anderen wegen, ein unerlässlicher weg, den ich am gehen bin ^^
Das allein, verstandes mäßig auf anhieb verstehen zu wollen, ich denke das schlägt fehl.
Es erwächst aus der erfahrung und aus dem erleben und mit dem philosophischen auseinandersetzen derselben.
schlinge
| Zitat: |
| Indem man sich mit sich selbst auseinander setzt und in sich , in den tiefen seiner selbst ,innere widersprüche löst. |
"Die Abwesenheit vom ICH", wenn das ICH sich nicht beobachtet fühlt.
Das läuft der "Modus".
Nylen
@Epic
Wolltest du nicht schon längst das Forum verlassen haben. Soviel zum "Ego-Modus".
Was du als Weisheits-Modus da erwähnst, verstehe ich doch wohl richtig als einen Zustand in dem sich Dinge "offenbaren", Zusammenhänge "klar" werden, und Inspirationen uns "erhellen".
Ich finde Weisheits-Modus etwas anmassend, weil es nichts mit Weisheit in meinen Augen zu tun hat.
Das richtige Wort ist Mystik. Mystik kann aber schnell Mistik werden, wenn man nämlich anfängt zu glauben, Wahrheit auf diesem Weg oder Modus zu erlangen.
schlinge
@Nylen
Du hast keine Ahnung was man unter "Modus" versteht , oder?
Manche nennen das "Autopilot".
Nylen
@Schlinge Ich bezog mich auf Epics Post.
Du hast geschrieben
"Die Abwesenheit vom ICH", wenn das ICH sich nicht beobachtet fühlt.
Das läuft der "Modus".
Den ersten Satz verstehe ich sehr gut, den zweiten leider nicht.
Zur Abwesenheit des Ichs:
Ich benutze ein anderes Vokabular als du. Ich führe es mal ein, und dann sehen wir ob du damit was anfangen kannst oder nicht.
Für mich gibt es einerseits eine sprachlich geistige Ebene, und es gibt eine emotionale, bewusste Ebene. Wir Menschen sind Mischwesen geistig-bewusste Mischwesen.
Viele sind einseitig geistig fixiert. Ein gutes Beispiel sind Mathematiker oder Schachspieler. Andere sind völlig dem bewussten Erleben und der emotionalen Erfassung der Welt erlegen.
Der Rest der Menscheheit liegt irgendwo dazwischen das verändert sich auch und hängt von der jeweiligen Situation ab.
Wir, sind Mischwesen sage ich, und zwar zweigeteilte Mischwesen. Wir haben ein Selbst, und ein Ich. Viele denken das wir das Ich irgendwie ausschalten müssen um zum Selbst zu gelangen. Das funktioniert auch. Soweit so gut.
Doch sobald wir Erlebnisse Erfahrung sprachlich zum Ausdruck bringen wollen brauchen wir unser Ich. Das selbst ist sprachlos, ganz fühlen, ganz sehen, ganz hören.
schlinge
| Zitat: |
"Die Abwesenheit vom ICH", wenn das ICH sich nicht beobachtet fühlt. Dann läuft der "Modus".
Den ersten Satz verstehe ich sehr gut, den zweiten leider nicht. |
Anstatt "dann" setzte ich "das". Mein Fehler, entschuldige bitte.
Nur diese Modussache ist das unbewusste Handeln. Es läuft an ICH vorbei.
Man sagt:" leider muss man sich immer mitnehmen..." In dem Modus ist man von sich frei. Es ist immer ein schönes Gefühl, frei von sich zu sein. Bei manchen ist es Fußball, bei anderen tanzen(nicht bei mir) oder Drogen...
Die Komplexe landen nie im Unbewussten(geschützt davor), sie bleiben allesamt im ICH. In dem Modus läuft die Zeit anderes, die Umgebung fährt quasi mit angezogenen Handbremsen während du Turboantrieb kriegst.
Hast du so was nie erlebt? Bestimmt doch.
Libertad
Es gibt Existenz, welche in der Lage ist, das Fragewort 'Warum' zu formen.
Nylen
Wiederum in meiner Sprache.
Ich fahre Auto. Mein Selbst steuert das Auto. Es liest die Schilder, bremst, gibt Gas. Gleichzeitig lauscht es zu der Musik im Radio. Ich denke, über das nach was mich erwartet wenn ich ankomme, nehme ein paar Sprachfetzen von der Musik auf, und habe plötzlich eine Eingebung was ich dann unbedingt jemanden erzählen will.
Soweit erstmal.
Das Selbst ist das Tierische Erbe in uns, die Maschine Mensch. Wenn ich bewusstseinserweiternde Drogen nehme, spüre ich wie sich mein Selbst verändert, ohne das mein Ich erstmal betroffen ist. Ich spüre den Alkohol, das Haschisch oder das Kokain, aber ich denke noch relativ klar.
Aber soabald ich eine gewisse Dosis habe, ist die Veränderung des Selbst so gewaltig, das Bewusstsein so erweitert, das selbst mein Ich, mein sprachliches Ich ins schludern gerät und meine Gedanken sich verwirren.
Wenn also das Selbst arebitet oder das Selbst in veränderten Zuständen ist, dann bin ich ganz ich selbst. Dieses Authentizitätsgefühl ist was so viele in Drogensucht stürzt, aber das ist ein anderes Thema.
Mein erstes Post war gegen den Weisheitsmodus gerichtet.
Also. Das Selbst empfängt nicht nur willentlich gesteuert Informationen, und manche glauben sie müssten den Botschaften die das Selbst empfängt mehr trauen als was ihr Ich sonst denkt oder sich sprachlich uns vermittelt. Und nur dagegen sprach ich mich aus
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