glorin
In dem Thread "Versuch der Entwicklung einer philosophischen Fachsprache" entwickelte sich ein kleines Streitgespräch. Ausschlaggebend war die Aussage von Pippen:
Und meine Antwort, das es schon Unterschiede geben würde. Im folgenden möchte ich diese versuchen zuerklären. Und euch darüber zu einer Diskussion einladen.
Dafür zerteile ich das Zitat von Pippen in die verschiedenen Aussagen ein:
1. "Man kann eine Wahrheit nicht sicher erkennen"
2. "Man kann nichts sicher wissen"
3. "Es gibt keine letzte Gewissheit"
Den gewaltigsten Unterschied bildet Aussage 1 zu 2 & 3
Die erste Aussage geht von der Prämise aus, das man etwas (die Wahrheit) nicht erkennen kann, die anderen beiden Aussagen treffen hingegen eine Aussage über das Wissen nach dem man dieses erlangt hat.
Aussage 3 steht sogar im direkten Widerspruch zu ersten Aussage, auch wenn sie augenscheinlich das gleiche meinen.
Denn wie kann man etwas nicht vorhandendes beurteilen. Einfacherer Ausgedrückt, die Wahrheit muss erst erkannt werden, dies kann man aber nicht richtig. Wenn man nun aber keine richtige Aussage über die Wahrheit kennt, wie will man dann beurteilen können, das man keine letztendliche Schlußfolgerung zu einer nicht erkannten Phänomen treffen kann.
Wenn nun aber die 2te Aussage nicht im Widerspruch zu Aussage 1 steht, dann muss es doch auch einen Unterschied zu Aussage 3 geben, denn diese Aussage beinhaltet ja einen feinen Widerspruch zu Aussage 1.
Und tatsächlich gibt es auch hier einen feinen kleinen Unterschied.
Aussage 2 lautet: "Man kann nichts sicher wissen" dies impliziert das Wissen falsch sein kann.
Wenn nun aber Wissen falsch sein kann, dann kann auch das Wissen das Wissen falsch sein kann, falsch sein. Dies würde aber uns vor ein Problem stellen. Entweder liegt hier ein Paradox vor, oder aber es gibt noch eine Möglichkeit die wir nicht erkennen können, das diese Aussage gleichzeitig falsch und doch richtig sein könnte.
Mit der Aussage 3 kann man aber nicht einen solchen Paradox aufstellen. Dies bedeutet es muss tatsächlich einen Unterschied geben.
Doch wo genau liegt nun der Unterschied zwischen Aussage 2 und 3?
Dieser Unterschied ist gewaltig. Wenn man ihn nur zufinden vermag. Auch mir ist er gerade erst wirklich ersichtlich geworden. Davor geisterte er nur um mich herum.
Wenn wissen nun falsch sein kann, bedeutet dies das Wissen nicht richtig sein muss. Während die andere Aussage sich nicht anmaßt, über die Richtigkeit des Wissens zu urteilen, sonder nur die Prämise stellt das man kein wirkliches Wissen hat, denn es bleibt immer eine Möglichkeit, das man sich doch nicht sicher ist. Dies entfernt nun die 3Aussage stark von der 2ten und wirkt eher synonym zu Aussage 1.
Dem Aufmerksamen Leser wird aber nicht entgangen sein, das "Wissen kann falsch sein" zwar von Aussage 2 impliziert wird, aber eigentlich auch eine eigene Aussage ist und daher als Aussage 4 zubewerten ist.
Eine gewisse Verbindung zwischen Aussage 1 und 3 scheint es ja nun doch zu geben, denn beide gehen in etwa davon aus, das man kein Wissen erlangen kann. Während dies Aussage 2 nicht im entferntesten zu implizieren vermag; dies macht klar das es tatsächlich ein Unterschied zwischen Aussage 1 zu 2 und 2 zu 3 geben muss. Während Aussage 3 ein Verbindungsglied zwischen 1 & 2 her stellt, je nach der Auslegung der einzelnden Aussagen.
Warum sind solche Unterschiede denn nun wichtig? Mir ist zwar gerade auch nicht bewußt für welche Theorie diese Unterschiede entscheident sein könnten, aber ich versuche dies an einem Beispiel zuerklären, das ich aus dem Thread "Versuch der Entwicklung einer philosophischen Fachsprache" zitiere:
| Zitat: |
| Schlimm finde ich auch sowas: Der Fallibilismus argumentiert, dass man eine Wahrheit nicht sicher erkennen kann. Andere sagen zum selben Problem: Man kann nichts sicher wissen. Wieder andere meinen: Es gibt keine letzte Gewissheit. ALLES DIEGLEICHE Aussage, nur mit verschiedenen Worten und Hintergrundprämissen, d.h. man kommt auf verschiedenen sprachlichen Wegen am Ende nach Rom. Das ist einfach ärgerlich, weil unnötig verkomplizierend. Mehr noch: Fast alle die das sagen, sagen dann in irgendwelchen Fußnoten, dass sie doch wieder gewisse Ausnahmen zulassen (berüchtigt: Th. Nagel). Das ist gerade für Anfänger total verwirrend. |
Und meine Antwort, das es schon Unterschiede geben würde. Im folgenden möchte ich diese versuchen zuerklären. Und euch darüber zu einer Diskussion einladen.
