carsten aus bochum
Hi Exe.
Ich weiß nicht inwieweit das wirklich so war.
Man spricht von magischen Weltbildern und magischen Phasen in der Bewusstseinsentwicklung von Kindern und bestimmten Pathologien, da gilt das vermutlich.
Ob es aber bei den Menschen gegolten hat die als Magier oder Schamanen in bestimmte außergeöhnliche Bewusstseinszustände geraten sind, steht auf einem anderen Blatt.
Es könnte auch beides gelten, die Erfahrung war real, aber der kulturelle Interpretationsmodus magisch in diesem paläologischen Sinn.
Ja, so ist die „moderne“ esoterische Auffassung.
Ich glaube, dass das sogenannte analoge Denken, was da oft Pate steht, auch verschieden komplex sein kann.
Auch hier muss man hierarchisieren um bestimmten Zuordnungen treffen zu können.
Eine Tomate ist von der Farbe her dem Feuerelement zuzurechnen, aber Geschmack, Form, Konsistenz usw., sprechen eine andere Sprache.
Aufgrund dieser merkwürdigen Beziehungen, wo und wie z.B. eine Pflanze wächst, wie sie aussieht, welche Tiere sie fressen, wie ihre Signatur ist und und und hat man, ich glaube mit großer Sorgfalt auf ihr „Wesen“ geschlossen und man hat damals viel Zeit darauf verwendet. Die Ergebnisse sind mitunter erstaunlich.
Eine andere Geschichte ist die Physiognomielehre. Als ich Sozialpsychologie studierte hat man viel Aufwand darauf verwendet zu betonen, dass diese ganzen Physiognomielehren völliger Humbug wären. Erstens faschistisch, weil die Nazis sie auch gebraucht hätten und zweitens völlig unwissenschaftlich, nirgends hätten sie sich auch nur im Ansatz bewährt. Zehn Jahre später war der Neurohype und auf einmal erklärt man uns im Zuge einer allumfassenden theoretische Rebiologisierung, dass es sehr wohl wissenschaftliche Zusammenhänge gibt.
Viel Testosteron gleich starke Knochen, breites Kinn usw., entsprechendes Temperament gleich mit im Rucksack.
1980 schreiben Dethlefsen/Dahlke etwas zu der Analogie von Bauch (Darmschlingen) und Hirn, wobei das verbindenede Elemente die Verdauung von Eindrücken sein soll. Kruder Esoquatsch, wie wir alle wissen, nur etwa 25 Jahre später behauptet Topwissenschaftler Gerhard Roth dass es ein Bauchgehirn gibt, dichte Nervengeflechte, man weiß heute, dass der Darm ein (wenn nicht das) Hauptimmunorgan ist und man kennt die Anfälligkeit für Stress und der Zusammenhang zwischen der Verdauung von Eindrücken ist gar nicht mehr so dämlich.
Bücher erscheinen die besagen, dass die Orte an denen sich Beschwerden im Körper manifestieren eben doch nicht unbedingt zufällig sind und dass alte psychosoimatische Zusammenhänge wie „die Nase voll haben“, „mir ist das auf den Magen geschlagen“, „das ist mir an die Nieren gegangen“, „mir ist die Luft weggeblieben“, „mir ist das Herz fast zersprungen“ usw., mehr als zufällig und willkürlich sind.
Und wenn man sich dann bspw. anschaut, dass das erwähnte Buch Anfang der 1980er geschrieben wurde, wo andere Themen aktuell waren, aber sich dann einfach mal anschaut welche Themen damals den heutigen sogenannten Volkskrankheiten wie Rückenbeschwerden und Depressionen zugeordnet wurden, dann kommt man beide mal auf Saturn, der in diesem Kontext bedeutet: Probleme mit der Struktur. Struktur im Sinne vom Wesentlichen, Reduktion, dem Althergebrachten, dem Konservativen, im Sinne von Arbeit usw.
Was ist das Thema heute in weiten Teilen der öffentlichen Diskussion? Arbeit(slosigkeit). Die Gier (Mangel an Beherrschung) der Manager und anderer. Und auf einmal hat man wieder diese saturninen Themen, jetzt auf einer kollektiven Ebene.
Auf einmal diskutieren wir wieder Fragen von Erziehung, Kopfnoten, die alten Werte kommen unversehens wieder aus der Mottenkiste und und und. Ich will das hier nicht überstrapazieren, weil diese Art zu denken erst mal anders ist, als wir das gewohnt sind, aber es ist nicht ohne Reiz zeittypische Themen und Stimmungen mal auf ihren analogen Zusammenhang abzuklopfen. Wenn man diese Sprache ein wenig lernt kommt man zuweilen ins Staunen wie eigenartig aufdringlich diese Relationen von oben und unten sind.
Alltag. Es geht darum, dass wenn ein Prinzip in den Fokus rückt, man das auf allen Ebenen merkt, d.h. entsprechende Repräsentanten sich überall bemerkbar machen.
Die Esoteriker würden behaupten, dass je weiter ein Thema extrem in den Fokus gerät es seinen extremen Gegenpol evoziert, ohne dass das im Sinne äußerer Einflüsse groß zu beherrschen wäre. Im Gegenteil erzwingt die Betonung eines Pols seinen Gegenpol und darum, so die esoterische Aufforderung, sollte man die Themen im Bewusstsein bearbeiten, also durchschauen welches Prinzip sich darin ausdrückt und dieses Prinzip auf einer erlösteren (weniger leidvollen) Ebene bewusst statt unbewusst einlösen.
Was das konkret heißt, kann man vielleicht noch herausarbeiten, wichtiger ist mir hier erst mal zu verstehen, worum es gehen könnte und worum es nicht geht.
Ja, ein Ökonomieprinzip, was besagt, dass man bei zwei alternativen Theorien die sparsamere nehmen soll.
Ich betrachte Erkenntnis, als etwas wodurch man festgelegt ist, das hat nicht unbedingt etwas mit Gesellschaft zu tun.
Das ist es ja, was ich mit den Festlegungen meine.
Hängt natürlich von den jeweiligen Prämissen ab.
Aber wenn Du sagst, wenn ich das annehme, dann folgt für mich daraus auch jenes, das sind Festlegungen.
Ich glaube das gelingt auch, wenn man sein Ich nicht als Nabel der Welt betrachtet.
Beides schließt sich nicht aus, wie oben, so unten.
Ich glaube es kommt drauf an, was man mit Geheimlehre meint.
Heutzutage ist esoterisches Wissen natürlich nicht mehr geheim, in dem Sinne, dass nur eine Handvoll Leute davon weiß, aber andere sagen, es schützt sich selbst, weil Esoterik kaum verstanden wird. Da könnte dann schon mehr dran sein.
Ich habe schon den Eindruck, dass esoterische Ansätze oft fundamental verschieden von anderen sind.
Gruß,
Carsten
| Zitat: |
| Zitat: Original von carsten aus bochum Das könnten einfach nur intuitive Zusammenhänge sein, die aus einem überwundenen Weltbild stammen und die wir heute entweder bestätigt finden oder verwerfen müssen. „Einen großen Teil müssen wir sicher verwerfen. Die Ägypter haben es zum Beispiel wörtlich genommen mit dem "was oben ist, ist wie das, was unten ist". So buchstäblich verstanden ist das natürlich Quatsch. Aber es spiegelte u.U. die Erkenntnis, dass Prinzipien sich durchreplizieren, dass man Dinge, die im Kleinen zu beobachten sind auch im Großen findet bzw. umgekehrt und dergleichen mehr. Um mit Nylens guter und schlechter Esoterik zu sprechen: Man kann sagen, dass die Esoterik hier eine Entwicklung durchgemacht hat. Ursprünglich wurden starre Kausalitäten abgeleitet, die ein magisches Weltbild hervorbrachten: Das Nilhochwasser kommt, weil Stern X seine Richtung geändert hat.“ |
Ich weiß nicht inwieweit das wirklich so war.
Man spricht von magischen Weltbildern und magischen Phasen in der Bewusstseinsentwicklung von Kindern und bestimmten Pathologien, da gilt das vermutlich.
Ob es aber bei den Menschen gegolten hat die als Magier oder Schamanen in bestimmte außergeöhnliche Bewusstseinszustände geraten sind, steht auf einem anderen Blatt.
Es könnte auch beides gelten, die Erfahrung war real, aber der kulturelle Interpretationsmodus magisch in diesem paläologischen Sinn.
| Zitat: |
| „Heute hingegen hat sich eine fortschrittlichere Art von Esoterikern herausgebildet, die in Neos Sinne solche starren Kausalitäten eher zu transzendieren versuchen. Diese würden also eher sagen: "Zwischen Sternenlauf und Nilhochwasser besteht ein Zusammenhang, weil irgendwo ein Prinzip wirksam ist, das auf beide Phänomene wirkt." Und das wäre sogar richtig.“ |
Ja, so ist die „moderne“ esoterische Auffassung.
| Zitat: |
| „Eine Randbemerkung zur Wissenschaft sei mir außerdem gestattet: Wir reden hier von Epiphänomenen in Magie und Esoterik. Tatsächlich ist die Empirie vor solchen auf epiphänomenalen Zusammenhängen basierenden Trugschlüssen alles andere als sicher. Trugschlüsse in der Form von "wenn B dann C" finden wir jede Woche zuhauf in den Veröffentlichungen neuer "wissenschaftlich angelegter" Studien, die sich gegenseitig widerlegen. Letztlich will ich auch nicht versäumen darauf hinzuweisen, dass die Lehre, die den Lauf der Gestirne mit dem Nilhochwasser in Verbindung brachte eine der ersten und ernsthaftesten Wissenschaften überhaupt war.“ |
Ich glaube, dass das sogenannte analoge Denken, was da oft Pate steht, auch verschieden komplex sein kann.