Dafür zerteile ich das Zitat von Pippen in die verschiedenen Aussagen ein:
1. "Man kann eine Wahrheit nicht sicher erkennen"
2. "Man kann nichts sicher wissen"
3. "Es gibt keine letzte Gewissheit"
Den gewaltigsten Unterschied bildet Aussage 1 zu 2 & 3
Die erste Aussage geht von der Prämise aus, das man etwas (die Wahrheit) nicht erkennen kann, die anderen beiden Aussagen treffen hingegen eine Aussage über das Wissen nach dem man dieses erlangt hat.
Aussage 3 steht sogar im direkten Widerspruch zu ersten Aussage, auch wenn sie augenscheinlich das gleiche meinen.
Denn wie kann man etwas nicht vorhandendes beurteilen. Einfacherer Ausgedrückt, die Wahrheit muss erst erkannt werden, dies kann man aber nicht richtig. Wenn man nun aber keine richtige Aussage über die Wahrheit kennt, wie will man dann beurteilen können, das man keine letztendliche Schlußfolgerung zu einer nicht erkannten Phänomen treffen kann.
Wenn nun aber die 2te Aussage nicht im Widerspruch zu Aussage 1 steht, dann muss es doch auch einen Unterschied zu Aussage 3 geben, denn diese Aussage beinhaltet ja einen feinen Widerspruch zu Aussage 1.
Und tatsächlich gibt es auch hier einen feinen kleinen Unterschied.
Aussage 2 lautet: "Man kann nichts sicher wissen" dies impliziert das Wissen falsch sein kann.
Wenn nun aber Wissen falsch sein kann, dann kann auch das Wissen das Wissen falsch sein kann, falsch sein. Dies würde aber uns vor ein Problem stellen. Entweder liegt hier ein Paradox vor, oder aber es gibt noch eine Möglichkeit die wir nicht erkennen können, das diese Aussage gleichzeitig falsch und doch richtig sein könnte.
Mit der Aussage 3 kann man aber nicht einen solchen Paradox aufstellen. Dies bedeutet es muss tatsächlich einen Unterschied geben.
Doch wo genau liegt nun der Unterschied zwischen Aussage 2 und 3?
Dieser Unterschied ist gewaltig. Wenn man ihn nur zufinden vermag. Auch mir ist er gerade erst wirklich ersichtlich geworden. Davor geisterte er nur um mich herum.
Wenn wissen nun falsch sein kann, bedeutet dies das Wissen nicht richtig sein muss. Während die andere Aussage sich nicht anmaßt, über die Richtigkeit des Wissens zu urteilen, sonder nur die Prämise stellt das man kein wirkliches Wissen hat, denn es bleibt immer eine Möglichkeit, das man sich doch nicht sicher ist. Dies entfernt nun die 3Aussage stark von der 2ten und wirkt eher synonym zu Aussage 1.
Dem Aufmerksamen Leser wird aber nicht entgangen sein, das "Wissen kann falsch sein" zwar von Aussage 2 impliziert wird, aber eigentlich auch eine eigene Aussage ist und daher als Aussage 4 zubewerten ist.
Eine gewisse Verbindung zwischen Aussage 1 und 3 scheint es ja nun doch zu geben, denn beide gehen in etwa davon aus, das man kein Wissen erlangen kann. Während dies Aussage 2 nicht im entferntesten zu implizieren vermag; dies macht klar das es tatsächlich ein Unterschied zwischen Aussage 1 zu 2 und 2 zu 3 geben muss. Während Aussage 3 ein Verbindungsglied zwischen 1 & 2 her stellt, je nach der Auslegung der einzelnden Aussagen.
Warum sind solche Unterschiede denn nun wichtig? Mir ist zwar gerade auch nicht bewußt für welche Theorie diese Unterschiede entscheident sein könnten, aber ich versuche dies an einem Beispiel zuerklären, das ich aus dem Thread "Versuch der Entwicklung einer philosophischen Fachsprache" zitiere:
| Zitat: |
| (beide Aussagen werden im Sommer getroffen): 1. Der Apfelbaum trägt jeden Sommer solche wunderschöne Äpfel. 2. Sieh, am Apfelbaum hängen wie in jeden Sommer wunderschönde Äpfel. Wo liegt nur der Unterschied? Aussage 1 sagt nicht aus, ob momentan ein Apfel am Baum hängt. Es könnten auch schon alle herunter gepflügt sein. Aussage 2 sagt aber aus, das gerade auch in diesen moment Äpfel am Baum hängen. |