Auch hier muss man hierarchisieren um bestimmten Zuordnungen treffen zu können.
Eine Tomate ist von der Farbe her dem Feuerelement zuzurechnen, aber Geschmack, Form, Konsistenz usw., sprechen eine andere Sprache.
Aufgrund dieser merkwürdigen Beziehungen, wo und wie z.B. eine Pflanze wächst, wie sie aussieht, welche Tiere sie fressen, wie ihre Signatur ist und und und hat man, ich glaube mit großer Sorgfalt auf ihr „Wesen“ geschlossen und man hat damals viel Zeit darauf verwendet. Die Ergebnisse sind mitunter erstaunlich.
Eine andere Geschichte ist die Physiognomielehre. Als ich Sozialpsychologie studierte hat man viel Aufwand darauf verwendet zu betonen, dass diese ganzen Physiognomielehren völliger Humbug wären. Erstens faschistisch, weil die Nazis sie auch gebraucht hätten und zweitens völlig unwissenschaftlich, nirgends hätten sie sich auch nur im Ansatz bewährt. Zehn Jahre später war der Neurohype und auf einmal erklärt man uns im Zuge einer allumfassenden theoretische Rebiologisierung, dass es sehr wohl wissenschaftliche Zusammenhänge gibt.
Viel Testosteron gleich starke Knochen, breites Kinn usw., entsprechendes Temperament gleich mit im Rucksack.
1980 schreiben Dethlefsen/Dahlke etwas zu der Analogie von Bauch (Darmschlingen) und Hirn, wobei das verbindenede Elemente die Verdauung von Eindrücken sein soll. Kruder Esoquatsch, wie wir alle wissen, nur etwa 25 Jahre später behauptet Topwissenschaftler Gerhard Roth dass es ein Bauchgehirn gibt, dichte Nervengeflechte, man weiß heute, dass der Darm ein (wenn nicht das) Hauptimmunorgan ist und man kennt die Anfälligkeit für Stress und der Zusammenhang zwischen der Verdauung von Eindrücken ist gar nicht mehr so dämlich.
Bücher erscheinen die besagen, dass die Orte an denen sich Beschwerden im Körper manifestieren eben doch nicht unbedingt zufällig sind und dass alte psychosoimatische Zusammenhänge wie „die Nase voll haben“, „mir ist das auf den Magen geschlagen“, „das ist mir an die Nieren gegangen“, „mir ist die Luft weggeblieben“, „mir ist das Herz fast zersprungen“ usw., mehr als zufällig und willkürlich sind.
Und wenn man sich dann bspw. anschaut, dass das erwähnte Buch Anfang der 1980er geschrieben wurde, wo andere Themen aktuell waren, aber sich dann einfach mal anschaut welche Themen damals den heutigen sogenannten Volkskrankheiten wie Rückenbeschwerden und Depressionen zugeordnet wurden, dann kommt man beide mal auf Saturn, der in diesem Kontext bedeutet: Probleme mit der Struktur. Struktur im Sinne vom Wesentlichen, Reduktion, dem Althergebrachten, dem Konservativen, im Sinne von Arbeit usw.
Was ist das Thema heute in weiten Teilen der öffentlichen Diskussion? Arbeit(slosigkeit). Die Gier (Mangel an Beherrschung) der Manager und anderer. Und auf einmal hat man wieder diese saturninen Themen, jetzt auf einer kollektiven Ebene.
Auf einmal diskutieren wir wieder Fragen von Erziehung, Kopfnoten, die alten Werte kommen unversehens wieder aus der Mottenkiste und und und. Ich will das hier nicht überstrapazieren, weil diese Art zu denken erst mal anders ist, als wir das gewohnt sind, aber es ist nicht ohne Reiz zeittypische Themen und Stimmungen mal auf ihren analogen Zusammenhang abzuklopfen. Wenn man diese Sprache ein wenig lernt kommt man zuweilen ins Staunen wie eigenartig aufdringlich diese Relationen von oben und unten sind.
| Zitat: |
| „Ich tue mich schwer mit deinen Begriffen von oben und unten. "Oben" verstehe ich mal als "auf ein übergeordnetes Prinzip zurückzuführen". Aber das "unten" erschließt sich mir nicht.“ |
Alltag. Es geht darum, dass wenn ein Prinzip in den Fokus rückt, man das auf allen Ebenen merkt, d.h. entsprechende Repräsentanten sich überall bemerkbar machen.
| Zitat: |
| „Dass sie nach übergeordneten Prinzipien sucht würde ich bestätigen, wie gerade angesprochen. Das kann Esoterik im besten Sinne sein, sie kann mitunter innovative epistemologische Philosophie betreiben. Das sind genaugenommen die Esoteriker, die Exoterik betreiben. Aber keine Wortspielchen jetzt.“ |
Die Esoteriker würden behaupten, dass je weiter ein Thema extrem in den Fokus gerät es seinen extremen Gegenpol evoziert, ohne dass das im Sinne äußerer Einflüsse groß zu beherrschen wäre. Im Gegenteil erzwingt die Betonung eines Pols seinen Gegenpol und darum, so die esoterische Aufforderung, sollte man die Themen im Bewusstsein bearbeiten, also durchschauen welches Prinzip sich darin ausdrückt und dieses Prinzip auf einer erlösteren (weniger leidvollen) Ebene bewusst statt unbewusst einlösen.
Was das konkret heißt, kann man vielleicht noch herausarbeiten, wichtiger ist mir hier erst mal zu verstehen, worum es gehen könnte und worum es nicht geht.
| Zitat: |
| Zitat: Original von carsten aus bochum Wo die Esoterik darüber hinaus weist, verweist sie auf Prinzipien hinter den kausalen Abläufen, also das was Deinem A entsprechen würde. Man könnte einfach sagen, damit handle es sich um eine unnötige Zusatzannahme die von Ockhams Messer rasiert wird und damit ist die Geschichte auch schon wieder zu Ende. „Es wird übrigens manchmal von naturwissenschaftlicher Seite so getan also ob Ockhams Messer ein Naturgesetz sei, das ist auch Quatsch. Es ist nur ein Prinzip dessen Anwendung sich in den meisten Belangen empfiehlt.“ |
Ja, ein Ökonomieprinzip, was besagt, dass man bei zwei alternativen Theorien die sparsamere nehmen soll.
| Zitat: |
| „Dann betrachtest du die Sache mehr gesellschaftlich. Für mich persönlich spielt sich alles auf Erkenntnisebene ab, ohne jede daraus resultierende praktische Festlegung.“ |
Ich betrachte Erkenntnis, als etwas wodurch man festgelegt ist, das hat nicht unbedingt etwas mit Gesellschaft zu tun.
| Zitat: |
| „Allein schon zu wissen, dass es keine Seele gibt heißt für mich in Frieden sterben zu können. Für andere ist es umgekehrt. Es gibt sicher zahllose Effekte, wo die reine Erkenntnis Welten bewegt.“ |
Das ist es ja, was ich mit den Festlegungen meine.
Hängt natürlich von den jeweiligen Prämissen ab.
Aber wenn Du sagst, wenn ich das annehme, dann folgt für mich daraus auch jenes, das sind Festlegungen.
| Zitat: |
| „Wenn man zum Beispiel das Glück hat zu erkennen, dass das Ich eine Illusion ist, dann kann man viel leichter über Begriffe wie "Meine Frau, Mein Garten..." usw. lachen.“ |
Ich glaube das gelingt auch, wenn man sein Ich nicht als Nabel der Welt betrachtet.
| Zitat: |
| „Die Fähigkeit loszulassen ist wahrscheinlich auf zwei möglichen Wegen zu erreichen: Durch Erkenntnis einerseits und durch schmerzlichen Verlust andererseits. Auch denke ich, dass jede Ethik auf Erkenntnis beruht, also nicht auf "Praktizieren".“ |
Beides schließt sich nicht aus, wie oben, so unten.
| Zitat: |
| „Kommt nun auch drauf an, was wir alles dazu zählen. Im Alltagsgebrauch ist ja mit Esoterik nicht die Lehre unter Eingeweihten gemeint, sondern alles was transzendente Erklärungen anbietet. Wenn wir mit typisch esoterisch die Geheimlehre meinen, dann ist das wirklich etwas, was die Welt nicht braucht. Die transzendierenden Lehren haben aber bereits eine große Menge an Bewältigungspotential in das Leben der westlichen Hemisphäre eingebracht.“ |
Ich glaube es kommt drauf an, was man mit Geheimlehre meint.
Heutzutage ist esoterisches Wissen natürlich nicht mehr geheim, in dem Sinne, dass nur eine Handvoll Leute davon weiß, aber andere sagen, es schützt sich selbst, weil Esoterik kaum verstanden wird. Da könnte dann schon mehr dran sein.
Ich habe schon den Eindruck, dass esoterische Ansätze oft fundamental verschieden von anderen sind.
Gruß,
Carsten